Jonas hat geschrieben:Kannst Du die Achsen vielleicht auspressen? Passgenaue Auflagefläche schaffen und dann mit einem entsprechenden Stempel von der anderen Seite (z. B. im Schraubstock) drücken? Aber wenn´s da Bruch gibt, weia.
Oder sauber einspannen und versuchen, die Achsen auszubohren?
Heute zurück in der Werkstatt. Hat mir keine Ruhe gelassen. Hab mit einer befreundeten Schlosserei gesprochen, da dort ein junger Kerl arbeitet, der selber Oldtimer fährt. Er meinte: "Mit den eiernden Dingern bekommst du nie definierte Steuerzeiten. Ein Wunder dass es überhaupt lief." Kann ich nur bestätigen. Dass dieser Motor vorher lief grenzt an ein Wunder...
Mein Plan ist dieser: Achsen am Kipphebel ausbohren, Kugellager besorgen und wieder einbauen. Da die Achse extrem hart ist (ein Körnerschlag hat kaum einen Kratzer hinterlassen) benutze ich passende HSS Bohrer im passenden Durchmesser und die Schlosserei schweißt mir die ein. Das Ausbohren war dann wie zu erwarten etwas zäh. Aber sie sind draußen. Die Enden sind kegelig aufgeschmiedet. Daher war nix mit einfach austreiben. Nachdem ich den Kipphebel zerlegt hatte, stellte sich heruaus, dass es kein Kugellager ist, sondern eine massive Rolle, die auf einer ziemlich abgenutzten Achse lief. Ich bin so froh, diese Baustelle doch angegangen zu sein. Sieht furchtbar verschlissen aus im Inneren. Morgen werde ich mal rumtelefonieren und schauen, ob ich ein passendes Kugellager finde. Ich denke, das dürfte die Nocke für die nächsten Jahrzehnte glücklich machen und mir endlich stabile Steuerzeiten geben. Als Achse einen HSS Bohrer und am Ende etwas Kegelig aufgeschweißt. Ich hab zwar alle Schweißgeräte da, aber das überlass ich dann doch lieber den Profis. Außerdem finde ich immer, dass eine Werkstatt, wenn sie schon mit Rat und Tat zur Seite steht, auch ruhig etwas verdienen sollte. Das erstmal dazu. Sobald ich an dieser Baustelle weiter komme, poste ich neue Fotos. Steuerzeiten kommen danach. Ich denke, dann sind die auch exakt wie ein Uhrwerk. Und was ich mit den Zahlen anfangen soll, wonach ich mich richte und wofür ich im Zweifel entscheide, weiß ich mittlerweile dank euch. Danke Jungs!!!
Jonas hat geschrieben:Lektionen in Demut.

Seh´s als Meditation, oder so.
Ich hab mir für die Zeit, in der die Terrot in der Mache war, eine 42er Royal Enfield gekauft. Vom Vorbesitzer eigenhändig restauriert!

War ´ne Katastrophe, das Ding, natürlich, aber da konnte ich fast alles selbst machen, hatte keine Berührungsängste und war kaum auf andere angewiesen. Fährt mittlerweile auch recht schön

Hast ja recht. Ich bin eher ein ungeduldiger Typ... Ich möchte die Terrot im Frühling fahrbereit haben. Aber um schlampig zu arbeiten kenne wir uns nun schon zu lange (also ich und der Franzosen Eimer). Die Kipphebel sind ein gutes Beispiel. Nix klappt, ich bin frustriert, würde alles am liebsten wieder zusammensetzen. Dann schlafe ich eine Nacht drüber und am nächsten Tag mache ich es dann eben doch richtig. Am Motor Probleme ignorieren fällt später sowieso auf eine zurück... Insofern... Außerdem muss man wissen, dass ich ein sehr sarkastischer Typ bin. Da darf man nicht jedes Wort auf die Goldwage legen. Hat ja einen Grund warum mein jüngstes Fahrzeug von 1992 ist

Ich lerne jeden Tag dazu und liebe es! Das Gejammere kann man gerne überhören
Jonas, sobald ich das Gefühl habe dem Meister der Terrot unter die Augen zu treten, komme ich zu Besuch!