Reifen Tragfähigkeitsindex

Hier geht es um AiA-taugliche Motoren, Maschinen, Fahrzeuge. Wyrdiges Zeug kwasi :D

Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon fleisspelz » Mi 20 Aug, 2014 20:40

Hat jemand Erfahrung bei der Eintragung einer anderen Reifengrösse mit niedrigerem Tragfähigkeitsindex?

Ich habe derzeit vorne einen Reifen mit Index 57 (entspricht 230 kg) und hinten einen mit Index 73 (entspricht 365 kg). Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 430 kg. Jetzt möchte ich hinten einen Reifen mit Index 69 verwenden. Eine Änderung des Gesamtgewichtes auf 390 kg würde mir nichts ausmachen, da das Mopped immer ein Einsitzer bleiben wird.

Kann mir jemand sagen, ob ich da was übersehen habe, und ob das so geht?

Laut dieser oder dieser Unterlage der GTÜ sollte das einfach so, auch ohne Eintragung gehen, ich finde aber nirgendwo einen expliziten Hinweis auf Motorräder.
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon scheppertreiber » Mi 20 Aug, 2014 21:28

Bundschuh oder Seubert vom TÜV Wertheim mal anrufen und fragen ?
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon fleisspelz » Fr 22 Aug, 2014 11:33

scheppertreiber hat geschrieben:Bundschuh oder Seubert vom TÜV Wertheim mal anrufen und fragen ?


Da bekommst Du nur dumme Antworten

Hallo Herr TÜV,

ich möchte eines meiner Motorräder auch im Winter fahren, eine 1995er Harley Davidson XL2 Sportster, Erstzulassung 1995.

Bislang sind auf dem Fahrzeug die serienmässigen Reifen der Dimensionen
MJ90-19K181 vorne und MT90-16K181 hinten eingetragen, sowie als metrische Alternative vorne 110/90-19 57H sowie hinten 130/90-16 73H.
Als Höchstgeschwindigkeit sind im Fahrzeugschein 160 km/h angegeben, als zulässige Gesamtmasse 430 kg, als Leergewicht 236 kg.

Ich möchte nunmehr auf dem Vorderrad wahlweise M+S Reifen der Dimension
110/90-19 57T fahren.
Für das 16 Zoll Hinterrad bekomme ich keinen M+S Reifen. Daher möchte ich hier ein Rad mit Felge der Dimension 3,50X17 herstellen (das Motorrad hat Speichenräder) und darauf einen Reifen der Dimension
130/80-17 69T montieren, das ich wahlweise (im Winter) eintragen möchte.
Der Abrollumfang differiert rechnerisch um 2 mm, bei gleichbleibendem Durchmesser des Rades von ca. 640 mm. Der 17 Zoll Reifen hat einen rechnerischen Durchmesser von 1945 mm, statt 1947 mm bei dem 16 Zöller.

Als Reifen möchte ich die Heidenau K60 Scout Silica verwenden, mit denen ich auf anderen Motorrädern sehr gute Erfahrungen auf kalten Fahrbahnen gemacht habe. Für vorne habe ich mir den 100/90 - 19 M/C 57H M+S herausgesucht, für hinten den 130/80 - 17 M/C 69T M+S. Den hinteren Reifen mit der M+S Kennung bekomme ich nur mit dem Traglastindex 69 (325 kg), nicht aber mit Index 73 (365 kg), der vordere Reifen ist in 57 (230
kg) erhältlich.

Da das Fahrzeug nur einen Sitzplatz hat, wäre falls dies als notwendig erachtet wird auch der Eintrag eines um 40 kg niedrigeren zulässigen Gesamtgewichtes kein Problem. Ich selbst mit meinen 100 kg passe da nebst Gepäck immer locker dazu.

Sehen Sie ein Problem, das so wie angegeben abzunehmen?

Herzliche Grüße
vom fleisspelz

Guten Tag Herr fleisspelz,
Ihrer Ausführung kann ich noch nicht ganz folgen! Sie benötigen als erstes einmal ein gültiges Prüfzeugnis für ein Rad (Prüfbericht oder Teilegutachten!), eine wahlweise Verwendung von unterschiedlichen Räder kann ich noch nicht ganz nachvollziehen. Es müssen dann alle Rad Reifenkombinationen einzeln geprüft und Fahrversuche durchgeführt werden. Die entstehenden Kosten sind sicherlich nicht zu vernachlässigen. Bezüglich einer Ablastung muss der gesamte Umbau betrachtet werden.

Mit freundlichen Grüßen / Kind regards
der Mann vom TÜV
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon scheppertreiber » Fr 22 Aug, 2014 11:43

Seubert hat dqas geschrieben ??? Kann ich mir kaum vorstellen. Ist zwar einer
von den 100%igen (zB Rückstraher und so), versteht aber sein Fach.

Vielleicht war das einer von den "Neuen". :shock:
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon nattes » Fr 22 Aug, 2014 12:06

Ich habe die Erfahrung gemacht, das bei eher ungewöhnlichen Themen ein persönliches Gespräch beim Tüv am besten funktioniert.
Voraussetzung ist natürlich immer, das die Chemie untereinander stimmt.
Es kann natürlich nicht schaden vorher mal zu recherchieren, wer dem Thema wohl aufgeschlossen gegenüber stehen könnte.

Meiner Meinung nach funktioniert das auch in fast allen Bereichen des Lebens besser als eine Mail oder ein Brief.
Bei einer schriftlichen Anfrage fällt es dem Angefragten es viel leichter sich keine Mühe zu geben. :-D

Gruß Norbert
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon Uwe Steinbrecher » Fr 22 Aug, 2014 12:12

Das Alarmzeichen für den Herrn Tüv dürfte gewesen sein:
"Daher möchte ich hier ein Rad mit Felge der Dimension 3,50X17 herstellen"
Tüv Vorschriften besagen bei Rädern eine Teileprüfung wegen Tragfähigkeit etc. Herstellen klingt aber immer nach komplettem eigenbau. Also keine Papire Genau die muss er aber sehen.
Wenn du den Text dahingehend veränderst dass du von Umspeichen mit "genormter/geprüfter" Felge sprichst (ist auch gegeben wenn du eine gebrauchte Felge eines anderen fahrzeuges, welches in D zugelassen war oder in der Bauform bei uns erhältlich ist/war) dürfte der Herr Tüv sich inhaltlich deinem eigentlichen Thema nähern.
Ansonsten hat der Norbert sicher nicht unrecht.
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon scheppertreiber » Fr 22 Aug, 2014 12:16

Für mein Guzzi-Gespann habe ich mir ein Beiwagenrad mit 15"-Felge machen lassen.
Seubert die Rechnung unter die Nase gehalten und gut.
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon fleisspelz » Fr 22 Aug, 2014 12:54

Ich habe grade mit dem Herrn telefoniert (nein, nicht Seubert, der war unabkömmlich). Er sagt, dass erstens die meisten Radspannereien grundsätzliches falsch machen, weil sie Räder außermittig einspeichen, oder gar VA Speichen verwenden. Außerdem würde er entweder das 17 Zoll Winterrad eintragen, wenn es ihm bei einem Fahrversuch bei Höchstgeschwindigkeit subjektiv gefällt, oder eben nicht. Falls er das 17 Zoll Winterrad einträgt, würde er aber das serienmässige Rad löschen. Auf meine Frage mit welchem Grund gab er zu bedenken, dass ich da Äpfel mit Birnen vergleichen würde, wenn ich das wie bei einem Auto handhaben würde. Bei einem Auto würde ich vier Radbolzen lösen, bei einem Motorrad sei das aufwändiger. Als ich eingewendet habe, dass ich das Hinterrad zu jedem Reifenwechsel ausbauen und wieder einbauen muss, sagte er mir, das mache ja schliesslich eine Fachwerkstatt, das sei was anderes. Ausserdem hält er es für unvernünftig, im Winter Motorrad zu fahren. Er selbst habe das als junger Kerl auch mal gemacht, und das habe zu Bänderrissen und ähnlichem geführt.
Das dämliche ist, dass die Reifengröße jeder Polizist am Straßenrand ablesen kann. Sonst würd ich einfach machen....
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon scheppertreiber » Fr 22 Aug, 2014 13:05

Man könnte da mit Flüssiggummi etwas nachhelfen 8)

Ich würde mal hinfahren und mit Seubert oder Bundschuh selbst sprechen. Seubert ist
der Scheffe von dem Laden und kompetent. Dienstags ist einer der beiden fast immer
bei Sigurd zum Haus-TÜV.

Eigneltich steht doch heute nur noch die maximale Reifengröße in den Papieren ?
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon fleisspelz » Fr 22 Aug, 2014 13:07

scheppertreiber hat geschrieben:...

Eigneltich steht doch heute nur noch die maximale Reifengröße in den Papieren ?

Das hab ich noch nie gehört
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon dirk » Fr 22 Aug, 2014 13:11

Bei Autos hab ich es so gesehen. In dem Teil der während der Fahrt dabei sein soll.
Heute in drei Jahren ist es endlich wieder soweit.
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon fleisspelz » Fr 22 Aug, 2014 14:22

Mich frustriert diese unverholen zur Schau gestellte Machtausübungs-Attitüde auf meine Kosten.

Ich habe dem Mann die Frage umgekehrt rum gestellt:
"Ich möchte mein Fahrzeug bei niedrigen Temperaturen mit einem für Winterbetrieb optimierten Reifen fahren. Was muss ich tun, um das zugelassen zu bekommen?"
"Sie müssen die Voraussetzung der Verordnungen aus Formblatt xyz123 und xyz124 erfüllen."
"Können Sie mir die zusenden?"
"Nein, die müssen Sie sich schon selbst besorgen."
"Bitte versuchen Sie mein Anliegen zu verstehen. Ich möchte vorher mit Ihnen besprechen, unter welchen Voraussetzungen Sie einen solchen Umbau genehmigen würden, da ich vermeiden will, erhebliches Geld umsonst auszugeben. Wenn ich eine Felge, Speichen, eine Nabe, Bremsscheibe und Pulley sowie zwei Reifen und Schläuche kaufe, dann summiert sich das ohne Arbeitszeit schnell zu einem annähernd vierstelligen Betrag."
"Da kann ihnen keiner eine Garantie geben. Machen Sie den Umbau, kommen Sie mit beiden Rädern zu mir, dann bin ich bereit, mir das anzusehen. Wenn mir das dann in einem Fahrversuch bei Höchstgeschwindigkeit nicht gefällt, dann sage ich ihnen gleich, dann wird da nix draus."
"Wofür muss ich das Originalrad mitbringen?"
"Damit ich es in einem vergleichenden Fahrversuch testen kann"
"Ich dachte, sie wollten das so oder so dann aus der Zulassung löschen."
"Ja, aber vorher muss ich es begutachten"

Mit dem Mann wird das nix
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon Uwe Steinbrecher » Fr 22 Aug, 2014 14:24

fleisspelz hat geschrieben:Mit dem Mann wird das nix

Sieht ganz so aus.
Ein Fachmann halt :twisted:
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon Richy » Fr 22 Aug, 2014 19:01

fleisspelz hat geschrieben:"Sie müssen die Voraussetzung der Verordnungen aus Formblatt xyz123 und xyz124 erfüllen."
"Können Sie mir die zusenden?"
"Nein, die müssen Sie sich schon selbst besorgen."

So war es bei mir, als ich versuchte, die BK als Gespann zuzulassen. Der Prüfer begriff einfach nicht, dass ich als Privatmann keinerlei Zugriff auf die KBA-Dokumente habe. Bei einem anderen Prüfer ging es dann, wenn auch nur mit Müh und ganz viel Not. Dafür hab ich jetzt einige falsche Eintragungen in den Papieren, aber seis drum, der Hobel ist angemeldet. :roll:
Des Teufels Üble Vettern tragen ihren Namen nicht umsonst.
Das beste Werkzeug ist ein Tand in des tumben Toren Hand.
(eigene Erfahrung)
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Re: Reifen Tragfähigkeitsindex

Beitragvon Straßenschrauber » So 24 Aug, 2014 15:40

Justus, was machst Du da?

Frag vorher, ob Du ein 17"-Hinterrad 3,50-17 vom Modell x des Motorrad-Herstellers y montieren darfst (such Dir was real Existierendes aus für x und y).
Sonst NICHTS WEITER ausführen.

Und dann laß Dir Hinterrad und Reifengrößen ww. (wahlweise) oder a.g. (auch genehmigt) eintragen.
Das würde in Berlin problemlos gehen.

Den Tragfähigkeitsindex (zul. Gesamtgewicht) haben sich hier auch schon Leute ändern lassen.
~-o|-
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