von heiligekuh79 » Di 28 Apr, 2020 22:16
gestern hatte die hiesige apotheke mein medikament nicht vorrätig. heute bekam ich einen anruf der netten apothekerin: das medikament sei in einer anderen apotheke verfügbar, man könne es bestellen. ich werfe einen blick in den routenplaner, ca 75 km. nein danke, machen sie sich keine mühe, ich hole es selbst ab.
heute früh die r 45 aus dem stall geholt, grob die himmelsrichtung angepeilt und los. immer auf kleinsten straßen, wo die meisten rapsfelder sind. ich liebe rapsfelder. das satte gelb macht gute laune und der geruch ist herrlich. besser als jedes antidepressivum. meine hand schmerzte gemein, aber das tut sie auch, wenn ich den abwasch mache.
dazu kam das licht. hoch am himmel hingen pech-schwarze wolken, aber die sonne schien dazwischen durch und das erzeugte ein, fast mystisches, licht, das alle schmerzen vergessen ließ. ich wusste nicht, daß es in dieser gegend noch so verlassene winkel gibt. manchmal glaubte ich, ich sei in einem anderen land zu sein.
letztendlich wurden es 5 fantastische stunden und 250 km auf absolut leeren straßen. 10 km vor zu hause kam der regen runter. ich wurde pitschnass, aber egal, es roch so gut. das gemisch aus blütenstaub und salz war glatt, wie schmierseife, aber wir hatten es nicht eilig, meine treue heilige kuh und ich. sie hat mich sicher nach hause gebracht und wir haben jeden kilometer genossen.
nachdem ich in den letzten wochen überwiegend kurz-strecken im kreis gefahren bin, tat es richtig gut, ein paar kilometer zu machen und etwas neues zu entdecken.