Servus Leut,
ich suche eine Explosionszeichnung usw. von einem Fahrradhilfsmotor der 50er Jahre, der von den "Junior Fahrradwerken" Graz-Puntigam auf Lohmann-Lizenz hergestellt wurde. Wers nicht kennt, für den hätt ich folgende Informationen. Mehr woaß i aa ned.
Die „Junior“- Fahrradwerke im österreichischen Graz-Puntigam stellten ab 1953 den gleichnamigen Fahrradhilfsmotor her. Dieser Motor wurde in Lizenz der Lohmann-Werke gebaut, davon zeugt auch der Schriftzug auf dem Getriebedeckel. Die Konstrukteure bei Junior haben an dem Grazer Ableger erhebliche Veränderungen vorgenommen, die nicht nur das ungewöhnliche Aussehen betreffen. Der ganze Motor wurde quasi komplett neu konstruiert. Dabei wurden fast alle Fehlerquellen ausgemerzt, die dem ursprünglichen Lohmann anhafteten. Sämtliche Teile des Innenlebens, wie z.B. Kolben, Laufbuchse, Kurbelwelle und das Vorgelege wurden verstärkt, der Hubraum sowie die Leistung erhöht.
Der Junior hatte somit einen Hubraum von 22 ccm, eine Bohrung von 30 mm und eine Leistung von 1 PS bei 6000 U/min.
Die Grazer Konstrukteure haben das geschafft, was den Bielefelder Kollegen lange verwehrt blieb. Sie schafften es, den Selbstzünder standhafter und ausgereifter zu fertigen. Wenn die Bielefelder den Lohmann-Motor von Anfang an so entwickelt hätten wie die Österreicher, dann wäre ihnen sehr viel Ärger erspart geblieben. Es wäre durchaus möglich gewesen, dass im diesem Falle die Lohmann-Werke mehr Motoren mit weniger Anfälligkeiten hätten verkaufen können.
Serienmäßig wurde der Junior von vornherein so ausgeliefert, dass er mit Petroleum oder Benzin betrieben werden konnte. Deshalb verfügte der Zylinder -wie bei dem Benziner von Lohmann- über einen separaten verrippten Zylinderkopf zur besseren Kühlung. Der Junior war aber auch als reiner Petroleummotor erhältlich, dieser hatte dann anstelle des verrippten Zylinderkopfes einen normalen Verschlussdeckel. Die Junior-Motoren wurden von Werk aus mit einer Reibrolle aus Stahl ausgeliefert, die bei schlechten Wetterverhältnissen und Steigungen sehr hilfreich war.
Lange war der Junior nicht auf dem Markt, da die Hilfsmotoren-Ära langsam zu Ende ging, und außerdem das Werk durch einen Großbrand zerstört wurde. Insgesamt gab es bei Junior drei Großbrände, danach wurde das Werk von einem Unternehmen aus den USA übernommen. Dieses Unternehmen ging 1975 zu Grunde, und somit auch die Marke Junior.
Von den Junior-Motor wurden um die 10 000 Stück gefertigt.
Hier Fotos und mehr, recht weit unten:
http://lohmann-motoren-werke.de/44424.html
Merci,
Hans
