Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Hier geht es um AiA-taugliche Motoren, Maschinen, Fahrzeuge. Wyrdiges Zeug kwasi :D

Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon Jonas » Mo 19 Aug, 2019 22:49

Wird schon gut warm, ja. :gruebel:

An Dampfblasenbildung dachte ich auch. Schwer zu sagen, hab keine Erfahrung bei dem Thema. Der Vergaser ist ordentlich vom Zylinder entkoppelt, meine ich. Die Schwimmerkammer, hm... ob´s da zu warm wird in der Enge?

lallemang hat geschrieben: Falls kochender Vergaser auszuschlie§en wâr', vielleicht mal einen Versuch mit "extra gro§em" Ventilspiel?

Bisschen Ventilspiel vergrößern, ok. Könnt´ ich mal probieren!

IMGP1193.JPG
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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon koarrl » Di 20 Aug, 2019 07:33

Jonas, ad Dampfblasen (betrifft Electra 500 mit Retro-Amal-Versager):

damit hatte ich auch bis vor kurzem keine Erfahrung. Mir war die Asbestplatte (ca. 3mm) zwischen Vergaser und Ansaugstutzen zerbröckelt, und zum Erhalten der Montierbarkeit (very special bolts in between) hatte ich eine gleich dicke Aluplatte gebastelt.
Seitdem verhielt sie sich zickig: bei Ampelstopps ab ca. 1 Minute Absterben bei Standgas, Ankick-Verweigerung, Streßßß, hupende Zeitgenossen.
Letztens kaufte ich eine 4mm dicke Hartgewebe-Platte (Phenolharz, aus alten Ost-Radiobauer-Beständen anscheinend).
Daraus das Zwischenplättchen geschnitzt, und alles ist wie vorher! Perfekt. Wirkt Wunder.
Wie ich hörte, gibt es in der SR/XT-Welt Wärmestrahlungs-Abschirmbleche zwischen Motor und Vergaser. Vermutlich auch eine gute Idee.
Solange der Bock fährt, kühlt sich der Vergaser durch Verdunstung hinreichend. Im Stand wenig Verbrauch und viel Hitze. Jaja.

Dies nur zu deiner Inspiration. & Gruß, k.
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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon Jonas » Di 20 Aug, 2019 08:01

koarrl hat geschrieben: Wie ich hörte, gibt es in der SR/XT-Welt Wärmestrahlungs-Abschirmbleche zwischen Motor und Vergaser. Vermutlich auch eine gute Idee.

Mal schauen, vielleicht bastel ich mir da was. Der Hertweck hat dazu auch einiges geschrieben, meine ich. Vor allem, wie man es nicht macht. :gruebel:

koarrl hat geschrieben: Mir war die Asbestplatte (ca. 3mm) zwischen Vergaser und Ansaugstutzen zerbröckelt (...)

Da hat die Enfield irgendein dickes, braunes Zwischenstück montiert. Sieht man auf dem Photo nicht so gut. Ich reich heute mal ein besseres Bild nach.

Danke, koarrl! :smt023

koarrl hat geschrieben: bei Ampelstopps ab ca. 1 Minute Absterben bei Standgas, Ankick-Verweigerung, Streßßß, hupende Zeitgenossen.

Jo. Hatte ich gestern auch einmal. :fiessgrinz: :omg: Bisschen Action.
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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon Zimmi » Di 20 Aug, 2019 09:18

koarrl hat geschrieben:Wärmestrahlungs-Abschirmbleche zwischen Motor und Vergaser

...gibt's sowohl in der SR-/XT-Welt als auch in der Russen-Welt. Sie nützen vor allem dem Verkäufer. :omg:
Eine gescheite Wärmeentkopplung des Zergasers ist definitiv hilfreicher. Siehe Alu vs. Phenolharz-Platte - Alu leitet prima die Wärme an den Zergaser weiter, das Phenolharz-Gedöns nicht. Der Russenfahrer bastelt sich vergleichbare Platten zwischen Kopf und Gaser, oder nimmt zwei Dichtungen statt einer.

Grysze, Michael
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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon Jonas » Di 20 Aug, 2019 20:49

Heute beim Ankicken: Bisschen wenig Kompression! Da pfeift was durch. Ventilspiel geprüft und festgestellt, dass der Einlass keinerlei Spiel mehr hatte bzw. das Ventil nicht mehr richtig schloss. Auslass war ok. :omg: Ob´s da Folgeschäden geben kann? Ein nicht richtig schließendes Auslaßventil wäre schlimmer, denke ich?! Könnte ggf. verbrennen.

Ich kapiere es nicht, hab da irgendwo ´nen Knoten im Hirn. Irgendwas muss sich gestern im Laufe der Tour (so 100 Kilometer) gesetzt haben. Vorher hatte ich das Ventilspiel bei warmem, aber nicht knallheißen Motor auf "Bei warmem Motor lassen sich die Stößel noch drehen. Auslass minimalst Höhenspiel, Einlass kein Höhenspiel." eingestellt. Bei richtig warmem Motor sollte sich dann ja das Ventilspiel noch etwas verringern, so meine Denke. Aber warum dann bei KALTEM Motor nach der Tour das Einlassventil kein Spiel mehr hat und nicht mehr richtig schließt, verstehe ich nicht. - Wer Ideen dazu hat, ich höre sie gerne...

Heute also stumpf nach Handbuch kalt eingestellt, wie es in der englischen Anleitung steht (siehe vorherige Seite). Tendenz: eher ein bisschen mehr Spiel, als etwas weniger. Mal beobachten.

Zur Wärmeentkopplung: Das Zwischenstück sollte ausreichend sein, meine ich. :fiessgrinz:

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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon lallemang » Di 20 Aug, 2019 20:57

Sattes Stück :D

Ventile können sich einschlagen :gruebel:
Aber erstmal den sweet spot suchen und dabei beobachten :roll:
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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon Jonas » Di 20 Aug, 2019 21:00

lallemang hat geschrieben: Ventile können sich einschlagen :gruebel:

Ahhh, ok! Viertakter. :omg: :D
Was meinst Du mit "sweet spot"?
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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon lallemang » Di 20 Aug, 2019 21:07

Das passende und gut einstellbare Ventilspiel :D

Passend ist ein wunderbar elastisches Wort :fiessgrinz:
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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon Jonas » Di 20 Aug, 2019 21:11

:D Ich gucke.
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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon schnupfhuhn » Di 20 Aug, 2019 21:29

Ich wollte gestern schon was vom Ventilspiel schreiben, dachte dann aber des wäre zu naheliegend und da müsste man nicht drüber salbadern.

Wenn der Motor warm nicht leise tickert ist es entweder gut oder zu eng. Also lieber leise tickern, dann ist es etwas zu groß. Das hat einen schönen Effekt weil nämlich das Ventil auch erst aufmacht wenn der Kolben schon ein bisschen zu weit unten ist und etwas mehr an der Gassäule anreisst als normalerweise. Deswegen gehen die Kisten mit ein bisserl Luft am Ventil auch manchmal einen Tick besser.

2tes Indiz, ist beim Motor der was tun musste wenn er dann heiss ist der Leerlauf schlechter als vorher dann ist Ventil oder Stoßstange in die Länge gewachsen, jetzt dichtet das Einlassventil nicht ordentlich. Es gibt ein bisschen durchblasen ins Frischgas und bei kleinen Drehzahlen verhagelt das bisserl Abgas einem den Leerlauf, bis zum "Puff" und aus, kurz nach der Anstrengung. Passiert gerne im Stand nach Autobahnetappen oder oben am Berg auf dem Parkplatz mit der schönen Aussicht. Wenns zum ersten mal passiert 0,05mm mehr Luft und gut. Oder mit der zölligen Fühlerlehre statt 0,10mm 0,127mm einstellen. Wenns öfters passiert einmal mit der feinen Ventilschleifpaste im Kreis rutschen und gut.

Ich nehm mal an oben am Berg wäre der Einlass leiser gewesen als unten, die 0,05 Extra wären weg gewesen. Oder Du hast eine ausgewaschene Kipphebelbohrung oder eine leicht abgelutschte Kipphebelachse oder Stoßstange, die kannst Du einstellen, das Ding verkippt und nix stimmt mehr. Aus der Ferne, wie immer, sehr schwer zu sagen. Aber Du hast ja fähige Freunde :weg:


Gruß,
Andreas

Ps: Gibt es irgendwo eigentlich eine Wartungsanleitung von der Enfield als PDF?
:-) Putzt die Rahmen und stellt sie bereit! :-)
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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon Jonas » Di 20 Aug, 2019 21:51

Andreas, schön dass Du dir den Roman nicht verkniffen hast! :smt023 Was Du da über den Motorlauf nach ordentlich Leistungsabforderung schreibst, trifft schon ganz gut zu bei mir.

Wird alles beachtet, behirnt, umgesetzt. Besser leises Tickern als nix hören, ok.

Was mir aufgefallen ist: Wenn der Motor läuft, drehen sich die Stößel. Ich glaube, der Christoph hat mal geschrieben, dass das so muss. :gruebel: Deute ich als gutes Zeichen.

schnupfhuhn hat geschrieben: Oder Du hast eine ausgewaschene Kipphebelbohrung oder eine leicht abgelutschte Kipphebelachse oder Stoßstange, die kannst Du einstellen, das Ding verkippt und nix stimmt mehr.

Der Vorbesitzer hat dieses Kipphebelkit verbaut: http://accessories.hitchcocksmotorcycle ... ages%2F903
Die Stößelstangen schaue ich mir mal an. Nicht dass da was krumm ist oder so.

Ein Reparaturhandbuch (Papier) und ein "Driver´s Handbook" (pdf) habe ich.
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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon schnupfhuhn » Di 20 Aug, 2019 22:03

Drehen müssen sie, das ist Absicht. Dann lutscht nix vom rumreiten auf einer Stelle aus. Und der Kit schaut schon recht wertig aus...
:-) Putzt die Rahmen und stellt sie bereit! :-)
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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon koarrl » Mi 21 Aug, 2019 11:34

Noch eine Portion Senf für den Jonas ad Enfield-Ventilspiel:
Zumindest bei meiner Electra (und m.W. auch bei der classic engine) verGRÖSSERT sich das Ventilspiel bei heißem Motor.
Weil der Zylünder thermisch mehr "wächst" als die Stößelstangen.
Meine hab ich so justiert, daß bei ca. 40° Öltemperatur beide Stößelstangen _gerade_noch_ leicht drehbar sind.
Die Folgen:
a) zartes Spiel-Klappern bei heißem Motor - gut so
b) knapp nicht schließende Ventile bei kaltem Motor. Erleichter das morgendliche Ankicken und verschwindet alsbald, daher keine thermische Yberbelastung der Ventüle zu befyrchten. Tät ich meinen - bald 50Tkm ist das gut gegangen (andere Dinge nicht, hähä...)

Wynsche weiterhin gute Fahrt mit dem schrulligen Alt-Eintopf.

P.S. Ach ja, je nach Verdrehzustand der Stößelstangen und Laune der Kipphebelei variieren die Spiele naturgemäß. Im Zweifel lieber klappern lassen :-)
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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon lallemang » Mi 21 Aug, 2019 11:50

Bei einem gu§eisernen Kopf ist das gern mal andersrum.

Alu hat grob doppelte Wärmedehnung wie Stahl, Gu§ 'n Ticken weniger.wie Stahl.
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Re: Das Übergangsmoped - Royal Enfield 350 WD/CO, Bj. 1942

Beitragvon kahlgryndiger » Mi 21 Aug, 2019 16:53

Mein Motor stelle ich auch kalt auf Null ein. Vergrößert sich dann wenn auf Betriebstemperatur. Ist sehr kommod mit dem Zugangsdeckelchen am Zylinderfuß.
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