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Di 21 Okt, 2008 14:47

Laminat und PVC müßen auf jeden Fall raus.

Di 21 Okt, 2008 15:14

Ach so, das meint ihr. Nee das hat der Herr SV schon aufgeschrieben... alles raus, auch den Schiffsboden, trockenlegen und dann neu machen. Der Herr Versicherung hat erst vor 6 Wochen oder so nen Wasserschaden bei meinem geliebten Nachbarn behandelt, der hat anstandslos alles neu bekommen. Insofern bin ich da guter Hoffnung, daß das korrekt über die Bühne geht.

Di 21 Okt, 2008 18:33

Schäden an Böden, Unterbau werden in der Regel sofort erkannt und auch ordentlich abgewickelt.
Aufpassen mußt Du, das auch Schäden die für den Sachverständigen nicht sofort sichtbar sind noch später erfasst werden. Meist sind die Möbel und Türzargen in den überfluteten Räumen schrottreif. Die Spannplatten ziehen sofort die Feuchtigkeit auf aber das Funier steht erst nach einiger Zeit in der Regel während des Trocknens der Räume auf. Und der Schaden wird sichtbar.
Keinesfalls irgendwelche pauschalen Abfindungen oder Schadensaufnahmen unterschreiben.

Gruß Sepp
der schon einige Schadensgutschten für Versicherungen erstellt hat :wink:

Mi 22 Okt, 2008 08:22

OK, das mit den Möbeln wußte ich, das mit den Türzargen war mir neu! Danke! :wink:

Mi 22 Okt, 2008 08:45

OK:

Laminat: beobachten, wenns aufsteht, raus damit. (Kannst Du davon ausgehen.)

Schiffboden: Ein Brett aushebeln, kannst Du problemlos wieder annageln, schauen was drunter ist. Wenn da eine Tonkugelschüttung ist, ist das fein, das ist hygroskopisch und trocknet wieder. Nimm dann einfach so alle Meter ein Brett raus und lass die Fenster offen. Jetzt im Herbst kann das dauern bis die Schüttung trocken ist, geh von 4-6 Wochen aus. Bei Sand und ähnlich undefinierbaren Füllmaterialien wie Asche und was ich sonst noch für Müll unter Schiffböden gefnden habe, muß der Boden raus und das Füllzeugs entsorgt werden. Dann frisch mit Lecaton füllen. Die Bodenbretter kann man möglicherweise wiederverwenden, Holz hat die wunderbare Eigenschaft zu trocknen. Das Wasser war nicht lang genug da um das Holz komplett zu durchfeuchten, das heisst Du hast gute Chancen das das richtig trocknet. Wenn aber irgendwo Schimmel auftaucht absolut raus damit!
Ev. kannst Du dann den kaputten Schiffboden mit OSB-Platten ersetzen und Laminat etc...
Ansonsten in den Schiffbodenzimmern (eigentlich in allen Zimmern) lüften, lüften, lüften. Heizen eher nicht, sonst zerreissts Dir das Holz.

PVC: wenn Fliesen, nachsehen was mit dem Estrich drunter ist. Wenn nahtlos stehen die Chancen gut das gar nix ist. Trotzdem schauen.

Ich kenn mich ausbildungsbedingt am Besten mit Holz aus, bezüglich Mauern frag den Sepp direkt, aber wenn Du irgendwo Gipskarton hast, reiss das raus, das Zeug sauft sich an wie die Pest und trocknet nicht mehr - ideale Petri-Schalen quasi...

Türstöcke etc. hat der Sepp schon erwähnt. Nachdem in den Zimmern Schiffböden sind, geh ich davon aus, das da eher Pfostenstöcke sind und nicht furnierte Zargen. Die trocknen wieder, aber Du mußt ihnen helfen. Der Lack, der da verwendet wurde ist wie eine Plastikfolie. Da kann das Wasser zwar durch Ritzen rein, aber nicht mehr raus. Daher schleif die Zargen und Türblätter (wenn weiß, bei Naturholz hol lieber einen Tischler) bis etwa über die Höhe des Wasserstandes komplett ab (aufs blanke Holz) und lass das 4 Wochen so. Dann wieder lackieren.

Ich hab früher oft mit massiven Wasserschäden (Donau-Hochwasser bei uns) zu tun gehabt und etliche Gutachten für die Holzarbeiten erstellen müssen. Der Versicherungsheini wird versuchen Dich zu pauschalieren. Laß Dich darauf nicht ein. Aus meiner Erfahrung kannst Du erst nach rund 8 Wochen nach einem Wasserschaden einigermaßen sagen was das Holz tut und selbst da is nix fix. Auch wenn Dir das Geld fehlt, die Sachen über die Zeit vorzufinanzieren - das kann teuerer werden, als die Versicherung das jetzt sehen will. Dann sitzt Du da und hast den Schimmel in der Bude und die sagen wir haben eh gezahlt.

Stell Dich daher auf eine längere Zeit mit Baustelle, ständig offenen Fenstern und wenig heizen ein. Und erst wenn alles fertig und in Ordnung ist, bekommt die Versicherung die entsprechenden Rechnungen. Also eine Regulierung des tatsächlichen Aufwandes.

Wenn ich Dir beim sanieren in Eigenregie helfen kann, sag einfach Bescheid. Vielleicht finden sich ja noch andere "Gelernte" und wir machen an einem Wochenden eine AiA Ausfahrt nur mit Werkzeug... :-D

Mi 22 Okt, 2008 08:56

Robert hat geschrieben:Wenn ich Dir beim sanieren in Eigenregie helfen kann, sag einfach Bescheid. Vielleicht finden sich ja noch andere "Gelernte" und wir machen an einem Wochenden eine AiA Ausfahrt nur mit Werkzeug... :-D


*meld*
Mein Vater hat Hobbymaessig Altbausanierung betrieben... also a bissl zur Hand gehen und wenns nur Zeug mit dem Zweitwohnsitz rumfahren ist, geht immer.

Greg

Mi 22 Okt, 2008 09:01

OK, ich geb mal wieder was der Versicherungsmensch mit dem Sachverständigenmensch ausgemacht hat:

a) in allen betroffenen Räumen kommen die Böden raus. Auch der PVC-Boden in der Küche.
b) danach wird der Untergrund geprüft, bei Bedarf kommt der auch raus.
c) es kommen so Kondenstrockner in die betroffenen Räume, die Wände und Unterbau trockenlegen sollen. Wenn die Feuchtigkeit wieder im normalen Bereich liegt,
d) dann kommen überall neue Böden rein.
e) und dann kommt der Maler und malt die Räume wo das Wasser den Verputz hochgekrochen ist.

Was vergessen?

Ach ja: die Türstöcke sind Pfostenstöcke. Abschleifen ist ne gute Idee, werd ich gleich machen heut Abend!

Der Laminat steht schon eifrig...

Gryße!
Riege

Mi 22 Okt, 2008 09:25

Servas!

Da hast du nun einen hochqualitative Sammlung von Hints and Tips von Leuten die ihr Fach verstehen! Find dich großartig! Scheint auch von Vers-Seite fair abzulaufen.

Tenor der Sache ist halt - es dauert! Und dann halt erst, wenn alles gut getrocknet ist, instand setzen. du wird dich wundern wie viel Wasser die Trocknungsaggregate da ausspucken :wink:

Auch von meiner Seite tu ich dir Hilfe anbieten, wennst was/wen brauchst. Mit einem koordinierten Hilfstrupp richt ma schon ganz schön was aus ;-)
(Innenausbau, Trockenbau, Fliesen, Malen.....)

LG
Andy

Mi 22 Okt, 2008 09:39

Ich danke euch allen für eure freundlichen Hilfsangebote!

Das klingt irgendwie nach Grillerei in so 4 - 6 Wochen... :-D

Mi 22 Okt, 2008 09:45

Bei mir waßt hoffentlich eh, daß'd lei anruafn muaßt ... i konn holt nix oba überoll hölfn :-D

Mi 22 Okt, 2008 10:01

Wyntertreffen in Fuck am See? Anreisesammlung für den Gamssteiyn beim Riege? :twisted:

edith: den Riege dort hin mitschleyfen?
Zuletzt geändert von Christoph am Mi 22 Okt, 2008 10:21, insgesamt 1-mal geändert.

Mi 22 Okt, 2008 10:11

Riege hat geschrieben:Ach ja: die Türstöcke sind Pfostenstöcke. Abschleifen ist ne gute Idee, werd ich gleich machen heut Abend!



Gryße!
Riege


Sind die weiß lackiert? Weil dann kannst Du den Lack ev. auch mit der Heißluftpistole und einem Schaber runterholen. Aber vorsichtig erwärmen, sonst bekommst Du Risse.

Wichtig ist, das Holz muß wirklich blank sein, Du brauchst aber net den Ganzen Stock abschleifen nur den gewässerten Bereich +10-20 cm.

Wenn Du schleifst, bedenke daß das Holz durchs Wasser weich wird und man schnell Riefen reinkriegt. Einigermaßen gut geht das mit einem oszillierenden Tellerschleifer - ev. im Baumarkt mieten. Körnung 80-100 zum vorschleifen (nicht gröber!). Ist mit 80er eine Sauarbeit das runterzukriegen, aber wenn Du gröber gehst reissts Dir das weiche nasse auf, Schleifpapier am besten gleich Großpackung :-). Dann trocknen lassen und dann mit 150er den gesamten Stock überschleifen, ditto die Türblätter. Kanten und Falze mit der Ziehklinge. Kauf Dir im Baumarkt eine, kost nix und geh zu einem Tischler und bitte ihn daß er Dirs scharfmacht - da ghört ein ordentlicher Grat raufgezogen, damit sie schneidet (auch wenn der Baumarkt behauptet das sie scharf ist - dem ist sicher nicht so).

Den Lack soll dann der Maler machen, wenn er ausmalt - spachteln, lackieren. Aber probierts BEVOR er lackiert ob das Türblatt eh noch passt, zu viel Spachtel kann man wegschleifen, bei der Farb ist das blöd. Und pick Dir selber die Bandzapfen und die Falle ab, die Gfraster schmieren das immer mit an und dann knarrts und das Schloß geht net gscheit.

Die Türblätter (ich nehme an alte Füllungstüren?) verziehen sich, wenn sie naß geworden sind. Daher nach dem schleifen wieder einhängen und die Türen geschlossen halten, damit sie in Form bleiben. Ev. kannst Du auch mit einem Cutter die Farbe an den Kanten zwischen Rahmenfries und Füllung durchtrennen, damit das arbeiten kann (wenns net eh schon abgerissen ist, genau dort mußt die Farbe schneiden) Sollte eine verzogen sein kann man sie ev. in der Falzluft hobeln und mit den Bändern regulieren (ja das geht auch bei genagelten Fitschenbändern - mit dem Hammer 8) ) damit sie wieder schließt. Das sollte aber wer machen, der das schon gemacht hat.

Und wichtig: Viel lüften und wenig heizen. Bei einer Zentralheizung trocknet das Holz auf unter 8%, das ist wenn alles naß ist zu schnell und zu brutal. Die Entfeuchter helfen da auch sehr, aber bloß jetzt nicht gleich zu viel Wärme, das ist Gift fürs nasse Holz.

Mi 22 Okt, 2008 10:11

Möchte mich bei allfälligen Gruppenaktionen nicht ausschliessen - ich hab in meinem Leben auch schon mehr als eine Baustelle hinter mir

lg

Andi

Mi 22 Okt, 2008 10:19

@Robert: Danke für die Hinweise! Bei den Türblättern werd ich mir aber nix antun, da ich mit dem Hausherrn schon vereinbart hab, daß da neue reinkommen (die alten wurden von der Vorbewohnerin mit ihrem Rollstuhl gar grauselig zugerichtet).

Mi 22 Okt, 2008 10:25

Sehr fein!

Aber aufpassen: Die Pfostenstöcke sind möglicherweise (wahrscheinlich) noch nach der alten Norm gefertigt. D.h. Du kannst nicht einfach ein Türblatt aus dem Baumarkt reinhängen, weil die Abstände der Bänder und die Höhe des Schloßes anders sind.

Rohtürblatt ohne Bohrungen - Schloßkasten und Bänder nach dem Bestand stemmen bzw. bohren lassen...

Und die neuen Türblätter erst abschneiden, wenn der neue Boden fertig ist... :-D
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