Schmierereien und Öliges

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Schmierereien und Öliges

Beitragvon ragman » So 29 Jun, 2014 17:31

Da ich in Kürze mit dem Zusammenbauen dem Projekt Solo-Ural beginnen werde können und das Ganze vernünftig werden soll, hätte ich gerne ein paar Hinweise aus eurem reichem Erfahrungsschatz, was ich noch einkaufenderweise beachten sollte. Da ich den Bestand ohnehin etwas auffüllen muß, böte sich auch eine Sortimentserweiterung an.

Das Gute ist, es betrifft nur die außenliegenden Teile, da Motor, Getriebe und Endantrieb nicht geöffnet werden mußten.

Keramikpaste oder -spray ist mir in letzter Zeit beim Lesen immer wieder einmal untergekommen, wie auch Molykote. Evtl. etwas für die Kardanwellenverzahnung? Bremshebeley?

Wie schaut es mit den Achsen aus? Bisher nahm ich immer Motoröl.

Die Speichen habe ich ohnehin schon vergessen - gäbs da einen Tipp zur nachträglichen Anwendung eines Korrosionsschutzes? Kriechöl? Achja - die beiden Soloräder werden keinen Winter sehen.

Schraubgewinde generell? Ich möchte gewisse Anbauteile (z.B. Rücklichthalter, Gepäckträger, ...) mit A2-Schrauben befestigen - auch evtl. Keramikpaste aufs Gewinde?

Auspuffschellenverschraubungen? Auch A2-Schrauben? Die letzten mußte ich zum Zerlegen abreißen.

Die Schrauben, welche das Getriebe an das Motorgehäuse bringen gingen auch recht zäh auf.

Motorhaltebolzen?
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Re: Schmierereien und Öliges

Beitragvon sejerlänner jong » So 29 Jun, 2014 18:04

Hallo Ragman
Beim Auspuff oder Bremsen kommt bei mir Kupferfett zum Einsatz.
Von der OKS http://www.oks-germany.com/de/produkte/pasten/?page=3 hatte ich mal eine weiße Paste Anti-Seize. Aber welche der vielen Pasten?? Schrauben die ich damit einschmiert hatte ließen sich auch nach Jahren noch gut lösen.
Speichennippel nachträglich schützen. Hmm, da würde ich OKS 2100 oder Tectyl auftragen. Härtet zu einer zähen Schicht aus und lässt sich mit Verdünnung wieder abwaschen.

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Re: Schmierereien und Öliges

Beitragvon KNEPTA » So 29 Jun, 2014 20:55

Im Winterbetrieb hilft nur das regelmäßige Ziehen vom Motorhaltebolzen.....

Rostfreie Schrauben sind zwar klass, aber bei der Knepta rostet das Drumherum dann doppelt so schnell.

Achsen schmier ich mit normalem Graphitfett...

Aber das ist wie beim ÖL, Kerzen und Konservierung, jeder schwört auf was anderes....

Uwe
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Re: Schmierereien und Öliges

Beitragvon Nanno » So 29 Jun, 2014 22:23

Für Edelstahlschrauben nehm ich auch Kupferpaste. Für die Achsen nehm ich Wälzlagerfett.

LG,
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Re: Schmierereien und Öliges

Beitragvon motorang » Mo 30 Jun, 2014 06:43

Hallo Klaus
  • Keramikpaste oder -spray: hält Temperaturwechsel gut aus aber schmiert keine beweglichen Teile im Sinne eines Schmiermittels. Auspuffstehbolzen, Übergang von Auspuffrohren etc.
  • Kupferpaste: verdrängt Luft aus Gewinden kwasi, damit kommt dort beispielsweise kein Salzwasser hin. Schmiert ein wenig, wird dabei aber zäh und fest. Also nix für bewegliche Teile wie Bremssattelgleitlagerung. Nehm ich für Gehäuseschrauben, Autoradmuttern, Bremsflüssigkeitsbehälterschrauben, Zündkerzengewinde. Hat durch das fest werden auch eine geringe Schraubensicherungswirkung. Wo es nicht heiß wird kann (Motorgehäuse ...) kann man stattdessen Loctite leichte Schraubensicherung verwenden, ist aber vergleichsweise teuer und lohnt eher bei Ganzjahresfahrzeugen.
  • Alles wo es heiß wird aber wirklich schmieren soll: Heißlagerfett, von Bosch auch Unterbrecherfett getauft. Unterbrecherwelle, Fliehkraftversteller, Unterbrechernocken und -achse, Verteiler, Bremsbackenlagerung, Bremsnocke, Bremsnockenwelle, beim Auto die Handbremsumlenkerei in der Trommelbremse etc.
  • Bewegliche Teile und Kugellager, Lenkkopflager, Brems/Kupplungshebel ... An die Radachse kommt normales Universalfett, so wie auf die Hängerkupplung, mit dem Pinsel. Das "bessere" Fett ist das weiße Lithiumseifenfett, das wird weniger ausgewaschen weswegen es die Radfahrer gerne nehmen. Gut beispielsweise für die Augen der Brems- und Kupplungshebel.
  • Seilzüge und Tacho/DZMwellen: Wenn das alles noch gängig ist und man es reinbekommt (selbergelötete): Heißlagerfett oder Universalfett oder das weiße Fett (Seilenden vor dem durchschieben mit dünnem Klebeband schützen). Nachträgliche Seilschmierung: Trichterchen und je nach Durchgängigkeit mit Bremsenreiniger anfangen, dann Kriechöl (eventuell mit Motoröl gemischt). Klecks Fett jeweils am Ende um Wassereindringung zu verlangsamen.
  • Speichen: Kriechöl ist da sehr sehr schnell weg, wird fliehkräftig zudem weggedrückt. Seilfett oder Unterbodenwachs geht besser (Pinselchen, Wachs warm machen) und zwar nicht nur ins Gewinde sondern auch zwischen Speichennippel und Felge. Das transparente Wachs bleibt transparent, Seilfett wird goldfarben.
  • Schraubgewinde generell? Keramikpaste braucht es nicht, ich würde Kupferpaste nehmen, Herbert nicht. Für ein Sommerfahrzeug tut es aber auch das Hängerkupplungsuniversalfett. Auch für die Schrauben, welche das Getriebe an das Motorgehäuse bringen, sowie Motorhaltebolzen.
  • Auspuffschellenverschraubungen? Auch A2-Schrauben? Ganz klar Keramikpaste oder Kupferpaste. Schützt nach ein paar Jahren aber nicht gegen flexen, weil die Schellen normalerweise sehr liederlich im Material sind. Deswegen sind Ersatzschellen auch so billig ...
  • Das wirklich bestens dauerhaft schmierende Molykotefett (das auch Feststoffschmierkörper hat) überall da wo es hohe Drücke gibt (Zahnradflanken etc) und es nicht weg kann => Endantriebsverzahnung, Kardanwellenverzahnung, und der Schiebesitz des Scheibenbremssattels (wenn durch Gummis abgedichtet) - im Handel erhältlich als Gelenkwellenfett
  • An Scheibenbremsen die Gleitflächen des Sattels/Belages: Bräklube oder Plastilube. Keine Kupferpaste weil nicht dauerhaft schmierend.

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Re: Schmierereien und Öliges

Beitragvon ragman » Mo 30 Jun, 2014 13:36

Klingt, als wäre das Keramikzeugs auch evtl. was um verschiedene Materielien zu trennen - also z.B die Schrauben für den Zündungsdeckel am Motorgehäuse.
und die Getriebeschrauben. Ich weiß nicht, ob Kupferpaste im Alu Sinn macht.
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Senf dazu vom koarrl

Beitragvon koarrl » Di 01 Jul, 2014 12:04

Ich liebe Nickelpaste, dürfte mechanisch wie Kupferpaste wirken, ist aber elektrochemisch harmloser
(Cu ist ein ziemlich-edel-Metall und macht daher wilde Sachen gegenüber Fe, Al und Zn).
Keramikpaste hab ich erst kyrzlich entdeckt, zum Gängighalten von Bremshydraulikkolben.
Sieht aus wie Zahnpasta und wirkt (1x bei Enfield, 9x bei der KTM, dem Hydraulik-Problemkind).
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Re: Schmierereien und Öliges

Beitragvon hiha » Di 01 Jul, 2014 12:33

Ich mag keine Keramikpaste. Ausser am ABS-haltigen Auto würd ich sie nirgends mehr verwenden, weil sie nicht gescheit funktioniert.

Nickelpaste wäre mir wegen dem hochallergenen Nickel suspekt. Schau ich mir ausserdem das Periodensystem an, ist Nickel eins hinter Kupfer. Also soo viel besser ists elektrochemisch betrachtet nicht.

Gruß
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Re: Schmierereien und Öliges

Beitragvon koarrl » Di 01 Jul, 2014 16:18

@hiha: hmm, finde die Quelle nicht mehr, aufgrund derer ich meine Nickelaussage hier hinstellte.
Mögest du recht haben, die Kupferpastenverwender werden's dir danken ;-)
- ad Allergie: Ni kratzt _mich_ nicht, andere vielleicht schon. Cu-Paste ist hierzulande gebräuchlicher, darum wohl.
- ad Keramik: Funktion wundert mich auch - sofern diese Zahnpaste nicht aus furchtbar vielen winzigen und harten Kügelchen besteht.
Mich hat's jedenfalls gerettet bei salzkorrodierten Low-Quality-Bremssätteln.
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Re: Schmierereien und Öliges

Beitragvon ragman » Di 01 Jul, 2014 17:21

hiha hat geschrieben:Ich mag keine Keramikpaste. Ausser am ABS-haltigen Auto würd ich sie nirgends mehr verwenden, weil sie nicht gescheit funktioniert.


Was heißt denn "nicht gescheit funktioniert"? Also bei welchem Verwendungszweck (da sind ja mehrere angesprochen worden)?
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Re: Schmierereien und Öliges

Beitragvon Richy » Di 01 Jul, 2014 19:24

ragman hat geschrieben:Was heißt denn "nicht gescheit funktioniert"? Also bei welchem Verwendungszweck (da sind ja mehrere angesprochen worden)?

Z.bsp. am MZ-Schwingebolzen im Winterbetrieb. Das Zeug zieht leider Wasser, was ich vorher nicht wußte. Nun ist der Bolzen rostschlüssig mit dem Rahmen verbunden. :roll:
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Re: Schmierereien und Öliges

Beitragvon Nordmann » Di 01 Jul, 2014 20:52

Richy hat geschrieben:
ragman hat geschrieben:Was heißt denn "nicht gescheit funktioniert"? Also bei welchem Verwendungszweck (da sind ja mehrere angesprochen worden)?

Z.bsp. am MZ-Schwingebolzen im Winterbetrieb. Das Zeug zieht leider Wasser, was ich vorher nicht wußte. Nun ist der Bolzen rostschlüssig mit dem Rahmen verbunden. :roll:


Hilti mit viel Rostlöser und stumpf geschliffenem Rundmeissel....und Geduld!
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Re: Schmierereien und Öliges

Beitragvon hiha » Mi 02 Jul, 2014 06:30

ragman hat geschrieben:Was heißt denn "nicht gescheit funktioniert"? Also bei welchem Verwendungszweck (da sind ja mehrere angesprochen worden)?

Speziell warme Gewinde, wie z.B. Auspuffstehbolzen und -schellen. Da hält Kupferpaste um Generationen besser...

Gruß
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Re: Schmierereien und Öliges

Beitragvon ragman » Sa 05 Jul, 2014 09:13

Stichwort Zinkspray/-paste?

Gibt es diesbezüglich Erfahrungen?
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Re: Schmierereien und Öliges

Beitragvon motorang » So 31 Aug, 2014 14:36

motorang hat geschrieben:Schiebesitz des Scheibenbremssattels (wenn durch Gummis abgedichtet)


Möchte hinzufügen dass das Bucheli-Handbuch für meine Tenere empfiehlt, für diese Stelle Silikonfett zu nehmen. Also die Schmierung des Gleitstiftes auf dem der Bremssattel gleitet.

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