Der tomcat hat einen interessanten Ansatz gewählt.
Vorab sollte ich vieleicht nochmal klarstellen (siehe auch Fredtitel), dass ich die Weh nicht als Alteisen ansehe und auch nicht als "Pseudoalteisen" interpretieren möchte. Ist ungefähr so, als wenn ich mir eine neue 650er Alp rauslassen würde. Hat mit Alteisen in meinen Augen außer der Optik -und um die geht es wohl nicht- nichts alteisiges.
Daraus kommen wir dem Punkt näher, warum in meinen Augen eine 500er Bullet, 4-Gang, Rechtsschaltung sehr wohl was alteisiges hat. Der Bock ist egal welchen Baujahrs erst mal nicht fahrtüchtig
Und wenn er dann mal fahrtüchtig wurde, ist da einiges an Arbeit drin, das auch bei echten Alteisen anfällt. Trotzdem -und jetzt kommen wir zum eher springenden Punkt- ist das Ding erst mal lahm. Und so viel schneller als lahm ist es auch nicht zu bekommen, wenn man nicht tausende Euretten vergraben will.
Es ist aber um zu tomcat zu kommen was im Hirn dessen, der so ein Gerät kauft und länger fährt. Es ist die Bereitschaft und Freude, sich auf was aus heutiger Sicht gänzlich unzulängliches einzulassen. Das Risiko eine sterbenden Motors immer im Genick zu haben, mit Gefühl zu fahren, um nicht sooo viel zu killen. Alles Dinge die bei einer Transalp oder Africa Twin Baujahr 1987 (20 Jahre alt!!!) nicht anfallen, wenn der Bock nicht vollkommen runtergeritten ist.
Man kann auch Enfield 2007 durch Ural 650er oder Dnäbba ersetzen. Bleibt der gleiche Kram mit Nuancen.
Da kommt eine Bulldog oder Fazer oder Weh oder so was nicht mit. Das Zeug ist zu gut.
Uwe hat es heute mal angesprochen: Ein Aspekt ist auch die Geschwindigkeit. Es macht keinen Sinn, wenn ein Russeneisen, eine Junak, eine Enfield, eine MZ ausgesaugt werden müssen, um nur halbwegs eine Ausfahrtgeschwindigkeit zu erreichen, die für eine der o. g. Nichtalteisen und deren Treiber immer noch lahm sind. Und dann verrecken die Kisten; es muss gezangelt werden. Der geneigte Transalper ohne Alteisenhirn steht womöglich am Straßenrand und wundert sich (wenigstens).
EINSCHUB: War ein Beispiel und ich meinte damit sicher nicht den Christopher EINSCHUBENDE
Nehmen wir mal das diesjährige TT: Eine MZ verreckt, Uwe und Andreas helfen, der Rest der Truppe fährt ins Kaffeehaus und wartet dort so 1 1/2 Stunden.
Man hat den Gesichtern angesehen, wen die Warterei leicht genervt hat. Genervt hat das keinen der Leute, die üblicherweise mit Geraffelgelump unterwegs sind. Die Leute kennen das; waren selbst oft genug die, auf die gewartet werden musste.
Vieleicht fand ich auch deshalb die Herbstausfahrt so schön. Ich hatte nach dem Abschied von Slomo defintiv das lahmste Krad unterm Hintern. Es war vieleicht am Sölk und so Ghygel mal an der Grenze, dass ich das Gefühl hatte, ich halte die ganze Runde auf, aber es hat mich auch nicht gestresst.
Und jetzt kommen wir noch zu einem Punkt, der mir wichtig ist. Uwe hat heute recht deutlich sinngemäß gesagt:
Alteisenausfahrt bedeutet, das da nur Alteisen nach Definition der AiA fahren. Keine Ahnung, ob er es so deutlich gemeint hat. Ich glaub aber schon. Und wenn ich darüber nachdenke, hat er recht. Punktum einfach eine klare Sache, die Probleme im Keim erstickt.
Jetzt wird wahrscheinlich keiner der Leute des ZK einen Herzanfall bekommen, wenn -nehmen wir als Beispiel was, was wohl nie passieren wird- der Uwe bei einer Ausfahrt mit einer Alp antritt, weils halt nicht anders geht. Das liegt aber dann am Uwe, nicht an seinem Gefährt. Und dass der Christiopher einige male mit der Alp mitgefahren ist, lag sicher nicht an der Alp, sondern an der Person.
Wenn aber "Alteisen" nach Lesart der AiA plötzlich auch ein nicht runtergrittener Plastikeimer ist, der mit 50SBS und Zuverlässigkeit Marke Honda (späte) aber zufällig schon 20 Jahre alt ankommt und der Fahrer eben nicht weiß, wie es für die anderen AiA-Ausfahrer "normal" ist, wie schnell gefahren wird und wie oft gezangelt wird, ist die Spannung vorprogrammiert.
Es ist die Mischung der Eisen und der Leute, die solche Eisen fahren, die die AiA ausmachen. Dabei ist mir aber wichtig, dass ein Flint mit seiner Alp oder seinem Renngespann mir genauso wichtig ist, wie Alex mit seiner Junak oder motorangige Andreas mit seinem diversen Geraffel. Es müssen die Eisen schon passen, aber die Leute sind halt doch wichtiger. Wenn der Kahlgryndige plötzlich mit der Duc seiner Gattin aufkreuzt, weiß ich, dass es einen Grund hat und es der "letzte" Weg war. Er müsste das Gefrotzel aushalten, aber es wäre mir wichtig, dass er dabei ist, egal auf welchem Eisen. Einfach auch, weil ich weiß, dass er "normal" mit einem Alteisen gereist wäre. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob der Andreas nicht lieber auf eine Ausfahrt verzichten würde, statt mit der Duc zu fahren
Und der Albert fährt in der Regel auch mit der Enfield und nicht mit seinem Stelzenroß auch wenn er sonst wohl mehr mit der Cadingens unterwegs ist.
Und wenn die AiA meint, dass Ural und Enfield keine Alteisen mehr sind, bin ich halt nicht mehr AiA. Wurscht!
Gedanken würde ich mir erst machen, wenn die AiA sagt, der Blechroller darf nicht mher mitspielen, weil er mit Ural/Enfield nach neuer Definition kein AiAler mehr ist.
Ich habe es bewußt so zu formulieen versucht, dass sich niemand auf den Schlips getreten fühlen sollte. Wenn doch, dann wars definitv nicht so gemeint.
OllY
PS. Die Fazer vom Miester Riege gefällt MIR nicht
