Robert hat geschrieben:CO2 löscht durch Verdrängung des Sauerstoffes und durch Kühlwirkung (Schnee). Ausserdem ist es elektrisch nicht leitend, deshalb verwendet man es oft bei Hochspannung. Insofern würde das mit den Patronen net gehen, weil man sehr viel CO2 und hohen Druck dazu braucht um überhaupt eine Wirkung zu erzielen. Die Gefahr dabei ist, das man selber keine Luft mehr kriegt.
Das mit dem Druck sollte kein Problem sein da Druckverflüssigtes CO2 immer ~60Bar bei 20 Grad hat. Auch die kleinen Daumengrossen Kartuschen! Ich spreche hier aber von Katuschen mit ~350 gramm Inhalt was etwa 170Liter Co2 entspricht. Das sollte für kleinere Brände unter der Vergaserverkleidung reichen...
Robert hat geschrieben:Halon löscht durch Inhibition, also eine chemische Reaktion mit dem Brandgut. Es wandelt die Stoffe die für eine Oxidation (brennen) gebraucht werden in unbrennbare Stoffe um und löscht dadurch. Nachteile: die meisten Halone sind extrem giftig oder werden es spätestens bei der Reaktion. Sprich, das Feuer ist zwar aus aber du gehst an dem Giftcocktail ein, wenn Du ohne Atemschutz arbeitest. Und du musst genau wissen, was Du womit löschen kannst. Es gibt Halone für Metallbrände (wo sie meines Wissens noch verwendet werden) oder solche für Kohlenwasserstoffe etc. die aber jeweils nur bei "ihrem" Stoff eine Reaktion auslösen.
Die heutigen Halone (1211 und 1301) sind ungiftig. Und der ganze Trick bei diesen Halonen ist, dass das Halonmolekül löscht ohne dabei verändert zu werden- so kann es weiterlöschen und sorgt für die bombastische Effektivität. Es wird also auch beim Löschen nicht giftig. (Wo kämen wir da hin wenn in einer Passagiermaschine im Notfall eine Giftwolke verteilt werden würde- die Aum-Sekte würde grüssen!)Nur alte Halonlöscher (Vor 1960 bis teils mitte der 80er) können noch Gifte enthalten. Ich hab öfter mit den "modernen" Halonen zu tun, die sind gerade mal als "Umweltgefährdend" eingestuft geschweige den Reizend oder Giftig...
Robert hat geschrieben:Solche Löscher erfolgreich anzuwenden ist relativ schwer und erfordert viel Übung.
Feuerlöschen braucht immer übung, man kann auch 6Kg Pulver über einem halben Liter Benzin verteilen ohne dass das Feuer ausgeht....
Robert hat geschrieben:Bleibts lieber beim guten alten Pulverlöscher, da kann man auch ungeübt nix falsch machen. Das mit dem Dreck, na gut. Der Rost kommt nicht vom Pulver, sondern vom Feuer (das ja auch nur eine chemische Reaktion ist, eine Art ultraschnelles Rosten).
Das ist so nicht ganz korrekt. ABC-Pulver ist Ammoniumnitrat und Ammoniumsulfat. Das Nitrat ist gut Wasserlöslich und kein Problem, das Sulfat aber löst sich nicht so gut und wenn dann bildet sich Schweflige Säure. Da der kram auch noch hygroskopisch ist hat man nach Pulverlöschen und unvollständiger Reinigung den selben Effekt als hätte man die Brandstelle mit Batteriesäure überschüttet.
Robert hat geschrieben:Pulverlöscher sind extrem effizient, ich konnte beispielsweise bei einem Einsatz damit mit einem einzigen Pulverstoß 10 Meter hohe Flammen aus einem brennenden Ventil einer Gaspipline abschlagen um dann die Dichtlappen anzubringen. Ok, der Pulverlöscher war ein bisserl leistungsfähiger (250kg in einem Großtanklöschfahrzeug) und ich hatte einen Hitzeschutzanzug und Atemschutz. Zuvor hatten wir mit 8 B Rohren und Wasserwerfern draufgehalten und absolut nix erreicht...
Schaumlöscher und Lightwater ist gut, aber CO2 für den Hausgebrauch nur, wenn ich vorher damit geübt habe.
Respekt, aber die Übung machts halt..
Gruss
Thomas
P.S. Edith sagt das das Ammoniumnitrat ind wirklichkeit Ammoniumphosphat ist.
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