Heizungsbehirnung...

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Heizungsbehirnung...

Beitragvon GrafSpee » Sa 03 Jan, 2026 21:33

Hallo beisammen, vielleicht gibts hier ja ein paar Spezialisten oder so...

Heizungsbehirnung oder Heizungsgedanken.
Ausgangslage: mein Haus, Bj. 1972, gemauert aus 30er Bimshohlblocksteinen, wird derzeit durch eine 30kw Holzvergaserheizung, Solarthermie und 2x1000l Pufferspeicher beheizt. Der Holzvergaser bringt top Abgaswerte, bräuchte aber die nächsten ein zwei Jahre mal ne neue Brennkammer (ca. 1000-1500€). Neben dem kleinen Heizungsraum ist noch ein Raum mit ca. 10qm, in dem ein geschweißter 10000l Öltank steht (den niemand mehr braucht).
Die Solarthermie reicht im Sommerhalbjahr locker fürs Warmwasser, im Winterhalbjahr muss ich je nach Außentemperatur im Durchschnitt 1x am Tag den Holzofen füllen und abbrennen lassen. Scheitholz muss von außen in den Keller gebracht werden und ich habe keinen eigenen Wald, muss die ca. 15-20 Ster Brennholz zukaufen.
Das Scheunendach muss neu gedeckt werden, dort sind ca. 150qm Steildach in Westausrichtung vorhanden, auf die, je nachdem, mehr oder weniger Solarzellen drauf sollen. Dazu gäbs nochmal ca. 50qm in Südausrichtung, so zwecks Strom übern ganzen Tag.

Jetzt unsere Gedanken: wir hätten gerne weniger Arbeit mit der Heizung.
Die bisherigen Überlegungen/Möglichkeiten:
1. Holzvergaserheizung raus, Hackschnitzelheizung rein. Vorratsbunker statt Öltank im Nebenraum.
Günstiger Brennstoff, Platz zum trocknen der Hackschnitzel, Bulldog ect. vorhanden. Die Nachbarn heizen alle mit Hackschnitzel und würden mich preiswert mit versorgen. Nachteil: teuer in der Anschaffung und aufwendiger Einbau.
2. Pelletheizung, evtl. Kombikessel (Scheitholz). Günstiger einzubauen, dafür Brennstoff teurer und Abhängigkeit von Lieferanten.
3. Wärmepumpe. Für mich am ehesten vorstellbar in Verbindung mit dem Holzvergaser für kalte Witterung. Wärmepumpe würde tagsüber mit Solarstrom Warmwasser im Pufferspeicher machen. Aber auch das braucht es nur in der Übergangszeit und Winter.
4. Holzvergaser bleibt und ich bestücke die Pufferspeicher einfach mit Heizstäben, die den Solarstrom direkt in Warmwasser umwandeln. Keine Ahnung, ob die Heizung oder der Solarthermie Regler die mit regeln kann oder ob die überhaupt geregelt werden müssen. Wär dafür einfach und vermutlich kostengünstig zu realisieren, die Arbeit mit der Heizung würde deutlich weniger.
5. Etwas, an das ich bisher nicht gedacht habe.

Und inzwischen weiß ich gar nicht mehr in welche Richtung ich gehen soll...
Was meint Ihr denn so?
Achso, am liebsten würde ich ja Strom-technisch komplett autark werden, aber das muss wohl richtig gut berechnet sein...

Viele Grüße Jens
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Matchless » So 04 Jan, 2026 00:25

Hoi Jens ......

wirklich sinnvoll ist
1. Gebäudehülle thermisch sanieren
2. Heizung nun entsprechend dimensionieren

da reduziert sich bei einem durchsschnittlichen Einfamilienwohnhaus die erforderliche Heizleistung rasch von deinen 30 KW auf max. 10 KW oder noch weniger und dann kann man sich z.B. auch Gedanken über eine Wärmepumpe machen

ansonsten ist es wie die Kinder mit einem Allrad-LKW in den Kindergarten zu führen und sich dann zu überlegen ob nicht vielleicht ein LKW ohne Allrad die bessere Lösung wäre ..........

liebe Grüsse Helmut
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon GrafSpee » So 04 Jan, 2026 09:02

Hallo Helmut!
Danke für deine Gedanken dazu. Leider nicht ganz die richtige Richtung :wink:

Zu 1. Nö. Würd mindestens 50000€ kosten, da kann ich locker 40 Jahre lang Holz von kaufen. Zugluft wurde durch neue Türen nahezu eliminiert, oberste Geschossdecke wird noch gedämmt (bin aber noch nicht sicher, wie). Mehr wird energetisch nicht gemacht.
Es geht ausschließlich um den Komfort ohne teurer als jetzt zu werden.
Nicht dass es mir nur um Wirtschaftlichkeit geht, aber ne komplette energetische Sanierung lohnt sich bei meinem Haus schlicht nicht. Zumindest nicht in meiner Lebenszeit. Und da hier nur Weichholz aus max. 20km Umkreis in den Ofen wandert würde ich das auch als relativ nachhaltig bezeichnen...

2. Der Holzvergaser funktioniert anders als es bei "normalen" Heizungen der Fall ist. Der brennt ca 4h bei voller Leistung das gesamte Holz ab (bzw vergast es und brennt die Gase ab). Erwärmt werden damit 150l Wasser im Heizkessel sowie die Pufferspeicher. Anschließend wird die Wärme aus den Pufferspeichern entnommen, für WW und Heizung. Wenn der nur 10kw hätte müsste ich ständig nachlegen, wär noch blöder. Holzvergaser verbrennen am saubersten bei voller Leistung und lassen sich, anders als meinetwegen eine Gasflamme nur schwer regulieren. Immer wenn der Ofen versehentlich doch mal in "Feuerhaltung" (Pufferspeicher voll und zu wenig Wärmeanforderung im Haus) geht hab ich im Brennraum Glanzruß, zeigt die schlechte Verbrennung...

Nein, energetische Sanierung ist für mich nicht der richtige Weg.

Viele Grüße Jens
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Arne » So 04 Jan, 2026 09:50

steck einfach deine Überschüssige Solarenergie in die Pufferspeicher.
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Boxerfahrer » So 04 Jan, 2026 11:24

GrafSpee hat geschrieben:
Nein, energetische Sanierung ist für mich nicht der richtige Weg.

Viele Grüße Jens


Gute Entscheidung! :smt023
Also bis dann,

Christian.

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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Aynchel » So 04 Jan, 2026 14:36

moin

Jetzt wo gerade ein paar kalte Tage anstehen mal den wirklichen Bedarf an Vorlauftemperatur ausloten.
Dazu die Heizkurve an der Regelung so weit runter drehen das die Mischereinheit hinterm Puffer nur noch 45°C in den Vorlauf schickt
Dann alle Heizkörperthermostate voll aufdrehen und nun beobachten ob die Raumtemperatur im gewünschten Bereich bleibt.

Wahrscheinlich wird der eine oder andere Heizkörper zu klein sein.
Doch wenn das einiger Maßen hinhaut kann man weiter über eine Wärmepumpe nachdenken.
Wenn nicht nicht.
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon nattes » So 04 Jan, 2026 15:48

...im Winterhalbjahr muss ich je nach Außentemperatur im Durchschnitt 1x am Tag den Holzofen füllen und abbrennen lassen. Scheitholz muss von außen in den Keller gebracht werden und ich habe keinen eigenen Wald, muss die ca. 15-20 Ster Brennholz zukaufen.


Als erstes würde ich darüber nachdenken, ob du das auch noch in 5, 10, 15 Jahren kannst, oder willst.

Eine Holzheizung hat auch, weil politisch nicht gewollt , mittelfristig keine Zukunft.

Ehe ich Solarstrom über Heizstäbe eins zu eins in den Speicher stecke, würde ich das über eine Wärmepumpe lieber 1 zu 4 machen. Zumal im Winter eh nichts nennemswertes von der Sonne kommt. Außerdem da über Dämmung nachdenken, wo es am meisten bringt. Fenster? Dachboden? Kellerdecke? Man muß nicht alles machen. Aber gar nichts zu machen macht zumindest mit einer Wärmepumpe keinen Sinn.

Meine Wärmepumpe läuft jetzt im 17. Jahr und ich würde es wieder tun.

Mit PV auf dem Dach hab ich nur noch im Dez. Januar und Februar Strom- und Heizkosten.
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Klimax » Mo 05 Jan, 2026 08:19

Guten Morgen
Ich kann mir vorstellen das die Wärmepumpe die sinnvollsteLösung an deiner Stelle darstellt.
Die Wärmepumpe sollte minimal 30% der nötigen Heizleistung fürs Haus aufweisen (nicht die derzeitige Kesselleistung).
Wieviel m2 musst du denn beheizen. Wie heizt du das warme Wasser auf. Was habt ihr für einen Stromverbrauch.

Schau mal bei Haider nach, die bieten derzeit viel gute Leistung bei geringem Invest. Wenn du Top of the Pop willst schau mal bei Lambda oder Paradigma nach. Der vorhandene große Pufferspeicher spricht auch dafür. Rohrleitungqualitäten beachten
Mach mal das was der Aynchel geschrieben hat, dann kannst du die Heizkörperseite optimieren und auf die Wärmepumpe vorbereiten.

Ich habe derzeit einen Pelletkessel und eine 6,5 kW PV Anlage. Die thermische Anlage habe ich ausgetauscht durch PV Module.

Nun kommt eine 6 kW Wärmepumpe rein, die bis 5 Grad Außentemperatur Warmwasserbereitung und Heizung übernimmt. Da kann die PV Anlage bis Ende Oktober die Heizung übernehmen.

Und die PV Anlage großzügig dimensionieren, die Kosten derzeit nicht mehr viel. Und es muss nicht südorientiert sein. Ich habe eine Ist/West Anlage mit 70% auf der Westseite; da freut man sich wenn man nachmittags zu Hause sitzt und die PV Anlage noch gut liefert.

Und bei jeder Maßnahme an den Hüllflächen an Dämmung denken, und wenn dann vernünftig. Auf die oberste Geschossdecke sollten mind. 20 cm drauf.

Grüße aus Aachen
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Zimmi » Mo 05 Jan, 2026 11:07

Ich hab bei meinem Altbau das mit der Außenisolierung auch mal behirnt. Rentiert sich für meine Restlaufzeit definitiv nicht. Und da das Haus zu 99,9999 % nicht in der Familie bleiben wird...;)
Was ich gemacht habe:
- Deckendämmung im OG (auf dem nicht ausgebauten Dachboden den Fußboden mit Styropor verkleidet mit OSB-Platten obendrauf, so dass der Dachboden auch weiter als Lager genutzt werden kann).
- Fenster kamen beim Einzug eh neu, wo sie es noch nicht waren.

Momentan hab ich noch eine Gastherme, die ist aber auch schon fast 15 Jahre alt, die Thematik "was als Nachfolge?" rückt näher, von daher verfolge ich das hier sehr interessiert - der Tipp vom Aynchel ist echt schon mal Gold wert...

Grysze, Michael
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Lindi » Mo 05 Jan, 2026 14:21

OSB oben auf der Dämmung ist streng genommen falsch, weil der Dampfdurchgangswert einer OSB dem einer Dampfsperre sehr nahe kommt. Mindestens mit Luftschicht und einer Dampfsperre zuunterst könnte ggf. gehen, sollte man aber rechnen lassen. Besser ist hier ein Aufbau mit Lagerhözern, dazwischen Dämmung, Luftschicht und N+F oder Rauhspund. Dann sind da genügend Fugen (wenn nicht mit Spannern gearbeitet wurde), dass es kaum zu Feuchte und ggf. Schimmel kommt.
Beste Grüße

Dirk
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Aynchel » Mo 05 Jan, 2026 17:10

mangelhafte Dampfsperre sollte man alles nicht unterschätzen

neulich durfte ich auf einem Dachboden in der Glaswolle wühlen um defekte Halogentraffos raus zu werfen
und da fand sich sowas, klatschnass der Scheiß

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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Uwe Steinbrecher » Mo 05 Jan, 2026 19:34

Hallo Jens
Dann senfe ich auch mal mit :wink:
Wie immer rein subjektiv und aus Laienperspektive.
Heizstäbe sind die schlechteste Möglichkeit vorhandene Energie zu nutzen!
Pufferspeicher sind eigentlich auch quatsch, weil der Verlust an Wärme übers Jahr doch ganz beachtlich ist.
Aber wenn du sie halt hast.......
Ich kenne ja dein Haus und eine komplette energetische Sanierung ist totaler Quatsch!
Da bin ich ganz bei dir. Aber....Einfach weil ich das ja gerade bei Mutterns Haus durch habe.
Für dich zur Veranschaulichung. Ich habe bei Mutterns Fertighaus von 1976 3 Geschossig mit den Originalen verzogenen Undichten Fenstern und Türen und bei nicht vorhandener Isolation nach außen, einfach den unisolierten Dachstock gegen einen Wohnraum getauscht. Das kannst du dir ziemlich genau so vorstellen, wie es da steht.
Dach mitsamt Giebel weg und neues gut isoliertes Dach mit Wohnraum drauf. Da wohn ich jetzt, was aber unwichtig ist.
Wichtig ist, das durch die Isolation der Dachfläche Der Wärmebedarf des restlichen Gebäudes um über die hälfte gesunken ist :shock:
Und fast noch wichtiger, an heißen Sommertagen ist die Temperatur im Haus um bis zu 8 Grad kühler als vorher!
Ich habe 10KW Solar auf dem Dach, nur Südausrichtung, und ich produziere deutlich mehr als mein Jahresbedarf an Strom. Trotz E Auto und Wasserwärmepumpe.
Übertragen auf deine Situation würde ich:
Obere Geschossdecke 20cm. dick Dämmen.
Scheune mit Solar vollknallen.
Kleine Luft-Wasser Wärmepumpe für den Speicher als Ergänzung und Klimaanlagen mit Heizfunktion einbauen (ist auch nix anderes als eine Luft-Wärmepumpe. nur verteilt auf mehrere Geräte (Redundanz) und hilft bei heißen Sommern, bei kühlen Temperaturen und bei milden Wintern. Immer noch deutlich günstiger als eine Zentrale Wärmepumpe, obwohl kaum weniger effizient.
und weil eine andere Heizmöglichkeit immer schlau ist, aber du in 20 Jahren sicher keine Scheite mehr schleppen willst. Als Heizmöglichkeit für die schlechte Zeit eine Pelletheizung und dein Ölraum wird der Lagerraum.
Einschalten wirst du die Pelletheizung dann eh nur sehr selten.
Da ist dann das teurere Brennmaterial egal.
Ich hab jetzt schon meine Heizung hier im Haus nur an 5 Monaten im Jahr im Betrieb und ich hab noch keine Klimaanlage und keine Holzöfen.
Auch das ein gewinn der Dachisolation.
„Schlechte Vorbereitung ist eine solide Basis für Abenteuerreisen.“
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon schnupfhuhn » Di 06 Jan, 2026 12:13

Energetisch sanieren kann ja auch heißen, nur 80% des Weges zu gehen.

Wir haben bei meinem Vater das Haus ebenfalls von unten (Keller hat genug Höhe) und von oben, also Zwischendecke Dachstuhl zum Wohnraum isoliert. Keller nur 2cm Styropor. Dazu ordentliche Fenster. Das war schonmal ein riesen Brocken. Decke zwischen Dach und Wohnraum deswegen, weil Zwischenbalkendämmung möglich war und ich den Dachstuhl nicht "einpacken" wollte. Vonn wegen alter Zimmererspruch aus Tirol "einen Balken muß man von mindestens 5 Seiten sehen können."

Dann gab es noch irgendwann den Anschluss der Garage an die eine Hausseite, und zwar die, in der man sich meistens aufhält. Hier ist einfach nur ein unbeheizter, aber im Dach isolierter Raum mit ca. 3/4 der Fläche der Außenwand zwischen Haus und Garage entstanden. Mauern aus Ytong. Dort wohnen auch die frostempfindlichen Pflanzen im Winter. Der wirkt nun als Puffer zwischen Außenwelt und Haus. Auch hier wieder eine erhebliche Einsparung.

Dann noch im Haus unten am Treppenanfang die Treppe zugemacht, so daß die warme Luft nicht mehr in den ersten Stock hoch steigt.

Wenn ich ihn jetzt noch zu einem Balkonkraftwerk mit Overpaneling und Speicher bekomme kann ich den "Leerlaufverbrauch" vom Haus Nullen.

Leider sträubt er sich noch ein bisschen, aber die Ost-West Ausrichtung vom einen Dach, nur Isoliert, nicht zum Haus gehörend und gut einsehbarer Dachstuhl wäre echt super, da dürften es auch gerne mehr als 2kW sein.

Übrigens so als Tip für überschlägige Berechungen, 250Watt Peak entsprechen ca. 1m² Panelfläche.
:-) Putzt die Rahmen und stellt sie bereit! :-)
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon GrafSpee » Di 06 Jan, 2026 20:38

Bisher fasse ich zusammen:
Solarzellen, soviel wie Platz- und Geldmäßig möglich.
Dämmen ist nicht zwingend sinnvoll. Aber da lieg ich schon richtig, glaub ich.
Dämmung: oberste Geschossdecke (Betonplatte ) ist sinnvoll. Weiß nur noch nicht wie. Entweder möglichst dick Platten drauf schmeißen. Ich könnte auch mit XPS Platten Stege für den Kaminkehrer legen und den Rest mit Einblasdämmung o.ä. bedecken. Hab aber etwas Angst mir da eine perfekte Mäusezuchtstation einzurichten...
Bei den Fenstern muss ich schauen, grob geschätzt sind das 20-30k€... Erstmal beim Hersteller nach neuen Dichtungen und Schließern anfragen. Alle tauschen ist finanziell weder sinnvoll noch darstellbar. Quasi das selbe wie bei der Dämmung.

Was die Effizienz von Wärmepumpen angeht: natürlich macht es mehr Sinn den Solarstrom mit 1:4 in Wärme umzusetzen als per Heizstab mit nicht mal 1:1. Andererseits kosten die heizstäbe nix und Platz für Solarzellen hab ich mehr als genug. Wär vielleicht ne Lösung, solange der Holzvergaser gut funktioniert, in 10-15 Jahren kann ich dann doch noch eine Wärmepumpe aufstellen. Je Stockwerk eine Inverter-Klima auf den Balkon und von da aus in die Zimmer hat auch was.

Am Donnerstag werden die restlichen Zimmertüren und die Dachbodentür erneuert, Haus- und Kellertür sind schon vor dem Winter erneuert worden (macht ungefähr 4°C Unterschied in Treppenhaus und Fluren aus!).

Bitte dran denken: von April bis Oktober reicht für Warmwasser locker die Solarthermie, den Holzvergaser muss ich erst anschüren wenn auch die Heizung gebraucht wird. Ich möchte gerne mindestens in der Übergangszeit nicht mehr mit Holz hantieren müssen. Wenns im Winter mit weniger Holz verbrennen oder komplett automatisch geht wär natürlich auch schön. Ist wohl letztlich auch eine Geldfrage...

Eckdaten vom Haus: zwei Wohngeschosse, komplett unterkellert, Erdgeschoss als Hochparterre. Je Stockwerk ca 85m³ Fläche, Dachboden mit Satteldach, komplett ungedämmt oder sonst was (Dachstuhl und Ziegel frei sichtbar), Treppenhaus mittendrin vom Keller bis zum Dach nicht abtrennbar. Außenwände Wohngeschosse 30er Bims Hohlblock, Keller Beton Hohlblock, Decken Filigranbeton inkl. oberste Geschossdecke/Dachboden. Baujahr 1971/72, isolierverglaste Kunststofffenster, zwei große Balkone direkt aus der Betondecke. Massive Bauweise, nix gespart. Nur halt über 50 Jahre alt.

Viele Grüße Jens
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon nattes » Di 06 Jan, 2026 21:31

Die Kellerdecke und den Dachboden über der Geschossdecke solltest du auf jeden Fall dämmen. Ist preiswert möglich und bringt schon sehr viel.
"Man kann sich über alles aufregen, aber man ist nicht dazu verpflichtet."

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