von Lederclaus » Di 09 Aug, 2016 08:55
Ich bin ja auch öfter mal mit dem Problem konfrontiert, da ich fast nur noch ältere Motorräder repariere.
Den Vorschlägen der anderen schließe ich mich komplett an.
Ich habe für mein Autogenschweißgerät eine Düse 0,2-0,5mm besorgt (schwer zu bekommen). Damit kann man sehr punktgenau mit ganz kleiner neutraler Flamme erwärmen (man bekommt auf Stahl einen Punkt mit ca 4mm rotglühend).
Meine Vorgehensweise bei komplett abgerissenen Bolzen wie in deinem Fall:
Ich fertige eine Bohrschablone, die einen 3,5 oder 4 mm Bohrer zentriert und bohre die Schraube durch. Dann wärme ich das Alu mit dem Brenner ganz vorsichtig punktgenau an und sprühe Kältespray in die Bohrung in der Schraube.
(ich halte nichts von Wundermitteln, aber Super Crack Ultra von Normfest ist das absolute Hammerzeug für diesen Zweck)
Anschließend schlage ich ein Torx-bit in die Bohrung der Schraube. Beim Schlagen wird die Korrosionsschicht auch gleich aufgebrochen und die Schraube "geweckt" (mit Glück)
Ganz oft läßt sich der Schraubenrest jetzt leicht ausdrehen.Nur das Bit darf nicht zu groß sein, damit die Schraube nicht geweitet wird, sonst quetscht sie sich fest und frisst.
Funktioniert das nicht, kommen die pragmatischeren Lösungsansätze. Weiter aufbohren, bis das Gewinde zu sehen ist und die Reste mit der Reißnadel rauspulen. (wenn der Bolzen nicht mehr heraussteht)
Flacheisen oder Mutter aufschweißen, wenn der Rest des Bolzens heraussteht. (bei harten Schrauben schwierig, da hält die Schweißung nicht gut oder garnicht). Aber die Wärme sorgt für ein Lösen der Oxidschicht und das hilft manchmal.
Im Notfall, wenn nichts geht und der Bohrer schon ins Alu weg gelaufen ist, bohre ich größer auch und setze eine Ensat-Hülse oder ein Helicoil. Auch wenn das leicht schräg ist oder etwas aus der Mitte, funktioniert es doch dauerhaft (obwohl es natürlich Pfusch ist und nicht so sein soll)
Das Aufschweißen von Muttern oder Flacheisen ist trotz des Alus kein Problem, dem Alu passiert nix.
Bei Triumph hab ich schon öfter erlebt, daß die Schrauben recht festgegammelt sind. Wärme, Kältespray und "Weckschläge" sind die Lösung. Und ganz wichtig: Die Schrauben sind hart. Wenn da ein Blech oder eine Mutter aufgeschweißt wurde und die Schraube läßt sich bewegen, dreh bloß nicht einfach weiter! (außer es geht sehr leicht). Sonst reißt die Schweißung, wenn die Schraube frisst. Immer nur ganz wenig hin und her drehen!Nur so weit bis es etwas schwerer geht. Das kann mit etwas Geduld schon mal 5 Minuten pro Schraube dauern aber sie kommt dann. Ab und zu mit Rostlöser schmieren.
Look!
Is it a Stock Broker?
Is it a Quantity Surveyor?
Is it a Church Warden?
No! It´s Bicycle Repairman!