Es dauert manches etwas bei mir, und ich musste mich mit Kooperationspartnern abstimmen, was ich erzählen darf und was nicht. Deshalb gibt es im Internet nur die harmlosen Variante des Reiseberichtes.
Wusstet ihr, dass Leberwurst brandgefährlich ist?
Wir hatten drei Koffer gepackt. Einen zum Aufgeben und zwei als Bordgepäck. Mit dem Hintergrund, dass man ja alles was beim Sicherheitscheck durchfällt, in einem der beiden Handgepäckstücke versammeln kann und diesen auch noch aufgeben. So war es auch. Beim zweiten Sicherheitscheck wurde eine lebensbedrohliche Leberwurst vom Metzger Grimm identifiziert. Also an Bord mit ner Alditüte..... *grummel*
Der Flieger fliegt die Nacht durch und wir kommen gerädert in Johannesburg an. Dort sechs Stunden Kaffeetrinken und dann weiter nach Maputo.
Schön, wieder hier zu sein....
Diese gelbe Quietschkugel ist die Idee eines Hoteliers: spezielle Hotelgästetaxis, damit die nicht der üblichen Mafia ausgesetzt sind. Und den üblichen Sicherheitsstandards. Ein Taxi mit Reifenpanne:
Echt, kein Scherz....
Jetzt noch ein paar Chamuzas und Rizoes essen und dann erstmal ausschlafen.
Ortsausgang Maputo, 14:00 Uhr. Ich sitze am Steuer eines gemieteten Kia Cerato. Upgrade statt dem bestellten VW Chico und für die bevorstehende Piste völlig unbrauchbar. Ich taufe ihn "Antichrist".
Der Polizist winkt mich an den Strassenrand. Ich ziehe nach Links und halte. Er salutiert formvollendet, ich begrüsse ihn auf radebrechendem portugiesisch. Frei übersetzt:
"Wie Du gässt?"
Er sagt:
"Sehr gut, danke. Und Dir?"
"Danke Härr Obabolisist. Wie gätt Frau und Kinda?"
"Alle Gesund mein Herr, darf ich bitte ihre Fahrzeuglegitimation einsehen."
Cut. Ich muss hier den Film kurz unterbrechen, um ein paar Fakten ins Auditorium zu streuen. Formale offizielle Fahrzeugdokumente gibt es selbstredend auch in Mozambique. Sie auszufertigen bedarf jedoch vieler Gänge zum zugehörigen Amt, guter Beziehungen und langer Wartezeiten. Jeder Gang zum Amt ist ein Weg in den Dschungel der afrikanischen Absonderlichkeiten. Es sei denn, man bezahlt ein wenig Schmiergeld. Mit dieser Methode kann man die Prozedur auf etwa 12 Monate Dauer drücken. was bedeuten die schon im Vergleich zu den fünfzig Jahren Grenznutzdauer eines PKW in Afrika?
Da Leihwagen von internationalen Gesellschaften - und nur solche gibt es in Mozambique - aber nach sechs bis zwölf Monaten verkauft werden, haben diese niemals offizielle Dokumente, sondern stets vorläufige Ersatzdokumente. Mit denen dürfen aber ausländische Staatsbürger nicht fahren. Tun sie es dennoch, dann befinden sie sich automatisch in einer juristischen Grauzone.
Und weiter im Film.
"Hirr meinä Papirre."
"Verzeihung mein Herr, diesen Stempel dürfen Sie garnicht haben." Der Satz folgt der afrikanischen Logik, derzufolge ein Papier soviel Wert ist, wie der Stempel des einflussreichsten Beamten darauf.
"Ich habä disse Schdämbäl. und das is gudd so. Habben Sie schon mal kondrollird Mensch aus Deutschland?"
"Sie stammen nicht aus Südafrika?"
"Na klarr garnicht Südafrika. Ich aus Eurobba, Deudschelande..."
"Aaaaah willkommen in Mozambique. Gefällt Ihnen mein Land?"
"Nadürrrlich gefällde mirr Deine Lande särr gutt. Schbitzenlande. Fast so schönnn Deutschelande...."
"Führerschein und Passport bitte"
Ich reiche ihm die Dokumente.
"Das ist kein Führerschein"
"Abber nadurliche das isde Deudsche Fuhrerscheine. Scheckgarte. Felschungsssicha.... "
"Dieses Dokument ist in Mozambique nicht gültig."
"Mein liebbe Härr Bolisist. Ich habbä bevorr Reise gemacht telefon mit Botschaft Mozambikanisches. sagte botschaft, giltä Furrerschein Europäisches furr drei Monat in mozambique. Bin ich in Mozambique nurr vier Wochä. Gildä Schein. Sagtä Botschaft Mozambiquanisches Berlinn."
"Das ist kein gültiges Mozambikanisches Dokument und keine Fahrzeuglegitimation für einen Ausländer. Ich werde Ihnen eine Million Meticais Strafe berechnen müssen."
Cut. Eine Milliom Meticais. Ein Geldbündel von zwei Zentimetern Stärke, mit dem Gegenwert von ca. vierzig Euro und der Ansteckungsgefahr einer mittleren Choleraepidemie. Oder anders ausgedrückt, ein knapper Monatssold des Gesetzeshüters.
Film ab.
"Libbär Härr Bolisisd. Wännn ich jedsd besalle einär Millionnnm dann funf Gilomeda weida schdädd näxde Bölisisd unn will wiedä einä Millionn. Ich glaubä ich habä alles richdich gemachd. Wie Gesetzbuch. Ich glaubä wirr fahren susammmen Boliseipräsident unn fragen wie richdich issd un bessallen Schdrafe bei Boliseipräsident. Der Präsident saggt dann wie richdich gädd. Ob Doggumend is Doggumend. Unn Poliseipräsident schreibtä Zäddel wenn nix ist gut so. Schdeigste ein, farren susammen Präsident."
"Ich wünsche Ihnen gute Fahrt mein Herr und angenehmen Aufenthalt in Mozambique".
Die Strasse kann beginnen....


klasse








