Ultraschall: was nehme ich nur?

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Re: Ultraschall: was nehme ich nur?

Beitragvon fleisspelz » So 07 Jul, 2013 22:31

Kavitation ist das Grundprinzip der Ultraschallanlage. Das Wissen um die Entstehung von Kavitationsschäden z.B. bei Kreiselpumpen oder anderen schnell im Wasser bewegten Objekten ist letztlich in die Entwicklung des Ultraschallreinigers gemündet. Bei der Reinigung von Gegenständen in Ultraschallbädern wird durch Kavitation Oberflächenschmutz entfernt. Die Kavitation wird durch den Ultraschall erzeugt. Durch den Einsatz speziell abgestimmter Reinigungsflüssigkeiten und eine höhere Temperierung des Bades wird der mechanische Reinigungseffekt des Ultraschalls noch verstärkt.

Abgelöste Schmutzpartikel "tanzen" dann aber gerne auf einem Punkt und sorgen für punktuelle Gefügeveränderung oder lagern sich dort gar wieder an. Dem kann man durch die Kombination einer klar definierten Schwingungs-Frequenz und einer klar definierten chemischen Zusammensetzung der Ultraschallanlage entgegenwirken, und durch häufiges Wechseln der Reinigungsflüssigkeit.

Ich kenne die Technik der winzigen Chinageräte nicht ausreichend, um das beurteilen zu können, traue ihnen aber in etwa soweit, wie ich sie werfen kann....
Verwendet werden bei guten Anlagen üblicherweise Frequenzen von 20 kHz bis 2 MHz. Niedrige Frequenzen um 20 kHz erzeugen Bläschen größeren Durchmessers mit kräftigen Druckstößen, demgegenüber sind höhere Frequenzen um 35 kHz besser zur intensiven und schonenden Reinigung von Oberflächen geeignet. Wie weit und zuverlässig die Frequenzen bei den Nonamern hochgehen bin ich nicht sicher. Die Werksangaben sind häufig recht optimistisch. Die aktuell übliche Frequenz beträgt für Partikel mit einem Durchmesser größer als 1 µm etwa 200 kHz. Der Frequenzbereich oberhalb 400 kHz bis 1–2 MHz wird in der Fachliteratur auch als Megaschall bezeichnet, der Partikel mit einem Durchmesser kleiner als 1 µm optimal ablöst.

Die benötigte Frequenz wird durch die kleinste Öffnung oder Struktur bestimmt, die durch den Schall gereinigt werden kann. Die Wellenlänge im Wasser muss weniger als halb so groß sein, wie der Öffnungsdurchmesser, da der Schall andernfalls nicht eindringen kann und die Oberfläche bliebe für die Schallwirkung glatt und geschlossen.

Der Einsatz von Lösungsmitteln, Säuren oder Laugen unterstützt den Reinigungseffekt von Ultraschallbädern. Allerdings treten auch immer kontraproduktive Effekte auf. Beispielsweise findet bei zu starker Verschmutzung der Waschlösung eine Wiederanlagerung statt. Brennbare Flüssigkeiten werden im Ultraschall niemals als Reinigungsmittel eingesetzt, da durch den Ultraschall immer auch ein Wärmeeintrag in die Flüssigkeit erfolgt.
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Re: Ultraschall: was nehme ich nur?

Beitragvon fleisspelz » Mo 08 Jul, 2013 13:50

alex146 hat geschrieben:
fleisspelz hat geschrieben:... Als Reiniger verwenden wir Alsar 104 in etwa 4%iger Konzentration. Das bekommen wir in 30 Liter Kanistern, was den Preis ordentlich drückt. Alex lässt Dich bestimmt ein Schnapsglas voll abfüllen, wenn Du es ihm heimzahlst... ;-)

Klar logisch kein Problem, und da wir in Bayern sind kanns gerne auch eine Maß sein....


Ich hab im Einkauf nachgeforscht.
Wir bezahlen für den Liter Alsar 104 netto 7 Euro.
Für diesen Preis kann ich interessierten was zum PmP mitbringen.
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Re: Ultraschall: was nehme ich nur?

Beitragvon scheppertreiber » Mo 08 Jul, 2013 14:05

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Re: Ultraschall: was nehme ich nur?

Beitragvon Färt » Mo 08 Jul, 2013 18:39

fleisspelz hat geschrieben:Wir bezahlen für den Liter Alsar 104 netto 7 Euro.
Für diesen Preis kann ich interessierten was zum PmP mitbringen.


..Ja bitte, da hätt ich gerne 1 Liter zum PMP

Danke :smt058

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Re: Ultraschall: was nehme ich nur?

Beitragvon Färt » Mo 08 Jul, 2013 18:52

Boscho hat geschrieben:Was nimmt man denn da so vernünftiger Weise? Und: was kost' mich der Spaß?


Ich hab mir vor ca. eineinhalb jahren Dieses Gerät geholt und bin sehr zufrieden damit.

Hab über ein halbes Jahr nach einem Bandelin Sonorex zum halbwegs erschwinglichen preis gesucht. Entweder war ich zu spät beim ersteigern oder die Preise sind ins uferlose gestiegen. Irgendwann war mir das zu blöd und ich hab mir das Chinateil besorgt und bin bis jetzt sehr zufrieden damit.

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Re: Ultraschall: was nehme ich nur?

Beitragvon Boscho » So 14 Jul, 2013 13:12

Moin!

So - hab mich nun ein wenig weiter umgetan... Erstmal ein paar grundsätzliche Fragen zum Vorgehen:

Verstehe ich das richtig, dass Reinigungsgut - ohne Einhängekorb - direkt in die Ultraschall-Wanne eingelegt werden kann (ein Schutz des Wannenbodens durch eine eingelegte Matte sei mal vorausgesetzt)?

Ist eine Beheizung der Reinigungsflüssigkeit (bzw. das Befüllen des Gerätes mit vorgeheizter Flüssigkeit) anzuraten oder wird das überbewertet?

Von Bandelin Sonorex gibt es aktuell Geräte mit Drehreglern und alternativ digital zu bedienende Apparaturen. Was ist vom praktischen Standpunkt aus vorzuziehen? (Die digitalen sind billiger, was meinem Geldbeutel entgegen käme. Aber es wird sicher einen Grund haben, warum auch die teureren analogen noch im Programm sind...)

Außerdem stolpert man ja haufenweise über andere Anbieter als Bandelin Sonorex. Mir war unter anderem die Firma Emag aufgefallen (http://www.emag-germany.de/de/products/ ... ultrasound). Für den nur gelegentlichen Einsatz tauglich? Preislich liegen die ja doch deutlich unter dem Ultraschall-Cermedes...

Für den Modellbahnbereich brauche ich eine Wannengröße von etwa 18 x 5 cm; es wird also aller Wahrscheinlichkeit nach ein Gerät mit 2 bis 3 l Wannen-Inhalt werden müssen.

Dankbar für weitere Anratungen,
B.
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Re: Ultraschall: was nehme ich nur?

Beitragvon fleisspelz » So 14 Jul, 2013 13:44

Nach meiner Erfahrung tut es dem Gerät nicht gut, wenn irgendwas, egal was es ist, flächig auf dem Boden liegt, weil zwischen die Fläche und den Boden winzige Fremdkörper (schliesslich willst du Dreck ablösen, der ist dann ja abgelöst im Bad) gelangen und dort Materialveränderungen verursachen können, weil sie kwasi auf der Stelle tanzen.

Ob Du die Reinigungsflüssigkeit außerhalb oder innerhalb des Ultraschallgerätes aufwärmst ist der ziemlich egal. Schmutz lässt sich häufig bei höherer Temperatur besser lösen. Frag mal Deine Frau :-)
Ergo: Wasser erhitzen können ist gut, wenn man das aber auch im Teewasserkocher machen kann, dann muss der Ultraschaller nicht zwingend eine Heizung haben. Ansonsten tuts auch der Campingtauchsieder.

Die Drehregler sind für jeden Cretins-Aushelfer intuitiv, wogegen die digitalen halt elektronisch sind. Das ist in der Industrie und in Labors eher ungewünscht, weil man sich dann mit dem Gerät beschäftigen muss. Will man nicht. Man will es nutzen.

Mit Geräten, die nicht Bandelin heissen kenne ich mich nicht aus
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