XT 600 Scheibenbremse hinten

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XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon ketten_saeger » Do 06 Aug, 2015 22:38

Hallo zusammen,

ich brauche eure Hilfe, da ich mit meinem Latein am Ende bin.
An meiner 600er Tenere habe ich die hintere Scheibenbremse recht lange im Wartungsstau verkümmern lassen. Ergebnis: Bremssattel ging fest, die Beläge sind ziemlich runter gewesen.
Hab mir vor Jahren mal eine gebrauchte Bremsanlage gekauft. DIe habe ich jetzt komplett neu aufgearbeitet, heißt: Zerlegt, ultrageschallt, neue Kolbendichtung und Manschette am Bremssattel, komplett neues Innenleben für den Bremszylinder, neue Beläge.
Alles verbaut, Beläge hauchdünnn mit Kupferpaste geschmiert, Druck auf der Bremse wie noch nie, alles dicht und bremst gut.
ABER: Die Beläge gehen nicht von der Scheibe weg. Nach 10 km Fahrt ist die Scheibe so heiß, dass man sie nicht anfassen kann, auch der ganze Bremssattel ist mehr als gut warm.
Was kannn ich noch tun? Der Bremssattel ist voll beweglich, auch wenn die Scheibe heiß ist.
Bei den Belägen waren keine neue Haltefedern dabei. Soll ich es mit Neuen probieren? Im abgebauten Zustand rutschen die Beläge meiner Meinung nach aber gut in den Haltefedern.
Oder ist die Scheibe nach dem langen Schleifen der alten Bremsanlage im Eimer? Ich habe irgendwas im Kopf, dass Bremsscheiben einen minimalen "Achter" haben, damit sie die Bremsbeläge von der Scheibe weg"eiern". Stimmt das überhaupt? Wenn ja, könnte es sein, dass die Scheibe durch das Schleifen diese Eigenschaft verloren hat? An den Bremsscheibenrändern ist absolut kein Verschleiss zu spüren und auch keine Riefen oder Ähnliches.

Für hilfreiche und zielführende Antworten wäre ich sehr dankbar.
Vorab schon mal Danke und Grüße
Grüße

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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon motorang » Fr 07 Aug, 2015 05:23

Servus,
kann sein dass das Problem beim Fußpedal liegt, bzw bei seinem Bremszylinder. Wenn das System nicht im ungebremsten Zustand drucklos ist (also die Verbindung zum Vorratsbehälter offen und der Vorratsbehälter belüftet), dann baut sich im System von selber Druck auf weil es warm wird (Bremsabwärme, Motorabwärme). Dann bremst es sozusagen von selber.
Wäre relativ leicht prüfbar indem Du versuchst über den leicht geöffneten Entlüfternippel Bremsflüssigkeit mit einer Spritze in den Sattel zu drücken. Oder halt beim Hauptbremszylinder Nachschau halten. Ich kenn diese spezielle Anlage nicht (meine Tenere ist hinten trommelgebremst) aber oft sieht man die Nachlauföffnung sogar. Bei manchen Anlagen kann man durch falsche Einstellung des Pedals (zu wenig Leerweg) erfolgreich verhindern dass Bremsflüssigkeit nachlaufen kann. Das Reservoir wiederum MUSS irgendwo Verbindung zur Außenluft haben, oberhalb von der eingelegten Gummimembrane. Kerbe in der Dichtfläche oder winziges Löchlein im Deckel ...

Gryße!
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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon Bernhard S. » Fr 07 Aug, 2015 05:39

motorang hat geschrieben: Bei manchen Anlagen kann man durch falsche Einstellung des Pedals (zu wenig Leerweg) erfolgreich verhindern dass Bremsflüssigkeit nachlaufen kann.

Genau das war das Problem an meinem XT 600-Gespann beim Tauerntreffen mit den selben Symtomen.

Grysse Bernhard
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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon motorang » Fr 07 Aug, 2015 05:43

Ich hatte das mal am Wagen als ich das Kupplungspedal knapper eingestellt hatte (Hydraulikkupplung). Irgendwann fing es dann an zu kuppeln ...

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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon ketten_saeger » Fr 07 Aug, 2015 11:45

Danke für die Anregung, ich werde das prüfen und mit der Stellung des Fußbremshebels experimentieren.
Nur für mein Verständnis: Müsste dann aber im heißen Zustand der Bremssattel nicht fest sein? Bei mir ist der locker 1-2 mm beweglich, auch wenn die Scheibe heiß ist.

Noch ein Gedanke, der mir gekommen ist: Könnte es sein, dass ein minimal schiefstehendes Hinterrad diesen Effekt hat? Die Kettenspannexzenter sind bei den Yamahas doch recht grobschlächtig.
Grüße

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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon hiha » Fr 07 Aug, 2015 12:03

Am schiefstehenden Hinterrad kanns eigentlich nicht liegen, ausser es wurde schief gestellt, während der Bremsankerplattenhalter an der Schwinge festgeschraubt war. Das mit der hinteren Scheibenbremse und ihrer Eigenheiten ist für den Trommelbremsbesitzer etwas umgewöhnungsbedürftig, finde ich.

Ausserdem: Ein hinniches Radlager rechts, vertauschte Distanzen. Oder so.

Gruß
Hans
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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon schnupfhuhn » Fr 07 Aug, 2015 12:20

Der Dichtring der Bremse zwischen können und Sattel ist richtig herum drin? Wenn nein dann stellt die Bremse sich nicht zurück.

Gruß, Andreas
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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon fleisspelz » Fr 07 Aug, 2015 14:25

schnupfhuhn hat geschrieben:Der Dichtring der Bremse zwischen können und Sattel ist richtig herum drin? Wenn nein dann stellt die Bremse sich nicht zurück.

Gruß, Andreas

Was ist können?
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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon ketten_saeger » Fr 07 Aug, 2015 22:12

Neuer Zwischenstand:
Haltefedern durch andere gebrauchte ausgetauscht; Bremssattel abgenommen, Bremse leicht betätigt und wieder losgelassen, dabei ist deutlich zu sehen, wie der Bremskolben durch die Dichtung wieder zurückgezogen wird --> Bremse macht definitv wieder auf;
Beim Zurückdrücken des Bremskolbens gab es "Wellen" im Ausgleichsbehälter --> der Weg zum Ausgleichsbehälter ist frei.
Fußbremshebel weiter nach oben verstellt, dabei die Mechanik des Hebels nochmal genauer studiert: Der Leerweg ist nicht einstellbar, lediglich die Höhe des Bremshebels in Relation zur Fußraste.

Ergebnis: NIX, Bremse wird immer noch heiß :smt022

Jetzt versuche ich mal neue Haltefedern zu organisieren und probiere es aus. Wenn das auch nichts bringt, weiß ich echt nicht mehr weiter.
Habt ihr noch Ideen?
Grüße

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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon motorang » Sa 08 Aug, 2015 05:09

Servus
das ist seltsam, siehe Bernhard S. Beitrag. ER konnte den Leerweg einstellen, am gleichen Mopped.
Normalerweise passiert das eben genau DURCH das EInstellen des Pedalweges.

Belüftung vom Ausgleichsbehälter ist noch ungeprüft, oder?

Die Bremsleitung ist recht kurz, Erwärmung könnte reichen zum LEICHTEN Betätigen, nicht fürs Bockieren. Dafür spricht dass es erst auftritt wenns Mopped warm wird.
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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon ketten_saeger » Sa 08 Aug, 2015 16:44

Bei allem Respekt, daber das
ER konnte den Leerweg einstellen, am gleichen Mopped
bezweifel ich.
Hier mal ein Link zur Explosionszeichung der Hinterradbremse http://www.cmsnl.com/yamaha-xt600eac-non-calcal-1990_model9648/partslist/E-06.html#results

Die Bremspumpe im Bremszylinder wird durch Federkraft nach unten gedrückt. Dort sitzt eine Stange, die mit einem Sprengring im Gehäuse des Zylinders festgehalten wird. Dadurch ist die Bremspumpe immer maximal und definiert ausgefahren. Diese Stange hat jetzt am unteren Ende ein Gewinde, das in den Fußbremshebel hinten eingedreht wird. Je weiter ich die Stange eindrehe, umso tiefer geht der Bremshebel vorne (da wo man drauftritt) nach unten. Die Stange selbst wird aber kein bisschen in den Zylinder reingedrückt, ich bewege nur den Bremshebel. Leerweg entsteht eigentlich nur durch das Spiel in den beiden Bolzen, in denen der Bremshebel bzw das Gewindestück am Ende gelagert sind.

Die Membran im Ausgleichbehälter hat oben Kerben, Belüftung müsste also auch gegeben sein. Und nochmal die Frage: Wenn sie von alleine bremsen würde, müsste dann nicht der Sattel fest sein, wenn ich eine Weile fahre? Das ist bei mir definitiv nicht der Fall.
Wodurch gehen denn eigentlich die Beläge nach dem Bremsen wieder weg von der Scheibe? Denn das glaube ich, ist mein Problem, dass sie das nicht tun.

Wie gesagt, versuche es jetzt mit neuen Halteblechen. Melde mich dannn wieder.

Danke bis hierher
Grüße

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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon lallemang » Sa 08 Aug, 2015 17:09

Bei mir hängt öfters der (Trommel)Bremshebel am Motor und will dann halt mal wieder nach au§en gebogen werden.
Irritierend ist, da§ der Hebel erstmal entklemmt nirgends aneckt. Im Einsatz drück ich ihn aber scheint's
nach innen...
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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon schnupfhuhn » So 09 Aug, 2015 14:45

schnupfhuhn hat geschrieben:
Der Dichtring der Bremse zwischen können und Sattel ist richtig herum drin? Wenn nein dann stellt die Bremse sich nicht zurück.

Gruß, Andreas


Was ist können?


Sollte Kolben heissen, aber da hat die Autokorrektur vom Telefon zugeschlagen.

Wenn die Dichtung verkehrt herum drin ist zieht diese den Kolben nicht mehr weg vom Sattel.
:-) Putzt die Rahmen und stellt sie bereit! :-)
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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon ketten_saeger » So 09 Aug, 2015 15:03

@lallemang: danke für den Tip, aber der Hebel ist frei beweglich.
@schnupfhuhn: dachte ich mir, dass das Kolben heißen sollte. Danke auch für deinen Tip. Ich habe aber, wie oben geschrieben, im abgebauten Zustand die Bremse leicht betätigt und dabei war sehr deutlich zu erkennen, dass der Kolben beim Lösen des Bremshebels mind. 2mm wieder zurück in den Bremssattel gezogen wird. Kann ich als Ursache also auch ausschließen. Wobei ich mir eine alte Bremssattelsichtung auf deinen Hinweis hin mal genauer angeschaut habe und da keinerlei Unterschied auf einer der beiden Seiten erkennnen könnte. Für mich sah die symmetrisch aus. :smt102

Zu meinem Beitrag von gestern hänge ich mal noch 2 Bilder an. In dem einen Bild ist das Gewinde, mit dem man die Bremhebelstellung einstellen kann, rot umrandet und die beiden Bolzen, um die herum die Bewegung des Hebels zum Bremszylinder läuft, grün. Ich bleibe dabei, dass ein Verstellen des Hebels keine Auswirkung auf den Leerweg der Bremspumpe hat (natürlich nur solange die Stange in der Gewindebuchse nicht unten anstößt!) . Dieser ist für mich nicht einstellbar.
IMG_2814.JPG
IMG_2815.JPG


Für weitere Anregungen nach wie vor offen und dankbar,
Grüße

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Re: XT 600 Scheibenbremse hinten

Beitragvon Bernhard S. » So 09 Aug, 2015 16:14

ketten_saeger hat geschrieben:Bei allem Respekt, daber das
ER konnte den Leerweg einstellen, am gleichen Mopped
bezweifel ich.
Hier mal ein Link zur Explosionszeichung der Hinterradbremse http://www.cmsnl.com/yamaha-xt600eac-non-calcal-1990_model9648/partslist/E-06.html#results

Die Bremspumpe im Bremszylinder wird durch Federkraft nach unten gedrückt. Dort sitzt eine Stange, die mit einem Sprengring im Gehäuse des Zylinders festgehalten wird. Dadurch ist die Bremspumpe immer maximal und definiert ausgefahren. Diese Stange hat jetzt am unteren Ende ein Gewinde, das in den Fußbremshebel hinten eingedreht wird. Je weiter ich die Stange eindrehe, umso tiefer geht der Bremshebel vorne (da wo man drauftritt) nach unten. Die Stange selbst wird aber kein bisschen in den Zylinder reingedrückt, ich bewege nur den Bremshebel. Leerweg entsteht eigentlich nur durch das Spiel in den beiden Bolzen, in denen der Bremshebel bzw das Gewindestück am Ende gelagert sind.

Kann es sein, dass Du hier einen Denkfehler hast?
Nurmalsofrag!

Denn wenn Du das Stangerl im roten Kreis über das Gewinde verkürzt, dann wirst Du sehr wohl Leerweg am Pedal haben, denn die Rückholfeder (im Foto gut sichtbar neben der Feder des Bremslichtschalters) wird das Pedal immer in die Nullstellung am Anschlag ziehen.

Und wenn Du das Stangerl über das Gewinde verlängerst, wird die ganze Geschichte spielfrei, das Pedal liegt am Anschlag an und das Stangerl drückt ein bisserl auf den Kolben der Bremspumpe.
Bei mir hat das gereicht, um die Bremse heiss werden zu lassen.
Marinus hat das auch nicht überrissen, hat kurzerhand den Bremssattel abgebaut, ist nur mit der Vorderbremse nach Hause gefahren und hatte neben Können auch Glück, dass nichts passiert ist.

Ich weiss nicht, ob das Dein Problem löst, weil das alles nicht sein kann, aber meine Hinterbremse tut wieder, was sie soll: bremsen, wenn ich bremse und nicht bremsen, wenn ich nicht bremse.

Obwohl: im Moment harrt die ganze Kiste der Wiederauferstehung im Herbst; für die ersten Wintertreffen hab ich mich schon angemeldet und der Hans war gestern auch noch fleissig, wie ich im Jammerfred gelesen habe. :pray:

Grysse Bernhard
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