von fleisspelz » So 15 Feb, 2009 15:29
Richtig Greg, genau die. Hodaka war aber vor allem die Marke mit der lustigen Entstehungsgeschichte!
Die Pacific Basin Trade Company, kurz PABATCO aus Oregon, USA handelte mit Düngemittel und Getreide. Um Devisenbeschränkungen beim Export von amerikanischem Weizen nach Japan zu umgehen, importierte PABATCO japanische Yamaguchi- Kleinmotorräder. Bis 1963 wurden über 5000 Maschinen mit zumeist 90ccm über 480 Händler in den USA verkauft. Im April 1963 ging Yamaguchi in Konkurs und hinterließ PABATCO ein funktionierendes Händlernetz ohne Ware. Ähnliche Probleme hatte die Hodaka Engineering Co. in Nagoya, Japan, die für Yamaguchi die Motoren herstellte. Bei PABATCO wusste man was die amerikanischen Kunden wünschten und man schlug Hodaka vor, komplette Motorräder zu entwerfen, zu bauen und zu vermarkten. Immerhin hatte Hodaka noch etwa 300 Motoren in den Regalen liegen.
Henry Koepke, Leiter der Motorrad-Abteilung bei PABATCO, versprach ein einfaches, robustes, zuverlässiges Modell mit guten Leistungswerten, dazu günstig im Verbrauch und preiswert. Die Entwicklung und Erprobung erfolgte in Athena Oregon, die Fertigung in Japan. Das erste Hodaka-Motorrad, die Ace 90 wurde 1964 vorgestellt.
1965 erwarb der Shell Konzern die Farm Chemicals of Oregon, deren 100%ige Tochter PABATCO war, und stellte verwundert fest, dass er jetzt eine Motorradfabrik besaß. Ed Miley, einer der drei Hauptaktionäre bei Shell kümmerte sich fortan um Hodaka.
Bei der Entwicklung der Ace 90 versuchte das PABATCO-Team die besten Eigenschaften der führenden Mitbewerbermodelle in ihrem Modell zu vereinigen. Den Doppelschleifen-Rohrrahmen, etwas das andere Trialmaschinen nicht hatten, schaute man sich bei der englischen Cotton ab. Für eine wirtschaftliche Lagerhaltung von Ersatzteilen und für einen höheren Wiederverkaufswert durch die Vermeidung jährlicher Modellwechsel entschloss man sich, ähnlich wie Henry Ford lange Zeit vorher, alle Fahrzeug in nur einer Farbe, dem typischen Orangerot, zu fertigen. Das Modell hatte einen 90 ccm Einzylinder-Zweitaktmotor mit einer Leistung von 8,2 PS bei 7500 U/min. Um die Zuverlässigkeit zu beweisen fuhr Frank Wheeler 3800 Meilen durch Niederkalifornien ohne einen technischen Defekt. Die Ace 90 wurde in vielen Wettbewerben bei Moto-Cross, Trial und sogar beim Straßenrennen eingesetzt.
Aufgrund der Wettbewerbserfolge und auf Wunsch der Kunden entschloss man sich 1968 den Hubraum von 90 auf 100 ccm zu vergrößern und das Getriebe mit fünf statt vier Gängen auszustatten. Da man weiterhin nur ein einziges Modell anbieten wollte, löste die Ace 100 die Ace 90 ab. 1968 siegte Harry Taylor beim Daytona Roadrace in der Klasse über 100 ccm und brach alle Rekorde in dieser Klasse. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 160 km/h ließ er selbst die Zweizylinder-Yamaha hinter sich.
1969 entstand die Moto-Cross Maschine Ace 100 MX. In dem bekannten Fahrwerk wurden ein weiterentwickelter Motor und verbesserte Federelemente eingebaut. Die Super Rat war bei Wettbewerben erfolgreich und erzielte auch große Verkaufserfolge.
Mit einer weiteren Leistungssteigerung entstand 1972 die Wombat mit 125 ccm Motor. Die Wettbewerbsversion der Wombat wurde Combat Wombat genannt. Zu der Internationalen Sechstagefahrt die 1973 in den USA stattfand wurde die offizielle US Mannschaft auf Hodaka gemeldet. Im gleichen Jahr fuhr Frank Wheeler in 21 Tagen 10.000 Meilen rund um Australien. Daraufhin stiegen die Verkaufszahlen abermals und man brachte weitere Modelle auf den Markt.
Dirt Squirt, Road Toad, Super Combat, ED 250, SL 250 und SE 250.
Während man darüber diskutieren kann, ob Hodaka den Trial-Motorrad-Boom auslöste steht fest, dass man viele Menschen durch ein bezahlbares wettbewerbsfähiges Fahrzeug zum Motorsport brachte. Für den Niedergang der Firma 1979 gab es mehrere Gründe. Zum einen hatte man es versäumt, neue Technologien einzusetzen um gegen wesentlich größere Mitbewerber bestehen zu können. Zum andere konnten die Mitbewerber durch ihre Gewinne beim Verkauf von Straßenmotorrädern ihre off-Road Maschinen subventionieren und so den Markt überschwemmen. Durch die Rezession der späten 70er Jahren und ungünstigen Wechselkurs entschloss man sich bei Shell den Vertrag mit Hodaka in Japan zu kündigen. Die Hodaka Fabrikationsanlagen wurden nach Korea an Daelim verkauft.
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