Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Straßenschrauber » Mi 15 Nov, 2023 13:40

Ich hab im letzten Jahrtausend mal eine DS19 (oder war's eine ID?) beim service des mines vorgeführt. War lässig.
Aber die Zeiten ändern sich offenbar ...
~-o|-
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Richy » Mi 15 Nov, 2023 16:01

Im letzten Jahrtausend konnte man hier in Deutschland noch ein Fahrgestell von einem Motocross-Gespann mit verhältnismäßig wenig Aufwand legalsieren... Ja, die Zeiten ändern sich... :ugly:
Das beste Werkzeug ist ein Tand in des tumben Toren Hand.
(eigene Erfahrung)
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Heiko » Mi 24 Jul, 2024 12:28

Hallo Zusammen.
Es ist eine Menge Zeit ins Land gegangen. Aber ich wollte mal ein paar Updates zu meinem Projekt "Terrot HST/HD Bastard" geben.
Das Motorrad ist also im März zu einem Bekannten, der Spezialist für schwere TÜV-Fälle ist, gegangen. Dort stand es sich dann die Reifen platt. Das ganze ginge bis an meine Schmerzgrenze. Nach 3 Monaten habe ich schon angefangen nach Alternativen zu suchen... Meine Nerven waren blank... :keule:
Er verlangte eine Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit... bei einem noch nicht eingefahrenen Motor... :smt013
Zum Glück haben mir Jonas und Uwe aus Dortmund fleißig mit extra Dokumenten geholfen, sodass die Ermittlung der Höchstgeschwindigkeit, etc. hinfällig wurden.
Der TÜV Termin war dann sehr schnell und problemlos :grin:
Das Straßenverkehrsamt tatsächlich auch. Ich bin immer noch sprachlos, wie einfach es doch war...
Erste Probefahrten: Schon schön, aber der Deckel der Schwimmerkammer muss doch fest gedrahtet werden... Sonst ist der schnell weg. Meinen selbst gebastelten Ölablasshahn nachziehen... Der dritte Gang springt unter Last raus. Also mit der Feile an die Schaltkulisse. Sonderbares Ruckeln am Berg. Das hat sich irgendwie von selbst gegeben.
Das Antreten des Motors ist so geblieben wie zuvor. Mit Kicker an OT. Leicht drüber, Hand auf den Ansaugtrichter und sie springt sofort an. Ohne Hand am Trichter klappt das nicht. Warum auch immer... Keine Ahnung... Ich verbuche das unter eigenwilligem Charakter. Passt ja zu mir.
Der erste Gang will nicht immer rein. Aber wenn man die Kupplung leicht kommen lässt, ist das kein Problem. Das geht irgendwann in Fleisch und Blut über.
Der Drehzahlsprung zwischen zweiten und dritten Gang ist echt nicht witzig, aber da kann man wohl nix machen. Ist halt so. Zeiten Gang etwas weiter ausdrehen und dann im dritten sanft Gas geben. Ist wohl Gewöhnungssache.
Was mir nicht gefällt ist das runterschalten vom dritten in den zweiten. Nur bei ganz niedriger Drehzahl ist das knartschen vertretbar. Von mittlerer Drehzahl runter schalten klingt einfach nicht gesund. Ist das normal?
Das Spiel mit dem Zündzeitpunkt finde ich besonders interessant. Ich versuche den immer passend zur Drehzahl zu halten. Ich glaube ich entwickle auch langsam das Feingefühl dafür. Lieber nicht zuviel...
Ansonsten fährt sie schön. 70 war bis jetzt Maximum. Ich möchte dem Kolben genug Zeit geben, sich an seiner neuen Wirkungsstätte einzuleben.
Leistung: Im unteren Bereich super. Oben rum... naja... sind halt nur 9 PS. Und die Steuerzeiten habe ich ja auch eher auf den unteren Drehzahlbereich ausgelegt. Aber ich bin es zufrieden.
Fahrspaß: OMG... Wie geil man sich bei nur 50km/h fühlen kann :-D
Das Bremsen will gelernt sein. Etwas mehr Abstand schadet wohl nicht. Aber mittlerweile findet der linke Fuß von ganz allein nach hinten.
Erste Technikchecks:
-Das Ventilspiel ist jetzt glücklicherweise gleichbleibend. Keine Ahnung warum das auf den ersten Kilometern so drastisch größer geworden ist.
-Die Kerze ist nach Überlandfahrt perfekt rehbraun!!!
-Ölpumpe auf 1 Tropfen alle 6 Sekunden eingestellt (Rat der Franzosen war ein Tropfen alle 10 Sekunden). Hat ja einen Ölabstreifring.
-Ölmenge im Gehäuse nach 15km von 60 auf 85ml angestiegen. Es hält sich also in Grenzen. Ich werde das beobachten.
-In meinem Leckölauffangbehälter kommt komischer weise gar nix an. Das irritiert mich etwas. Ich schaue mal ob mit steigender Ölmenge im Gehäuse was raus kommt. Das kann ich da ja zum Glück schön beobachten.
Und noch ein Diskussionsbeitrag: Jonas hat mir eine zeitgenössische Wartungsanleitung geschickt. Dort steht, dass man nach dem Ablassen des Öls einen Viertel Liter frisches Öl ins Gehäuse füllen soll. Das wären dann 250ml!!! Kann das sein? Geraten wird ja immer ca. 60 ml. Kann es sein, dass so viel ins Gehäuse passt und für den Motor kein Problem ist? Das würde vielleicht auch erklären, warum der Motor kein Lecköl ausspuckt.
Ich freue mich auf ein paar anachronistische Kilometer diesen Sommer. :-D
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Jonas » Mi 24 Jul, 2024 15:36

Glückwunsch zum bestandenen TÜV! :smt023

Lass überlegen...

Der Sprung vom 2. zum 3. Gang ist derbe, ja. Finde ich auch sehr nervig. Und beim Runterschalten vom 3. in den 2. heißt es, die passende, also nicht zu hohe Drehzahl zu finden. Und selbst WENN man die passende Drehzahl hat, kracht es immer noch gerne. Mal hilft ein Gasstoß, mal nicht. Aber bloß nicht zu früh runterschalten.

Der erste Gang läßt sich leichter einlegen, wenn die Kupplung absolut sauber trennt und alle Scheiben so plan wie eben möglich sind. Außerdem muss die Druckplatte parallel abheben, also nicht einfach alle Muttern gleichweit reinschrauben, sondern bissl spielen, falls nötig. Paralleles Abheben beim Kupplungziehen ist wichtig. Und niemals die Kupplung zu lange gezogen lassen, ein wenig schleift´s ja immer, dann dehnt sich der Kork aus, und dann trennt es noch schlechter mit den bekannten Folgeerscheinungen.

Deine Schaltkulisse passt scheints nicht so ganz zum Getriebe, ist mir seinerzeit aufgefallen. Hoffentlich liegt der herausspringende dritte Gang nur daran. Du kannst auch mal durch die Einfüllöffnung vom Fließfett schauen, ob das Getriebe richtig ausdistanziert ist bzw. ob die Grobeinstellung stimmt. Dazu findest Du denke ich in meinem Thread was.

Wie schon mehrfach geschrieben: Der Ölabstreifring sorgt beim Verlustschmierer dafür, dass der Ölstand immer weiter ansteigt. So weit kannst Du deine Ölpumpe vermutlich gar nicht runter drehen, dass Du konstant auf ca. 60 mll kommst. Meine Terrot läuft ohne, mit immer ungefähr 60 mll Öl im Kurbelgehäuse, und als ich letztens den Zylinder ziehen musste, sahen Kolben etc. noch top aus und nicht nach Ölmangel. Aus der Entlüftung haut sie nur wenig raus. Die Kette wird bissl geschmiert, auf dem Hinterreifen landet nix. Wenn der Motor allerdings mit 250 ml Öl geflutet ist (so in etwa war die Menge, als wir bei Dir waren, oder?), haut´s natürlich derbe aus der Entlüftung raus und die 9 PS müssen sich durch ´nen Viertelliter Öl schaufeln.
Aber ich sag zum Thema "Öl" jetzt nix mehr. Probier aus, wie es bei Dir passt. Vielleicht ist´s ja ganz anders, als bei mir.

...für die Stadt ist das Moped nichts, genau. Muss man schon wollen... :ugly:

Zur Leistung: Ich fand Deinen Motor echt kraftvoll, zog gut an. Oben rum kommt bei meiner ebenfalls nicht mehr viel bzw. dann verhungert sie halt... 350er Seitenventiler... :fiessgrinz:

Kannst gerne mal mit dem Moped vorbei kommen, würde mich freuen!
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Therion » Do 25 Jul, 2024 08:31

Gefällt!
Optisch gut gelungen.
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon AIAndy » Sa 27 Jul, 2024 17:20

Kradulation!!! Super schön geworden! Ganz viel Schbass damit!
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Heiko » Do 01 Aug, 2024 11:42

Jonas hat geschrieben:Glückwunsch zum bestandenen TÜV! :smt023

Deine Schaltkulisse passt scheints nicht so ganz zum Getriebe, ist mir seinerzeit aufgefallen. Hoffentlich liegt der herausspringende dritte Gang nur daran. Du kannst auch mal durch die Einfüllöffnung vom Fließfett schauen, ob das Getriebe richtig ausdistanziert ist bzw. ob die Grobeinstellung stimmt. Dazu findest Du denke ich in meinem Thread was.

...für die Stadt ist das Moped nichts, genau. Muss man schon wollen... :ugly:

Zur Leistung: Ich fand Deinen Motor echt kraftvoll, zog gut an. Oben rum kommt bei meiner ebenfalls nicht mehr viel bzw. dann verhungert sie halt... 350er Seitenventiler... :fiessgrinz:

Dankeschön :-D Hab mich auch sehr gefreut den Bock auf die Straße zu bringen.
Das Getriebe habe ich auch komplett überholt. Das sollte passen. Leider war die Schaltstange falsch, sodass ich vorher nur 2 Gänge hatte. Hab mir eine selbst gebaut. Jetzt sitzt der 3. Gang aber ziemlich gut. Ich denke ich kann damit leben. Das Schalten lerne ich noch. Hab das Gefühl, dass bei relativ freier Fahrt in der Stadt der 3. Gang einfach drin bleibt. Sie hat ja Kraft von unten raus. Und zurück in den 2. eben erst kurz vor Standgas. Das danken die Getrieberädchen.
Ich fahre immer noch relativ langsam. Hab an heißen Tagen immer noch etwas Angst vor Kolbenklemmern. Und eingefahren ist sie auch noch nicht.
Sag mal, wie lange hast du deinen Kolben eingefahren, bevor du mehr als Halbgas gegeben hast?
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Jonas » Do 01 Aug, 2024 12:52

Ich glaube, wir haben das Moped direkt nach dem Zusammenbau bei Mike auf die Rolle geschnallt und gib ihm! Also nicht sinnlos Vollgas gegeben, klar, aber sofort gefordert, Gänge hochgezogen, Vergaser abgestimmt... Hat mir der Motor scheints nicht übel genommen. Ich hab den Zylinder vor einer Weile nochmal runter nehmen müssen, da sah alles gut aus.

Viel einlaufen muss sich da meines Wissens außer den Kolbenringen ja nicht. Gutes Material ordentlich montiert, Ölversorgung sichergestellt, go. Sofort nach dem Prüfstandlauf das Öl gewechselt, minimaler Abrieb drin (Kolbenringe), und nach dem zweiten, dritten Wechsel war kein Abrieb mehr zu sehen.

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