Hier geht es um AiA-taugliche Motoren, Maschinen, Fahrzeuge. Wyrdiges Zeug kwasi

Mi 16 Aug, 2017 21:43
Hallo !
Meine 500er AJS Einzylinder stand jetzt mehr oder weniger 2 Jahre in der Garage, mit vollem Tank und Benzinstabilisiererzusatz. Vergaser war ausgebaut und trocken gelagert bzw. war die Matchless damit im Baltikum unterwegs.
Nun habe ich sie vor 4 Wochen wieder aktiviert, Vergaser eingebaut und nach etwas kicken lief sie wieder. Bin damit zum TÜV, alles OK., etwa 100 km gefahren (dummerweise den Seitendeckel verloren, glücklicherweise aber wieder gefunden, wenn auch inzwischen irgendjemand ihn überfahren hat, aber ist ja aus Blech) und sie dann abgestellt, da die letzten drei Wochen Urlaub angesagt war. Den Vergaser habe ich dummerweise nicht abgelassen - na ja, wegen drei Wochen ?
Am Samstag wollte ich zum Engländertreffen nach Büriswilen ................. nada ... zuerst Benzinhuhn gängig machen, war verklebt, dann Schieber gängig machen war verklebt ... aber so richtig lief sie einfach nicht .... bin dann eben mit der nächsten gefahren.
Heute habe ich den Vergaser zerlegt .... oh Mann, der Schieber war mit einer schwarzen Schmiere festgeklebt , die sich bis in den Ansaugkanal verbreitet hat. Finger klebt im Ansaugkanal !!?
Verklebt ist auch der Benzinhahn ............. wie die Kanäle im Vergaser ausschauen läßt sich nur vermuten.
Interessanterwiese ist die Schwimmerkammer und der Schwimmer nebst Schwimmerventil total sauber !??
MoS2 löst normalerweise viele Verunreinigungen, aber in diesem Fall bringe ich nicht mal den Schieber damit richtig sauber.
Kennt ihr ein Reinigungsmittel in dem ich den Vergaser "baden" kann.
vielen Dank
Helmut
Mi 16 Aug, 2017 22:59
ERC Top Professional Line Vergaserreiniger
1:1 mit Benzin verdünnen, ein paar Stunden, ggfs über Nacht drin liegen lassen. Dann läßt sich fast jeder erdenkliche Rückstand abwaschen bzw mit einer Zahnbürste abbürsten. Sogar alle Grünspanreste lösen sich in dem Zeug auf.
Ich glaube nicht an Wundermittel. Das Zeug und etwas mechanische Bearbeitung kann aber was. Auch die kleinen Emulsionsbohrungen in Düsenstöcken werden damit frei. Selber ausprobiert und als letzte Rettung gern genommen.
Das Zeug:
http://www.ebay.de/itm/ERC-Vergaser-Rei ... 1581577678
Do 17 Aug, 2017 06:02
Moin Claus,
kann dieser Reiniger das Ultraschallbad ersetzen oder ist das ergänzend?
LG
Andreas
Do 17 Aug, 2017 08:04
Es ist eigentlich eine Alternative zum Ultraschallbad. Ich hab ein sehr gutes Ultraschallgerät aus dem Medizinbereich mit 9 Litern Inhalt. Aber zum Schallen muß der Vergaser komplett zerlegt werden Also richtig komplett.
Außerdem hab ich inzwischen oft das Problem, daß sich halbfeste Rückstände in kleinen Bohrungen festsetzen, die weder durch den Schall noch durch den recht aggressiven Reinigerzusatz und die Arbeitstemperatur von 60°C wirlich an- oder ablösen lassen. Zusätzlich sind nach so einer Behandlung oft alle verzinkten Oberflächen entgalvanisiert.
Mit dem Vergaserreiniger lösen sich diese Rückstände zumindest soweit an, daß man sie mechenisch entfernen kann und bei Nachbehandlung in dem Zeug sind sie dann weg. Und die Oberfläche der Vergaser verfärbt sich nicht,
Ist halt recht giftig, man sollte immer Handschuhe tragen und vielleicht auch eine Schutzbrille wegen Spritzern in die Augen.
Kostenersparnis für meine Kunden bei einer 4-Zylinder Vergaserbatterie etwa 1 bis 1,5 Stunden Arbeitszeit gegenüber einer Ultraschallbehandlung.Ergebnis je nach Verschmutzungsgrad etwa gleich bei besserer Erhaltung aller Oberflächen.
Man muß halt nach dem Einlegen mit der Bürste gut nacharbeiten, wenn die Vergaser sehr stark verschmutzt sind.
Do 17 Aug, 2017 08:09
Ich probiere das mal. Wobei die Entsorgung vermutlich nicht so einfach sein wird. Sammeln und dann ab zum Schadstoffmobil denke ich ...
Do 17 Aug, 2017 08:17
Ins Altöl damit. Man braucht ja nicht viel davon.
Do 17 Aug, 2017 09:07
claus, du sprichst die düsen an.
hab die selbe erfahrung wie du, mim us.
wenn der dreck in den düsen gelöst ist, wie entfernst du ihn dann mechanisch schonend ?
Do 17 Aug, 2017 09:32
Heißt es da nich bei den Altvorderen: ein Roßhaar
Ich nehme gerne eine Borste vom Besen.
Do 17 Aug, 2017 10:17
ok. ich schau mal in der dusche nach ...
Do 17 Aug, 2017 10:38
Je nach Düsendurchmesser. Holzstäbchen, Besenborste,Düsenreiniger (ist ein diamantierter Draht, der vorsichtig durchgezogen wird, mehrere Größen an einem Bund, man nimmt die Größe, die die Düse nicht vergrößert)
Mit Vorsicht und etwas Fingerspitzengefühls geht das ganz gut.
Do 17 Aug, 2017 12:38
danke für die rückmeldung euch beiden.
grad die düsenvergrösserung macht mir sorgen.
hab immer meine ölheizungs düsen us gereinigt. aber nach 4-5 jahren is trotzdem schluss, bei dem geraffel.
ähnlich, aber länger ich hinziehend, wirds wohl auch bei gaser-düsen sein.
ist mir physikalisch immer noch ein rätsel, was flüssigkeiten abtragen können.
bei meinen höhlenerlebnissen staunte ich immer wieder über die erosive kraft des wassers am gestein.
über jahrtausende ...
Do 17 Aug, 2017 13:12
Heizöldüsen sind noch ein paar Nummern feiner als Vergaserdüsen. Wen die größer werden und ausfransen liegts häufig an einem Wasseranteil im Heizöl, der Abtrag am Düsenwerkstoff basiert dann auf Kavitation. Das wiederum kann bei Vergaserdüsen nicht auftreten, dazu sind die Stömungsgeschwindigkeiten zu gering.
Was das Ross angeht: Ein Widerborst tuts auch

Hans
Do 17 Aug, 2017 14:07
Ich rede bei den Düsen von Leerlaufluftkanal- und Leerlaufkorrekturkanal- Düsen. Die mach ich mechanisch sauber, ohne daß irgendwas passieren kann.
Die Leerlauf- und Hauptdüsen kauf ich bei Bedarf neu. Kostet fast nix und die stimmen dann wenigstens.
Do 17 Aug, 2017 14:20
Ich zerlege zum Reinigen von Düsen gerne Kupferlitzen. Die Einzeldrähte (oder zu Bündeln gefasst, je nach Durchmesser) haben den Vorteil dass sie einigermaßen steif sind und somit auch bei tief liegenden Verschmutzungen noch geführt werden können, dabei aber weich genug sind um Düsen oder Gehäusebohrungen nicht zu beschädigen.
Powered by phpBB © phpBB Group.
phpBB Mobile / SEO by Artodia.