von Dominik » Mo 05 Jan, 2015 13:53
Hallo,
vielen Dank für euer Angebot eurer Unterstützung im Fall eines Falles. Ich muss gestehen, dass ich eure Zuschriften zwischen 29.12. und 3.1. nicht mehr gesehen hatte. Und auf dem Foto mit Gitti: Weshalb mach ich solch dicke Backen? Hab doch gar nicht von der Wurst gebissen....Ach so: Und ein gutes Neues!
Also: Wir sind heile zurück, gestern Abend um 3/4 sieben. Schön war´s! Kalt und nass, anfangs schneereich und glatt aber auch mit den Schönheiten, die eine Winterlandschaft so feilbietet!
Hier habe ich einen knappen Reisebericht, ein Provisorium. Die Fotos werden folgen, versprochen. Dauert vielleicht ein paar Tage, sorry...:
Di. 30. Dezember 2014: 1. Anreisetag komplett über Landstraßen
Die Strecke: Via Strohgäu, Pfälzerwald, Pfälzer Bergland, Hunsrück, Moseltal, Südeifel, Eifel, Schneifel
bzw. über Vaihingen / Enz, Bruchsal, Speyer, Kaiserslautern, Sien, Kirn, Kirchberg, Zell an der Mosel, Wittlich, Bitburg, Waxweiler, Prüm und viele andere nette Dörfer, die in einen weißen Wintermantel gehüllt waren.
Gleich morgens bei Abreise in Stuttgart Schneefall, kalter Wind und geschlossene Schneedecke. Die zwei Tage zuvor hatten die TS und ich bereits im Stuttgarter Umland etwas zu kämpfen. Viertel vor acht ging es im Dunkel los. 120 km weit hatten es die MZ TS 250 & ich arg winterlich erwischt, waren doch die Bundesstraßen 10, 35 und 36 meist zugeschneit. Es schneite kräftig und es stürmte, Schneeverwehungen ließen die Schneepracht waagrecht daher tanzen. Bei Vaihingen / Enz, Illingen stieß ich mir den linken Fuß an einem großen und harten Eisbollen, der der Kotflügelunterseite eines LKW entwichen sein muss und auf der Mittelllinie lag, an. Autsch! Ab Speyer wurde es angenehmer. In Pfälzerwald, Hunsrück, Moseltal und Eifel lag kräftig Schnee aber die Straßen waren alle geräumt und nass. Die TS und ich bekamen viel an Nässe und Streusalz ab. Kalt war es und die Füße litten etwas. Aber wir wurden mithilfe einer wundervollen Schneelandschaft entschädigt.
In Prüm in der Eifel in einem Gasthof übernachtet, abends um fünf nach 412 Kilometern dort angekommen.
Mi. 31. Dezember 2014: 2. Anreisetag nach Brüssel, weiterhin komplett über Landstraßen.
Via Schneifel und Hohes Venn
bzw. über Prüm, Losheim, Malmedy, Bütgenbach, Stavelot, Tinlot, Huy, Tienen, Koorbeek-Lo, Leuven, Nossegem, Zaventem, Diegem.
Wieder eine fantastische Winterlandschaft, die wir da befuhren. Viel Schnee in der Eifel und auf dem Hohen Venn. Nach der Belgischen Grenze zum Teil starker Nebel und Schneefall, der aber nicht lange anhalten sollte. Alle Straßen waren frei aber nass. Zirka 80 Kilometer vor Belgien wurden die Wiesen wieder grün (und die Bäume kahl) – es lag keinerlei Schnee mehr.
Um ¾ drei nachmittags kamen wir am Holiday Inn in Diegem an, das ist nahe dem Flughafen Brussel-Zaventem. 222 Kilometer waren es von Prüm bis hierher, was eine Summe von 634 Anreise-Kilometern ergab.
Ich packte alle meine Sachen ab, die vom Streusalz und Straßendreck stark gezeichnet waren. Ebenso meine Motorradhose und die Stiefel, die diesen weiß-grauen Schleier trugen.
Am Abend ging es mit dem Zug und der Metro nach Brüssel hinein.
Do. 1. Januar 2015: Ein gutes Neues! Mit der MZ mittags und nachmittags kreuz und quer durch Brüssel gefahren.
Etwas mühsam: Immer wieder rechts ranfahren und auf den Stadtplan schauen, sich die zu Straßen merken…Tja – mit diesen Konsequenzen muss ein Navi-Verweigerer eben leben. Ist aber auch nett, die Menschen nach dem Weg zu fragen. Und oft trat jemand hilfsbereit an mich heran, wenn ich mit der MZ am Straßenrand stand und nach dem Weg schaute. Unterhalb des Atomiums im Stadtteil Heizel fiel mir die Digikamera herunter. Beinahe wäre sie futsch gewesen. Blessuren trug sie davon aber ich bekam sie wieder in Gang.
Fr. 2. und Sa. 3. Januar 2015: Mit dem Zug, der Metro und der Tram in Brüssel unterwegs.
Sonntag, 4. Januar 2015: Heimreise Brüssel – Stuttgart. Diesmal zu 80% auf der Autobahn.
Die Strecke: Autobahnen A3 und A27, A60, A1, A62. Bundesstraßen B10, B35, B27.
Via Liege, Verviers, Malmedy, St.Vith, Prüm, Wittlich. Ab Pirmasens via B10 über Landau / Pfalz, Speyer B9 auf die B35 durch Bruchsal und Bretten. B10 Vaihingen/ Enz und quer durch Stuttgart via Pragsattel und die Weinsteige auf die Filder-Ebene. 573 Kilometer.
Mit einem Technik-Problemchen ging es los:
Nach dem Frühstück im Hotel und bevor ich die TS bepackte, wollte ich sie testen: Batterie leer!! Der Funke mickrig und die Kotrollleuchten leuchteten schwach. Unerklärlich. Keinen Muckser machte sie. Auch später, als der Hausmeister des Holiday Inn-Hotels mir beim Anschieben half. Nun habe ich immerzu auf Reisen so viele sinnvolle Ersatzteile anbei und nun diese Kleinigkeit. Vor Abreise hätte ich beinahe das Ladegerät auf die Reiseliste geschrieben. Hätte ich doch nur… ADAC rufen? Nein, denn der nette Hausmeister holte den Fahrer des Shuttlebusses herbei, der bereits die Überbrückungskabel in der Hand hielt! Zwar war es etwas schwierig, diese großen Zangen-Pranken à la LKW mit dem Sicherungskasten der MZ TS in Connection zu bringen – aber es funktionierte dann doch. Und nach einem Tritt lief sie, als ob nichts gewesen wäre. Der Hausmeister und der Shuttlebusfahrer lachten. Etwas ungläubig hatten sie vernommen, dass ich mit der MZ hier nach Stuttgart zurück wollte. Merci beaucoup, euch beiden! Vorsichtshalber fuhr ich immerzu mit Standlicht, ist ja auf der Autobahn kein Problem. Erst nach 501 Kilometern um 17.32 Uhr schaltete ich das Volllicht an. Das war bei Bretten auf der B35, obwohl es bereits seit einer halben Stunde dunkel war. Aber es lief alles ok, wir kamen daheim an.
Erst um ¾ elf ging es los, um ¾ sieben am Abend waren wir nach 573 km daheim angekommen.
130 Kilometer weit war es frostig aber leicht sonnig. Noch vor der Belgisch-Deutschen Grenze wurde es kälter, schneereich und neblig (Hohes Venn), es lag viel Schnee in Eifel, Moseltal und Hunsrück, aber wieder waren die Bahnen frei wenn auch salzig-nass. Wir erfreuten uns an den Winterbildern. Erst nach Pirmasens und dem Pfälzerwald, ab Landau/Pfalz, war kein Schnee mehr zu sehen. Und es wurde etwas wärmer. Die erste echte Pause machte ich um viertel fünf nach 450 Kilometern, 22 km vor Speyer am Straßenrand. Der Tee, am Morgen eingefüllt, war noch warm. Halb fünf wurde es langsam dunkel. Weiter.
Vor Bretten, auf der B35, ging linker Hand der Vollmond auf. Im berühmten Herzel, wo vor fünf Tagen noch ein Schneesturm tobte, saß ein Trucker am Fenster. In Stuttgart, auf der Heilbronner Straße vorm Hauptbahnhof reckte der Beifahrer eines Autos den Kopf aus dem Fenster und rief: „Ihr Nummernschild!“. Ich sagte ihm, dass ich weiß… Es war wieder daran, auseinander zu brechen, die linke Hälfte klappt munter im Strom des Fahrtwindes umher. Dieses hat beinahe 150.000 Kilometer und über sieben Jahre an dieser MZ gehangen, es darf gezeichnet sein. Ich werde wohl doch ein neues montieren.
Daheim angekommen, das Gepäck aufgeräumt, den Rest an Thermoskannen-Kräutertee zu mir genommen. Er war noch leicht lauwarm, während das Shampoo und das Duschgel im Kulturbeutel saukalt waren, als ich sie neben die Badewanne stellte.
Alles klar! Viele Grüße und bis bald,
Dominik