Hier geht es um AiA-taugliche Motoren, Maschinen, Fahrzeuge. Wyrdiges Zeug kwasi :D
Antwort erstellen

Re: Instandsetzung XT600 43f

Sa 07 Nov, 2020 11:46

Ins Motoröl geb ich schon lange 2% MoS2 Motorölzusatz.
Kupplungsrutschen gab es mit den SR500, bei der XT600 und der Transalp nie.

In drehmomentstärkeren Motoren mag es das geben.

Bei der MoS2-Montagepaste hab ich Bedenken, daß sie sich nicht im Motoröl löst und womöglich irgendwo eine der kleinen Ölbohrungen verstopft.
Deswegen hab ich gefragt, ob die als Erstschmierung für die Nockenwelle taugt.

Re: Instandsetzung XT600 43f

Sa 07 Nov, 2020 13:35

Ich nehm wegen der Sorge über das Zusammenspiel von Kupplung und MoS2 mittlerweile lieber ein Montageöl, zB Permatex 81950 Ultra Slick. Konsistenz ca. wie Honig und löst sich halt wie ganz normales Öl im Öl auf. Achtung bei gleitgelagerten Motoren mit engen Lagerspielen und niedrigen Temperature - da kann man plötzlich kaum noch die Kurbewelle durchdrehen, weil das Zeug so bremst. :D :ugly:

Re: Instandsetzung XT600 43f

Sa 07 Nov, 2020 18:51

Wie befürchtet: Der Lagersitz ist lose, der Stahlring im Kurbelwellengehäuse klappert.
Dazu passen auch die hellgrauen Schlieren im Öl, das wird feinst zermahlenes Magnesium sein.
Die Kurbelwelle ist von alleine herausgefallen, die Lager sind tadellos.

Reparaturidee:
Den Stahlring irgendwie rausbekommen (auftrennen?), neuen Stahlring anfertigen (lassen), einschrumpfen.
Was sagt Ihr dazu?
Dateianhänge
XT600-Lagersitz-Kurbelwelle-li-compressed.zip
speichern und umbenennen zu video.mp4
(142.02 KiB) 139-mal heruntergeladen

Re: Instandsetzung XT600 43f

Sa 07 Nov, 2020 19:51

Das Gehäuse ist zwar aus Alu, das machts aber nicht weniger dramatisch... Mit Kleber kann man das nicht richten, dafür gibts keine vernünftige Reparaturmethode.
Mitleid,
Hans

Re: Instandsetzung XT600 43f

Sa 07 Nov, 2020 20:07

Stahlring irgendwie rausholen, das kartoffelförmige Loch im Gehäuse aufspindeln (wohl dem, der einen Wohlhaupter hat), neuen passend angefertigten Stahlring einschrumpfen?
Oder alles penibel entfetten, Spalt mit Lagerkleber fluten, Fühlerlehrenband in genau passender Länge bei erwärmtem Gehäuse um den losen Ring einschlagen?

Re: Instandsetzung XT600 43f

Sa 07 Nov, 2020 23:12

Warum ist das ein so häufiger Schaden bei diesen Motoren?
Von der SR kenne ich das nicht.

Kurbelwelle zu schwer? Nicht gut gewuchtet? Polrad zu schwer und/oder zu weit außermittig? :gruebel:

Re: Instandsetzung XT600 43f

So 08 Nov, 2020 08:06

Wüstenreparatur: JB Weld. Aber da ist alles ölig, das ist nicht simpel, und man muss das Lager fluchtend einbauen, also das Gehäuse samt eingesteckter Welle zum Härten zusammenbauen.
Ein Ersatzgehäuse wäre die bessere Wahl.

Re: Instandsetzung XT600 43f

So 08 Nov, 2020 13:16

Entfetten könnte ich sicher, da ist jetzt schon fast kein Öl mehr.
Genaues Ausrichten des Lagersitz/der Kurbelwelle? Kann ich mit Hausmitteln nicht.

Ich such jetzt ein besseres Motorgehäuse :(
Was paßt zu den 43f-Innereien?
2KF soll ideal sein, auch besserer Zylinder und Kopf, hab ich gehört.

Re: Instandsetzung XT600 43f

So 08 Nov, 2020 14:04

Der Kopf und der Zylinder bei der 2KF müssen zusammen kommen, da ist ein Gewinde mehr im Zylinder da. Siehste auf Bildern von den Dichtsätzen. 43F ist gut, 2KF ist gut, 1VJ hat vorgealterten Aluguss, der zieht gerne die Gewindegänge raus.

Re: Instandsetzung XT600 43f

So 08 Nov, 2020 14:24

... und 1VJ hat doch auch schon einen E-Starter also ein bissl anderes Gehäuse.

Re: Instandsetzung XT600 43f

So 08 Nov, 2020 15:33

Jo, ich red nur von Kopf und Zylinder,wenn man die wegen der geänderten Veintildurchmesser haben will...

Re: Instandsetzung XT600 43f

So 08 Nov, 2020 16:48

Darum ging es mir.

Re: Instandsetzung XT600 43f

So 08 Nov, 2020 16:50

Gibt es Unterschiede bei den eingegossenen Lagerringen?
Und warum geht sowas überhaupt kaputt, das passiert ja scheint's häufiger.

Re: Instandsetzung XT600 43f

So 08 Nov, 2020 18:17

Das ist ne gute Frage. Dieses Problem hatte ich Mitte der 80er mit meiner Tenere 34L. Hatte damals halt Glück, dass ich sie neu hatte. Das ganze ist mir so bei 24tsd. passiert und ich habe auf Kulanz neue Motorhälften bekommen. Ist deine nicht der direkte Nachfolger, also gleicher Motor nur eben mit kleinem Tank, etc.?
Vielleicht waren einfach die Passmaße zu groß.
Wusste halt bisher nicht, dass das öfter vorkommen soll. Ist lange her und ich hatte danach auch keine Yamaha mehr.

Gruß Stefan

Re: Instandsetzung XT600 43f

Mo 09 Nov, 2020 07:14

Bei den Schweizern gibt es jemand, der das schön öfter bei SR hatte, wobei unklar ist, warum.
Mein Reparaturtipp wäre, den Graugusseinsatz rauszumachen, das Alu großzügig aufzuschweißen, und gleich rundherum ein bisserl was dazu zu tun, und dann einen neuen Graugussring einzuschrumpfen, und danach in Flucht zur anderen Gehäusehälfte fertig zu bearbeiten. IMHO viel zu viel Äktschn, solange man noch Gehäuse bekommt. Lockern können sich die einfach so, weil die Kurbelwelle ja schon ganz schön anreisst, und naturgemäß unwuchtig ist, man sie auch nicht zu 100% auswuchten kann. Man kann beim dynamischen Auswuchten aber auf die links/rechts-Wuchtung, also die Taumelei achten, die Wellen sind ja von Haus aus nicht extra gewuchtet, (auch nicht statisch!) da kann man schon noch was rausholen.
Möglicherweise gabs ja auch beim Gussvorgang keine anständige Verbindung, Alu-Eisen ist auch nicht ganz einfach, da muss man vorher was machen: https://www.next-foundry.com/giesserei- ... -verfahren

Bei der SP370 gabs noch keine Graugussringe für die Kurbelwellenlager, jene wurden aber gerne locker, weshalb man bei der GN400 Ringe einsetzte. Die wurden umgossen und zusätzlich noch verschraubt.

Zum MoS2-Zusatz zum Motoröl: Es ist ein Festschmierstoff, die Partikelgröße liegt bei durchschnittlich 0,3µ. Damit gehen sie zwar durch den Filter, werden aber in der Kurbelwelle herausgeschleudert, denn da gibts doch diesen Schraubstöpsel, unter dem man immer so lustig gepresste Dreckpfropfen findet, wenn man die Kurbelwelle zerlegt.

Gruß
Hans
Antwort erstellen