Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

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Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon kahlgryndiger » Mi 18 Dez, 2013 15:01

Aus dem Enfield-Forum. Oder hatten wir den schon?
Find ich klasse.

http://www.solostove.com/

Als bekennender Öko hab ich etwas nach Kochern recherchiert und bin auf dieses findige Produkt gestoßen :!:

Bild

Ein Hobo Kocher der eine sekundäre Holzgasverbrennung zur Effizienzsteigerung nützt.

Ich hab sowas ja schon in meinem Haus. Wer mit Holz heizt sollte egtl. einen Holzvergaser haben, ist einfach state of the art was Holzfeuerung angeht :!:
Heizt zu 100% das komplette Haus für ca. 50 Euro im Jahr 8-)
Aus dem Schornstein kommt seither nur noch heiße Luft. Der Schornsteinfeger ist begeistert, verlangt aber dennoch das gleiche :evil:

Bild


Der Kocher passt genau in den Pot, welcher ein Volumen von 950 ml besitzt.
Beides wird mit einer Schutzhülle geliefert, so dass der Kocher nach Benutzung einfach in den Pot gesteckt werden kann ohne diesen zu verschmutzen.

Bild

Anzünden ist echt Idiotensicher. Einfach ein Gitterfeuer vorbereiten ...

Bild

anzünden ...

Bild

anbrennen lassen und nach ca. 60 Sekunden größere Stücke nachlegen.

Das Ganze sieht dann nach 3 Minuten so aus :

Bild

Wichtig beim anzünden von Holz (gilt auch für den Kaminofen, Kachelofen etc.) : Man vermeidet extrem viel Rauchgasemissionen wenn man ein Feuer von oben anzündet. Entstehendes Rauchgas wird so durch die Glut gezogen und verbrannt.


Hab dann mal getestet wie lange es dauert um 1l Wasser zum kochen zu bringen

Bild

Nach 12:36 min. war's das

Bild

Supereffiziente verbrennung, ich brauchte dafür etwa eine Hand voll Äste. Ist sogar in der Stadt in einer Minute gesammelt.

Zu den Möglichkeiten der Feuerung:

- Man kann ihn als Spirituskocher benutzen. Der Trangia Spiritusbrenner passt perfekt

- Mit Diesel oder anderem Öl funktioniert das ganze prima im drip feed Verfahren, allerdings mit etwas Rauch

- Bis zum oberen Lochkranz mit Holzpellets auffüllen, anzünden und fertig. Habe ich (noch) nicht getestet, brennt aber so angeblich 30-45 min.

- Sämtliche anderen brennbaren Stoffe ausser Plastik. Habe Sägespäne probiert, Baumrinde, getrocknetes Gras, getrocknete Blätter usw. Feuer brennt, keine Probleme :)


Ich habe heute damit 3 Stunden Tee gekocht, getestet und gespielt, Holz benutzt das ich im Garten fand und nichts kostete. Ich denke eine Gaskartusche für 10 Euro wäre mindestens draufgegangen 8-)

Nur noch 18 Stunden kochen oder als Zeltofen benutzen dann haben sich die Anschaffungskosten von 73 Euro durch Gasersparnis amortisiert 8-)



Fazit: Super Gerät :!: :!: :!:

- kostenloser Brennstoff in Form von Ästen und Zweigen auf der ganzen Welt verfügbar
- alternativ mit Spiritus verwendbar
- kinderleicht zu bedienen
- absolut kein Rauch
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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon maxxxmax » Mi 18 Dez, 2013 15:27

Genau einen solchen hatte ich am Sölk mit!
Bin schwer begeistert davon!
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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon motorang » Mi 18 Dez, 2013 17:33

Spielzeug :-D
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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon kahlgryndiger » Mi 18 Dez, 2013 17:55

Wohl wahr, aber ich werde es mir gönnen das Spielzeug :-D
Im April halt erst, wenn ich wieder dort bin.
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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon Uwe Steinbrecher » Mi 18 Dez, 2013 18:08

Und hier die eigenbauversion davon!


http://www.youtube.com/watch?v=EQ3B-KEL0ws
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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon keulemaster » Do 19 Dez, 2013 10:40

Klingt interessant...Warum sagt der Herr Andreas Spielzeug?
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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon Arne » Do 19 Dez, 2013 11:21

für die Bastlerfraktion hier mal die Seiten von

http://zenstoves.net/Wood.htm

bei http://zenstoves.net/ gibt es auch Anleitungen für die beliebten Canstoves mit Alkohol.
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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon motorang » Do 19 Dez, 2013 11:24

keulemaster hat geschrieben:Klingt interessant...Warum sagt der Herr Andreas Spielzeug?


Oje
jetzt schreib ichs doch.

Weil ich sowas fürs ernsthafte Kochen nicht mag, höchstens eben zur Ergänzung zum ewigen Benzinkocher. Es sei denn es dient dem Spieltrieb, der Ergötzung, der Freude sich ständig damit zu beschäftigen. Ich kenn auch gerade niemanden der seine Reisekocherei darauf dauerhaft umgestellt hat.

Ich hatte das daheim mal ventiliert und für die Homepage zusammengeschrieben aber hier mal vorab:

Ein Holzfeuer zum Kochen hat in Brennerform mehrere Nachteile.

  • Es ist nicht besonders stark (Zu diesem speziellen Kocher: über 12 Minuten für einen Liter Wasser (!), das schafft ein Benziner in unter einem Drittel der Zeit. In der Eigenwerbung ist übrigens von 4-6 Minuten für 900 ml Wasser die Rede ...).
  • Es rußt gemein, die verdampfenden Harze lagern sich am Geschirr ab, das ist sehr reinigungsintensiv und veschlechtert den Wirkungsgrad zusätzlich.
  • Man ist ständig am Nachlegen weil der Brennstoff halt stückig ist. Das Ofendesign lässt - anders als ein Rocket Stove oder ähnliche Zeltöfen - kein kontinuierliches Nachlegen zu. Würde es langsamer brennen wäre es nicht so heiß. Ein ordentlicher Holzbrenner braucht auch reichlich Brennstoff.

Punkt zwei sieht man an den verlinkten Fotos ganz gut, da wäre zu hoffen dass der "Vergaserbrenner" besser nachverbrennt als ein normaler Hobo.
Aber eigentlich brennt bei jedem Holzfeuer nur das Holzgas ... und ob das dieses Design wirklich besser kann? Ich möchte mal den Topfboden sehen nach 10 Stunden Betrieb mit Fundholz.
Bei einem "echten" Holzvergaser steckt doch ein bisserl mehr dahinter.

Wenn mans aus Spaß an der Freud macht - warum nicht?

Wenn man aber einen Pott heißen Tee und einen Topf Nudeln machen will und nebenher das Zelt aufbauen oder schnell mal in den Bach oder die Kette schmieren etc, dann taugt das auch nicht mehr als jeder andere Hobo. Oder?

Ich halte mal dagegen:
  • Ein ordentlicher Benzinkocher geht mit normalem Vergasersprit, den hat man eh dabei und kriegt ihn überall für sehr sehr wenig Geld (verglichen mit Gaspreisen von 10 oder mehr Euro/kg).
  • Ich kann beim Benzinkocher die Flamme flink regulieren, und den Kocher bei konstanter Hitze über eine Stunde lang betreiben (auch und gerade bei kleiner Flamme). Das kommt meinen Kochgewohnheiten entgegen weil ich gern scharf anbrate und dann länger auf kleiner Flamme nachdünsten.
  • Ich muss keinen Brennstoff extra suchen (klasse wenns schifft oder überall Schnee liegt, oder in der Wüste und sei es in Island) und zerkleinern.
  • Ich dreh den Kocher ab, lass 2 Minuten abkühlen und packe ihn weg. Maximal wisch ich mit einem Stück Papier über den Topfboden. Keine Asche oder gar Glut zu entsorgen, kein klebriger Topfboden.
  • Ich kann auch kleine Kochgefäße wie eine Espressokanne oder eine einzelne Tasse verwenden.

Und ich hab schon auf einer Menge Holz gekocht und gegrillt, auf Klappgrills und Hobos, Anzündkaminen und Lagerfeuern und Zeltöfen. Praktischer ist das nicht.

Holzfeuer hat schon Vorteile:
Steinzeitfernsehen (Blick ns Feuer/Glut) ist nicht ersetzbar.
Und wenn man NIX mithat geht auch immer irgendwie ein Feuer.
Und man kann schön in die Fläche gehen (=für mehrere Leute grillen/kochen).
Auf einem Lagerfeuer/Grill kann man sich unter dem Topfrost durch unterschiedliche Abstände/Glutmenge sehr gut kühlere und heißere Bereiche schaffen und so gleichzeitig etwas scharf anbraten und woanders etwas warmhalten etc.

Aber sobald ich einen extra Kocher dafür mitnehmen muss der auch noch die oben genannten Vorteile eines Lagerfeuers nicht hat gewinnt der Benzinkocher - für die Vielseitigkeit vielleicht noch in Verbindung mit einem kleinen Klappgrill. Auf dem kann man nämlich auch noch die Dinge veranstalten die man am Lagerfeuer kann, nur halt ohne Flurschaden.

Auch das mit dem "Öko" lass ich nicht gelten.
Weil wenn ich mir extra einen Ofen aus Edelstahl für ein Holzfeuer kaufe der auch hergestellt, beworben, komissioniert, versendet etc werden muss ist es allemal ökologischer einen vorhandenen Benzinkocher 20 oder 50 Liter mehr Benzin verfeuern zu lassen ... und deswegen kauf ich das Ding NICHT, so!

Das Design lässt sich, ähnlich einem Spiritusbrenner, übrigens aus 2-3 Konservendosen zusammenbauen. No rocket science there. Auf Youtube gibt es reichlich Beispiele dafür - innovativ ist an dem Kocher nur das Marketing und die Tatsache dass man sich sowas patentieren lässt.

Garlington Wood Gas Stove
http://www.campstovewizard.com/wood-gas-stove.html


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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon motorang » Do 19 Dez, 2013 13:17

Ha!

Der Herr von der oben verlinkten Kocherseite fasst es in Englisch zusammen was ich mir müsam selber ausgedacht habe :-D

Frankly, I'm not a great fan of wood burning camp stoves. I separate campfire from stoves.
Campfire is something I always enjoy, but when I hike, a wood camp stove isn’t my cup of tea.
You will see below that this method got lots of advantages but the two disadvantages I can't overcome are:

- It makes everything smell like a campfire. Including gear and clothes.
- The fuel is not always available. (try to find woods on the summit of a mountain in the middle of the desert…)


BUT –wood camp stoves are incomparable in…
…fuel cost.


How does it work?

Not rocket science…

…Simply fill up the stove in woods and light it.

Decent portable wood stoves got holes in the bottom for fresh air to run in.
This helps the wood to burn better even though it is stuffed in a closed chamber.


Pros

Fuel is for free
Usually low overall weight (since you carry no fuel)
Low cost
Can be used to warm you up
It's real fire after all, which is always fun to gaze at…



Cons

You might get stuck with no fuel
Makes smoke like a campfire
Might leave trace
Need continuous care during cooking
Some of the stoves are relatively big
Will turn all cookware black and smelly
Require some campfire skills in order to ignite
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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon keulemaster » Do 19 Dez, 2013 17:02

Danke Andreas :!:
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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon Maybach » Do 19 Dez, 2013 18:31

Hugh, der Herr Präsident haben gesprochen - und zwar recht.

Ich mag zum einen auch meine Bartel-Bombe gerne (das ist fast so atavistisch wie ein Holzfeuer!) un dzum anderen hab ich mit der (und einem Expressotopf) im Grund alles, was ich brauche. Und die Erfahrung lehrt auch, dass - zumindest bei der AIA - immer irgendwo ein Feuer brennt, das so groß ist, dass ich auch noch was dazu legen kann.

Gruß

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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon kahlgryndiger » Do 19 Dez, 2013 20:39

Im Sommer nutze ich den Benzinkocher eh kaum. Meistens den schwedischen Militärtrangia oder halt Gas.

Bei dem Holzvergaser-Kocher mag ich die Doppelnutzung von Trangia-Brenner und Holz. Der Kollege aus dem Enfieldforum hat es probiert, sehr effizient und kein Rauch.
Wer Recht hat kann ich mangels eigener Erfahrung noch nicht sagen, aber ich werde es ausprobieren :-D

Edit bemerkt noch, lieber Herr Maybach, dass der kahlgryndige gerne autark ist und sich nicht auf andere Feuer verlassen mag :grin:
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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon motorang » Do 19 Dez, 2013 20:51

Ein Holzfeuer ohne Rauch ... :-D

Schau Dir mal den Topfboden auf dem Demovideo an :!:

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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon kahlgryndiger » Do 19 Dez, 2013 20:55

Ich werde davon berichten. Auch wenn ich falsch liege :grin:
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Re: Holzvergaser - Kocher - Solo Stove

Beitragvon motorang » Do 19 Dez, 2013 20:57

Ganz egal ob falsch oder richtig, Du hast sicher Spaß an dem Ding. Hätte ich auch. Ich spiel halt gern. Bin gerade am überlegen wie man einen Samowar auf Holzvergaser umbaut, mit Rocket Stove Brennstoffzufuhr (oder eventuell Pellets?). Auf dem TT gibt es ja heuer Brennholz :smt004

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