Heizungsbehirnung...

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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Zimmi » Di 06 Jan, 2026 21:47

Isolierverglaste Kunststoffenster sind vielleicht nicht state of the art, aber da gibt's auch viel Schlimmeres. In meiner letzten Junggesellenwohnung hatte ich Doppelglasfenster mit Holzrahmen, da hat's bei Sturm lustig durchgeblasen, trotz Tesa-Moll-Orgie. Immerhin hatte ich keine Schimmelprobleme... :weg:
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Uwe Steinbrecher » Di 06 Jan, 2026 21:57

GrafSpee hat geschrieben:Bei den Fenstern muss ich schauen, grob geschätzt sind das 20-30k€... Erstmal beim Hersteller nach neuen Dichtungen und Schließern anfragen. Alle tauschen ist finanziell weder sinnvoll noch darstellbar. Quasi das selbe wie bei der Dämmung.


Da fällt mir was ein....
Als ich damals mein Haus in Neuenstadt bezogen habe, wurde die Hütte nicht wirklich warm und der Lärm von der Hauptstraße war im ersten Stock echt arg.
Wir waren dann in HN auf einer Gewerbemesse und da war eine Firma, die damit warb, alte Fenster mit neuen Dichtungen auszustatten.
Werbeauftritt war, dass sie ein altes Fenster hatten, hinter dem ein Lautsprecher Lärm verursachte und ein Ventilator mächtig Wind machte. Wurde das Fenster geschlossen war auf einmal ruhe und dass es nicht mehr zog, Versteht sich von selber.
Wir haben den Auftrag für 6 Fenster erteilt und das Ergebnis war der Hammer! Preis war sehr günstig. Arbeiten waren vor Ort. Alle Arbeiten waren an einem Tag erledigt, kein Dreck und die Dichtungen haben uns 20 Jahre lang überzeugt. Es zog nicht mehr und der Lärm wurde erträglich. Die Fenster waren auf jeden Fall deutlich besser als neu und die haben das damals für alle Fensterarten angeboten.
Ich hab natürlich keine Kontaktdaten mehr, aber solche firmen gibt es sicher immer noch.
Womöglich wäre das ja auch ein günstiger Weg für euch.
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon KNEPTA » Di 06 Jan, 2026 22:17

Zimmi hat geschrieben:...hatte ich Doppelglasfenster mit Holzrahmen, da hat's bei Sturm lustig durchgeblasen, trotz Tesa-Moll-Orgie. Immerhin hatte ich keine Schimmelprobleme... :weg:

Und genau so is es. Bei der ehemaligen Mietwohnung meiner Tochter, mehrstöckig 70er Jahre, habe sie außen einen Vollwärmeschutz draufgeklatscht und neue, moderne Fenster eingebaut. Zwei, drei Kältebrückenfehler und 3 Monate später sind sie ausgezogen...
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Richy » Di 06 Jan, 2026 23:27

Luft ist ein guter Isolator, daher bringt es z.B. in der Mietwohnung dämmtechnisch auch was, Kunststofffolie auf die Fensterrahmen zu kleben und so ein weiteres Polster zwischen Fenster und Raum zu schaffen. Was mir aber bisher auch zu aufwändig und sieht halt auch nicht besonders schön aus. Außerdem hilft es nix gegen undichte Rahmen.
Bei mir pfeift der Wind durch die Bude, das ist auch ätzend, weil wir halt dadurch mehr heizen müssen. Aber es ist eine Mietwohnung, wir können nix machen. Mir wären dichte Fenster lieber, weil das Raumklima kann ich mit Lüften auch regeln.
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Lindi » Di 06 Jan, 2026 23:32

Es wird gemeinhin unterschätzt, welche Mengen an Raumluftfeuchte im Winter von drinnen nach draußen möchten.
Hochwärmegedämmt und dann ohne kontrollierte Lüftung funktioniert eigentlich gar nicht.
Beste Grüße

Dirk
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Richy » Mi 07 Jan, 2026 07:31

Bei mir ist es eher die feuchte Luft von drinnen, die raus sollte.
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Bernhard S. » Mi 07 Jan, 2026 10:06

Jetzt möchte ich auch mal meinen Senf zum Thema geben, denn ich hab ja doch auch ein paar Jahre Erfahrung auf dem Bau!
Der Zustand meines Elternhauses ist übrigens genau der, den Du beschreibst.

Meine Herangehensweise wäre die, auch, weil Du ja meiner Einschätzung nach übriges Geld nicht so üppig herumliegen hast:
Brennkammer Deiner Scheitholzheizung bei Bedarf erneuern, denn das System funktioniert offensichtlich einwandfrei.
Kellerdecke von unten und oberste Geschossdecke von oben dämmen mit Extruder-Hartschaumplatten(Styrodur, Roofmate etc). Diese sind feuchteunempfindlich, kostengünstig und einfach zu verarbeiten. Das kann man als handwerklich Begabter leicht selber machen, holt sich dann aber einen Auskenner zur Beratung, der einem sagt, wo man aufpassen muss.
irgendwo im Fred hab ich was gelesen von isolierverglasten Kunststofffenstern, dann da die Dichtungen erneuern! Haben wir vor 2 Jahren gemacht, bringt unglaublich was!

Aber dann muss man aufpassen!

Lindi hat geschrieben:Es wird gemeinhin unterschätzt, welche Mengen an Raumluftfeuchte im Winter von drinnen nach draußen möchten.
Hochwärmegedämmt und dann ohne kontrollierte Lüftung funktioniert eigentlich gar nicht.

Da bin ich absolut beim Dirk!
Meine Tochter und ihr damaliger Lebenspartner haben das Problem in ihrer Wohnung in HH nie wirklich in den Griff bekommen, das hatte allerdings auch mit der Bausubstanz was zu tun.

Brennholz:
den Heizöltank rausschmeissen, das kannst Du selber machen, da brauchst Du niemand!
Dann kannst Du in dem Raum den Brennstoff-Vorrat für zwei Jahre lagern, weil Du durch Dämm-Massnahmen und Heizschwerter für Deine Puffer den Holzbedarf um 50% gedrückt hast.

Ich mach es mittlerweile so, dass ich mir von benachbarten Bauern einen Rückewagen voll herfahren lasse. Das kostet überschaubar.
Das muss natürlich geschnitten und gespalten werden, aber eine gute Kettensäge hast Du und einen Traktor auch. Einen leistungsfähigen Spalter mit Zapfwellenantrieb kannst Du Dir vlt. vom Nachbarn leihen.
Und dann machst Du ein Fest! Du holst dir ein paar Kumpels für den Samstag und während Du dich um das Spanferkel auf dem Grill kümmerst, schneiden und spalten die Burschen, um sich die Sau und das Bier zu verdienen. Wobei die Bierkisten erst aus dem Keller kommen, wenn Kettensäge und Holzspalter Feierabend haben.

Das geht so die nächsten, sagen wir mal, 20 Jahre und dann kannst Du immer noch über eine Wärmepumpe nachdenken, die ich, siehe Berlin, nur einbauen würde wenn ich genug übrige Kohle und Stromspeicher hätte, um eine 14-tägige Dunkelflaute zu überstehen.
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon T. » Mi 07 Jan, 2026 10:25

Guter Plan :smt023

Besonders das mit dem Spanferkel :weg:
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Dreckbratze » Mi 07 Jan, 2026 12:01

WS den Kosten - Nutzen Effekt anbelangt bin ich beim Bernhard. Sollte der Holzkessel dann die Grätsche machen, könnte man noch eine Pelletheizung andenken, die Peripherie ist ja vorhanden, das wäre dann "nur" der Kessel und ein Silo.
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Aynchel » Mi 07 Jan, 2026 13:27

gerade bei Wärmepumpe wird viel Geld versenkt
wenn ich sehe das es Neubauten mit einem Heizbedarf von 2-4 KW gibt
und dann eine WP und eine Fußbodenheizung mit Einzelraumregelung gebaut wird
Systempreis rund 30.000 €
für vielleicht 4 KW Heizleistung
wir reden von 2 Heizlüfter für 100 €
irgendwo ist das alles ausm Ruder gelaufen
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ich könnte die BIG auch mit 5,5l daher fahren, aber das wäre Spritverschwendung ;-)
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Bernhard S. » Mi 07 Jan, 2026 14:23

Aynchel hat geschrieben:gerade bei Wärmepumpe wird viel Geld versenkt
wenn ich sehe das es Neubauten mit einem Heizbedarf von 2-4 KW gibt
und dann eine WP und eine Fußbodenheizung mit Einzelraumregelung gebaut wird
Systempreis rund 30.000 €
für vielleicht 4 KW Heizleistung
wir reden von 2 Heizlüfter für 100 €
irgendwo ist das alles ausm Ruder gelaufen


So eine Baustelle hatte ich mal vor Jahren, damals hatte ich zur Beleuchtung noch die 1000W Halogenstrahler mit gefühlt 50 W Lichtleistung und 950W Wärmeleistung. Ab Mittag konnte ich nur noch im T-Shirt arbeiten. Hat eine Weile gedauert, bis ich dahinter kam, warum.
Und die hatten da eine Erd-Wärmepumpe verbaut, da hat die Bohrung allein schon 10K Euro gekostet :omg: Dabei sie haben zur Bohrung nach Aussage der Arbeiter ca. 1500 Liter Diesel verfeuert... 8) :-D

Aus meiner Sicht ist mittlerweile das grösste Problem ein Berater, der objektiv das beste Kosten/Nutzenverhältnis für den Bauherrn im Auge hat und seine ideologischen Präferenzen hintenanstellt.
Denn ein Großteil der Debatte ist mittlerweile ideologiegetrieben, meine Beobachtung.

Also, Jens, wenn Du Dir solche Leute holst, dann schau, dass die Deine Interessen auf dem Zettel haben.
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Zimmi » Mi 07 Jan, 2026 14:47

Mich hat's kyrzlich schier aus den Socken gehauen, als ein Kumpel von seiner Wärmepumpeneinbaurechnung mit flockigen 35 k€ berichtete. Ich hab vor 15 Jahren für meine Zentralheizung (komplett mit allem, Therme, Rohrverlegung, Gasanschluss, Heizkörper, sowie inkl. komplett neuem Frisch- und Abwasserrohrnetz) nicht mal die Hälfte berappt.
Seither bete ich, dass meine Brennwert-Gastherme noch ein langes Leben hat... :smt005
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Dreckbratze » Mi 07 Jan, 2026 15:51

Die Preise von vor 15 Jahren kannst du dir einrahmen lassen, das ist Geschichte.
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon Zimmi » Mi 07 Jan, 2026 18:48

Dreckbratze hat geschrieben:Die Preise von vor 15 Jahren kannst du dir einrahmen lassen, das ist Geschichte.

Eh kloar, aber Faktor zwokommairgendwas in der Zeitspanne (und beim Kumpel mit weniger Umfang, die Rohre in der Wand hat keiner angefasst!) fand ich schon krass.
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Re: Heizungsbehirnung...

Beitragvon nattes » Mi 07 Jan, 2026 21:02

Wenn nicht auf Fußbodenheizung umgerüstet wird, kostet die Wärmepumpe niemals 35000€

Außerdem liegt die Förderquote teilweise bei über 50%.

Ein Freund hat das gerade durch und Kosten für Wärmepumpe und Umrüstung einiger Heizkörper mit Eigenanteil von unter 10000 €

Da hat der Bernhard schon recht. Die Infos sind gerne mal politisch eingefärbt. Allerdings von allen Seiten.
Einfach mal unvoreingenommen schlaumachen. Natürlich gibt es keine allein seligmachende Lösung.

Ich hab meiner Schwiegermutter vor 4 Jahren zu einer Pelletheizung geraten. Das würde ich heute auf keinen Fall mehr empfehlen. Störanfällig, alles andere als Wartungsarm und diese unverhältnismäßig teuer, Peletpreise völlig unkalkulierbar.
Und dreckig ist es auch. Und kaum Zukunftssicher. Vor ein paar Jahren noch als ökologisch sinnvoll angepriesen, denk man jetzt ernsthaft über Förderstop und Einschränkungen nach. Da sägen leider massiv die verschiedensten Lobbygruppen dran herum.
"Man kann sich über alles aufregen, aber man ist nicht dazu verpflichtet."

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