Die R100R ist nun im Stall!

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Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon koarrl » So 10 Jul, 2016 10:41

Spät, aber doch steige ich damit in die Boxerwelt ein.
Baujahr 1991, es scheint sich auf den ersten Blick um ein erfrischend simpel gemachtes ( = noch fast elektronikfreies!) Gerät zu handeln.
Die erste Fahrt führte über ca. 70 km mit versifften Vergasern und Leichensaft im Tank. Naja.

Die Vergaser wären inzwischen geputzt, ein Gasbowdenzug zerfasert - da werden morgen beide erneuert.
Ein Ventildeckel ist (trotz/dank Sturzbügel) boxertypisch angeschliffen ... :-)

Das Gewicht der Karre ist für Skyteam-Fahrer ungewohnt, sie bewegt sich aber recht munter und hat vorne sogar eine Doppel-Scheibenbremse.
Auch die Gabel scheint seriös gemacht. Einige 90er-Jahre-Kunststoff-Anbauteile (kotz) werden später mal gegen Duraluminium getauscht.

Warum das Kipphebel-Axialspiel nur durch Lockern und Neu-Festziehen der Kopfschrauben justiert werden kann, können mir vielleicht Versteher bayrischer Sturschädeligkeit (Hiha??) erklären :-)
Da haben sogar die Erbauer der Enfield schon schlauere Lösungen (gewellte Federscheiben) gefunden.
Das Geklapper hält sich jedenfalls auch so in Grenzen.

Unterdruck-Meßgerät und Feingefühl sind im Haushalt vorhanden, danke.

Tipps und Tricks dennoch erbeten! Dank & Gruß in die Runde, k.

(Foto folgt bald)
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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon Mister B » So 10 Jul, 2016 11:26

koarrl hat geschrieben:Warum das Kipphebel-Axialspiel nur durch Lockern und Neu-Festziehen der Kopfschrauben justiert werden kann, können mir vielleicht Versteher bayrischer Sturschädeligkeit (Hiha??) erklären :-)


Du bekommst durch die schräge Anordnung der Stößelstange eine axiale Kraft auf den Kipphebel. Säße da eine Feder, täte es lustig
hin und her arbeiten.
Das Sollspiel ist recht eng und verstellt sich durch das Anziehen der Zylindermuttern. Einmal Messen, Scheibe einlegen reicht aber meist.
Bitte tunlichts auf das Drehmoment der Stehbolzenmutter achten!!! Die Stehbolzen kommen recht schnell aus dem Block. (Alu dehnt sicht deutlich mehr
als Stahl)

Grüße
MB
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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon Gaskranker » So 10 Jul, 2016 14:29

Du hast Post - also PN.

Alle Öle tauschen ist immer eine gute Idee - und auf eventuelle Ölschwitzereien achten (Stellen sind in der Post genannt).
Kipphebelklapperei - gegen die alten R 75/5 /6-er Modelle ist Deine geradezu flüsterleise.

:sleep:

Gewicht? Gegen eine der aktuellen Boxer-Bäääemmmweeeehs ist die R-100 R mit ihren 197 kg. trocken ein Fliegengewicht.... .
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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon fleisspelz » So 10 Jul, 2016 15:26

Kradulation!
Hilfe bei Ersatzteilnot gibt's beim Lederclaus
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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon heiligekuh79 » So 10 Jul, 2016 17:28

Willkommen bei den Gummikuh-Treibern :welcome:
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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon mike58 » So 10 Jul, 2016 21:08

Eine gute Wahl

Was Gscheits halt, Axialspiel- Geklapper, sauber justieren dann ist eigentlich Ruh, Jeweiligen -Topf auf OT stellen, nur die 4 Muttern an den Böcken lösen ( dann brauchts auch keine neue Dichtung, Tip wenn jemand den unteren großen O-Ring wechseln will oder Zylinder komplet zieht mit Kopf ), mit sauberen passenden Ringschlüssel arbeiten, Ventilspiel kommplet lösen so das sich die Kipphebel weit und frei schwenken lassen, Muttern lösen mit Daumen und Mittelfingrer die jeweiligen beiden Böcke zusammen kneifen und oder einzeln anpressen an den Kipphebel, leicht anziehen, prüfen ob es sich spielfrei und ohne Widerstand schwenken läßt, ganz wichtig, da bei Schieflage die Reibung so groß sein kann, das sich die Stoßstangen durchbiegen und gegen die Schutzrohre klappern, macht sogar unsaubern Motorlauf, da kannste drehen an die Verjaser was de willst, das wird nicht besser, also ohne Widerstand und ohne Spiel frei schwenkbar, sanft anziehen, kontrollieren und so oft wiederholen bis es stimmt, die Kuh dankt es dir, bitte nur mit 35 Nm anziehen und auch nicht nachziehen, somst ziehts das Gewinde und dann wird's lustig, es gibt auch Axial Rillenlager für die Anlaufseite, ich habs auch schon mit Axial- Nadellager gemacht, großer Aufwand, da kürzen und nachsetzen der Kipphebel, Fa Israel bietet einen Art Käfig an das den Ventiltrieb erheblich steifer macht da kann man dann wie bei den neueren Zylinderköpfen mit Passscheiben arbeiten. da gibt's auch leichtere Einstellschrauben mit Imbus nett, ansonsten kann man so eine Renn Kuh noch ordentlich abspecken so 180 kg mit Sraßenzulassung müßten schon drin sein.

Glückwunsch und viel Spaß

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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon hiha » Mo 11 Jul, 2016 06:00

koarrl hat geschrieben:...können mir vielleicht Versteher bayrischer Sturschädeligkeit (Hiha??) erklären ...


Pffff. :roll:
Hans
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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon Lederclaus » Mo 11 Jul, 2016 07:45

Glückwunsch zur R! Wie die anderen schon schruben: Das Axialspiel der Kipphebel auf 3/100 mm einstellen oder eben von Motoren Israel die einteiligen Lagerböcke kaufen und einmalig mit Paßscheiben einstellen.
Mich stört das wenig, wenn ich alle 6000 km Ventile einstelle und dabei das Kipphebelspiel kontrolliere.
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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon koarrl » Mo 11 Jul, 2016 09:23

Dank an alle für Kradulationen, Tipps, etc.!

Ein unruhig-besserwisserischer Gedanke geistert durch meine Birne:
- klar ist, daß, wenn die Richtung der Stößelstangenkraft nicht exakt rechtwinklig zur Kipphebelwelle wirkt,
eine axiale Ausweichbewegung des Kipphebels (wenn er denn kann) die Folge ist.
Daß die Ventilbetätigung ziemlich rechtwinkelig konstruiert ist, setze ich mal voraus.
- Der Kipphebel hat 2 Lebenszustände: belastet (Nocke - Stößelstange - Hebel - Ventil gegen Feder) oder locker mit Spiel (nahe 0 wenn heiß).
- Nun .. folgt daraus nicht, daß der Kipphebel der Betätigungskraft immer nur in Richtung des einen Lagerbocks ausweichen mag?
- Bzw., daß es sittlich wertvoll sein kann, die unbelastete Seite per Federscheibe zu entscheppern?
- Weil der Kipphebel zwischen zwei Endlagen sonst zwangsläufig immer Billardkugel-klickediklack spielt? Nur ölgedämpft halt.

Abgesehen davon, daß die Enfield-Ventylsteuerung trotzdem scheppert, glaube ich schon an den Sinngehalt dieser Konstruktion.

Wie auch immer.
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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon Gaskranker » Mo 11 Jul, 2016 10:13

Lesestoff:

Die Kipphebel der 2-Ventil Boxer ab /6, R 90S ab EZ 10.1975 bis R 100 R können auf axiale Kunststofflager umgebaut werden. Dies ist wahrscheinlich die preiswerteste Möglichkeit zu einem leisen Ventiltrieb. Außer man verzichtet auf die Kunststofflager (AX-Lager) und begnügt sich nur mit dem Ausdistanzieren durch Distanzscheiben.

http://www.bmwbayer.de/Nadellager-fuer-Kipphebelwelle-R2V-Boxer

Erfahrungen aus einem Archiv:

Bau das lieber nicht wieder so ein. Sowas hat ich vor kurzem auch. Nur das zwei Nadeln nur noch halb so lang und eine total verbogen war. Hab die Reste dann im Vetildeckel gefunden. Die Teile haben sich sogar an der Unterlegscheibe zum ausdistanzieren vorbeigemogelt. Also neues Nadellager ist schon ein muß.

Hab' noch was gefunden:

Einteilige Kipphebelböcke

Eine weitere Modifikation, die von BMW nie angeboten wurde, sind einteilige Kipphebelböcke. Hierbei sind die beiden Kipphebelböcke eines Kipphebels fest miteinander verbunden. Ein einmal eingestelltes Spiel bleibt erhalten und muss z.B. nach lösen der Zugankermuttern nicht neu ausdistanziert werden.


...und noch was, wird in einem Link 'drauf verwiesen:

Der leise Ventiltrieb
Um die Ventiltriebsgeräusche zu minimieren sollten folgende Punkte gegeben sein:
Perfekte Lagerung der Nockenwelle --(Nockenwellenlager vorne, Bohrung im Gehäuse hinten)--
Eine der Motorcharakteristik angepasste neue (neuwertige) Nockenwelle
Empfehlung: 296°, 308° Serie, Asymmetrische Nocke, 320° Sportnockenwelle
Perfekte Stößelbecher und -stangen
Kipphebel mit neuen Wellen in einteiligen Böcke


Ab S. 26 lesen.... .
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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon Lederclaus » Mo 11 Jul, 2016 13:16

Ich würd mir da erstmal überhaupt keine Gedanken machen. Bei irgendwann 90 bis 120 tkm sind die Ventilführungen fertig und gleichzeitig die Kolbenringe. Wenn dann eh die Köpfe überholt werden, könntest Du einteilige Lagerböcke nehmen oder es genauso lassen, wie es ist. Vorher würd ich einfach fahren und alle 6000 km das Spiel der Böcke einstellen, sofern notwendig. Bei der R100R sind eh schon Plastikscheiben drin zum Entklappern. Mach dir keinen Kopp. Das läuft alles.
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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon maxxxmax » Mo 11 Jul, 2016 13:56

Ich würd mich freuen morgen dem Ventiltrieb lauschen zu können!

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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon koarrl » Mo 11 Jul, 2016 14:32

@ maxxx .. das wird sich bastel-zeitlich nicht ausgehen, Skyteam rulez :-)
@ lederclaus: jawohl, keinen Kopp. Eh nicht.
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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon maxxxmax » Mo 11 Jul, 2016 15:00

Skyteam ist auch gut. Naja. Ein bissl gut. Oder so. Hauptsache Koarrl!
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Re: Die R100R ist nun im Stall!

Beitragvon mike58 » Mo 11 Jul, 2016 17:31

Warum

schrauben.
Läuft doch, drauf sitzen und fahren. enfach so und dran freuen, wenn man nix wissen will, sollt man nicht fragen, des Klump lafft seit fast 100 Jahr und funktioniert, und a Uhrwwerk wird es nie werden, Guzzis haben auch ne Scheibenfeder zum Ausgleich, jeder wie er mag.

ein typisch bayrischer Sturschädel, ich bin dann mal raus.

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