Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Jonas » Fr 23 Mär, 2018 11:05

Hans, hier ist ein Foto. Soweit ich mich erinnere, war der Widerstandsdraht aber nicht angeschlossen. Auf der Lima war auch kein Riemen. Wer weiß, wann da zuletzt mal was geleuchtet hat. War doch recht verbastelt, die Minimalelektrik.

FullSizeRender(1).jpg
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Jonas » Sa 07 Apr, 2018 16:23

Gestern sind die Sattelfedern angekommen. Angefertigt wurden sie von Tadej Andreuzzi in Slowenien nach meinen Vorgaben ("tadko46 AT gmail DOT com" - er kann alle möglichen Federn aus Rundmaterial bis 6mm Durchmesser herstellen). Passt doch zum Edelhobel! Ich hätte ja auch ´ne alte Klospirale umfunktionieren können, aber nein... :D Ursprünglich waren am Sattel wohl tatsächlich Gummizüge statt Federn montiert - das ergaben meine Recherchen; und auch die Aufnahmen der Gummizüge/Federn deuten darauf hin. Ein wenig musste gebogen und angepasst werden, und jetzt gefällt es mir recht gut. Falls es mich überkommt, kann ich immer noch neue Gummizüge in die Halterungen der alten Labberteile montieren...

Den Filz der Satteldecke habe ich mit stark verdünntem Hautleim (bleibt flexibel) gegen weiteres Bröseln fixiert - das sollte geklappt haben. Die (nur mit Ballistol eingeriebene) Satteldecke hat´s aber ziemlich hinter sich... Egal, das ist erstmal nebensächlich.

Erstaunlich, wie viele Fotos man von einem alten Sattel machen kann.

IMGP9066.jpg


IMGP9068.jpg


IMGP9074.jpg


IMGP9072.jpg


IMGP9071.jpg
Zuletzt geändert von Jonas am Sa 07 Apr, 2018 22:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Roll » Sa 07 Apr, 2018 18:07

Wunderschöne Federung. :smt023
Sie wollten mich schon gefügig machen mit Fellatio und Absinth, aber ich sagte nein.
Dieser Beitrag wurde maschinell erstellt und ist auch ohne Unterschrift gültig.

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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Dreckbratze » Sa 07 Apr, 2018 18:32

die satteldecke würde ich weiter nutzen.
die optimale kurvenlinie ist aussen-innen-aussen und nicht oben-unten-platt...
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Jonas » Sa 07 Apr, 2018 18:35

Vorher sah das so aus. So ganz blicke ich da nicht durch. Die Gummizüge sehen ziemlich modern aus, der Rest des Sattels doch recht alt. Vielleicht hat da jemand schon einmal die Züge ersetzt, oder neue Gummizüge in die alten Aufnahmen geklemmt. Wer weiß.

Auf dem Foto erkennt man auch schön, warum die Konstruktion eigentlich nicht für Federn gedacht ist. Aber mit ein wenig Gehuddel hat das schon gepasst...

Die Satteldecke wird auf jeden Fall weiter genutzt. Passt gut zum Gesamtzustand, und ganz kaputt ist sie (noch) nicht. Immerhin am Stück, das Teil! :smt023 Insofern muss ich meine weiter oben gemachte Aussage etwas revidieren. Es bröselt halt...

original.jpg
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Lederclaus » So 08 Apr, 2018 11:00

Ich persönlich würde den Unterbau der Satteldecke aus Roßhaarvließ oder aus Kokosmatte (im Öko- Bauzubehör) machen und Richtung Federung mit Sackrupfen oder Nesselstoff abdecken, um es zu schützen. So wurde das früher auch gemacht und ist authentisch. Oft wurde auch Teerpappe genommen (was ich nicht bevorzuge). Die Satteldecke würde ich von unten durch eine Schicht Ziegenfutter stabilisieren (Schnittmuster machen und genau einkleben). Ziegenfutter ist ein dünnes, strapazierfähiges Ziegenleder ohne Zug (also man kenn es nicht leicht dehnen), bekommt man beim Lederhandel). Alle diese Maßnahmen sieht man nicht oder kaum, der Sattel bleibt in originaler Patina und wird so stabilisiert, daß er noch Jahre treue Dienste leisten kann.Ballistol ist zum geschmeidig machen von altem Leder nicht verkehrt. Lederöl mit Lanolin geht auch. Das Problem ist, daß das Leder ausgetrocknet und rissig ist, was eigentlich nicht rückgängig gemacht werden kann (die Austrocknung wohl, die Risse nicht). Deshalb die Stabilisierung von unten, wo man es nicht sieht. Wenn man zu oft Ballistol oder Lederöl anwendet, werden die Fasern zu stark geschmiert und verlassen ihren Verbund. Deshalb würde ich persönlich nach einigen Pflegungen mit Öl oder Ballistol dazu übergehen, mit farblosem Lederfett weiter zu pflegen. Das schützt gegen Wasseraufnahme, Austrocknen und UV-Licht (natürlich jeweils in engen Grenzen)
Aufpassen, daß keine eisenhaltigen Teile Berührung mit der Satteldecke haben. Vegetabile Gerbstoffe reagieren damit recht heftig, oxydieren an den Kontaktstellen, werden schwarz und brüchig. Nicht reversibel.
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Jonas » So 08 Apr, 2018 11:36

Viele Infos, viele Tipps, viel Wissen. Herzlichen Dank, Claus!

Die Satteldecke ist jedoch nicht aus Leder gemacht (siehe Fotos Seite 5). Das sieht man hier ganz gut - man erkennt auch, wo es bröselt (die schwarze "Beschichtung" der Decke).

IMGP9032klein.jpg


Was könnte das für ein Material sein?

Eine Stabilisierung von unten ist in meinem Fall nicht notwendig, denke ich. Der Träger"stoff" der Satteldecke ist noch ganz ok - lediglich die "Beschichtung" bröselt. Die Satteldecke selber ist von innen am Rand mit einem Material verstärkt, das ein wenig nach dicker Pappe aussieht. Was genau das ist, habe ich nicht herausfinden können. Reinschneiden wollte ich nicht.

Der Unterbau der Satteldecke besteht aus zwei Lagen. Die Lage direkt unter der Decke war noch gut erhalten, die andere Lage hat gelitten. Ich habe die Lagen getauscht und sie mit stark verdünntem Hautleim gegen weiteres Bröseln fixiert. So habe ich nun direkt über den Sattelfedern einen recht gut erhaltenen, gegen Bröseln fixierten und durch den Hautleim auch stabilisierten (aha!) Unterbau.

Erstmal werde ich das so lassen... Ich habe halt das Material aufgearbeitet, was vorhanden war. Da wurden natürlich auch Kompromisse gemacht (z.B. keine Neuanfertigung des Unterbaus). Ob das alles praxistauglich ist, werde ich sehen.

Lieber wäre mir auch gewesen, wenn die Satteldecke aus Leder bestände. Dann hätte ich deine Tipps umsetzen können, Claus. Ich behalte sie im Kopf (Nesselstoff, Unterbau etc.), vielleicht sind sie mir zukünftig nützlich!
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Lederclaus » So 08 Apr, 2018 11:59

Das ist Kunstleder und was wie Pappe aussieht, ist wahrscheinlich Pappe oder mit Phenol-Harz getränkte und gepresste Pappe.
Wie das Kunstleder in den 20er Jahren hergestellt wurde, weiß ich nicht. Ich hab mal Gerber gelernt und bin kein Chemiker.Ich würde vermuten, daß es etwas Ähnliches ist, wie das Material, aus dem damals Reisekoffer gemacht wurden.
Wir haben aber in unserer Ledermanufaktur schon einige Sättel für Altmotorräder neu bezogen. Und zwar so, daß sie nicht wie Würste, sondern wie Motorradsättel aussehen. Daher auch meine Kenntnisse zu dem Thema.
Einige Engländer aus den 20er und 30er Jahren und einige Nimbus fahren mit unseren Sätteln herum. Die sind aber alle über-restauriert und komplett auf Null gebracht worden.( Eine Unsitte.)
Trotz allem möchte ich nicht zu einem Neubezug raten, sondern zum patinierten Original.
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Jonas » So 08 Apr, 2018 12:05

Lederclaus hat geschrieben: Trotz allem möchte ich nicht zu einem Neubezug raten, sondern zum patinierten Original.


:smt023

montiert.jpg


So sieht das jetzt aus.

Gut zu wissen, dass ihr ggf. auch eine neue Satteldecke anfertigen könntet.

Ok, ab auf die Arbeit!
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Zimmi » Mo 09 Apr, 2018 08:35

Was für ein Schmuckstyck! Und diese Patina... :smt049 :smt049 :smt049
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Jonas » Mo 09 Apr, 2018 09:10

Ja, ist schon ´n hübsche Krabbe...

Ich kann aber auch Ewigkeiten damit verbringen, am Gesamtkunstwerk rumzuhuddeln. In den Deckel des Werkzeugkastens auf dem Stecktank waren zum Beispiel zwei kleine Löcher gebohrt. Ich vermute, dass da mal eine Plakette befestigt war, auf der sich vielleicht ein Eigentümer verewigt hat?! Die Konturen lassen sich noch erahnen (rhombenförmig). Hat bestimmt ´ne halbe Stunde gedauert, bis ich passende Schräubchen und Unterlegscheiben beieinander hatte und es mir gefiel. Aber da die Teile ja zu neu aussahen, wurde patiniert... :omg: Essig, Salzwasser, Fensterbankbewitterung. Jetzt passt es und ich kann endlich wieder ruhig schlafen. :gruebel:

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