Konus-Ärger

Hier geht es um Motoren, Maschinen, Fahrzeuge

Re: Irgendwie... [Jammerfred]

Beitragvon Rei97 » So 21 Jan, 2018 12:17

Also:
Drehungleichförmigkeit, Drehschwingungen:
Bei vielen dynamischen Prozessen an Maschinen treten Drehungleichförmigkeiten (Schwankungen der Drehzahl) auf. Diese entstehen durch periodisch auftretende Drehmomente, und können zu Drehschwingungen (=Torsionsschwingungen) führen. Schwungräder vermindern durch ihre Massenträgheit die Drehungleichförmigkeit, indem sie bei Beschleunigung Energie aufnehmen und bei Verzögerung wieder abgeben.(W kin = 1/2 Jm ω°2).Die Drehungleichförmigkeit ist dadurch geringer, belastet aber die Welle. Das kann zu Torsionsdauerbrüchen führen, die im Bruchbild erkennbar sind. Gänzlich skuril sind Torsionsbrüche durch Torsionsschwingungen an Keilwellen. Durch 2 Massen Schwungräder kann man die Gefahr zwar verkleinern, aber das gab es m.W .erstmals bei Der BMW 69S. In den genannten Fällen sollte eigendlich Biegeschwingbelastung klein gehalten werden. Deshalb werden Schwungmassen auch gewuchtet und sollten auch nur einen geringen Hebelarm zum Lager haben und Kerben in der Welle schon gleich gar nicht.
Ja, es ist ein Ermüdungsbruchthema, aber dem kann man rechnerisch beikommen und sollte eine Wöhlerkurve kennen. Verstimmt man ein solches System zu Eigenfrequenzen die im Drehzahlspektrum liegen, z.B. durch Veränderung der trägen Drehmasse, ist ein Bruch der Welle als Folge zu erwarten.
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Re: Irgendwie... [Jammerfred]

Beitragvon schnupfhuhn » So 21 Jan, 2018 12:25

aus welchem Buch hast das jetzt rauskopiert?
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Re: Irgendwie... [Jammerfred]

Beitragvon lut63 » So 21 Jan, 2018 12:49

Es ist zum Jammern: Diese sehr wissenschaftliche Diskussion verstehe ich als Pflichtschulabgänger schon lange nicht mehr. :omg:

Was durchgedrungen ist: Da ist was hin und gehört wieder ordentlich gerichtet.
Zuletzt geändert von lut63 am Di 23 Jan, 2018 11:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Irgendwie... [Jammerfred]

Beitragvon Rei97 » So 21 Jan, 2018 13:08

schnupfhuhn hat geschrieben:aus welchem Buch hast das jetzt rauskopiert?

Also:
Meine ersten Antworten waren eher schnoddrig, halt so aus dem Ärmel.
Den Vorwurf muss ich mir gefallen lassen, trotz 6 Jahren Rentner.
Deshalb hab ich mich mal ein bisschen auf die Suche nach der von mir vermuteten Ursache gemacht.
Das ist zwar bei den Begriffen aus diversen 'Wikis' zusammengesammelt, aber die Konklusion der Ursachen sind wieder von mir.
Wie sang man mir im Studium einstens:
Der Ing muss nicht alles im Kopf haben, aber wissen, wo es steht.
So eine abtordierte Getriebeausgangswelle einer SR500 hab ich als Beweismittel in meiner Sammlung des 'horrors of fame'. (die wiegt unterdessen ca 5kg)
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Re: Konus-Ärger

Beitragvon Thomas Heyl » So 21 Jan, 2018 14:16

Hallo!

FYI: Neuer Betreff / Thementitel, da allgemeine Diskussion :grin: .

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Re: Konus-Ärger

Beitragvon schnupfhuhn » So 21 Jan, 2018 14:42

o eine abtordierte Getriebeausgangswelle einer SR500 hab ich als Beweismittel in meiner Sammlung


Getriebeausgang und KW ist aber nicht das selbe.

KW entspricht viel Drehzahl und wenig Moment

Getrieeausgang ist genau anders herum, wenig Drehzahl, viel Moment.

Ich hätte noch eine an- und dann irgendwann abgebrochene Kickstarterweile, die hat fast Null Drehzahl, dafür aber richtig Moment durch schweren Fahrer bekommen. Das spricht dann wieder gegen abtordieren. Sieht man im Bruchbild...

Gruß,
Andreas
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Re: Konus-Ärger

Beitragvon Rei97 » So 21 Jan, 2018 15:32

Also:
Die Abtriebswelle sieht vor Allem Torsionswechselbelastung und aufgrund minimalem Hebelarm fast keine Biegewechselbeanspruchung ausser bei zu hoher Kettenspannung.
Aufgrund der Geometrie gibt es zig Anbrüche, die sich bis innen rein arbeiten. Die sehen allerdings rätselhaft anders aus als Torsionsdauerbrüche an den Schwungwellen.
Trotzdem gibt es Torsionsdauerbrüche samt typischen Bruchbildern. Ohne diese, sag ich da mal eher garnix. Das abtordierte Wellenende werd ich morgen mal einstellen und es ist fast identisch zu Internetfunden. Leider sind Materialschäden an allen möglichen Materialien und Belastungen im Ing Studium sehr knapp vertreten. Powerpointvorträge dazu sind deutlich überhand und bei Verschraubungen ist tote Hose. Das ist natürlich folgenreich bei Schäden.
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Re: Konus-Ärger

Beitragvon Thomas Heyl » So 21 Jan, 2018 17:24

Hallo!

@Helmut: Das ist sicher interessant, für mich als Nicht-Physiker und nicht-Mathematiker jedoch auch nur schwer nachzuvollziehen :grin: .

In der Praxis sieht's so aus: Andere Kurbelwelle her, zwischen Spitzen vermessen, das Gewinde von M8 (KR26 N) auf M10 (KR26) aufweiten/-schneiden, neu messen, Schwungrad außen abdrehen, damit die Restmasse näher an das Lager rückt, das Schwungrad statisch wuchten und den Sitz auf dem Konus mit Tuschpaste prüfen / nacharbeiten, und bei genug goodwill auch dynamisch wuchten.

Den Wuchtfaktor der Kurbelwelle prüfen, bei Bedarf korrigieren, und gut sollte das sein, wenn auch mit Verlust der sehr niedrigen Leerlaufdrehzahl (< 300 min^-1).

Zum Thema "Zuverlässigkeit": Ich habe gestern eine nette Mail aus Norwegen bekommen. Stefan Høglin habe ich vor langer Zeit 'mal geholfen, und er berichtet, dass sein KR26-Gespann mit Bender-Boot absolut zuverlässig läuft, er damit jeden Tag zur Arbeit fährt, seine Tochter zur Schule bringt und von da abholt. Ich kenne viele Leute, die mit KR26 30.000 km und mehr ohne Gezeck gefahren sind, und mein Problem ist ein Folgeschaden, kein wirklich neuer.

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Re: Konus-Ärger

Beitragvon Richy » So 21 Jan, 2018 22:38

Thomas Heyl hat geschrieben: Ich kenne viele Leute, die mit KR26 30.000 km und mehr ohne Gezeck gefahren sind, und mein Problem ist ein Folgeschaden, kein wirklich neuer.

Ich verweise auf Dominik und seine TS.

Oh, halt, hinter dir, ein dreiköpfiger Affe, ich muß weg! :weg:
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Re: Konus-Ärger

Beitragvon Benno K » Mo 22 Jan, 2018 17:17

Moin,
den Konus immer mit feiner Ventilschleifpaste einschleifen.
Hält dann fast ohne Befestigung.

Gruß Bernhard
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Re: Konus-Ärger

Beitragvon Thomas Heyl » Mo 22 Jan, 2018 19:56

Hallo Benno!

Danke Dir, guter Tipp vom Erbauer des wohl schönsten und besten Regina-Racers ever!

Bild

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Re: Konus-Ärger

Beitragvon Thomas Heyl » Mo 22 Jan, 2018 20:59

Hallo!

Ich weiß, dass ich nichts weiß, und darum habe ich meinen Freund und Profi Henrik konsultiert. Der spricht wie folgt oder besser, das ist das Ergebnis der Besprechung:

  • Andere Kurbelwelle beschaffen und messen, ob sie gerade ist.
  • Gewinde von M8 auf M10 aufmachen.
  • Erneut messen.
  • Mehrere Schwungräder und etliche passende Schrauben M10 zum Vergleich (zur Messung) beschaffen.
  • Das montiert (!) in der Lünette messen.
  • Mit Tuschpaste Koni prüfen, bei Bedarf einschleifen.
  • Ein Schwungrad abdrehen.
  • Nochmal einspannen samt Kurbelwelle mit einer neuen Schraube, um den letzten Schlag hoch/quer abzudrehen.
  • Wuchten.

An große Selbsttragekaft bei einem so kurzen Konus glaubt er eher nicht. Das tue ich bei 29 mm Konuslänge und 3,8 kg auch nicht wirklich. Er meint, wenn es bei so viel Gewindelänge (10 mm +) eine Schraube M10 'raushaut, ist am Kurbelwellenstumpf 'was ganz faul. Das sehe ich auch so.

Bitte ergebenst um Steinigung :-D .

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Re: Konus-Ärger

Beitragvon Richy » Mo 22 Jan, 2018 23:21

Wir steinigen nicht, wir werfen nur mit Wattebällchen.
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Re: Konus-Ärger

Beitragvon Zimmi » Di 23 Jan, 2018 08:09

Thomas Heyl hat geschrieben:Bitte ergebenst um Steinigung :-D .

Hat er Jehova gesagt? :lol:
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Re: Konus-Ärger

Beitragvon fleisspelz » Di 23 Jan, 2018 09:59

Thomas Heyl hat geschrieben:... vom Erbauer des wohl schönsten und besten Regina-Racers ever!
...

aha
Zuletzt geändert von fleisspelz am Di 23 Jan, 2018 17:19, insgesamt 1-mal geändert.
..........................
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