Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

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Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

Beitragvon motorang » So 24 Sep, 2017 10:28

Hi
Hilferuf:

>das Überdruckventil ist während des
> Transport auf meiner letzten Tour in den Pyrenäen auseinandergefallen
> und wie es aussieht ging dabei eine Feder verloren.
> Zumindest vermute ich, dass der in der Benzintankverschraubung
> befindliche Kolben mit einer Feder vorgespannt wurde.
> Kannst Du mir sagen wo ich eine Ersatzfeder her bekomme oder hast du
> Informationen zu der Feder parat?
> Die Feder sollte einen Außendurchmesser von ca. 6mm und eine Länge von
> 5-8mm haben. Leider habe ich keine Ahnung welche Federkraft benötigt wird.
> Bin ja nichtmal sicher ob eine Feder verbaut war =)
> Ich danke Dir schon mal für Deine Mühe.
> Gruß,
> Sascha


Ich hab den kleinen Russenkocher nicht mehr:

Bild

Nachschau in einem ähnlichen Modell ergab:

Schraubenfeder mit Drahtstärke 0,5 mm, 6 Wicklungen
Ungespannte Länge 13 mm, Einbaulänge vorgespannt ist ca. 9-10 mm.
Aus den obigen Federdaten plus Bild sollte man etwa die Federkraft rausrechnen können.
Den Durchmesser hab ich aus dem Bild mit 4,5 mm (Drahtmitte) rausgemessen.
Kugelschreiberfeder könnte passen.

prymus_ventilfeder.jpg


Kann jemand hier die Originaldaten beisteuern? Uwe? Koarrl? Russenjesus?

Gryße!
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Re: Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

Beitragvon koarrl » Do 28 Sep, 2017 20:14

sorry, Präsi, erst jetzt gelesen.

Meines Originales Daten ...

Entspannte Länge: 10mm
Durchmesser außenrum: 4,6mm
Drahtdurchmesser: 0,4mm!
Windungen: ca. 12

hope that helps, k.
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Re: Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

Beitragvon motorang » Fr 29 Sep, 2017 17:33

Hallo Andreas,

vielen Dank für Deine Hilfe, gerade habe ich den Kommentar von "Koarrl" in Deinem Forum gelesen.
Ich habe eine Feder aus einem Kugleschreiber genommen welche fast genau die Abmessungen hat die Koarrl beschreibt, nur die Länge musste ich anpassen.
Es funktioniert perfekt!

Bevor ich aber zu diesem Ergebnis kam hat mir Katadyn, welche wohl den Optimus Hiker vertreiben, einen Tankdeckel kostenfrei zugesandt.
Die darin befindliche Feder ist viel Dicker und stärker dimensioniert, aber ich dachte mir, wenn der Russe ein 1 zu 1 Nachbau ist müsste die Feder genau richtig dimensioniert sein.

Ich habe diese Feder kurzer Hand verbaut, den Tank ca. 3/4 gefüllt (was sich aber als Fehler erwies) und einen Test in meiner Werkstatt durchgeführt.
Die ganze Sache fing schnell an ungemütlich zu werden.
Nach 10 minuten Brenndauer hat das Überdruckventil noch nicht ausgelöst.
Nach weiteren 10 Minuten wurde mir die Sache langsam unheimlich (immer noch keine Funktion am Überdruckventil).
Zudem wurde der Druck hörbar höher, der kleine Russe hat mächtig gefaucht.
Ich entschied den Abstand zwischen mir und dem tobenden Russen zusätzlich zu vergrößern.
Nachdem ich dann nach weiteren 10 Minuten noch die Werkstattmauer zwischen mich und den Brenner brachte, entschied ich den Brenner einfach ausbrennen zu lassen, also ab zu warten bis das Benzin verbraucht ist.
Der Zeitpunkt an dem ich den Brenner händisch ausschalten konnte war für mich aus Sicherheitsgründen definitiv verstrichen, mit anderen Worten, ich habe gewartet bis ihm entweder das Benzin aus geht oder der Brenner in die Luft fliegt.
Ich hatte mir zwischenzeitlich den großen Feuerlöscher aus dem Haus geholt und stand recht unentspannt im Garten rum und habe der Dinge geharrt die da kommen.
Ich kann nur hoffen, dass mich kein Nachbar da rumdümpeln sah, ich habe besstimmt ein ziemlich komisches Bild abgegeben mit Feuerlöscher bei Fuß und nem mächtigen Geräuschpegel in der Luft.
Ich habe ab und zu mal um die Ecke gelunzt um zu schauen was Iwan treibt und ob mein Versuchsaufbau optisch noch als solches zu erkennen ist.
Nach dem Geräuschpegel zu urteilen tobte der Mob in der Werkstatt und klein Iwan macht alls kurz und klein.
Ab Minute 45 gab die Dichtung des Reglers den Geist auf und der Brenner begann zusätzlich seitlich an zu brennen, zwar nur eine kleine lodernde Flamme, aber man konnte aus 10 Metern Entfernung ganz gut sehen das es mehr Lichtquellen am Brenner sind als normaler Weise üblich ;-)
Nach sage und schreibe einer Stunde war dann endlich das Benzin leer und der ganze Zauber war vorüber.
Ich habe dann noch ein paar Minuten gewartet und mich dann vorsichtig dem Brenner genähert.
Ich dachte zuerst von dem Brenner sei nach diesem Spektakel nicht mehr viel übrig aber das Teil sah aus als wäre nichts gewesen.
Der Topf mit Wasser (zum Glück habe ich nen großen genommen) war ziemlich verrußt aber der Brenner an sich sah aus wie neu.
Sogar das Kunststoffrad am Regler kat nicht den geringsten Schaden genommen.
Ich war froh, dass meine Frau die ganze Zeit außer Haus war und ich ihr nicht erklären musste was da gerade in der Werkstatt ab geht =)

Die Dichtung des Regelventil, welche bei dem Versuch mit der Optimus-Feder das Zeitliche segnete, habe ich zwischenzeitlich mit deinem Graphitband repariert, zum Glück sind die Originaldichtungen nicht so toll, sodass der Regler unfreiwillig als Überdruckventil fungierte.

Lange Rede kurzer Sinn, leider bleibt für Dich kein Brenner übrig, aber wenigstens hattest du ne witzige Geschichte zu lesen und weisst jetzt, dass der Brenner selbst nach 60 Minuten Vollgas ohne Überdruckventil nicht explodiert ;-)

Abschließend noch ne Frage zu dem Graphitband: Muss man das Band Wickeln oder kann man es auch innen und außen ausstanzen sodass eine Dichtung entsteht, welche die Form einer Unterlegscheibe hat?
Danke nochmal für Deine Hilfe, wenn ich mich irgendwie erkenntlich zeigen kann, lass es mich wissen.


Wieder einer gerettet, wenn auch nur knapp :D

Weiß das einer von Euch mit dem Graphitband?

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Re: Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

Beitragvon lallemang » Fr 29 Sep, 2017 21:19

Für durchgehende Benzinkocher hat sich ein Topf/Blecheimer/Salatschüssel
bei mi bewährt. Bei meinen drei Gelegenheiten :D
Einfach drüberstülpen. Falls dann noch Flammen au§erhalb sind, sind
die einfach zu löschen ohne mit dem Kocher zu intervenieren und der
Kocher selbst wird nicht weiter aufgeheizt. Ausdampfen lassen und gut.
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Re: Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

Beitragvon lallemang » Fr 29 Sep, 2017 21:27

Falls es beim Graphitband um eine Stopfbuchse am Regelventil geht, ist das nahezu egal.
Es mu§ nur genug Material da sein, das dann beim Anziehen in Form gedrückt wird.
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Re: Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

Beitragvon motorang » Sa 30 Sep, 2017 00:41

Hallo Peter,
ja, genau darum geht es - danke!

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Re: Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

Beitragvon Aynchel » Sa 30 Sep, 2017 18:14

auslösende Überdruckventile sind mir eigendlich nur vom Juwel bekannt, der Peak1 kennt das nicht
dem Juwel hatte ich in die Bohrung im Stopfen ein Messingröhrchen eingelötet, auf das ich einen 25cm Silikonschlauch gesteckt hab
bis der Sprit da rauskam war er kondensiert und weit genug von der Brennerflamme entfernt
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ich könnte die BIG auch mit 5,5l daher fahren, aber das wäre Spritverschwendung ;-)
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Re: Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

Beitragvon motorang » So 01 Okt, 2017 09:52

Mit einem ausreichend großen Topf oder einer Pfanne wird bei den Klappdosenkochern regelmäßig genug Hitze auf den nebendran gelegenen Tank reflektiert, dass das Überdruckventil anspricht. Dafür ist es da, und das ist ganz normal.
Ich kenn das von allen meiner insgesamt 4 Klappdosenkocher (Optimus 8R, Optimus 111, Prymus Turisticky, HG Optimuskopie aus den 1980ern).

Bei einem Kocher mit untenliegendem Tank schafft man das eventuell durch einen eng anliegenden Windschutz.

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Re: Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

Beitragvon Christoph » Sa 07 Okt, 2017 12:36

High,
zur Auslegung der Federkraft eines Sicherheitsventils:
Bild
Aus der Opitec Bauanleitung für eine Dampfmaschine. (Der Aufbau des Ventils ist natürlich nicht 1:1 für einen Benzinkocher geeignet)
http://nbg-web01.opitec.com/img/112/420/112420bd.pdf
Wenn man jetzt noch den Druck wüßte ;-)
viewtopic.php?f=44&t=15040#p307088

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Re: Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

Beitragvon Uwe Steinbrecher » Sa 07 Okt, 2017 13:14

Mein kleiner Russe hat noch nie ausgelöst. Ich hatte aber auch noch nie das Gefühl dass da zu viel Druck anliegt. Beim Juwel war das anders. da hatte ich ständig den Blowby und die damit verbundene Ruß Sauerei :omg:
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Re: Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

Beitragvon motorang » So 08 Okt, 2017 09:55

Servus,
von da: viewtopic.php?f=44&t=15040&p=307064

Im Classic Camp Stoves Forum habe ich für den SVEA 123 folgende gemessene Beispieldaten gefunden (bei Vollgas):

Tankdruck im Betrieb ca 5-20 psi (0,3-1,4 bar)
Überdruckventil öffnet ca bei 30-80 psi (2-5,5 bar)


Der Svea 123R und der Optimus 8R haben den gleichen Brenner - der 8R ist die Vorlage für den Russenkocher.

Uwe, schon mal mit einer Pfanne probiert :fiessgrinz: ??

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Re: Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

Beitragvon Uwe Steinbrecher » So 08 Okt, 2017 10:39

Mach ich mal! :D
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Re: Prymus Turisticky Feder Überdruckventil?

Beitragvon Russenjesus » Di 10 Okt, 2017 23:20

Abend Jungs,
auch wenn der Kocher nun mit der Feder gerettet wurde, den ganzen Russengummis trau ich keinen Meter über den Weg.

Mit Graphitband könnte ich aushelfen wenn Bedarf bestünde.

Mit zu Großem Kochgeschirr, würde ich kein Sicherheitsventil herausfordern wollen, wenn ich nicht weiß in welchem Zustand es ist. Bleibt es Kleben und der Tank macht die Krätsche... :weg:

Gruß RJ
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