Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon Straßenschrauber » Di 07 Dez, 2021 19:52

:smt023
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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon motorang » Di 07 Dez, 2021 21:45

Straßenschrauber hat geschrieben:Du hast mir geschrieben, was Jiri von ignitech dazu sagt:
Lobe should be plain steel angle approx. 40°. First edge should be approx. at 45° BTDC, second edge at 5° BTDC.
Next way is to make two short lobes. One at 5° BTDC, second approx. at 45° BTDC. Note this system firing untill at second revolution. System with one long lobe can firing at first revolution.
Er meint also, daß ein langer Blechstreifen zwischen 5 und 45 Grad vor OT die beste Lösung wäre, dann könnte die ignitech schon bei der ersten Umdrehung zünden.
Du brauchst dann nur einen PickUp.

Bei dieser Lösung würde ich auf dem Rotor für so einen Blechstreifen von ca. 1,5 mm Stärke und wenigstens 3-5mm Breite eine Vertiefung ca 0,75 mm fräsen und den vorgeformten Streifen da rein kleben. Bis der Klebstoff (Lagerkleber?) anzieht, mit einem Spanngurt sichern.
Wer präzise arbeiten kann, das könnte vielleicht klappen: Die Vertiefung leicht winklig fräsen (innen mehr ausgefräst), den Blechstreifen entsprechend mit etwas Übermaß arbeiten. Den gut gekühlten Blechstreifen in den ca. 80 Grad warmen Rotor einlassen, das könnte ohne Klebstoff halten. [/Spekulationsmodus aus].

Zweitbeste Lösung: Auf 5 und 45 Grad jeweils ein 2mm-Loch 0,75 bohren und jeweils einen Stahlstift 2x1,5 einkleben.
Dazu nimmst Du besser 2 PickUps.
Helmut hat damals bei seinem Zündungsprojekt mit eingeklebten Stiften gearbeitet, soviel ich weiß.

Abmessungen sind geschätzt. Es kommt nur drauf an, daß die PickUp-Spulen was merken, da reicht ein halber mm. Ein mm wäre bei niedriger Umdrehungszahl (Ankicken) besser.
PickUps so nah wie möglich an den lobe (Blechstreifen) oder die Warzen montieren.


Ich nehm die zweitbeste Lösung,
bei der ersten Umdrehung soll eh nix zünden, das ist der Arbeits/Auspufftakt. Zündung bei der zweiten Umdrehung passt genau (Verdichtungstakt).
Um eine Nut in ein Polrad zu fräsen reicht meine Ausrüstung bei weitem nicht. Zwei Löcher bohren und zwei Stifte einschrauben/kleben schaff ich.
Schauen wir mal ob die es schaffen mir ein Angebot zu schicken, und wann das Zeug dann da ist wenn ich überwiesen hab.

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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon Straßenschrauber » Di 07 Dez, 2021 21:48

Bin sehr gespannt, wie das weitergeht.
Ein Freund mit einer XT500 hat sich vor einiger Zeit auch eine powerdynamo (neuere Version) gekauft, und Antreten ist SEHR mühsam.
Da wird es wohl auch auf eine zusätzliche ignitech hinauslaufen.
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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon Straßenschrauber » Di 07 Dez, 2021 21:50

motorang hat geschrieben:Um eine Nut in ein Polrad zu fräsen reicht meine Ausrüstung bei weitem nicht.
Hier gibt es Leute, die das können (jedenfalls bin ich mir sicher, daß).
Der Charme dieser Lösung wäre: nur ein PickUp nötig.

Die zweitbeste Lösung ist aber auch schon sehr gut :check:

EDIT
Die Nut könnte sicher problemlos rundrum laufen, das wäre auf einer Kleindrehbank zu machen. Außen spannen, innen einen passenden Ring, notfalls aus Hartholz, um den Spanndruck aufzufangen, den mögen die Magneten wohl nicht.
So sehr viel Spanndruck braucht es da aber eigentlich nicht, die Nut kann bei niedriger Drehzahl und wenig Druck auf den Stahl eingestochen werden.
Dann den nicht gebrauchten Bereich der Nut von 45 bis 355 Grad mit einem flachen eingeklebten Blech auf Null bringen, mit Spanngurt fixieren.
Der nicht gebrauchte Teil könnte auch mit Epoxy aufgefüllt werden.
Nach der Wartezeit des Klebers oder des Füllmaterials einmal für's Auge überdrehen.

Richtig gut wäre es, einen unmagnetischen Gewichtsausgleich zu schaffen. Material wegbohren z.B.
Wobei die beiden kleinen Warzen oder der kurze flache Blechstreifen nicht so sehr viel Unwucht bringen sollten.
Zuletzt geändert von Straßenschrauber am Di 07 Dez, 2021 23:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon Richy » Di 07 Dez, 2021 22:35

Ich lausch hier mal mit, da mich die Ignitech für die TT600 interessieren täte.
Einziger Nachteil ist halt, dass die Batterie Pflicht ist.
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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon Straßenschrauber » Di 07 Dez, 2021 22:42

ignitech hatte ich auch auf der TT600R. Empfehlenswert.
Kannst Du plug'n play einbaufertig bestellen, und läuft am originalen Kondensator.
Die gleiche DCCDIP2, die Andreas jetzt für seinen powerdynamo-Umbau an der SR500 bestellt hat, mit anderem Kabelbaum.
Mit einem einfachen IAP (Ansaugstutzen-Unterdrucksensor) kannst Du mit der ignitech sogar eine Kennfeld-Zündung haben.

Statt des Kondensators nimm einen kleinen LiFePo4-Akku, dann hast Du auch Licht, wenn der Motor steht.
Aber nur bei einwandfreier LiMa und Regler, sonst schaltet das im KFZ benötigte BMS (BatterieManagementSystem) alles ab.
Deswegen hatte ich auf der TT600R den originalen Kondensator parallelgeschaltet.
Bei älteren TT mußt Du irgendwie 12V DC für die Zündung herbekommen.
Ja, einen Tod mußt Du sterben.
Die Versorgung der CDI direkt aus der LiMa hat auch kein ewiges Leben.
Denkbar wäre, eine eigene unabhängige Versorgung für die CDI zu bauen, vor dem Regler, direkt aus der LiMa.
Die kann aber auch ausfallen :ugly:

Bei meiner TT mußte ich die gesamte Zündungsperipherie erneuern, Kabel, Stecker, Zündspule.
Bekannte Schwachstellen, machen ständig seltsame Fehler.
Iridium-Kerze schadet nicht.

Um auf das Thema hier zurückzukommen:
Ja, 720°-Zündung geht mit der ignitech natürlich auch auf der TT.
Ob das sinnvoll ist?
Mit dem IAP gibt es kein Auspuffknallen mehr, das war das Hauptargument für Zündung bei jeder 2. Umdrehung.
Und Du kannst den AirCut stillegen.
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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon motorang » Mi 08 Dez, 2021 09:29

Wenn man das Gewicht der Zusatzkomponenten nicht scheut, kann mans ja machen wie ich und die Zündung Huckepack draufbauen.
Die originale CDI belassen, die Ignitech zusätzlich reinbauen, und entsprechend umstecken.
Ich bin zwei Jahre so rumgefahren.
Herbrennbox als Hauptzündung, Powerdynamo als Backup. Die originale Lima als Backup wär genauso gegangen.
Am letzten TT ist die Herbrennbox dann in Störung gegangen. Wir haben ein bisserl rumprobiert (Lichtschranke gereinigt zuallererst, Du erinnerst Dich, Uwe?).
Dann hab ich auf die Powerdynamo umgesteckt und fahr seitdem so rum.

Jiri hat grad nochmal nach der Versandadresse gefragt, die ich ihm gestern schon mal geschickt hatte. Ich hoffe drauf dass diesmal die Bestellung klappt.

1x DCCDIP2 Zündbox mit Kabelbaum
1x USB/COM USB-Kabel (kann dann daheimbleiben)
1x pressure sensor 82051 (Drucksensor fürs Funken Wegschalten im Übergangstakt)
1x IC-CDI-S (neue Zündspule, die sicher passt)
2x IP6 (die zwei induktiven Geber)

Das wird alles zusammen ein halbes Kilo ausmachen?

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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon Straßenschrauber » Mi 08 Dez, 2021 09:40

Das wird den Verbrauch um einige ml nach oben treiben. ;)
motorang hat geschrieben:Drucksensor fürs Funken Wegschalten im Übergangstakt
Bei anliegendem Unterdruck im Schiebebetrieb zündet die ignitech sehr früh, damit das sehr magere Gemisch noch durchbrennen kann.
Das ist keine Schubabschaltung wie bei Einspritzanlagen.
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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon motorang » Mi 08 Dez, 2021 11:45

Danke für die Klarstellung Markus.

Weiter geforscht.
Herbert hatte vor 2 oder 3 Seiten auf Laverda + ignitech verwiesen.
Da find ich eine sehr umfangreiche Doku bei Gerd (Zeebulon) mit der ich mich bei Gelegenheit beschäftigen werde. War die gemeint?
https://www.zeebulon.de/Mot/Ignitech.htm

Außerdem das da:
https://www.ignitech.cz/en/vyrobky/poin ... 0%20mm.htm

Und hurra, da tut sich eine Möglichkeit auf die ich noch nicht am Schirm hatte.

Die verwenden eine Geberscheibe mit Rampen, zusammen mit den von mir bestellten IP6-Pickups.

Ich hab ja schon eine Geberscheibe gebaut, die sitzt direkt am Powerdynamo-Polrad, für die Lichtschranke der Herbrennbox > viewtopic.php?f=3&t=17025&p=358593

Bild

Eigentlich kann ich das gleiche Prinzip verwenden und entweder die Scheibe statt in Gfk halt in Stahl nachbauen - oder nur den Nocken entsprechend aus Blech bauen und mit der Scheibe verkleben/vernieten/verschrauben.

Herr Jiri aus Prelouc hat mir auf Nachfrage nochmal erklärt, dass ich bei der Verwendung einer Geberrampe oder von zwei Geberwarzen nur EINEN Pickup brauche, ganz ähnlich wie bei den TCI-Zündungen der XT600E:

you need only one pickup for pickup system with two lobes.


Der Plan wär also jetzt so:

Ich verwende die bereits bestehende Haltekonstruktion der Herbrennbox-Lichtschranke zur Montage des IP6-Pickups. Dann dreh ich den Motor auf 5° und 40° vor OT und mach mir dorten Markierungen auf der Scheibe, und ebendort wird die Rampe hergestellt. Auf der Gegenseite schraub ich ein Wuchtgewicht drauf (oder ich nehm die Scheibe hinter der Geberrampe aus, so wie bei der Laverdageberplatte). Die restliche Scheibe säge ich kleiner, so dass sie mit dem Polrad bündig sitzt.
Über die bestehenden Langlöcher kann ich die Scheibe gegebenenfalls noch verstellen.

herbrennboxumbau_16_Ignitech_Geberscheibe.jpg
herbrennboxumbau_16_Ignitech_Geberscheibe.jpg (35.24 KiB) 283-mal betrachtet


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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon Herbert H » Mi 08 Dez, 2021 11:59

Mit der Rampe, die länger als der Zündwinkel sein muss, ist das Motorrad Kickstarter fähig. Mit einem mehrere Impulse Pro Umdrehung muss der Zündzeitpunkt berechnet werden. Und das braucht mehrere Umdrehung.
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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon Herbert H » Mi 08 Dez, 2021 12:07

Maximaler Zündwinkel ist in Drehrichtung die Erste Rampe. Startzündwinkel die Zweite. Du kannst zwar zum Starten den Winkel einprogrammiern. Das ist aber wieder ein Rechenvorgang.
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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon Herbert H » Mi 08 Dez, 2021 12:18

Ich hatte die Igitech an einer BMW verbaut. Sensor auf der Kurbelwelle lief der Motor viel besser als auf der Nockenwelle, mit 720 Grad Zündwinkel. Die kurze Steuerkette war neu. Wie ist es erst mit der langen Kette der XT?
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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon hiha » Mi 08 Dez, 2021 12:20

Es gab mal von Kedo eine Zündung mit Hallgabelschranke an der Nockenwelle. Ging eigentlich ganz normal. Die SP370 hat das serienmäßig, läuft prima...

Gruß
Hans
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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon motorang » Mi 08 Dez, 2021 12:27

Hallo Herbert,
Ich glaub so langsam krieg ich eine Ahnung ... danke! Wie ist das mit der Rampe, da gilt wahrscheinlich das Rampenende, oder?

Also die Punkte hier?

herbrennboxumbau_17_Ignitech_Rampen.jpg
herbrennboxumbau_17_Ignitech_Rampen.jpg (40.46 KiB) 269-mal betrachtet


Und da würde ich nicht die PimalDaumenwerte von Jiri nehmen (5 und 40°) sondern gleich die korrekten für den Motor mit 7° und 30°?

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Re: Elektronikfrage CDI und 720°-Zündung

Beitragvon KNEPTA » Mi 08 Dez, 2021 12:28

hiha hat geschrieben:Es gab mal von Kedo eine Zündung mit Hallgabelschranke an der Nockenwelle. Ging eigentlich ganz normal. Die SP370 hat das serienmäßig, läuft prima...

Gruß
Hans


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