Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"]

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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon Roll » So 19 Okt, 2014 13:47

Ich mag die "9te Kunst".
Weil da viele Grundlagen anderer Kunstarten sinnstiftend genutzt werden.

Über andere Kunst äußere ich mich glaub ich besser nur livehaftig, des Verständnisses wegen.
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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon Dreckbratze » So 19 Okt, 2014 14:34

ich für meinen teil bin da recht einfach gestrickt. manchmal genügt es mir schlicht, dass es mir gefällt, auch wenn ich vielleicht nicht verstehe, was die eigentliche aussage sein soll. wurscht.
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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon tomcat » So 19 Okt, 2014 18:39

Danke, Justus, für deine Ausführungen. Speziell der letzte Absatz hat bei mir eine persönliche Resonanz ausgelöst, weil darin die Brücke zwischen der Malerei/ Bildhauerei und Objektkunst einerseits und der Musik auf der anderen Seite geschlagen wird. Bei der Musik höre ich halt genauer hin und spiele manchmal sogar ein bissl mit, bei dem anderen halte ich es eher so wie der Dreckbratzerich. Aber ich empfinde es immer als Kommunikation.

Gruss, Tom
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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon LeMansII » Mo 20 Okt, 2014 07:08

:tach: :tach: :tach:

Chapeau, mehr bleibt mir dazu nicht zu sagen Justus!
Deine Ausführung hat mir Kunst verständlicher (und interessanter) gemacht als alles was ich bisher darüber gehört habe!

Von einem bekennenden Kunst-Uninteressierten...
Zuletzt geändert von LeMansII am Mo 20 Okt, 2014 11:27, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß,
Stefan
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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon kohai » Mo 20 Okt, 2014 11:25

@justus: ja.

dazu noch dieses: für mich ist kunst in erster linie für den künstler unverzichtbar, weshalb sie so ist wie sie ist. sie ist im ersten zug nicht für den betrachter gedacht, wahrscheinlich nicht mal, wenn es auftragskunst ist. von daher ist "versteh ich nicht" oder "gefällt mir nicht" wie auch das gegenteil seitens der betrachter völlig legitim. man muss und kann nicht alles verstehen. aber wenn (!) der betrachter meint, die kunst eines anderen zu verstehen, dann hat er was davon. auch, wenn der künstler was total anderes darunter verstanden hat. von daher gehen mir weniger die künstler oder die kunst, als vielmehr aufdringliche interpretierungen von kunst auf den geist.

gruß, kohai
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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon fleisspelz » Mo 20 Okt, 2014 15:22

Ich bin der Ansicht, dass "gefällt mir" oder "versteh ich nicht" und vergleichbare Reaktionen absolut richtig und nachvollziehbar sind. Richtiger und nachvollziehbarer, als mancher durch und durch intelektuell fundierte Interpretationsversuch. Ich hab mich zum Teil kringelig gelacht über mir gänzlich unbekannte und ebenso unerklärbare Fakten, die öffentlich zu Bildern geliefert worden sind, die ich nachweislich selbst gemalt hatte.

Ich stimme nicht mit der These überein, dass Kunst in erster Linie für den Künstler unverzichtbar ist. Das kann so sein, muss es aber nicht. Um meine Meinung anschaulicher zu machen habe ich zwei Beispiele parat:

Das erste ist das ca. 1390 entstandene Westfenster des Altenberger Doms, das Generationen von Zisterziensermönchen bei Gebet, Meditation und Einkehr geholfen hat. Wenn ich Abends, kurz vor Sonnenuntergang einen Lichtstrahl durch dieses Fenster einfange, und obendrein noch die Kölner Kantorei das Lux Aeterna von György Ligetis singt, dann bin ich der von Jonas zitierten Methaphysik verdammt nah. Ehrlich. Für den Künstler dürfte das unerheblich sein, zumal er lange tot ist.

Das zweite Beispiel ist die polnische Plakatkunst der 80er Jahre, die einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Revolution und zur Bekanntheit der Gewerkschaft Solidarnosz geliefert hat. Da war Kunst stets wichtiger für den Betrachter, als für den Künstler.

Es gibt eine fatale Diskussion in Künstlerkreisen.
Die Berufsverbände bildender Künstler sind die selbsterklärten Zeugwarte der Kulturförderung. Sie bestimmen darüber und beraten dabei, wo öffentliche Gelder eingesetzt werden, wer ein Stipendium erhält, wessen Werk öffentlich angekauft wird oder geben Empfehlungen an den Bankdirektor, womit er die Schalterhalle schmücken soll. Nun lassen die Berufsverbände als Mitglied nur den zu, der von der Kunst lebt. Das bedeutet Schullehrer ("Kunsterzieher" - gnihihi das Wort alleine ist zum Schiessen. Zu was soll denn die Kunst erzogen werden? - ) zum Einen und irgendwelche, aus egal wie arschkriecherischen Gründen, arrivierte Künstler zum Anderen. Klar sind da auch häufig ein paar gute Leute dabei. Leider haben diese jedoch selten das Sagen, denn die bekommen ihre Anerkennung meist für ihr Werk, statt für ihr hochtrabendes Geschwätz.
Da nun nur Zugang zu öffentlichem Geld hat, wer eh schon von Kunst lebt, wird die Kunst dem Markt unterworfen. Recht hat, wer verkaufbar malt, zeichnet oder bildhauert, nicht wer gute Qualität abliefert. Welcher Umstand dabei zum Verkaufserfolg führt spielt keine Rolle. Ob es die gelangweilte Ehefrau des Sparkassendirektors ist, die da esotherische Kleckse fabriziert oder der durchgeknallte Sohn des reichsten Unternehmers vor Ort, der Papi wenigstens bei Vernissagen seiner komplett sinnleeren Selbstfindungsskulpturen zu Kundenbindungszwecken zu ein wenig Vaterstolz verhilft, denen ist Unterstützung aus Steuergeldtöpfen sicher. Wenn einer aber Werke schafft, wie Graffittis, Streetart oder Guerillaplanting, wenn einer Bilder malt, ohne sich dafür zu interessieren, ob die verkaufbar sind und halt malochen geht, um sein Leben zu finanzieren, dann ist das in den Augen der selbsternannten Kulturmachthaber nichts wert. Die Qualität der Werke spricht da häufig eine andere Sprache.

Ich halte es für rotzig und kotzig, wie der Kunstbetrieb einen grossen Teil der Bevölkerung zurück lässt, ohne ihn zu informieren, ohne ihn einzuweihen und ohne sich für etwas anderes, als das Steuergeld und für sich selbst zu interessieren. Viele vermeintlich aufgeklärte Kunstverständige richten ihr Urteil über grossformatige Klecksereien nach dem Preisschild, während ruhige und mahnende Stimmen kein Gehör finden, die fordern, dass Kunst den elitären Weg verlassen soll. Was ich an der Handhabung von Kunst in unseren Breitengraden nicht mag, ist dass sie auf der Grenze zwischen undemokratisch und demokratiefeindlich agiert.

Was ich an Kunst mag, ist dass Kunst eine Tochter der Freiheit ist, und dass Freiheit umgekehrt eine Tochter der Kunst ist. Kunst ist ohne Freiheit nicht denkbar. Und sei es nur die Freiheit, die sich einer nimmt, um gegen eine Unfreiheit aufzubegehren. In Zeiten der Unfreiheit und des Mangels beschäftigen sich Menschen und Gesellschaften damit, Freiheit zu erlangen oder zu überleben. Immer, wenn sich ein Mensch mit Kunst beschäftigt, schafft er mindestens die Rahmenbedingungen, um seine Werke zu produzieren, und damit ein Stück Freiheit.
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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon Roll » Mo 20 Okt, 2014 21:19

In diese Diskussion paßt womöglich das Video:

http://www.theguardian.com/artanddesign ... york-video

und die zugehörige Story:

http://creativetimereports.org/2013/10/ ... crabapple/
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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon vintagetech23 » Di 21 Okt, 2014 18:23

Ich unterstütze die ansicht das Kunst von können kommt, und nicht wie des öfteren behauptet von "kunst ma an hundata borgen" ;-)

zwei der mir wichtigsten Künstler sind

http://www.blechmann.at/
http://www.malerwinkl.com/

warum? weil egal was SIe machen nicht bezahlbar im Sinne von mit Geld bezahlbar ist ....

Kunst ist dann Kunst wenn sie nicht nur der Kunst und in weiterer Folge des Ruhmes und des Geldes wegen entsteht

LG J
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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon fleisspelz » Di 21 Okt, 2014 22:31

vintagetech23 hat geschrieben:Ich unterstütze die ansicht das Kunst von können kommt,
...

Kann das Wort Kunst auch mit der Erschaffung künstlicher Welten oder dem fördern künstlerischer Freiheit zusammenhängen?

vintagetech23 hat geschrieben:...

Kunst ist dann Kunst wenn sie nicht nur der Kunst und in weiterer Folge des Ruhmes und des Geldes wegen entsteht

....

Bedeutet das, daß es aufhört, sich um Kunst zu handeln, sobald jemand davon lebt?
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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon tomcat » Mi 22 Okt, 2014 05:53

Kunst kommt von künstlich.
Es ist nichts, was natürlich entstand.
Es bedarf des kognitiven Prozesses eines Menschen.
Lebt er davon, ist er profesioneller K., macht er es zum Vergnügen (quasi "aus Liebe") ist er Amateur.
Kunst ist das Ergebnis eines kognitiven Prozesses, manchmal begleitet von einem handwerklichen Prozess ("wenn man es kann")
oder, ohne Handwerk, einfach nur Auswahl und Betrachtung.
Und das Kunstobjekt sollte keinen Nutzwert haben, sonst ist es nämlich "Design". (Ausnahme: Das Auge/Ohr zu erfreuen ist keine Funktion)

Ein Erdhaufen am Strassenrand ist keine Kunst.
Ein Erdhaufen im Museum schon.
Ein Foto von der Marilyn ist eher keine Kunst. Nehme ich es mal 4 und färble ich es ein bisschen an, ist es das vielleicht schon.
Die sixtinische Kapelle ... ist unbestritten mit Kunst ausgestattet.

Es bleiben immer Fragen offen.
zb. Wie viele Personen braucht es Minimum, damit ein Objekt Kunst wird? Der Künstler mit dem Erdhaufen braucht IMO noch mindestens einen Betrachter, der es auch so sieht. Sonst ist es möglicherweise nur Verschrobenheit.

Ist ein Alteisen vom Justus sofort ein Kunstwerk, wenn es nicht mehr funktioniert, also den Nutzwert verliert? Und ist das Museum, wo ich es dann hinstelle ein Designmuseum oder ein Kunstmuseum. Ach ja, es gibt ja eines für Angewandte Kunst.

Guten Morgen!
tomcat
 

Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon vintagetech23 » Mi 22 Okt, 2014 08:41

wenn er davon leben kann ist es ja ok, problematisch wird es wenn er das was er mach wegen des Geldes so macht wie er es macht und nicht weil er es einfach so machen würde.....
;-)

ich finde Kunst darf gerne eine Funktion haben, da verschwimmen die Grenzen zu Design etwas, oft wird doch auch so designt dass die Funktion bzw. die zu erwartenede Funktion nur sehr eingeschränkt gegeben ist.
LG J
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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon fleisspelz » Mi 22 Okt, 2014 09:11

vintagetech23 hat geschrieben:wenn er davon leben kann ist es ja ok, problematisch wird es wenn er das was er mach wegen des Geldes so macht wie er es macht und nicht weil er es einfach so machen würde.....

Nimm einen Metzger an, der seine Weisswürscht gern mit Bärlauch und rotem Pfeffer würzt, weil es ihm schmeckt, und weil er findet, dass das obendrein schön anzusehen ist. Wenn jetzt seine Heimatgemeinde die Bärlauchweisswürscht nicht kaufen mag, und er sie daraufhin wieder ganz klassisch macht, dann würde dem Metzger niemand einen Vorwurf daraus machen. Warum ist ein vergleichbares Verhalten bei einem Künstler dagegen problematisch?
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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon scheppertreiber » Mi 22 Okt, 2014 09:42

Das war die große Kunst des nahrhaften Vergleichs :-D
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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon Boscho » Mi 22 Okt, 2014 09:52

Ich nehme mal einen Zimmermann als Beispiel (das liegt mir einfach näher - weiß der Zark warum... :D )

Der kann andere vorgeben lassen, wie er zu bauen habe - dann ist das Bauhandwerk wie allerorten üblich.

Er kann sich aber auch von den üblichen alten Zöpfen lösen, selbst die Konstruktion bestimmen, selber die Details entwickeln, also praktisch die komplette Planungs- und Entwurfsarbeit in die Hand nehmen und dann das Ganze selber bauen. Dann ist er deutlich freier. Je nach Konsequenz mit der er das durchzieht, nimmt er dann aber auch deutlich weniger ein. Es mag allerdings durchaus sein, dass ihm mit dieser konsequent anderen Haltung irgendwann der finanzielle Durchbruch gelingen kann. Das sollte dann aber an seiner Haltung nichts ändern.

Letztlich ist die Frage doch die: macht jemand, der mit seiner Kunst finanziell erfolgreich ist, das, was er tut, WEGEN des Geldes oder TROTZ des Geldes. Es geht mithin um die Freiheit der Kunst oder, um mal das Beispiel eines mir persönlich bekannten Künstlers zu bemyhen, um die Frage, ob jemand sich künstlerisch entwickelt oder ab irgendeinem Punkt seiner Entwicklung anfängt, nur noch Sonnenblumen zu malen, weil die gut bezahlt werden (und eben nicht weil er mit den Sonnenblumen thematisch noch nicht fertig ist).

Was "vintagetech23" anspricht ist also nicht das Problem des Erfolges, sondern das Problem der Intention, die einem Artefakt zugrunde liegt - das kann dann durchaus den Unterschied zwischen Kunst und Kunsthandwerk ausmachen.

Nur meine Meinung... ;)
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Re: Kunst, was ist das? [Abgetrennt von "nicht ganz so sexy"

Beitragvon fleisspelz » Mi 22 Okt, 2014 10:04

Ich halte nicht sehr viel von der Bewertungs-Diskrepanz, die dem Urteil zugrunde liegt.
Wenn ein Metzger, oder ein Zimmermann immer wieder sich selbst kopiert, um wirtschaftlichen Erfolg zu haben, dann wird der in der Regel ob seines kaufmännischen Geschickes gepriesen. Wenn ein Künstler vergleichbar handelt, dann wird er geschmäht, weil er sich ja nur selbst kopiert, ändert er seinen Stil wird ihm nicht selten vorgeworfen, inkonsequent zu sein oder launisch.

Jedes Jahr mehrmals bekomme ich eine Anfrage, ob ich als Künstler für diesen oder jenen Zweck malen, oder Bilder für Auktionen unentgeltlich zur Verfügung stellen kann. Der Elektriker, der die Bühnenbeleuchtung macht, die Putzfrau, der verwaltende Steuerberater, ja zuweilen sogar der Auktionator bekommen selbstverständlich Geld für ihre Arbeit. Der Künstler, dessen Werk einen erklecklichen Betrag in die Vereinskassen gespült hat, bekommt dagegen keinen Cent. Wenn sein Werk einen guten Preis erzielt hat, dann erhält er ein Lob: "Das war ein schöner Erfolg für Sie."
Beim Bezahlen der Materialien und der Miete für das Atelier hilft dagegen keiner.

Zwei Beispiele für das zweierlei Mass, mit dem Künstler gemessen werden. Wenn mich jemand nach meinem Beruf fragt, dann sage ich Metallarbeiter. Unter anderem deshalb.
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