Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Hier geht es um AiA-taugliche Motoren, Maschinen, Fahrzeuge. Wyrdiges Zeug kwasi :D

Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon kahlgryndiger » Fr 24 Jan, 2014 20:01

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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon hiha » Fr 24 Jan, 2014 20:16

Die Weißmetalllagerung hat den großen Vorteil, dass ein geübter Inder sie mit Hausmitteln und Drehbank wieder neu ausgießen und herrichten kann. Die Gleitflächen der Stahlteile halten normalerweise ewig, und selbst wenn man das Spiel hört, kann man noch gemäßigt recht weit fahren, ohne gleich alles zu zerstören. Ford-T hatte sowas an Pleuel und Kurbelwelle, hat angeblich 50.000mls gehalten. Lokomotiven sowieso, und bis in die 50er Jahre gabs Rennwägen (Bugatti u.A.) die mit Weißmetall gelagert waren.

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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon Michiklatti » Fr 24 Jan, 2014 20:25

Also das sieht mir aber eher nach Bindefehlern aus.

Wir stellen auch Weißmetall Buchsen her, zwar fuer große Gleitlager also 200mm durchmesser aufwärts, und wenn wir solche Lager zurückbekommen sind es in der regel Bindefehler zwischen Gleitschicht und Stützmaterial.

LG Michi
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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon hiha » Fr 24 Jan, 2014 22:05

Hallo? Die Welle hat 50.000km auf dem Buckel. Und wurde von dem Inder gegossen, der auch den Schmiedegrat vom Pleuel abgenagt hat. Das ist ein WUNDER!

Fruß
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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon lallemang » Fr 24 Jan, 2014 23:56

Larousse, einer der beiden Franz-Duden, definiert Wunder u.a. als
"erstaunliche(s), au§ergewöhnliche(s) Tatsache/Ergebnis, das Bewunderung hervorruft"
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Ist jenseits meiner Leidensbereitschaft, aber der Gedanke ausgie§en und weiter
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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon hiha » Sa 25 Jan, 2014 07:38

Natürlich sollte das eine Bestätigung von Michiklattis Beobachtung sein. Nicht dass da Missverständnisse aufkommen. Man kann sehr gut sehen, dass der Stahlring vor dem Gießen nicht sauber verzinnt war. Ob das allerdings die Ursache war?

A propos: Kann man über Dich WM80 beziehen? Ich wollte da mal ein bisserl experimentieren :-)

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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon Michiklatti » Sa 25 Jan, 2014 08:39

du kannst mir die Buchse Schicken und ich mach dir da neues WM rein, aber unsere Weißmetalle werden glaub ich ehr nicht einfach so verkauft. Dafür ist da zu viel Entwicklung drin.

Ich kann dir dasWM daurfloeten lassen und ggf. ausbohren

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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon hiha » Sa 25 Jan, 2014 10:17

Naa, passt scho, danke.

Zur Pleuelerei: Der Lager-Aussenring ist scheins absichtlich untermaßig, da er schon im uneingepressten Zustand nicht übers Lager passt. D.h.: Nach dem Einpressen muss ich mit dem Klavier zum Instandsetzer meines Vertrauens, um das Auge auf Maß honen zu lassen.

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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon kahlgryndiger » Sa 25 Jan, 2014 16:16

Sollte es noch ungeklärte Fragen geben, so könnte ich den Flo anrufen. Enfield Schrauber und Händler. Die Betonung liegt auf Ersterem.

Der Herr Werle ist mit seiner in Indien gekauften Enfield über den Landweg nach Hause. Unterwegs hat er 2x Ärger mit dem unteren Pleuellager gehabt. Totalzerlegung auf dem Campingplatz und so. Glücklicherweise war das in der Türkei wo er dank Kontakte seines Arbeitsgebers Zugang zu den entsprechenden Werkstätten fand.

Die Karre läuft immer noch mit der KW. Mit mittlerweile deutlich mehr Kilometern drauf als meine. Russlanddurchquerung, Kanada, USA ... 8)
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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon kahlgryndiger » So 26 Jan, 2014 10:36

Hier der sehr interessante Kommentar des Herrn Werle:

larumo hat geschrieben:Hi Andreas,
da ich ja im AIA-Forum nicht angemeldet bin und demnach keine Bilder posten kann, tue ich es halt hier.


Bild

Das sind meine Pleuellager. Von rechts nach links:
7000 km made in India
10 km made in Samsun
55.000 km made in Cerkezköy

Letzteres ist aus Lagerbronze beide Durchmesser feingeschliffen und auf den Hubzapfen aufgeschrumpft. Es gibt auch nur noch 3 Ölbohrungen. Das original "Floating bush" ist aus meiner Sicht die absolute technische Katastrophe. Echte Motorensteinzeit. Weswegen ich das dann geändert habe indem ich das Lager auf dem Hubzapfen festgemacht habe. Somit ist immer eine dynamische Schmierung gewährleistest.
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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon lallemang » So 26 Jan, 2014 13:38

Floarting bush hatt' ich noch nicht gehört. :coffee:

Schwimmende Gleitbuchse.... das tut??? :gruebel:
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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon kahlgryndiger » So 26 Jan, 2014 13:43

lallemang hat geschrieben:Schwimmende Gleitbuchse.... das tut??? :gruebel:

Bei den meisten nicht allzu lang. Die durchschnittliche indische Bullet - PreUnit geht nach 15 tkm kaputt :-D
Die Konstruktion ist extrem empfindlich gegenüber zu wenig Öl im Tank. Das geht dann ganz schnell.
Bei allzeit genügend Öl im Tank, fristgerechten Ölwechsteln mit gutem Öl und moderater Fahrweise geht's wie man bei mir sehen kann auch mal weiter.
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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon hiha » So 26 Jan, 2014 14:54

Die schwimmende Buchse an sich ist eigentlich nicht soo schlecht. Die Relativdrehzahl zwischen ben Bauteilen wird halt theoretisch halbiert. In der Praxis brauchts dazu halt entsprechend hohe Drehzahlen, damit sich das rentiert, denn bei zu geringen Drehzahlen gibts keinen stabilen hydrodynamischen Auftrieb..
Ich glaub wenn die Weißmetallbeschichtete Stahlhülse gescheit gemacht würde, und dazu noch eine richtige Legierung, dann wär das was. Nachteilig ist halt der verhältnismäßig hohe Druck am Pleuel, besonders wenn die Zündung nicht stimmt oder der Sprit zum Klopfen neigt...
Die Bronzelagermethode gefällt mir jedenfalls, ist aber auch sehr abhängig von einer gescheiten Ölversorgung.

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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon dirk » So 26 Jan, 2014 15:04

Ist das mit halbiert nicht eher Theoretisch? Aussen ist ein grösserer Reibradius und dann ist Haftreibung höher als die Gleitreibung. Da kann ich mir nicht vorstellen, dass es klappt mit der halben Drehzahl.
Heute in drei Jahren ist es endlich wieder soweit.
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Re: Kahlgryndige Enfield-Kurbelwelle: Restaurierungsbericht

Beitragvon kahlgryndiger » So 26 Jan, 2014 17:30

michiel hat geschrieben:Wenn ich mich nicht irre, dann sind das keine geschmiedeten, sondern Gußpleuel.

Das schrieb einer im Enfieldforum den ich fragen würde, hätte ich ein technisches Motorenproblem mit dem Karren :grin:
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