Hallo Zusammen.
Es ist eine Menge Zeit ins Land gegangen. Aber ich wollte mal ein paar Updates zu meinem Projekt "Terrot HST/HD Bastard" geben.
Das Motorrad ist also im März zu einem Bekannten, der Spezialist für schwere TÜV-Fälle ist, gegangen. Dort stand es sich dann die Reifen platt. Das ganze ginge bis an meine Schmerzgrenze. Nach 3 Monaten habe ich schon angefangen nach Alternativen zu suchen... Meine Nerven waren blank...
Er verlangte eine Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit... bei einem noch nicht eingefahrenen Motor...
Zum Glück haben mir Jonas und Uwe aus Dortmund fleißig mit extra Dokumenten geholfen, sodass die Ermittlung der Höchstgeschwindigkeit, etc. hinfällig wurden.
Der TÜV Termin war dann sehr schnell und problemlos
Das Straßenverkehrsamt tatsächlich auch. Ich bin immer noch sprachlos, wie einfach es doch war...
Erste Probefahrten: Schon schön, aber der Deckel der Schwimmerkammer muss doch fest gedrahtet werden... Sonst ist der schnell weg. Meinen selbst gebastelten Ölablasshahn nachziehen... Der dritte Gang springt unter Last raus. Also mit der Feile an die Schaltkulisse. Sonderbares Ruckeln am Berg. Das hat sich irgendwie von selbst gegeben.
Das Antreten des Motors ist so geblieben wie zuvor. Mit Kicker an OT. Leicht drüber, Hand auf den Ansaugtrichter und sie springt sofort an. Ohne Hand am Trichter klappt das nicht. Warum auch immer... Keine Ahnung... Ich verbuche das unter eigenwilligem Charakter. Passt ja zu mir.
Der erste Gang will nicht immer rein. Aber wenn man die Kupplung leicht kommen lässt, ist das kein Problem. Das geht irgendwann in Fleisch und Blut über.
Der Drehzahlsprung zwischen zweiten und dritten Gang ist echt nicht witzig, aber da kann man wohl nix machen. Ist halt so. Zeiten Gang etwas weiter ausdrehen und dann im dritten sanft Gas geben. Ist wohl Gewöhnungssache.
Was mir nicht gefällt ist das runterschalten vom dritten in den zweiten. Nur bei ganz niedriger Drehzahl ist das knartschen vertretbar. Von mittlerer Drehzahl runter schalten klingt einfach nicht gesund. Ist das normal?
Das Spiel mit dem Zündzeitpunkt finde ich besonders interessant. Ich versuche den immer passend zur Drehzahl zu halten. Ich glaube ich entwickle auch langsam das Feingefühl dafür. Lieber nicht zuviel...
Ansonsten fährt sie schön. 70 war bis jetzt Maximum. Ich möchte dem Kolben genug Zeit geben, sich an seiner neuen Wirkungsstätte einzuleben.
Leistung: Im unteren Bereich super. Oben rum... naja... sind halt nur 9 PS. Und die Steuerzeiten habe ich ja auch eher auf den unteren Drehzahlbereich ausgelegt. Aber ich bin es zufrieden.
Fahrspaß: OMG... Wie geil man sich bei nur 50km/h fühlen kann
Das Bremsen will gelernt sein. Etwas mehr Abstand schadet wohl nicht. Aber mittlerweile findet der linke Fuß von ganz allein nach hinten.
Erste Technikchecks:
-Das Ventilspiel ist jetzt glücklicherweise gleichbleibend. Keine Ahnung warum das auf den ersten Kilometern so drastisch größer geworden ist.
-Die Kerze ist nach Überlandfahrt perfekt rehbraun!!!
-Ölpumpe auf 1 Tropfen alle 6 Sekunden eingestellt (Rat der Franzosen war ein Tropfen alle 10 Sekunden). Hat ja einen Ölabstreifring.
-Ölmenge im Gehäuse nach 15km von 60 auf 85ml angestiegen. Es hält sich also in Grenzen. Ich werde das beobachten.
-In meinem Leckölauffangbehälter kommt komischer weise gar nix an. Das irritiert mich etwas. Ich schaue mal ob mit steigender Ölmenge im Gehäuse was raus kommt. Das kann ich da ja zum Glück schön beobachten.
Und noch ein Diskussionsbeitrag: Jonas hat mir eine zeitgenössische Wartungsanleitung geschickt. Dort steht, dass man nach dem Ablassen des Öls einen Viertel Liter frisches Öl ins Gehäuse füllen soll. Das wären dann 250ml!!! Kann das sein? Geraten wird ja immer ca. 60 ml. Kann es sein, dass so viel ins Gehäuse passt und für den Motor kein Problem ist? Das würde vielleicht auch erklären, warum der Motor kein Lecköl ausspuckt.
Ich freue mich auf ein paar anachronistische Kilometer diesen Sommer.
