Kleine Elektrikgeschichte

Hier geht es um AiA-taugliche Motoren, Maschinen, Fahrzeuge. Wyrdiges Zeug kwasi :D

Kleine Elektrikgeschichte

Beitragvon motorang » Mo 03 Feb, 2014 20:24

Gestern abend musste ich mit dem MZ-Gespann ohne Licht und BLinker etc heimfahren. Wenn ich nur auf Zündung fuhr dann konnte ich nach zwei km das Standlicht einschalten aber es wurde immer schwächer.
Nur der Motor lief dank Powerdynamo-Magnetzündung brav. Hurrah.

OK, wahrscheinlich Akku komplett leer. Aufgeladen.
Heute in die Arbeit gefahren, alles fein.
Am Heimweg: alles finster, kein Mucks. Irgendwie im Windschatten eines beleuchteten Autowagens heimgeschummelt.

Dann mal geschaut: Prüflampe raus, zwischen die Batteriepole gehalten: leuchtet. Gut, die Batterie hat Saft. Zuleitung bis zur Sicherung auch OK. Danach keine Spannung mehr - also Hauptsicherung hin.
Neue Sicherung rein. Zündung an, alles geht. Blinker Bremslicht Hupe fein.
Standlicht an -funzelt nur und die Sicherung wird heiß.

Beiwagenstecker abgesteckt: alles geht wie es soll.
Also ist der Kupferwurm im Lichtkreis am Beiwagen.

Beide Beiwagenleuchten aufgeschraubt, beide Birnen raus, bei beiden Birnen Kabel gecheckt, nix auffällig. Es bleibt dabei: Am Solomopped geht das Standlicht einwandfrei, sobald der Beiwagen dazu angesteckt wird gehen die Lampen auf 1/3 Helligkeit.
Nachdem es auch ohne Beiwagenbirnen so ist, muss zwingend ein Masseschluss in der Plusleitung vom Beiwagenstecker zu den Birnen sein. Die verläuft komplett eingefroren unter dem Boot und dann auf dem Kotblech in einer Zierleiste von vorne nach hinten.

Abbruch. Den Lichtstecker aus dem Multistecker-Gehäuse gezogen, alles zusammengesteckt, Leuchten wieder zusammengebaut, Sicherungskasten etc etc etc

Mopped läuft, Bremslicht, Blinker - nur die Positionslampen am Seitenwagen nicht. Das muss jetzt so tun bis zum Wochenende, vorher komm ich da nicht dran - in der Werkstatt steht noch das andere Ggespann ohne Hinterrad das ich heute beschrauben wollte ... aber jetzt ist mir nur noch kalt. Der ganze Zauber fand im Schnee mit Stirnlampe statt, knapp zwei Stunden lang. Die Couch ruft, und eine warme Decke ...

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der das fast in den Jammerfred geschrieben hätte :wink:
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Re: Kleine Elektrikgeschichte

Beitragvon Richy » Mo 03 Feb, 2014 20:52

Als ich vor ein paar Tagen meinen Seitenwagen ans Schweinchen schraubte, guckte mich die alte, völlig verpfriemelte Elektrik an. Lüsterklemmen, verlötete Stecker, Panzertape, Murksstrippen usw. Ach ja, ich war Studi und hatte damals kein Geld. Nach dem Studium ersetzte ich die komplette Motorradelektrik, "vergaß" aber den Seitenwagen. Mir wurde kurz schlecht, ich schloß alles an und es funktionierte. Naja, da hab ich dann wieder die Pfoten von gelassen. Falls ich aufm Eisarsch-Trip einen elektrischen Totalausfall hinleg, wisst ihr, warum. :-D

Auf einer Tour mit der Renntax legte ich ein paar Mal einen Komplettausfall (inkl. Motor) hin, jedesmal war die Hauptsicherung durch. Nachdem ich am Straßenrand jedesmal alles auf Kupferwürmer hin kontrollierte und mir langsam die Sicherungen ausgingen, kam ich irgendwann mal auf die Idee, im Seitenwagen unter dem Sitz nachzuschauen. Dort befindet sich (original) ein Verteiler für die Seitenwagenbeleuchtung. Und mein Wagenheber, der dort einen Kurzen verursachte. Das erklärte mir dann auch, warum die Ausfälle immer in Linkskurven auftraten. :smt005

Seitenwagen sind teuflisch!

Gruß,
Richard
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Re: Kleine Elektrikgeschichte

Beitragvon Dreckbratze » Mo 03 Feb, 2014 22:31

wir haben mal ewig nach nem faulen in der es - elektrik gesucht und irgendwann das teil verzweifelt dem stefan hingestellt. selbst der hat mehrere tage gebraucht um zu merken, dass die ladekontrollleuchte selbst nen kurzen hatte.....
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Re: Kleine Elektrikgeschichte

Beitragvon Roll » Di 04 Feb, 2014 00:55

Richy hat geschrieben:Falls ich aufm Eisarsch-Trip einen elektrischen Totalausfall hinleg, wisst ihr, warum. :-D

Nimm eine gescheite Hirnbirn mit, das reicht bestimmt für Rennviecher :wink:
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Re: Kleine Elektrikgeschichte

Beitragvon motorang » Di 04 Feb, 2014 05:24

Ich hab zum Testen statt der Sicherung eine fette 50W-Halogenlampe angesteckt. Da gehen dann etwa 4 Ampere drüber und man kann trotzdem testen wenn man ein wenig mitdenkt.
Die Elektrik vom Seitenwagen hab ich schon mal komplett neu gemacht. Keine Lüsterklemme mehr. Ich nehme an eine Scheierstelle von einem Kabel die jetzt mit der ganzen Eisregengeschichte schlagend wurde ...

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Re: Kleine Elektrikgeschichte

Beitragvon junakreiter » Di 04 Feb, 2014 09:30

Die E-Motoren - und Trafowickler brennen Masseschlüsse mit ausreichend Strom weg :-)

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Re: Kleine Elektrikgeschichte

Beitragvon motorang » Di 04 Feb, 2014 09:37

Die Hauptsicherung die da flog hat 30 Ampere. Da war kein SBQ-SIgnal vom Beiwagen zu erkennen :D
Wenn ich da mehr Amp draufgeb brennt es möglicherweise woanders die Leitung weg. Lieber nicht.

Bin heute ganz fein in die Arbeit gezweitaktet, mit Licht und allem. Beiwagenbeleuchtung wird im Stadtverkehr überschätzt ...

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Re: Kleine Elektrikgeschichte

Beitragvon keulemaster » Di 04 Feb, 2014 09:44

Nachdem es auch ohne Beiwagenbirnen so ist, muss zwingend ein Masseschluss in der Plusleitung vom Beiwagenstecker zu den Birnen sein. Die verläuft komplett eingefroren unter dem Boot und dann auf dem Kotblech in einer Zierleiste von vorne nach hinten.


war damals bei mir auch, ich habe anstelle beiwagenmasse - Minusleitungen neu gezogen. Beim Neuverkabeln von Beiwagen werde ich das auch wieder machen.
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Re: Kleine Elektrikgeschichte

Beitragvon motorang » Di 04 Feb, 2014 09:58

Die Masseleitungen vom Beiwagen sind selbstverständlich bereits mit separatem 2,5 mm2-Kabel realisiert! Alles andere ist bei Winterbetrieb Unsinn ...

Mein Problem ist ein anderes: die Birnen haben nicht zu WENIG Masse (sonst würde ja nur das Beiwagenlicht schlecht leuchten). Die anderen Verbraucher (Blinker) funktionieren ja perfekt und hängen an der gleichen Masse, im Rücklicht sogar an derselben Masse (Birnen stecken im selben Blech).

Das Problem ist dass die Plusleitung zum Licht irgendwo durchgescheuert ist, somit ein beginnender Kurzschluss etwa 30 Ampere aus dem Bordnetz saugt, und ALLE Lichter und anderen Verbraucher am Gespann dann durch den Spannungsabfall zu wenig Spannung bekommen, und die Batterie sehr schnell ausgeleert wird (oder die Sicherung fliegt).

Ich konnte also mit ausgeschaltenem Licht in der Dämmerung heimfahren, oder das Licht einschalten und mit etwa 5-6 Volt noch einen Kilometer zurücklegen (Licht orange) bis die Sicherung schmolz und ich wieder unbeleuchtet war. Beides nicht klasse ...

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Re: Kleine Elektrikgeschichte

Beitragvon Shikamaru » Di 04 Feb, 2014 10:36

Erinnert mich an den Auslöser für meine MZ Pause, nur das das im Sommer begonnen hat. In die Firma war alles OK, beim Heimfahren dann anstarten, losfahren und PENG, Sicherung durch. Ersatzsicherung rein, anstarten, los und PENG, die in der Werkstatt geschnorrte Sicherung durch. Sicherung durch Kabelstück ersetzt und heimgetorkelt - dort ist die andere Sicherung verstorben. Nur hat es bei mir die Batteriehauptsicherungen gekillt, ob zuerst + und später - oder umgekehrt kann ich mich nicht mehr erinnern. Wo genau der Wurm lag konnte ich nie genau feststellen, egal Motorrad und Beiwagen wurden über einen längeren Zeitraum neu verdrahtet, der BW hängt jetzt mit einem hübschen AHK-Stecker am Motorrad und ich bin wieder glücklich.
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Re: Kleine Elektrikgeschichte

Beitragvon fleisspelz » Di 04 Feb, 2014 10:44

Bei der AWO ist mir in extrem unregelmäßigen Abständen die 25 A Hauptsicherung verraucht. Mal schon nach 2 km bester neugebauter Asphaltstraße, mal nach 150 km wirresten Hoppelwegen und Schotter noch nicht. Mal beim Bremsen, beim nächsten Bremsen wieder nicht. Mal in Kurven mal auf der Graden, bei Regen und bei Sonne.
Es lag an einem Bremslichtschalter der Fußbremse in Kombination mit einem Kurzen im Bremslicht. Beim Bremsen mit Handbremse ist alles schön, weil die Handbremse keinen Geber hat. Wenn man hinten bremst, fliegt die Sicherung, aber nur wenn der teilkorroierte Schalter grade Strom durchlässt....
..........................
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