Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

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Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon fleisspelz » Mo 08 Aug, 2016 18:56

Welchen Reparaturvorschlag gibst Du mir?

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es sind ungefähr 12 mm vom Bolzen im Alugehäuse verblieben
..........................
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon März » Mo 08 Aug, 2016 19:04

Plan feilen, Loch bohren, stehbolzenausdreher einschlagen, warm machen, aufdrehen.
Gruß Flo
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon Nanno » Mo 08 Aug, 2016 19:07

Mutter draufschweißen, weil noch ein bissl was übersteht.
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon Fränky » Mo 08 Aug, 2016 19:13

Erstmal noch mit einem Körner/Meisselchen versuchen sie rauszu kriegen :ugly:
Ciao
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon motorang » Mo 08 Aug, 2016 19:16

Beim Alugehäuse gleich daneben schweißen wäre mir zu heiß.
Was muss das halten?
Wie genau muss der Bolzen sitzen?

Standardfolklore:
gescheit heiß machen, möglichst punktuell.
Mit Rostlöserspray (so einer mit Kälteschock) einsprühen.
genau mittig ankörnen
mit einem Zentrierbohrer vorbohren (so ein Drehbankbohrer)
Dann wenn man hat mit einem linksdrehenden Bohrer in Krnlochgröße den Bolzen mittig anbohren.
Mit Glück fängt es den Bolzenrest und es dreht ihn raus.
Sonst tief genug bohren für ein neues Gewinde.
Mit Glück erwischt man das so mittig dass das alte Gewinde als Spirale entnehmbar ist.
Sonst Gewinde schneiden.
Wenn dann Gewindereste rausfallen und man daher kein gutes neues Gewinde hinkriegt:
Größer bohren und Helicoil rein.

Gryße!
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon ragman » Mo 08 Aug, 2016 19:21

Schlitz(e) hineindremeln, Schraubenzieher (evtl. kleiner Schlagschrauber) ... so als schneller erster Versuch
Das beste Werkzeug ist ein Tand in eines tumben Toren Hand.
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon kahlgryndiger » Mo 08 Aug, 2016 19:30

Man kann versuchen, nachdem ein kleines Loch gebohrt wurde, einen Torx-Bit reinzuklöpfeln. Das kann funktionieren, muss aber natürlich nicht.
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon Christoph » Mo 08 Aug, 2016 19:36

High,
ich tät auch versuchen was anzuschweißen (bevorzugt mit dem Schutzgasschweißgerät). Meißt bevorzuge ich nen Brocken Flacheisen mit Loch, weil man da nicht so tiefreinschweißen muß.
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon Aynchel » Mo 08 Aug, 2016 20:02

6er Mutter aufsetzen und mitm MigMag zu punkten
die Hitze lockert den Bolzen und der Sechskant bietet Halt zum Ausdrehen
Aynchel aus Meddersheim


ich könnte die BIG auch mit 5,5l daher fahren, aber das wäre Spritverschwendung ;-)
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon lut63 » Mo 08 Aug, 2016 20:20

Geschweißt wird nur bei Kundenmotorrad!
Wenn es mein Radl ist, wird das Gegenstück an den guten Gewindebohrungen fixiert, Hülse in die auszubohrende Bohrung
am Deckelteil einigermaßen streng eingesetzt (vermute bei M6 Schraube D 6,2 mit Bohrung 3mm), bohre mit dem 3er ein
sehr zentrisches Loch. Jetzt können Variante "Torx-Bit-reinklopfen" oder stufenweise weiterbohren auf Kerndurchmesser
für Gewinde M6 folgen - reine Geschmacksache.
Wichtig ist nur, dass der erste Bohrversuch wirklich in den Bolzen geht und nicht ins Alu abwandert.

Wurscht wie - gutes Gelingen! :wink:

LUT
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon xs.rüdiger » Mo 08 Aug, 2016 22:18

ich habe sowas bei einem Gehäusedeckel bei der XS gehabt. So wie Lut schreibt, bin ich auch vorgegangen.
Deckel drauf und eine Borhülse anfertigen um genau die Mitte zu treffen. Ich nehme keinen "Linksausdreher" mehr, weil der mir mal abgebrochen ist. Danach war ich wegen des harten Materials dieser Dinger mit meinem Latein am Ende. :(
Grüße, Rüdiger aus MH
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon fleisspelz » Mo 08 Aug, 2016 23:14

motorang hat geschrieben:Beim Alugehäuse gleich daneben schweißen wäre mir zu heiß.
Was muss das halten?
Wie genau muss der Bolzen sitzen?...

Die untere Schraube hält als eine von vier eine drucklose Öldichtung. Die obere hält nur eine Ritzelabdeckung. Von außen betrachtet ist das aber ein Bauteil oben und unten

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Die obere Schraube ist die oben rechts neben dem Öldeckel, die andere ist links vom Öleinfüller die zweite von unten
..........................
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon mike58 » Di 09 Aug, 2016 01:38

Zentrierohrhülse drehen,

Deckel aufsetzen zum besseren zentrieren, statt Torx gibt auch ein Ausdrehwerckzeug, das ein Stift mit vier scharfen Fähnchen ist das sich in der Bohrung verkrallt und mit einem Aufsetzkopf hat, um mit einer Ratschknarre ansetzen zu können, geniales Teil, weiß allerdings nicht mehr von welcher Firma und war nicht ganz billig, Set mit Bohrhilfe Ausdrehstift ect, aber genial, und mit Heißluft vorher Gehäuse anwärmen, Kopf ist ja schon ab und nun kein ZUg mehr drauf, aber immer noch ein Hintertürchen offen halten, letzte Stufe stufenweises Aufbohren bis zur Gewindebüchse oder Helicoil, ich mach mir gern auch Zentrierhilfen mit planer Ansatzfläche mit kleinen konischen Ansätzen um die Bohrwinkligkeit zu Gewährleisten, das ganze Moped auf die Fräse zu packen sieht sicher spaßig aus macht aber wenig Sinn, den abgebrochenen Gewindestift vorher planen so kann der Bohrer oder auch Zentrierbohrer nicht abdriften, ziemlich viel Aufwand und ärgerlich dazu, verhunzt ist es gleich, aber wie Weihnachten wenn der Stift draußen ist und mein Held bis Du dann eh.

Viel Glück

Mike
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon andi » Di 09 Aug, 2016 07:47

Ich hab in solchen Fällen schon öfters eine Mutter aufgeschweißt.
Bzw. in ein Stück Flacheisen ein Loch gebohrt und das dann angeschweißt.
Das Flacheisen kann man schöner reinigen, was zu besseren Schweißnähten führt, und damit die Chancen dass sich das auch verbindet drastisch erhöht.

Probleme mit dem Alukörper hab ich noch nie gehabt!
Sicherlich hilft die eingebrachte Wärme auch dass sich das Schraubenfragment löst.
Und wenn alles nicht hilft und die Schraube weiter innen noch einmal reißt, dann hilft wirklich nur aufbohren. Ich habe dann halt den Motorblock auf die Fräse gespannt.

Aber die Idee den Gehäusedeckel zum Zentrieren zu nehmen ist super.
Zusätzlich würde ich eine Hülse Drehen, um den Deckel zu schützen und um zu zentrieren. Auf der Fräse habe ich es geschafft, genau das Kernloch fürs Gewindeschneiden zu bohren. Mit dem Gewindeschneider habe ich dann die Reste rausgeräumt.
Ideal wäre es, wenn du einen Linksbohrer hättest. Dann kommt beim Aufbohren mit hoher Wahrscheinlichkeit der Gewindestummel raus.
Auf alle Fälle gute Bohrer nehmen, das Baumarktzeug ist nur für die Tonne!
lg
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Wer einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten :-)
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Re: Wie würdest Du vorgehen (abgerissene Bolzen ausdrehen)

Beitragvon Lederclaus » Di 09 Aug, 2016 08:55

Ich bin ja auch öfter mal mit dem Problem konfrontiert, da ich fast nur noch ältere Motorräder repariere.
Den Vorschlägen der anderen schließe ich mich komplett an.
Ich habe für mein Autogenschweißgerät eine Düse 0,2-0,5mm besorgt (schwer zu bekommen). Damit kann man sehr punktgenau mit ganz kleiner neutraler Flamme erwärmen (man bekommt auf Stahl einen Punkt mit ca 4mm rotglühend).
Meine Vorgehensweise bei komplett abgerissenen Bolzen wie in deinem Fall:

Ich fertige eine Bohrschablone, die einen 3,5 oder 4 mm Bohrer zentriert und bohre die Schraube durch. Dann wärme ich das Alu mit dem Brenner ganz vorsichtig punktgenau an und sprühe Kältespray in die Bohrung in der Schraube.
(ich halte nichts von Wundermitteln, aber Super Crack Ultra von Normfest ist das absolute Hammerzeug für diesen Zweck)
Anschließend schlage ich ein Torx-bit in die Bohrung der Schraube. Beim Schlagen wird die Korrosionsschicht auch gleich aufgebrochen und die Schraube "geweckt" (mit Glück)
Ganz oft läßt sich der Schraubenrest jetzt leicht ausdrehen.Nur das Bit darf nicht zu groß sein, damit die Schraube nicht geweitet wird, sonst quetscht sie sich fest und frisst.

Funktioniert das nicht, kommen die pragmatischeren Lösungsansätze. Weiter aufbohren, bis das Gewinde zu sehen ist und die Reste mit der Reißnadel rauspulen. (wenn der Bolzen nicht mehr heraussteht)
Flacheisen oder Mutter aufschweißen, wenn der Rest des Bolzens heraussteht. (bei harten Schrauben schwierig, da hält die Schweißung nicht gut oder garnicht). Aber die Wärme sorgt für ein Lösen der Oxidschicht und das hilft manchmal.
Im Notfall, wenn nichts geht und der Bohrer schon ins Alu weg gelaufen ist, bohre ich größer auch und setze eine Ensat-Hülse oder ein Helicoil. Auch wenn das leicht schräg ist oder etwas aus der Mitte, funktioniert es doch dauerhaft (obwohl es natürlich Pfusch ist und nicht so sein soll)
Das Aufschweißen von Muttern oder Flacheisen ist trotz des Alus kein Problem, dem Alu passiert nix.

Bei Triumph hab ich schon öfter erlebt, daß die Schrauben recht festgegammelt sind. Wärme, Kältespray und "Weckschläge" sind die Lösung. Und ganz wichtig: Die Schrauben sind hart. Wenn da ein Blech oder eine Mutter aufgeschweißt wurde und die Schraube läßt sich bewegen, dreh bloß nicht einfach weiter! (außer es geht sehr leicht). Sonst reißt die Schweißung, wenn die Schraube frisst. Immer nur ganz wenig hin und her drehen!Nur so weit bis es etwas schwerer geht. Das kann mit etwas Geduld schon mal 5 Minuten pro Schraube dauern aber sie kommt dann. Ab und zu mit Rostlöser schmieren.
Look!
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Is it a Church Warden?
No! It´s Bicycle Repairman!
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