Versand aus Amerikanistan (Zoll, Steuerabwicklung)

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Versand aus Amerikanistan (Zoll, Steuerabwicklung)

Beitragvon Blechroller » Mo 02 Feb, 2009 10:34

Wie geht denn das mit dem Zoll und der Steuer?

Ich bestell, der Laden schickt das Gedöns los und dann?

Kömmt da der freundliche Spediteur und macht die Hand für den Staat auf oder landet das Ding beim nächsten Zollamt (wo) und ich muss das Paket da befreien? Oder wie?

(Hoarlisachen kosten trotz Steuer, Zoll und Transport in Amerikanistan auch wechselkursbedingt mindestens 1/3 weniger...)

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Lederfransen kann man sogar verchromen

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Beitragvon kahlgryndiger » Mo 02 Feb, 2009 10:36

Unter Umständen gehts einfach so durch ... wenn nicht landet es beim Zoll. Von dem wirst Du dann benachrichtigt und kannst dort nach Terminvereinbarung einlaufen.

A.
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Beitragvon fleisspelz » Mo 02 Feb, 2009 11:07

Je nach Paketgrösse kommt der Ömmes einfach in Deinen Briefkasten, oder die Post liefert ihn beim Zollamt ab.
Das Zollamt will je nach Warengruppe zwischen 4% (Lederbekleidung) und 28% (Elektronik) Zoll, sowie grundsätzlich 19% Einfuhrumsatzsteuer. Bemessungsgrundlage ist ein Zahlungsbeleg (Paypalausdruck, Kontoauszug, o.ä.) sowie eine Originalrechnung, jeweils in zwei Ausfertigungen. Alle Frachtkosten werden in die Berechnung einbezogen. Bis zu einem Gesamtpreis von 150 Euro sind alle Gegenstände zollfrei, aber nicht einfuhrumsatzsteuerfrei. Berechnungsgrundlage hierfür ist der amtliche Monatsmittelkurs des Dollar.

Beispiel 1:
Zündmodul Screaming Eagle neu gekauft für 210,- USD
Versandkosten 46,- USD

Paypalbeleg 256,- USD, Paypal Abbuchung 200,94 EUR
Zollwert = 200,94 EUR
+ 28 % Zoll = 56,27 EUR
+ 19 % EUSt = 38,18 EUR
an das Zollamt zu entrichten: 94,45 EUR

Gesamtpreis des 210 Dollar Zündmoduls: 295,39 EUR

Beispiel 2:
Zündmodul Harley Davidson gebraucht bei eBay
102 Dollar
Versandkosten 37 Dollar

Paypalbeleg 139 Dollar, Paypal Abbuchung 109,10 EUR
Zollwert 109,10 EUR
kein Zoll, da unter 150 EUR Freibetrag
EUST = 20,73 EUR
an das Zollamt zu entrichten 20,73 EUR

Gesamtpreis des gebrauchten 102 Dollar Zündmodules 129,83 EUR

Knackpunkte sind: erstens Versandkostenabrechnung des Verkäufers (da wird geneppt was das Zeug hält) und zweitens die Diensteifrigkeit des Zöllners. Kaufe nie ein Harley Davidson Originalteil ausserhalb der EU. Du musst im Zweifel dem Zöllner belegen, dass es sich um keine Fälschung handelt, da der es ansonsten womöglich verschrotten will. Kaufe immer abgesichert über ein Unternehmen wie z.B. Paypal, auch wenn du da einen Scheixx-Dollarkurs bekommst, weil du nur dort dein Geld nach langem hin und her vielleicht zurückbekommst.
Kauf am besten gleich über einen Händler bei DÜX Industries in Hamburg ein, da hast du einen deutschen Geschäftspartner und vergleichbare Preise.
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Beitragvon Michael » Mo 02 Feb, 2009 11:08

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das seriöse Händler (soll es ja noch ein paar geben :roll: ) die Verzollerei gleich für einen miterledigen! Gleich bei Aufgabe der Sendung.
Die Kosten dafür waren auch gleich angegeben.


Ich erhielt dann kaum eine Woche später, mit Zollwapperl drauf, meine Päckchen! Per DHL.

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Beitragvon fleisspelz » Mo 02 Feb, 2009 11:12

Ein amerikanischer Händler kann keine deutsche Einfuhrabfertigung durchführen, da der deutschen Behörde das Material vorliegen muss. In Deinem Fall Michael, hat der Zoll aufgrund des Zeitpunktes (kurz vor Weihnachten? Urlaubszeit?) und der Paketbeschaffenheit schlicht auf eine Abfertigung und damit einen möglichen Obulus verzichtet. Spätestens beim dritten Paket an Deine Adresse ist es damit endgültig vorbei (Schäuble lässt grüssen!)...
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Beitragvon lallemang » Mo 02 Feb, 2009 11:18

Ich hab' immer die Packete gekriegt, ohne da§ da ein Zoller was wollte. :smt102
Deklariert war auf den Packeten meist "used motorcycle parts".

Ging per USPS Fedex/GLS/... von Päckchen bis komplettes Hinterrad/Telegabel (RM250, die ist laang) ;-)

USPS economy war mal billiger als Ihrer Majestät Postmann :roll:

Gry§e Peter
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