von fleisspelz » Di 07 Okt, 2014 08:57
Der sichere Stand ist das Hauptkriterium. Die schiere Gewalt der Ratschengurte das zweite.
Wenn Du ein Motorrad auf den Ständer stellst und dann sowohl vorne, als auch hinten am Rahmen Ratschengurte einhängst, dann ziehst Du so einen Rahmen damit krumm, oder beschädigst die Ständeraufnahme, je nach dem was zuerst aufgibt, und das bereits im Stand, bevor Du losfährst.
Das gleiche gilt etwas weniger schlimm, aber dennoch für Motorräder, die am Seitenständer stehen, und dann festgezurrt werden.
Ich gehe so vor:
1. ich verwende nur Gurtschlaufen. Am liebsten sind mir ungetrennte einteilige Gurte oder Gurte mit einem Karabiner am Ende, statt eines offenen Hakens. Wenn ich einen Gurt habe, der mit offenen Haken an den Enden ausgestattet ist, dann hänge ich die beiden Endhaken ineinander. Damit verhindere ich ein eventuelles Aushaken des Gurtes beim Überfahren von starken Bodenwellen
2. Ich schiebe das Motorrad bis zu einem vorderen Anschlag für das Vorderrad. Das muss keine Schiene sein, eine Bordwand genügt.
3. Falls ich einen Helfer habe, bitte ich diesen, sich auf das Motorrad zu setzen, solange ich brauche, um es zu verzurren. In dem Fall steht das Motorrad senkrecht beim Einfädeln der Gurte. Wenn ich alleine bin stelle ich das Motorrad auf dem Seitenständer ab, sobald das Vorderrad am Anschlagpunkt ansteht
4. Ich fädle einen Gurt bevorzugt über die untere Gabelbrücke. Ein stabiler rahmenfester Sturzbügel ist auch eine Option. In Ausnahmefällen, wenn alles andere nicht geht der Bereich des Lenkers innen, in der Gegend der Lenkerklemmen
5. Bei Alleinverladung wird der seitenständerseitige Gurt vorne zuerst eingefädelt und gespannt. Darauf achten, dass das Gurtschloss genügend Entfernung zum Zurrpunkt am Hänger und zum Einhängepunkt am Motorrad hat. Ich ziehe das Motorrad, das auf dem Seitenständer steht noch nicht in die Feder, sondern höre genau an dem Punkt auf, den Gurt zu spannen, an dem die Feder ihre Arbeit aufnimmt.
6. Ich fädle auf der anderen Seite vorne ebenfalls einen Gurt ein und ziehe so lange am Motorrad nach rechts, bis der Seitenständer einklappt und verspanne das Motorrad mit dem rechten Gurt. Jetzt beginne ich, so lange abwechselnd beide Gurtratschen zu betätigen, bis das Motorrad möglichst aufrecht steht und die Vordergabel maximal eingefedert ist, oder ganz knapp davor. Wenn ich einen Helfer habe, der auf dem Motorrad sitzt gehe ich im Prinzip genauso vor, es geht nur einen Tick schneller.
7. Ich suche mir am Fahrzeugheck auf jeder Seite eine Stelle am Rahmen in der Nähe des oberen Federbeinanschlages und ziehe je einen Gurt durch, mit dem ich das Fahrzeug auch hinten in die Federn ziehe. Hinten ziehe ich aber nicht mehr so stark, wie ich es vorne getan habe. Höchstens den halben Federweg.
Auf diese Weise verspannt steht das Fahrzeug sicher, ohne einen Schaden am Rahmen, der Ständeraufnahme oder dem Lenker zu verursachen.
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