Vergaserfrage

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Vergaserfrage

Beitragvon ketten_saeger » Fr 26 Jun, 2015 07:40

Hallo zusammen,

meine XT 600 1Vj macht mir etwas Kummer. Folgendes ist passiert:

Umbau der Ansaugluft auf 3AJ (unter der Sitzbank) und 3AJ-Vergaser mit Originalbedüsung und Barometerdose.

Springt super an, egal ob kalt oder warm, hat aber ein Konstantfahrruckeln und immer mal wieder ein Patschen im Auspuff. Also Gemisch zu mager. Soweit richtig?

Also habe ich die Gemischregulierschraube (GRS) eine halbe Umdrehung raus (=fetter) gedreht. Ergebnis: Konstantfahrruckeln deutlich besser ABER: Kalt fast nicht mehr zu starten.
GRS wieder auf fast alte Position zurück gedreht. Ergebnis: Konstantfahrruckeln und Patschen wieder da, aber sie startet wieder zuverlässig.

FRAGE: Wenn ich das Gemisch durch Höherhängen der Nadel anfette, handel ich mir dann dieselben Startprobleme ein?.

Danke im Voraus für Meinungen und Antworten.
Grüße

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Re: Vergaserfrage

Beitragvon LeMansII » Fr 26 Jun, 2015 08:07

Nein, denn die Nadel ist beim Startvorgang ohne Funktion. Erst wenn Du den Schieber anhebst (also beim Gas geben)...
Gruß,
Stefan
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Re: Vergaserfrage

Beitragvon tomcat » Sa 27 Jun, 2015 17:30

Interessant!
Ich habe gerade ähnliche Probleme an meiner 3AJ.
Vorerst habe ich mal Unmengen Dreck aus dem Hohlraum oberhalb der Schwimmerdüse rausgeholt.
Jetzt sieht es danach aus, als wäre der Schwimmerstand nicht korrekt und / oder die Schwimmernadel bleibt im geschlossenen Zustand hängen.
Wo soll denn die Barometerdose sein? Ich bin noch nicht drübergestolpert, habe aber auch ein ziemlich verbasteltes Exemplar.

Bitte berichte, wenn du dein Problem gelöst hast!

Gruss, Tom
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Re: Vergaserfrage

Beitragvon lallemang » Sa 27 Jun, 2015 19:33

Die Barometerdose war nur an einigen 3AJ nach 89 gegen das Überfetten im Gebirge.
Hab' nàoch keine gesehen und soweit ich's verstanden hab, ist auch der Gaser speziell...
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Re: Vergaserfrage

Beitragvon tomcat » Sa 27 Jun, 2015 20:48

Ach so. Meine ist von 88' und da ist alles gleich ausser der Hauptdüse am Primärvergaser.
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Re: Vergaserfrage

Beitragvon ketten_saeger » So 28 Jun, 2015 11:46

Lallemang hat eigentlich alles Wesentliche richtig beschrieben. Barometerdose ab '89 verbaut, der Vergaser hat dann 2 zusätzliche Anschlüsse für die Schläuche von der Barometerdose, die ab ca 1000 m über NN zusätzliche Luft zum Gemisch gibt. Wenn es dich genauer interessiert, hier findest du Bilder und Erklärungen:

http://www.xt600.de/xt_werkstatt/_speci ... rgaser.htm

Zu meiner AUsgangsfrage habe ich jetzt erst eine Antwort, die allerdings meint, dass das Höherhängen der Nadel zum Erfolg führen kann. NNun, ich werde es versuchen und dann hier berichten.
Grüße

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Re: Vergaserfrage

Beitragvon ketten_saeger » So 28 Jun, 2015 20:53

So, kurzes Update:

Vergaser ausgebaut, Nadel eine Kerbe höher gehängt und wieder eingebaut (in 2h, lief ziemlich gut).
Ergebnis:
Sie dreht nicht mehr so leicht hoch wie vorher, dafür hat sie aber ab 3000 Umdrehungen subjektiv deutlich mehr Kraft. Vorher war sie sehr schnell bei 6000 Umdrehungen, aber irgendwie gefühlt ohne richtige Power. AUf der Probefahrt hat sie sich 2 Mal bei hohen Drehzahlen "verschluckt", das werde ich im Auge behalten.
Das Konstantfahrruckeln ist weg, das Patschen noch nicht. Aber den Leerlauf muss ich eh nochmal ganz frisch einstellen. Ich musste die Anschlagschraube deutlich hochdrehen, damit sie mir nicht ausging. Die Nadel scheint doch einen gewissen Einfluss auf den Leerlauf zu haben, so dass sie dort jetzt deutlich zu fett läuft.
Nebenergebnis: Sie bleibt 10°C kälter als vorher (von 100° auf 90°), das stört mich auch nicht wirklich :wink:

Fazit: Ich lass es jetzt mal so, stell mir den Leerlauf noch ordentlich mit der GRS ein und beobachte. Wenn es was Neues gibt, werde ich es hier kundtun.
Grüße

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Re: Vergaserfrage

Beitragvon Shikamaru » Mo 29 Jun, 2015 04:46

ketten_saeger hat geschrieben:...Die Nadel scheint doch einen gewissen Einfluss auf den Leerlauf zu haben, so dass sie dort jetzt deutlich zu fett läuft...


Wenn die Nadel durch das Höherhängen jetzt schon die Nadeldüse freigibt ohne den Schieber überhaupt zu bewegen auch irgendwie klar, oder? Sollte nur so nicht sein.
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Re: Vergaserfrage

Beitragvon motorang » Mo 29 Jun, 2015 05:49

Servus,
die Teillastnadel verschließt die Düse eh nie ganz, sonst würde sie aufgrund der sehr geringen Steigung ziemlich sicher steckenbleiben oder bei längeren Stehzeiten ziemlich sicher unrettbar festgammeln ...

Aber zwischen "an der Leerlaufgemischschraube drehen" und dem Umhängen der Nadel kommt normalerweise die Anpassung der Leerlaufdüsengröße.

Und abgestimmt sollte von oben (Hauptdüse) nach unten (Leerlaufgemisch) werden, WEIL die Systeme sich in ihrer Wirkung überlappen, und zwar von der Wirkung her eben so herum dass man besser von oben anfängt.

Schöne Anleitung, quasi die Hertweck-Prozedur in ihrer Essenz:
http://www.gs-classic.de/tipps/verg_13.htm

Gryße!
Andreas, der motorang
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Re: Vergaserfrage

Beitragvon Dominik » Di 30 Jun, 2015 12:53

Hallo Andreas,

vielen Dank für die tolle und übersichtliche Beschreibung. Ich werde sie mir am Abend gleich vom Drucker zu Papier bringen lassen.

@ketten_sager:
Ähnliches und überaus nervendes Problem hatte ich mit der CCM 644 (Suzi XF 650-Single) auch einen Zeitraum über. Auch wenn der Motor warm war. Sie hatte heftiges Konstantfahrruckeln. Besonders im Stadtverkehr war es schlimm oder wenn man an Autos hinten dranhängen musste! Aus diesem Grund zog ich dann immer den Chokehebel auf Stufe 1 oder gar 2. Dann schob sie immer so schön gemütlich und man konnte auch untertouriger mit ihr fahren. Hierbei musste man aber zuvor das Gas rausnehmen und am besten die Kupplung ziehen, sonst ging ein ganz schöner Schlag durch´s Gebälk! Mann, war das eine ungeschmeidige Fahrerei! :omg:
Über den Winter wollte ich dann den Kolben anschauen bzw. die Nadelposition checken, evtl. höher hängen. Da aber eine der vier Inbusschrauben des Membranendeckels nahezu am Rahmen anliegt, hätte ich den ganzen Gaser ausbauen müssen. Hierfür war ich aber zu faul, denn irgendwie lief sie ja und ich kam klar damit. Aber während des nächsten Winters werde ich ihn rausholen und alles von A-Z anschauen, die Düsengrößen, Nadel, Membrane, Schwimmerstand etc.
Also stellte ich im Frühjahr an den beiden Leerlaufluftschrauben unten herum. Diese waren weiter drin (magerer), als vorgegeben. Vielleicht wegen des TÜVs? Dass der mal da rumdrehte im Zuge der AU? Stück für Stück schraubte ich sie gen fetter, womit ich den Leerlaufanschlag aber auch etwas anheben musste. Nun sind sie gar fetter, als vorgegeben, ich glaube 2,5 U offen statt 2,0. Immer wieder fuhr ich eine Proberunde. Und siehe da: Der Lastwechsel fällt nun harmonischer aus besonders wenn man abrupt das Gas komplett wegnimmt. Ich kann auch etwas untertouriger mit ihr fahren und ich benötige den Choke nur noch für den reinen Kaltstart aber nicht mehr, wenn ich z.B. Autos hinterherzuckeln muss. Und obwohl fetter im LL, ist sie um 0,1 bis 0,2 Liter auf 100 km sparsamer geworden, wahrscheinlich weil ich nicht mehr am Choke rumspielen muss. Aber das Problem, das Du mit dem Kaltstart hattest, das hat es bei mir bisher nicht gegeben. Über den Winter werde ich mir trotzdem alles anschauen und ihn ausbauen. Und vielleicht auch mal einen Falschlufttest machen, obwohl ich nicht glaube, dass diesbezüglich ein Problem vorliegt.

Liebe Grüße und eine gute Fahrt euch,

Dominik
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Re: Vergaserfrage

Beitragvon ketten_saeger » Di 30 Jun, 2015 19:12

Hallo,
den Beitrag vom Chef habe ich auch mit Interesse gelesen, aber ich bin ganz ehrlich:
der Sch%&-Vergaser an der Yamaha ist so blöd positioniert, dass man wirklich für alles (außer die Schubanreicherung) das ganze Gelumpe ausbauen muss. So viel Zeit (und nebenbei auch Geld für die verschiedenen Düsen) habe ich definitiv nicht, die sicherlich sinnvolle Abstimmung, die dort beschrieben ist, zu machen.
Wie gesagt, durch das Höherhängen der Nadel ist das Konstantfahrruckeln weg und ich bin tendenziell ehr auf "zu fett" als auf "zu mager", was mir in puncto Standfestigkeit des Motors auch lieber ist. Jetzt versuch ich noch durch die Höchste-Drehzahl-Methode mit der GRS einen ordentlichen Leerlauf hinzukriegen und dann werde ich mal den Verbrauch und das Fahrverhalten mit vorher vergelichen. Wie gesagt, ich werde hier wieder berichten.
Grüße

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Re: Vergaserfrage

Beitragvon ketten_saeger » Fr 21 Aug, 2015 19:16

Ich möchte das Ganze hier mal zu einem vorläufigen Ende bringen.
Durch das Höherhängen der Nadel wurde sie so "fett", dass sie im 4. und 5. Gang nicht über 4500 rpm ging, im 2. und 3. Gang hat sie sich derb verschluckt. Auch das Entfernen des Schnorchels am Luftfilter (um wieder etwas mehr Luft ins Gemisch zu bringen) hatte keine großen (positiven) Auswirkungen auf das Fahrverhalten (wohl aber auf die Geräuschkulisse :shock: ).

Nach reiflicher Überlegung gestern nochmal den Vergaser ausgebaut, Nadel wieder auf Originalposition gehängt, eher prophylaktisch die beiden kleinen Schläuche zwischen Primär- und Sekundärvergaser erneuert, die Barometerdosenanschlüsse auch nochmal neu gesteckt, GRS gute Viertelumdrehung wieder rausgedreht und Vergaser wieder eingebaut.

Und jetzt rennt sie :grin: :grin: Ohne Ruckeln, mit leichtem Patschen im Auspuff bei starkem Schiebebetrieb. Gestern und heute gleich mal 100 km gefahren. Dreht kraftvoll und problemlos über 6000rpm, hängt gut am Gas und springt kalt wie warm hervorragend an (wieder das alte One-Kick-Wunder).

Ich weiß jetzt halt nicht genau, was es war, aber wohl irgendeine Kleinigkeit, die ich vielleicht bei der Vergaserüberholung nicht ganz ordentlich gemacht oder vergessen habe.

Ich freu mich, danke für euer Mitdenken und vielleicht hilft es ja jemandem: auch wenn man meint, alles sei richtig und in Ordnung kann man es ruhig nochmal prüfen.
Grüße

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Re: Vergaserfrage

Beitragvon lallemang » Fr 21 Aug, 2015 22:54

Auch wenn die Neugier jetzt wieder Frustvorwände hat,
schön, da§ sie wieder brummt :smt023
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Re: Vergaserfrage

Beitragvon ketten_saeger » Mi 31 Okt, 2018 18:42

Ist jetzt doch ein Weilchen her, aber ist ja auch nur die Zweit-Tenere :wink:
Kurzes Update: Das Ruckeln über 4000 U/min war nie ganz weg und wurde wieder schlimmer.
In letzter Zeit gemacht:
Vergaser nochmal ganz frisch eingestellt --> springt kalt wie warm auf den ersten Tritt an, läuft bis 4000 U/min sehr gut, kein Patschen kein Ruckeln :check:
Membran mit Kolben im Sek.-Vergaser getauscht --> Ruckeln ab 4000 U/min noch da :(
Zündspule, Zündkabel und Zündkerze getauscht --> Ruckeln ab 4000 U/min noch da :(
Auf der heutigen Probefahrt den Schnorchel am Lufi weggemacht --> Ruckeln ab 4000 U/min ist WEG! Also läuft sie über den Sekundärvergaser zu fett.
Jetzt zu meiner Frage an Euch: Es ist eine 118er Hauptdüse (im Sek.-Vergaser) verbaut, Kedo hat noch eine 110er im Angebot. Soll ich die kaufen und tauschen oder soll ich die Nadel tieferhängen? Entspricht der Schritt von 118 auf 110 in etwa dem offenen Lufi?
Vielen Dank im Voraus für Antworten und Grüße
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Re: Vergaserfrage

Beitragvon tomcat » Mi 31 Okt, 2018 21:18

Ich würde den Gummischnorchel einfach weglassen und die Düsen so lassen. Ob der Schritt von 118 zu 110 genau den Schnorchel ausgleicht, kann dir niemand mit Sicherheit sagen. Aber mit Sicherheit fahren 99% der Teneres eher ohne den Schnorchel rum.
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