Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

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Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon motorang » Do 08 Nov, 2018 12:47

Hi
diese Woche beim Pickerl:
Die vor wenigen Tagen aus einer neu gekauften und erstmals geöffneten kleinen DOT4-Flasche in die Gespannbremse eingefüllte Bremsflüssigkeit DOT4 hat beim ÖAMTC nur gemessene 197 °C Siedepunkt.
Neue Flüssigkeit sollte aber knapp 300° haben.

Der Prüfer meinte: "Plastikflasche?"

Er zeigte mir das Gebinde aus dem er in der Prüfhalle immer nachfüllt. Blech. Und von ATE:

ate_DOT4.jpg
ate_DOT4.jpg (57.22 KiB) 247-mal betrachtet


Man beachte das Haltbarkeitsdatum (2023).
Sei schon ewig lange geöffnet und in Verwendung (viele Monde) aber immer noch wie neu. Er verwende deswegen nur noch Blechflaschen.

Spaßhalber haben wir eine Probe in den Tester gefüllt: 245°C - das ist das Maximum bis zu dem der Prüfer aufheizt.

Mein Fazit:
Ich werde KEINE Bremsflüssigkeit mehr in Plastikflaschen kaufen. Die ist möglicherweise schon im Regal beim Händler alt.

Gryße!
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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon T. » Do 08 Nov, 2018 12:50

Oh!
Danke!
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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon AIAndy » Do 08 Nov, 2018 12:51

:shock: echt jetzt?

Diffusion? Herstelldatum?

is aber schon a bissl krass.....
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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon hiha » Do 08 Nov, 2018 12:57

Oha, ich wusste garnicht, dass es Bremsflüssigkeit -eben genau aus dem Grund- in was Anderem als Blechbüchsen gibt :shock:
Hatte bisher immer nur Blech, seit Anno Tobak. Aber keiner hat je den Siedepunkt gemessen :lol:
Hans
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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon Zimmi » Do 08 Nov, 2018 13:02

Ich hab bisher auch immer nur Blech gehabt. Allerdings immer mit Plastikdeckel. :lol:
Gemessen oder messen lassen hab ich aber auch noch nie... :floet:
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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon motorang » Do 08 Nov, 2018 13:13

Kann eigentlich nur Diffusion sein.

Plastikflaschen hab ich bisher gern gekauft, weil die weniger leicht kaputt gehen (Rost, knicken, aufscheuern) wenn man sie mitführt ...

Ich hab im ersten Beitrag eine Empfehlung nachgetragen, mit Bild.

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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon Therion » Do 08 Nov, 2018 13:28

Danke für den Tipp. Benutz seit zwei drei Jahren teilweise Bremsflüßigkeit aus Plastikflaschen.
Ich hab mich schon gewundert wieso in letzter Zeit selbst bei neugefüllten Systemen immer der Siedepunkt der Bremsflüßigkeit so niedrig ist.
Greetz
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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon Zimmi » Do 08 Nov, 2018 13:36

Wenn's zu heiß wird, hilft einem das Blechkastl auch nix. XT350-Scheibenbremse an der XT500 assimiliert und mit neu gekaufter DOT-4-Bremsfly befyllt, Härtetest gemacht und zum Glyck bei der 3. oder 4. Scharfbremsung aus ca. 100 Sachen auf Spitzkehrentempo in kurzer Folge keine Kehre vor mir gehabt, sondern nur eine leichte Kurve, die eigentlich gar nicht arg bebremst hätte werden müssen. Hab ins Leere gegriffen... :omg:
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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon lallemang » Do 08 Nov, 2018 14:04

Das ist ja grad die unangenehme Schlu§folgerung, da§ auch neugekaufte
Bremsflüssigkeit in Platikflasche schon "alt" sein kann.

:roll: und bei mir hier in Versorgungszone 66 :gruebel:
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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon Zimmi » Do 08 Nov, 2018 15:11

Meine war aber wie geschroben aus dem Blechkastl, also nur der Deckel war aus Plaste/Elaste... :ugly:
Da war nur die Bremse überfordert.
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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon fleisspelz » Do 08 Nov, 2018 15:51

... oder unsachgemäß entlüftet ...
..........................
... there is a crack in everything, that's where the light gets in ...
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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon Zimmi » Do 08 Nov, 2018 16:04

fleisspelz hat geschrieben:... oder unsachgemäß entlüftet ...

Nö. Da war ein absolut knackiger Druckpunkt, auch dank Stahlflexleitung. Nach Abkühlung der Bremse war der auch wieder da.
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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon Aynchel » Do 08 Nov, 2018 16:42

Zimmi hat geschrieben:........ Nach Abkühlung der Bremse war der auch wieder da.


das hatte dann nicht mit gealtertem Bremsöl zu tun sondern einfach mit Überhitzung

bei übermässigem Wassergehalt im Bremsöl fängt das Wasser im Bremssattel an zu kochen
und bildet eine Gasblase die den Bremsdruck ins Leere laufen lässt
diese Dampfblase bleibt nach dem Abkühlen bestehen
und muss erst mal wieder entlüftet werden damit wieder Bremsdruck ansteht
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ich könnte die BIG auch mit 5,5l daher fahren, aber das wäre Spritverschwendung ;-)
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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon gatsch.hupfa » Do 08 Nov, 2018 19:32

Zimmi hat geschrieben:Wenn's zu heiß wird, hilft einem das Blechkastl auch nix. XT350-Scheibenbremse an der XT500 assimiliert und mit neu gekaufter DOT-4-Bremsfly befyllt, Härtetest gemacht und zum Glyck bei der 3. oder 4. Scharfbremsung aus ca. 100 Sachen auf Spitzkehrentempo in kurzer Folge keine Kehre vor mir gehabt, sondern nur eine leichte Kurve, die eigentlich gar nicht arg bebremst hätte werden müssen. Hab ins Leere gegriffen... :omg:


zimmi, da muss aber die Scheibe schon ordentlich jenseits von blau gewesen sein. :shock:
Ich fahr ein bisserl Supermoto, da wird die hintere Bremse, die eh wuziklein ist, ordentlich hergenommen bei den Bremsdrifts. Die ist immer blau, oder jenseits. aber noch nie Dampfbalse gehabt. Dot 5.1, spätestens alle 2 Jahre getauscht, Plastikgebinde, Lucas, Sinterbeläge.
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Re: Bremsflüssigkeitsgebinde - Praxistipp

Beitragvon Herbert H » Do 08 Nov, 2018 20:26

Es gibt unterschiedliche Messgeräte. Die Einen messen den Elektrischen Widerstand, die Anderen erhitzen die Flüssigkeit und messen den Siedepunkt. Letzteres ist über lange Zeit genau. So nach ein paar Jahren wurden die Geräte sehr unzuverlässig, und die Reparatur sehr teuer. Bremsflüssigkeit verschiedener Hersteller unterscheiden sich im Widerstand trotz gleichem Siedepunkt. Bei guten Geräten kann das eingestellt werden. Also das Messen kann ein Lotterie Spiel sein. Besser jedes Jahr erneuern. Ich habe bei mir im Betrieb mehrere im Plastik Flaschen gemessen, und alle DOT4 hatten 257-265 Grad Siedepunkt.
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