Aluhebel biegen

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Aluhebel biegen

Beitragvon gatsch.hupfa » Mi 06 Jun, 2018 10:51

Hab zwar gesucht, aber nix gefunden hier im Forum, obwohl da war mal was, wenn ich mich recht erinnere :gruebel:

Konkret: Alu Schalthebel von der TT600 sitzt blöd: entweder einen halben Zahn zu tief oder einen halben Zahn zu hoch.
Biegen um Halbzahnesweite wäre eine Lösung.
Vorher anheizen?
Wieviel Grad Celsius?
Abschrecken?
Unterschied Schmiede- Gusshebel?
Oder wie am besten?

Gilt das dann auch für gekringelte Aluhandhebel ... ?
Und sonstiges Aluglump?
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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon Rei97 » Mi 06 Jun, 2018 11:46

Also:
Wenn Hebel geschmiedet sind, kann man sie kalt in gewissen Grenzen verformen.
20% Dehnung können die. (z.B. Magurahebel).
Bei gegossenen Hebeln liegt der Wert bis zum Bruch bei 2-5%.
Auch Erhitzen bringt da kaum Besserung.
Man kann probieren, aber meist ist schnell plöng ab.
Da aber die meisten Schalthebel aus Nipponistan die selbe Verzahnung haben, wäre interessant wie lang der Hebel ist und ob der von der SR/XT passt.
Die sind nämlich aus Stahl. Entweder geschmiedet oder geschweißt kann man die warm zum Knoten biegen.
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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon hiha » Mi 06 Jun, 2018 12:25

Optimalerweise macht man aushärtbare Aluleguerungen auf 520° warm, schreckt sie ab, und hat dann ein paar Stunden bis Tage Zeit, bevor sie wieder voll ausgehärtet sind. Der Trialfahrer meines Vertrauens (F. Krahnstöver)legt sie vor dem Biegen einfach nach Gefühl auf die Herdplatte...
Gruß aus der Hängematte,
Hans
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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon Lindi » Mi 06 Jun, 2018 13:50

aus der Praxis :wink: : verbogene Handbrems- oder Kupplungshebel richte ich mittels Einspannen im Schraubstock und einem oder mehreren beherzten Schlägen mit dem Fäustel. Da gehen schon mal einige Winkelgrade. Davor hatte ich versucht sowas mit Verlängerung zu biegen, dann war´s meist schnell abgebrochen.

(Aber wie beim Lotto: keine Gewährleistung für die Richtigkeit der Zahlen :grin: )
Viele Grüße

Dirk
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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon fleisspelz » Mi 06 Jun, 2018 21:44

An der Ducati hatte ich genau das gleiche Problem. Da konnte ich das ohne Hitze so zurechtbiegen, dass es gepasst hat
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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon motorang » Do 07 Jun, 2018 09:26

Biegen geht meistens, zurückbiegen dann aber nicht. Oder andersrum: mir sind Hebel fast immer erst beim ZURÜCKBIEGEN gebrochen.
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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon Zimmi » Do 07 Jun, 2018 09:30

motorang hat geschrieben:Biegen geht meistens, zurückbiegen dann aber nicht. Oder andersrum: mir sind Hebel fast immer erst beim ZURÜCKBIEGEN gebrochen.

Genau deswegen wird schätzungsweise auch von Biegereparaturen bei verbogenen Handhebeln abgeraten. Wenn die klappt, der Hebel dann aber bei der nächsten Bremsung zerbröselt... :omg:
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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon Rei97 » Do 07 Jun, 2018 10:34

Also:
Wie gesagt...
Unterschied bei Alu zwischen geschmiedet und gegossen bestimmt die Verformbarkeit.
Bild
https://www.zweirad-sausenthaler.de/pro ... 68-14.html
Der Unterschied am Rohling ist leicht erkennbar durch die Dicke der Trennebene. Beim Guss dünn und messerscharf, beim Schmiedeteil ist der Abgrat viel dicker.
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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon lallemang » Do 07 Jun, 2018 10:51

erkennbar, wenn nicht wegpoliert :-D
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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon Rei97 » Do 07 Jun, 2018 11:21

Also:
Das ist schon richtig, denn die scharfen Grate an den Hebeln gehen natürlich nicht, aber mit wachem Auge auf die Seite zum Halter lässt den Gussgrat noch erkennen.
Zuerst der Grat beim Guss:
Grat.JPG
Grat.JPG (107.22 KiB) 231-mal betrachtet

Dann der Abgrat beim Schmiedeteil
Abgrat.JPG
Abgrat.JPG (107.34 KiB) 231-mal betrachtet

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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon fleisspelz » Do 07 Jun, 2018 11:28

Zimmi hat geschrieben:
motorang hat geschrieben:Biegen geht meistens, zurückbiegen dann aber nicht. Oder andersrum: mir sind Hebel fast immer erst beim ZURÜCKBIEGEN gebrochen.

Genau deswegen wird schätzungsweise auch von Biegereparaturen bei verbogenen Handhebeln abgeraten. Wenn die klappt, der Hebel dann aber bei der nächsten Bremsung zerbröselt... :omg:

Das klingt unlogisch. Die erste Kaltverformung ist die durch den Sturz. Beim Versuch, ihn zurück zu biegen bricht der Hebel entweder ab, und hätte eh ersetzt werden müssen, oder es geht, weil er geschmiedet war und aus einem Material, dass sowas kann. Dann wird er die vergleichsweise geringen Handkräfte beim Bremsen wohl aushalten ...
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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon lallemang » Do 07 Jun, 2018 11:43

Ver- und Zurückbiegen ist plastische Verformung und im Gegensatz zur elastischen eine mit Gefügeänderung.
Nicht von selbst umkehrend. Nach anfänglichem Härtegewinn kommt dann "inner Ri§bildung" und das Material ist geschwächt.
Genau wie die überdehnte Schraube. Erst geht's schwer, dann leichter und dann fâllt's runter.
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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon Gustav » Do 07 Jun, 2018 12:01

Hallo zusammen,
bei Anblick dieser Grate an den Hebeln wird uns in der Familie aus Werkzeugmachern (Schwerpunkt Gesenkbau), Modellbauer (Schwerpunkt Giessereitechnik) eigentlich schlecht. Handhebel wurden in der Vergangenheit vom anerkannten Praktiker (aus dem Puchland) mit Erfolg durch Gripzange ersetzt. So schrieb es die Geschichte! Wird der Hebel durch Gripzange ersetzt, vergisst man ihn nicht , sofort durch ein Neuteil zu ersetzen. Gut das der HiHa im Urlaub ist. Er hätte sonst glatt eine Gefügeveränderung.

Grüsse aus der Vergangenheit Gustav
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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon Zimmi » Do 07 Jun, 2018 12:07

fleisspelz hat geschrieben:Das klingt unlogisch. Die erste Kaltverformung ist die durch den Sturz. Beim Versuch, ihn zurück zu biegen bricht der Hebel entweder ab, und hätte eh ersetzt werden müssen, oder es geht, weil er geschmiedet war und aus einem Material, dass sowas kann. Dann wird er die vergleichsweise geringen Handkräfte beim Bremsen wohl aushalten ...

Was ist, wenn der Hebel gerade eben nicht abbricht beim Zurückbiegen? Dann ist er kwasi maximal geschwächt, aber sieht noch ganz gut aus. Die Gefygeveränderungen im Inneren sieht ja keiner...

Ich denke schon, dass jemand mit etwas Ahnung/Erfahrung sowas merkt ("Hoppla, das Zurückbiegen ging auf den letzten 2 mm aber verdammt leicht!" :gruebel: ) und den maroden Hebel dann in die Tonne haut. Oder eben andersrum bemerkt, dass das Hebel-Material die Biegerei eh ab kann.
Ein Laie, der hier beim Lesen versteht "Hebel biegen - kein Problem, entweder geht's oder der Hebel bricht ab!", liegt dann aber unter Umständen mit dem erstgenannten Hebel inkl. seinem Motorrad irgendwo, wo er gar nicht hinwollte... :ugly:
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Re: Aluhebel biegen

Beitragvon Gustav » Do 07 Jun, 2018 12:23

Hallo zusammen,
also klare Empfehlung (wenn ich darf) an alle Kradler: Ersatzhebel mit in die (Mutter)Packliste und die Biegerei vergessen.
In Funktion wird der Handhebel doch nur mit max. starker Handkraft beansprucht. Die Handkraft gereicht bis in den Bereich der Elastizitätsgrenze des Hebels.
Noch erfolgter Belastung durch die Handkraft kann der Hebel immer wieder in seine alte Form zurück gehen. Bei Beanspruchung durch Kräfte höher als die Elastizitätsgrenze bleibt eine Verformung bestehen und der Hebel ist Schrott.

Gruss Gustav
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