Schweißgerätfrage

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Schweißgerätfrage

Beitragvon koarrl » Fr 12 Dez, 2014 13:14

Ich hab zuhaus ein mittlerweilen gut 25 Jahre altes MIG-Schweißgerät der seligen Firma Erhart, Wien.
Das war damals das fetteste Einphasige mit 160A Schweißstrom.
Jetzt hab ich wieder eine volle Schutzgas-Mietflasche und meine, daß das Teil früher mehr Strom/Hitze gekonnt hätte.
Drin ist eine noch nicht näher untersuchte Retro-Primitivelektronik (Punktschweißtiming) und ein guter alter Trafo
mit viel Gewicht. Strom ist in 6 Stufen schaltbar, wie auch immer.

Besitzt zufällig jemand hier so ein Gerät und kann Erfahrungswerte liefern?
Sonst muß ich mal aufschrauben und die Funktion der Strom-Einstellung checken.
Spinnwebverhangen und kondenswasserversifft, alles wird möglich sein.

Jedenfalls hat sich damit früher ein Stahlprofil a la Zaunsteher tadellos schweißen lassen, heute gibts damit nur noch
traurige Würsteln ohne Bodenkontakt auf Stufe 6... Hmm.. vielleicht ist eh nur eine Gleichrichterdiode ex??

k.
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Re: Schweißgerätfrage

Beitragvon Lederclaus » Fr 12 Dez, 2014 14:11

Vielleicht solltest Du dein Gerät mal bei einem Fachbetrieb warten lassen. Sowas ist meistens erstaunlich preiswert und das Ding schweißt im Anschluß so wie am ersten Tag.
Ich hab für die Generalinspektion mit neuen Transportrollen, neuen Schlauchinnereien, neuen Düsen, Durchmessen der Elektronik, elektrisches Prüfzertifikat (59,-- plus Steuer, brauch ich als Gewerblicher), Probeschweißen und wasnichtalles 175,-- incl Steuer bezahlt und das Gerät ist nicht wiederzuerkennen. Wie neu. Ohne das Zertifikat wären es nur knapp über 100 Euro gewesen. Dafür, daß ich schon einige Stunden ohne Erfolg daran rumgedoktert hatte, war das ein wirkliches Schnäppchen.
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Re: Schweißgerätfrage

Beitragvon sejerlänner jong » Fr 12 Dez, 2014 14:41

Wir hatten jetzt ein vermutlich ähnliches Problem. Die Menge Schweißdraht war für den Schweißstrom viel zu viel. Es wurde nur auf das Material "geklebt". Schweißarbeiten am Auto gingen mehr schlecht als recht auf Stufe 5 von 6.
Vater hat dann entdeckt dass an einem Kondensator der Kabelanschluss nicht mehr perfekt war. Das war alles. Bei Stufe 5 kann jetzt wieder 5mm dickes Material geschweißt werden.
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Re: Schweißgerätfrage

Beitragvon koarrl » Fr 12 Dez, 2014 15:51

@ lederclaus: danke, bin selber ein nichtgewerblicher Fachbetrieb, sozusagen ;-)
Und das Teil ist dermaßen sperrig bzw. sein Weg zum Auto so weit, daß mir allein beim Gedanken an Transport ybel wird.

@ siegerländer buam:
Die Schweißdrahtvorschubgeschwindigkeit ist natyrlich ein Kriterium. Bei meinem Gerät von Schnecke bis Windhund verstellbar.
Schneckentempo geht noch eher, allerdings reißt da der Lichtbogen zwischendurch gerne mal ab, mit vorstellbarem Ergebnis.
Früher ging das viel besser - das ist auch an meinen alten Gartenzaunmachwerken erkennbar.

Das letzte gelungene Teil war die Enfieldkupplungsausrück-Kugeldruckplatte (eine haar- und hirnrissige Electra-Merkwyrdigkeit).

Hoffe somit auf leicht auffindbaren Übergangswiderstand, feuchtigkeitsverursacht. Oder kaputten Leistungshalbleiter, mit Hausmitteln meßbar.
Danke jedenfalls, Freunde, and stay tuned!
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Re: Schweißgerätfrage

Beitragvon sejerlänner jong » Fr 12 Dez, 2014 17:32

Hallo Koarrl

Wir hatten nicht mehr Draht als früher. Der ließ sich auch regeln. Es fehlte der "Dampf".
Von den Innereien des Geräts habe ich keine Ahnung deswegen musste der Vater ran. Der hat dann ruck zuck gesehen was nicht ok war und hat mir was von diesem Kondensator gesagt. Mehr kann ich leider nicht mitteilen.

Viel Erfolg
Karsten
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Re: Schweißgerätfrage

Beitragvon motorang » Fr 12 Dez, 2014 18:25

Lieber Koarrl
lies hier: viewtopic.php?f=13&t=11091&p=203543&hilit=iskra#p203543

Ich hab aus meinem ein paar Teile ausgebaut (15 kg Drahtspule, Schlauchpaket ...) und dann konnte ich es per Schaltafel ins Auto rollen ...

Gryße!
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Re: Schweißgerätfrage

Beitragvon KNEPTA » Fr 12 Dez, 2014 19:42

Könnt auch die Masse im Gerät vom langen Stehen wegoxydiert sein.

Hatte ich schon mal. Neuer Kabelschuh und gscheit angeschraubt.

Nur so zum Nachschauen bevor es teuer wird....

Uwe
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Thread-Wiedererweckung: Schweißgerätfrage/Heavy Metal

Beitragvon koarrl » Di 10 Mär, 2015 13:13

Hab es endlich geschafft, am WoEnd die Kiste zu öffnen und dem Ursach auf den Grund zu gehen.
Ein schlichter einphasiger Brückengleichrichter, aus 4 x je 3 parallelen Uralt-Siliziumdioden bestehend, erwies sich als halb-hinich.
Soll heißen, deren Parallelschaltung mittels gelöteter Sammelbleche ward teilweise unterbrochen/abvibriert durch mechanisches Gebrummel oder Ähnliches.
Und eine der eingepreßten Dioden hatte gar einen im Glasisolator frei drehbaren Anschlußdraht.
De facto wurde so aus der Zweiweg- eine Einweggleichrichtung, womit der kontinuierliche Stromfluß nicht mehr ordentlich gegeben war,
Spritz- und Spuckverhalten trotz Voll-Schutzgas neben halbierter thermischer Wirkung waren somit die Folge.

Für Eggsberden: der Graetz an der Sekundärseite des SEHR SCHWEREN Trafos lädt einen SEHR FETTEN Alu-Elko,
der dann den Schweißgleichstrom über eine ZIEMLICH KLOBIGE Glättungsdrossel zum Zielort schickt.
Ansunsten waren keine offensichtlichen Korrosionsprobleme oder thermisch-schmurgelnde Hochohmigkeiten zu sehen.

Nun denn, Ersatz kommt per ebay. Ich werd wohl eine Dreier-Diodengruppe aus Symmetrierungsgründen komplett tauschen müssen.
Das ist mal die billigste Lösung fürs erste, möge die Ybung gelingen. Wenn nicht, wird der Graetz halt en bloc ersetzt.

Es handelt sich jedenfalls um eine sauschwere Kiste auf Rädern, Baujahr 1987 (Erhart-Wien, selig), die bereits jetzt erste Schwächen zeigt.
Ich erwäge darum, Kollegen ölfinger wegen Garantieanspruchs-Beratung beizuziehen ;-)

k.
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Re: Schweißgerätfrage

Beitragvon koarrl » So 15 Mär, 2015 11:01

Um den Monolog zur Erleichterung und Freude der stillen Mitleserschaft zu beenden:
HURRA! Das war's. Er schweißt wieder, leise zischelnd statt böse brummelnd, mit ruhigem, kräftigem Lichtbogen.
Reparaturkosten: 3 Stück passende Kraftdioden plus Versand um 21,70 Öre.
Das Einpressen geschah mittels Schraubstock, zweier Stecknysze als Druckstücke und Feingefühl.
Wiederverlötung mit 100W-Lötkolben.
Den Bearbeitungsspuren nach hat der selige Erhart das damals genauso gemacht ... jetzt sollte die nächsten 25 Jahre wieder a Ruh sein.

k.

Dank den Tippgebern für die Anteilnahme - und wieder wurde ein Stück Alteisen gerettet!
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Re: Schweißgerätfrage

Beitragvon lallemang » So 15 Mär, 2015 11:58

Wenn der Kram tun tut, macht's einfach mehr Spa§, :D :smt023
Wherever You Go There You Are :gruebel:
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Re: Schweißgerätfrage

Beitragvon Boscho » Sa 21 Mär, 2015 15:32

Schad drum dass' repariert is'. Es ist zwar immer ein Krampf, wenn was kaputt ist. Aber bei dir liest sich das so unterhaltsam... :D
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Re: Schweißgerätfrage

Beitragvon Lindi » Sa 21 Mär, 2015 17:26

Boscho hat geschrieben:Schad drum dass' repariert is'. Es ist zwar immer ein Krampf, wenn was kaputt ist. Aber bei dir liest sich das so unterhaltsam... :D

stimmt! :)
Beste Grüße

Dirk

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Re: Schweißgerätfrage

Beitragvon lallemang » Sa 21 Mär, 2015 21:43

Ich wei§ nicht mehr wer, aber er hat geschrieben:Der Herr bewahre mich vor meinen Freunden, meine Feinde kenne ich.
:D
Wherever You Go There You Are :gruebel:
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