Welche Sicherungswerte?

Hier geht es um AiA-taugliche Motoren, Maschinen, Fahrzeuge. Wyrdiges Zeug kwasi :D

Welche Sicherungswerte?

Beitragvon mzart » Do 21 Aug, 2014 08:39

Moin,
ich stricke momentan einen neuen Kabelbaum. Daher benötige ich Werte für die Sicherungen. Ich habe etliche Unterlagen durchgesehen, derweil recht Unterschiedliche oder gar keine Angaben gefunden.

Es sollen,
Fahrt- & Fernlicht, Relaisschaltung, 2,5q
Hupe, Relaischaltung, 1,5q
Stoplicht, Relaischaltung, 1,5q
Lüfter, Relaischaltung, 2,5q, Schaltspitze 4A
Blinker, 1,5q
Zündspule, Relaischaltung, 1,5q (ohne Anlasser)
Hauptleitung, Relaischaltung, 2,5q (von der Batterie zum Zündrelais)
Steckdose, 2,5
Haste Du Hammer & Draht - kommste Du bis Leningrad!
(alte Traktorweissheit)
Benutzeravatar
mzart
ist nicht mehr im Forum
 
Beiträge: 298
Registriert: Di 26 Apr, 2011 17:21

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon andi » Do 21 Aug, 2014 10:20

Zuerst muss du dich entscheiden, ob die die Leitungen oder die Verbraucher bzw. die Lima absichern möchtest :wink:
Das sind die Richtwerte zur Leitungsabsicherung.
Richtwerte für Kabelquerschnitte und Sicherungen im Auto und KFZ
0,75 mm² 5 Ampère
1,0 mm² 7 Ampère
1,5 mm² 10 Ampère
2,5 mm² 15 Ampère
6,0 mm² 30 Ampère
10 mm² 40 Ampère
16 mm² 50 Ampère

Maximal sollte die Sicherung dem entsprechen was die Lima zu leisten vermag.
P(Leistung) = U(Spannung) * I (Strom)
Das würde aber bedeuten das du z.B. zwei mal mit 15 A absicherst, das könnte die LIMA zum ausbrennen bringen :(

U= 14,2 V ?
P = z.B. 200W
200/14,2 = 14A
Bei dem Beispiel tät ich keine Sicherung mit mehr als 15 A verbauen, damit sicherst du deine LIMA ab.
Ich bin da sicherlich kein Maßstab :roll: , um bei dem Beispiel zu bleiben, ich hätte ein Hauptsicherung mit 15A von dort verteile ich wieder über Sicherungen auf den Kabelbaum.
Diese Sicherungen errechnen sich aus dem Leistungsbedarf der Verbraucher aber maximal der Wert aus der Liste (Leitungsquerschnitt).
Der Vorteil, z.B ein Kurzschluss beim Bremslicht, legt nicht das gesamte Moped lahm, sondern nur den entsprechenden Zweig des Kabelbaumes.
Eine Fehlereingrenzung ist natürlich auch einfacher. Der Nachteil, Winterfahrer im Salznebel werden wahrscheinlich ihre Probleme mit der Korrosion bekommen.
lg
Andi
erfolgloser Russenkurbelwellenfeinwuchter, und anerkannter Legastheniker.
Wer einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten :-)
Benutzeravatar
andi
Vielschreiber
 
Beiträge: 6862
Registriert: So 18 Nov, 2007 19:52
Wohnort: Ardagger Markt (Österreich)

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon motorang » Do 21 Aug, 2014 10:40

Servus,
und Du hast wirklich für jeden Kreis eine Sicherung?

So eine Sicherung soll ja hauptsächlich schwächer sein als die Verkabelung - und stärker als die Normallast. Nur wird die Verkabelung nicht (nur) nach der Maximallast gewählt, sondern auch nach dem Spannungsabfall. Eine 2,5er Leitung zum Scheinwerfer macht lichtmäßig Sinn weil es da um Zehntelvolt geht, aber stromtechnisch reicht da ein Kabelquerschnitt für etwa 120W Last = 10 Ampere (je nach Ausrüstung).

Es spricht nichts dagegen mit einer schwächeren Sicherung zu starten, die Dinger sind ja schließlich austauschbar.
Die tatsächliche Maximallast kannst Du relativ einfach testen indem Du aus den Bastelresten eine Sicherung und 1 Meter Kabel zwischen die Batteriepole hängst. Dann siehst Du ob zuest das Kabel richtig warm wird oder die Sicherung geht. Ich find eine Sicherung sollte innerhalb von Zehntelsekunden auslösen.

1,5 mm2 sind rechnerisch für etwa 17 Ampere gut bevor was schmilzt, da tut man eine 10 Ampere Sicherung rein.
Und bei den 2,5 mm2 eine 15 Amp wenn die 10er fliegt (beispielsweise beim Umschalten von Abblendlicht auf Fernlicht)

Steckdose tät 5 Amp reichen wenn nur das Navi oder sowas dran hängt, die ziehen kaum mehr als 2 Ampere. Oder willst Du die Motorradbatterie über die Steckdose laden? Dann kann je nach Lader eine 10er Sicherung Sinn machen.

Was meinst Du mit Relaisschaltung? Sicherst Du den Steuerkreis ab (also vom Hupknopf oder Lichtschalter) oder den Laststrom von Batterie zum Relais?

Pragmatisch: alles mit 10A-Sicherungen verdrahten und falls eine öfter durchbrennt und das nachvollziehbar ist (Lichtbeispiel) auf 15A gehen.

Gryße!
Andreas, der motorang
-------------------
Beim Aufstehen helfen lassen, Krönchen richten, weiterfahren !! (nur langsamer ...)
Benutzeravatar
motorang
Site Admin
 
Beiträge: 23215
Registriert: Do 09 Jun, 2005 08:49
Wohnort: Graz

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon scheppertreiber » Do 21 Aug, 2014 12:40

Bei einem Kurzschluß liefert der Akku mal so richtig Dampf 8)

Hauptsache, es ist dann überhaupt eine Sicherung drin. Ich verwende 25A-Automaten, praktisch ...
http://www.conrad.de/ce/de/product/840335/Flachsicherungs-Automat-25-A?ref=list
scheppertreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 1630
Registriert: Di 15 Jun, 2010 08:46

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon motorang » Do 21 Aug, 2014 13:06

Ich hatte an der SR eine relativ träge Bimetallsicherung verbaut (15 Ampere), da hat es bei einem Kurzschluss das Kabel zum vorderen Bremslichtschalter gegrillt BEVOR die Sicherung fiel.

Eine 25A-Sicherung rettet höchstens die Batterie und ein paar richtig dicke Kabel, aber 90% der Bordkabel haben halt 1,5 mm2 oder weniger, da hilft sowas leider genau nix.

Gryße!
Andreas, der motorang
-------------------
Beim Aufstehen helfen lassen, Krönchen richten, weiterfahren !! (nur langsamer ...)
Benutzeravatar
motorang
Site Admin
 
Beiträge: 23215
Registriert: Do 09 Jun, 2005 08:49
Wohnort: Graz

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon Arne » Do 21 Aug, 2014 13:21

Nur mal so, der Abschaltstrom der Sicherungseinrichtungen wird durch den Schleifenwiderstand begrenzt und nicht durch den Leitungsquerschnitt.
Des weiteren ist die Auslösecharakteristik des Sicherheitsorgans zu beachten.

Halt nur so. ;-)


Das 1,5²mm nur 17 A verkraften hätte ich jetzt aber mal gern berechnet,
so mit Verlegeart , Leitungslänge, Definierung der Abschaltbedingung :D
es ist nicht das Alter , es sind die Nebenwirkungen
Arne
Vielschreiber
 
Beiträge: 5716
Registriert: Di 22 Sep, 2009 14:38

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon scheppertreiber » Do 21 Aug, 2014 13:22

So schlimm ist das auch nicht, die lösen eh schon früher aus.

Ich hatte da auch mal nach der reinen Lehre ausgerechnet, da die aber ab und zu
mal kauttgehen den Einheitstyp eingebaut. Wenn ich einen Kurzen bauen lösen die
zuverlässig aus. So kaufe ich die halt im 10er Pack. Lebensdauer ist ca 5 Jahre bei
Winterbetrieb.

10 A ist bei Licht schon etwas knapp (Hauptlicht 5A, Rücklichter am Gespann und
Fahrlicht am Beiwagen - da knallt die manchmal raus).
scheppertreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 1630
Registriert: Di 15 Jun, 2010 08:46

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon motorang » Do 21 Aug, 2014 14:24

Arne hat geschrieben:Das 1,5²mm nur 17 A verkraften hätte ich jetzt aber mal gern berechnet,
so mit Verlegeart , Leitungslänge, Definierung der Abschaltbedingung :D


Ich hab das von hier glaub ich:
http://www.kabel-schmidt.de/service.php

In der nachfolgenden Tabelle sind die maximalen Dauerströme der verschiedenen Leitungsquerschnitte aufgeführt. Bitte bedenken Sie, daß es sich hierbei um die Belastung handelt, die ein Kabel ohne Schaden verkraftet. Durch den Innenwiderstand, den jedes Kabel besitzt, entsteht aber in Abhängigkeit der Stromstärke, der Länge des Kabels und des Leitungsquerschnitts ein Spannungsabfall auf der Leitung. D.h. bei hohen Strömen und geringen Leitungsquerschnitten liegt z.B. an der Scheinwerferlampe nicht mehr die volle Spannung an, die Lampe leuchtet also etwas dunkler.

Die Werte in dieser Tabelle sollten in der Praxis deshalb höchstens bis zur Hälfte ausgenutzt werden.
Kabelquerschnitt zul. Dauerstrom bei +50°C
1,0mm2 13,5 Ampere
1,5mm2 17,0 Ampere
2,5mm2 22,7 Ampere
4,0mm2 29,8 Ampere
6,0mm2 38,3 Ampere
10,0mm2 51,8 Ampere
16,0mm2 69.6 Ampere
25,0mm2 91,6 Ampere
35,0mm2 112,0 Ampere

Quelle: Technische Unterrichtung, Schaltzeichen und Schaltpläne der Kraftfahrzeugelektrik, Herausgeber: Robert Bosch GmbH


Gryße!
Andreas, der motorang
-------------------
Beim Aufstehen helfen lassen, Krönchen richten, weiterfahren !! (nur langsamer ...)
Benutzeravatar
motorang
Site Admin
 
Beiträge: 23215
Registriert: Do 09 Jun, 2005 08:49
Wohnort: Graz

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon scheppertreiber » Do 21 Aug, 2014 14:28

Naja - Dauerstrom. Bei einem kurzen fließt ein erheblich höherer Kuzschlußstrom
der innerhalb von Sekundenbruchteilen die Sicherung auslöst. Sooo schnell fackelt
ein Kabel auch nicht ab :wink:
scheppertreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 1630
Registriert: Di 15 Jun, 2010 08:46

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon Arne » Do 21 Aug, 2014 15:14

Hallo Andreas,
das ist eine Normliste, wenn man es kann sind unter Einhaltung der Leitungsverluste und bei den geringen Leitungslängen ganz andere Ströme möglich.

Zum Kurzschluß der übliche Bleiakku bringt im Kurzschlußfall bedingt durch den geringen Innenwiderstand der Quelle einen hohen Kurzschlußstrom zustande.
Angenommen wir haben einen 12V Akku mit 0,013 Ohm Innenwiderstand und genügend Leistung, kriegt man da so ca. 900A bis einem alles um die Ohren fliegt.
es ist nicht das Alter , es sind die Nebenwirkungen
Arne
Vielschreiber
 
Beiträge: 5716
Registriert: Di 22 Sep, 2009 14:38

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon scheppertreiber » Do 21 Aug, 2014 15:16

Hehehe ... zB wenn man einen Schraubenschlüssel über die Batteriepole legt :-D :-D :-D

(Einmal miterlebt)
scheppertreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 1630
Registriert: Di 15 Jun, 2010 08:46

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon motorang » Do 21 Aug, 2014 15:28

Arne hat geschrieben:Hallo Andreas,
das ist eine Normliste, wenn man es kann sind unter Einhaltung der Leitungsverluste und bei den geringen Leitungslängen ganz andere Ströme möglich.

Zum Kurzschluß der übliche Bleiakku bringt im Kurzschlußfall bedingt durch den geringen Innenwiderstand der Quelle einen hohen Kurzschlußstrom zustande.
Angenommen wir haben einen 12V Akku mit 0,013 Ohm Innenwiderstand und genügend Leistung, kriegt man da so ca. 900A bis einem alles um die Ohren fliegt.


Das ist schon klar, aber darum geht es ja hier nicht, oder? Die Auswahl an Sicherungswerten ist nicht soo groß, und eigentlich war ja ne Auskunft aus der Praxis gefragt und keine Normenlehre ...

ich hab überall 10A drin, nur bei der Hupe 15A weil sonst der Anlaufstrom vom Kompressor die Sicherung grillt.
Wobei ich nur EINEN Scheinwerfer habe und das Rücklicht und die Instrumentenbeleuchtung über eine separate Sicherung laufen.
Meine Steckdose hat 10A weil ich darüber auch die Moppedbatterie lade.

Fertig :-D
-------------------
Beim Aufstehen helfen lassen, Krönchen richten, weiterfahren !! (nur langsamer ...)
Benutzeravatar
motorang
Site Admin
 
Beiträge: 23215
Registriert: Do 09 Jun, 2005 08:49
Wohnort: Graz

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon scheppertreiber » Do 21 Aug, 2014 15:35

Polklemmen sind aber praktischer.

1. Man kann ein Kabel auch mal ohne Stecker anklemmen
2. Massepunkt für das Prüflämpchen, keine Klemmen die ständig abrutschen
scheppertreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 1630
Registriert: Di 15 Jun, 2010 08:46

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon motorang » Do 21 Aug, 2014 15:57

Joe ...
ich glaub ich stell nochmal die Frage rein. Wo steht da was von Batterieanschluss?

mzart hat geschrieben:Moin,
ich stricke momentan einen neuen Kabelbaum. Daher benötige ich Werte für die Sicherungen. Ich habe etliche Unterlagen durchgesehen, derweil recht Unterschiedliche oder gar keine Angaben gefunden.

Es sollen,
Fahrt- & Fernlicht, Relaisschaltung, 2,5q
Hupe, Relaischaltung, 1,5q
Stoplicht, Relaischaltung, 1,5q
Lüfter, Relaischaltung, 2,5q, Schaltspitze 4A
Blinker, 1,5q
Zündspule, Relaischaltung, 1,5q (ohne Anlasser)
Hauptleitung, Relaischaltung, 2,5q (von der Batterie zum Zündrelais)
Steckdose, 2,5
-------------------
Beim Aufstehen helfen lassen, Krönchen richten, weiterfahren !! (nur langsamer ...)
Benutzeravatar
motorang
Site Admin
 
Beiträge: 23215
Registriert: Do 09 Jun, 2005 08:49
Wohnort: Graz

Re: Welche Sicherungswerte?

Beitragvon mzart » Do 21 Aug, 2014 16:04

motorang hat geschrieben:Was meinst Du mit Relaisschaltung? Sicherst Du den Steuerkreis ab (also vom Hupknopf oder Lichtschalter) oder den Laststrom von Batterie zum Relais?

Relaisschaltung damit meine ich das sämtliche Verbraucher über Relais geschaltet werden.
So wie ich es vor ner Weile beschrieben habe.
Haste Du Hammer & Draht - kommste Du bis Leningrad!
(alte Traktorweissheit)
Benutzeravatar
mzart
ist nicht mehr im Forum
 
Beiträge: 298
Registriert: Di 26 Apr, 2011 17:21

Nächste

Zurück zu Alteisentreiberisches

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder