Autoproblem; Bremse oder Radlager ?

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Autoproblem; Bremse oder Radlager ?

Beitragvon lehrbua » Mi 29 Apr, 2009 21:34

Ich hab heut das Möchte-gern Indianer Dings heim, und dabei gabs ein Problem, welche sich aufgrund der Geräuschkullisse zuerst für ein hinniges Radlager hielt, aber wohl ein Standschaden an der Bremse war :

Dröhnendes Geräusch, Hitzeentwicklung, Fahrzeug zieht halbwegs nach links, beim Bremsen nach rechts.
Problem vermindert sich mit der Zeit - Geradeauslauf stellt sich wieder her, Hitzeentwicklung vermindert - man kann die Felge angreifen ohne sich zu verbrennen; Bremse zieht nach wie vor stark nach rechts.

Ich gehe also davon aus, dass die linke Vorderbremse einen Standsschaden hat, und der Bremsklotz mittlerweile de facto weggeschliffen ist.

Würde einer von Euch mit so einem Schadensbild 250 km weit fahren ?
Das war jetzt die eigentliche Frage - er soll übermorgen nämlich nach OÖ überstellt werden und dort zur Generalreparatur in die Werkstatt gehen.

lg

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Beitragvon Roll » Mi 29 Apr, 2009 21:39

Das kommt drauf an, wie und wo die 250 km verlaufen. Mit Auslauf über Land würd ichs machen, durch Städte nicht so gern. Mit dem Ziel, klar.
Aber Du bist dir schon bewußt, daß jeder, der Dir zurät, in Teufels Küche kommen kann?
Und es gibt bessere Kochgelegenheiten...
Ein Prophet schaut zurück. Das neue Programm. miro2

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Beitragvon motorang » Do 30 Apr, 2009 05:51

Wenn Du die Möglichkeit hast dann lass die Bremse vor Ort richten und fahr DANN die 250 km. Ist normalerweise soo aufwändig nicht, und richten lassen musst Du es sowieso.

Gryße!
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der mal 250 km fast ohne Belag auf den vorderen Bremsklötzen gefahren ist (was für Geräusche) weil er keine kriegen konnte ... danach waren die Scheiben auch Fritten ...

Gryße!
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Beitragvon Michael » Do 30 Apr, 2009 06:24

Deiner Beschreibung nach ist der Bremssattel festgegammelt!
Die Bremse löst nicht mehr!

Sowas hatten wir am Fiasko, letztes Jahr, auf der Urlaubsfahrt nach Italien, im August. Zuhause losgefahren, noch problemlos. Ab Garmisch dann Schleifgeräusche und Dröhnen beim Bremsen, am Zirlerberg nach Innsbruck runter, begann sich die rotglühende Bremsscheibe langsam zu verziehen, durch die Hitze! :shock: Als wir Innsbruck erreichten, hat es einem bei ganz leichtem Bremsen, fast das Lenkrad aus der Hand gerissen! :roll: :roll:
Unfahrbar war das Auto!
Gottseidank hatte die Werkstatt in Innsbruck alles zur Hand, und die Fahrt konnte weitergehen.
Bremsscheibe links verzogen und verbrannt, Bremssattel unrettbar hinnig und die Beläge waren nur noch Asche!

Unbedingt richten lassen. ;-)

Gryße, Michael
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Beitragvon lehrbua » Do 30 Apr, 2009 07:06

DAs mit dem Bremssattel ist auch meine Meinung - klassischer Standschaden

ich werd die Krot fressen und das in Wien richten lassen - aber die wollen dann wahrscheinlich auch wieder den Auspuff wechseln, nur weil er abgerissen ist und runterhängt und so weiter.

Scherz beiseite.

Chrysler Hauptwerkstatt hat nicht nur keine Zeit, sondern auch keine Ersatzteile für Karren über 10 Jahre, eher weniger alt - bestellen geht natürlich, aber heute wird das nix mehr.

Ein Freund von mir hatte mal gute Beziehungen zu einem Ami-Händler, ich hoffe der macht das ohne unnötiges zu reparieren & vor allem zu fakturieren.

Leider bedeutet das auch, dass ich die Enfield nicht wie vorgesehen am Sonntag nach Wien fahre.
In Eggenburg ist sie damit nicht dabei, für den Sölk sollts gehen. Für das Licht hat mein Brüderchen eine anscheined gangbare Lösung gefunden. Ich werd mir das am Wochenende anschauen bzw den Regler wechseln, Teil aus Indien ist da und hoffe ein paar Kilometer draufzukriegen.

lg

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Beitragvon motorang » Do 30 Apr, 2009 08:30

Beläge gibts doch auch im Zubehör für die Kraxn, oder?
Der Rest ist wahrscheinlich wieder gangbar (fahrbar) zu machen.

Fahr doch zum ARBÖAMTC falls Du Mitglied bist. Reinschauen könnens alleweil.

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Beitragvon KNEPTA » Do 30 Apr, 2009 10:58

Bei der Ente würde ich sagen, die Kolben stecken.
Beim Känguruh ebenso.

Oft hilft, Radl runter, mit Montiereisen den oder die Kolben in den Sattel zurückdrücken, dann wieder auf die Bremse steigen, den Kolben wieder zurückdrücken, ein bißerl Bremsflüssigkeit drauf, den Kolben zurückdrücken. Das ganze Prozedere 10-20 mal wiederholen.

Natürlich sollte man das machen BEVOR der Belag weg ist. Diese Methode hat mich aber bis jetzt immer nach Hause gebracht.
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Beitragvon motorang » Do 30 Apr, 2009 11:13

Sers

Für Selbermacher:

Radl runter
Sattel von der Scheibe klappen
Mit Helfer checken ob beim Latschen auf die Bremse der Kolben kommt.

Wenn ers tut dann vorsichtig weiterpumpen (aber nicht ganz raus)

freies (und meist vergammeltes) Kolbenende putzen und mit Bremsenpaste/flüssigkeit salben

Kolben zurückdrücken (Helfer beobachtet Bremsflüssigkeitspegel im Ausgleichsbehälter - kann überlaufen wenn der Kolben weiter zurückgeht als zuvor ... und das sollte er ...).

Schauen ob Schwimmsattel schwimmt, also sich auf seinen Führungen schieben lässt (auch ein Grund für überhitzende Bremse ... Kolben stellt zurück aber Sattel nicht).

Ansonsten gängig machen (involviert meist ein Überholungskit mit neuen Dichtungen, sonst ist die Freude von kurzer Dauer). Niemals nie nicht an den Schwimmsattel-Gleitlagerungen Kupferpaste verwenden!! MoS2-Fett so wie für die Gleichlaufgelenke ist ideal, notfalls Vaseline.

Gegebenenfalls Bremsbeläge neu.

Bremssattel draufklappen, Radl drauf.

Ein paarmal auf die Bremse latschen damit die Beläge an der Scheibe anliegen.

Bremsflüssigkeitsstand checken.

Das sollte es sein. Falls der Karren ABS hat kenn ich mich nicht aus - die Anleitung ist "aus dem Kopf" und für klassische Scheibenbremse mit Einkolben-Schwimmsattel und ohne Gewähr ... bei Doppelkolben muss man halt jeweils einen Kolben wechselweise blockieren damit der andere kommt ... eh klar.

Wenn die Scheibe runter ist dann halten die neuen Beläge halt nicht lange ... aber so lange bis der Amidealer neue Scheiben liefert schon ...

Wenns die Werkstatt macht und Du dabei bist täte ich die Kolben ganz raus und neu dichten - die Kollegen haben entsprechendes Unterdruck-Entlüftungsgerät für die Bremserei, da macht das ganze mehr Spaß und weniger Arbeit.

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Beitragvon Nanno » Do 30 Apr, 2009 12:07

motorang hat geschrieben:Niemals nie nicht an den Schwimmsattel-Gleitlagerungen Kupferpaste verwenden!! MoS2-Fett so wie für die Gleichlaufgelenke ist ideal, notfalls Vaseline.


Warum ?

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Beitragvon lehrbua » Do 30 Apr, 2009 12:59

Zuhause oder an einem anderen schrauberfreundlichen Platz und mit jemand anderen zur Hilfe als meiner 12 Jährigen würd ich mich dem Selbermachprogramm gewachsen fühlen - ich hab so Sachen zumindest zum Teil auch schon selbst gemacht.
Aber in Wien am Gehsteig - und dann braucht ma vieleicht doch eine Dichtung......

Mein Spezl hat eine vernünftige Werkstatt an der Hand und das wirds wohl werden.

Merci für den Input

lg

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Beitragvon motorang » Do 30 Apr, 2009 13:16

Nanno hat geschrieben:
motorang hat geschrieben:Niemals nie nicht an den Schwimmsattel-Gleitlagerungen Kupferpaste verwenden!! MoS2-Fett so wie für die Gleichlaufgelenke ist ideal, notfalls Vaseline.


Warum ?

Grysze
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Weils da GLEITEN muss. Die Cu-Paste hilft zwar dagegen dass Metall auf Metall festkorrodiert - an diesen Stellen ist aber gern oft noch ein Gummi dazwischen. Auch falls nicht, tendiert Kupferpaste zur Zähwerdung.

Bei den Mitsubishigeländingern hängt deswegen seit ewig eine Warnung im Forum, und ich hab das testweise ( :oops: ) auch schon feststellen dürfen.

Siehe http://www.mdocuk.co.uk/forums/viewtopic.php?t=11587

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Beitragvon Nanno » Do 30 Apr, 2009 13:29

Ok, danke fuer den Tip... ich sollte dann wohl beim Gespann mal was putzen gehn... :?

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Beitragvon KNEPTA » Do 30 Apr, 2009 15:30

Bei der Ente niemalsnie Bremsflüssigkeit zum schmieren oder gar nachfüllen verwenden. Frißt die Dichtgummis. Die Ente bremst mit Hydrauliköl !!!
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Beitragvon Blechroller » Do 30 Apr, 2009 16:18

KNEPTA hat geschrieben:Bei der Ente niemalsnie Bremsflüssigkeit zum schmieren oder gar nachfüllen verwenden. Frißt die Dichtgummis. Die Ente bremst mit Hydrauliköl !!!


DAS habe ich vor 20 Jahren auch schon feststellen dürfen: Unbedacht/von Wissen frei Bremsflüssigkeit nachgekippt und am Sonntag-Abend mitten auf einer verkehrsreichen Kreuzung beim Linksabbiegen alle Bremsen nachhaltig zu. Musste der gelbe Geier mit dem Hubwagen kommen und ich bedurfte eines neuen Bremszylinders (die Dichtungen sonstige haben es yberlebt).

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Beitragvon KNEPTA » Do 30 Apr, 2009 20:35

Blechroller hat geschrieben: ich bedurfte eines neuen Bremszylinders (die Dichtungen sonstige haben es yberlebt).

OllY


Glück gehabt. Hab mal bei einer Acadiane, sämtliche Gummis tauschen dürfen.
Sogar die Dichtgummis in den Leitungen waren so aufgequollen, daß nix mehr durchging.

Lustig war dabei, daß der Mechaniker nach dem ersten Bremsflüssigkeitswechseln nagelneue Bremssättel verbaut hat und die dann natürlich auch wieder die Arbeit niedergelegt haben.
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