Brand in Motorradmuseum in Tirol

Hier geht es um AiA-taugliche Motoren, Maschinen, Fahrzeuge. Wyrdiges Zeug kwasi :D

Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon Maybach » Mi 27 Jan, 2021 09:44

Da kommt noch eine versicherungsrechtliche Perversion hinzu: Wenn die Versicherungen zahlen, übernehmen sie automaticsh auch das Eigentum an den versicherten Resten.
Ich brauche euch glaube ich nicht sagen, was die Versicherungen mit den Resten machen ...

Im übrigen höre ich über meine Kanäle, dass geplant ist, das Museum neu aufzubauen. Ich habe schon den Vorschlag gemacht, dass man
1. den Brand dringend thematisieren sollte.
2. die Trümmer, die weg sind, vielleicht anders präsent werden lässt. Motorräder riechen ja auch und sie geben Geräusche von sich.
3. und das man vielleicht das gnaze auch als ein "work in Progress" gestalten könnte, son in der Art einer "gläsernen Restaurierungswerkstatt.

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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon Richy » Mi 27 Jan, 2021 09:48

Mit den Versicherungen hast du Recht, aber die lassen sich vermutlich leicht überzeugen, indem man ihnen den Schrottpreis für die Reste zahlt. Mehr bekommen sie nämlich nicht und viel dürfte das auch nicht sein. Die denken rein marktwirtschaftlich und das ist in dem Fall ein Vorteil.
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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon superknuffi » Mi 27 Jan, 2021 09:52

Hi Max
Ich bin ziemlich bei Dir.
Bei mir unterscheidet es sich auch immer sehr, ob das nur Standuhren waren, oder ob diese alten Dinge immer noch artgerecht genutzt wurden/werden.
Ich kenne einen alten Rennfahrer mit einem AJS Boyracer, der vor Jahren schon die Veteranenrennerei einstellen musste, weil die Ersatzteile und Ersatzkräder alle in Vitrinen verstaubt sind.
Eventuell ist davon was im Tyrol verbrannt, und dann ist es in meinen Augen, ehrlich gesagt, weniger schad drum!
Stefan
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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon hiha » Mi 27 Jan, 2021 12:19

Richy hat geschrieben:Mit den Versicherungen hast du Recht, aber die lassen sich vermutlich leicht überzeugen, indem man ihnen den Schrottpreis für die Reste zahlt. Mehr bekommen sie nämlich nicht und viel dürfte das auch nicht sein. Die denken rein marktwirtschaftlich und das ist in dem Fall ein Vorteil.

Wenn die aber hergehen, und den Schrottpreis nicht nach Gewicht des Eisens, sondern von mir aus nach ideellem Wert festlegen, könnten da Mondpreise rauskommen. Unterschätz mir nicht -wenns um Geld geht- die Kreativität von Versicherungen... :omg:

Gruß
Hans
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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon Richy » Mi 27 Jan, 2021 12:54

Damit würden sie aber Verlust machen, sofern der Versicherte dann eiskalt die Hand für die volle Versicherungssumme aufhält und sagt: "Ihr könnt den Schrott behalten." ich weiß nicht, ob die das Risiko eingehen würden, aber ich kann auch nicht so schief denken wie die...
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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon Zimmi » Mi 27 Jan, 2021 13:16

Richy hat geschrieben:
KNEPTA hat geschrieben:Ich versteh dich, wobei mich der Verlust schon auch berührt.
Den Film vom Hiha gesehen war mein erster Gedanke, bdd, das wär a spannende Ausstellung.

So seh ich das auch. Einige der verbrannten Maschinen, vielleicht die, die wirklich unrettbar sind, genau so wieder in die Ausstellung packen. Wie sagt der Wiener? "A schöne Leich'."

Ein gar nicht so schlechtes Konzept! Im Automuseum Engstingen (bei Reutlingen, IMHO eine absolut sehenswerte, feine kleine Zusammenstellung von Zwei-, Drei- und Vierrädern!) steht das einzige überlebende Exemplar eines extrem seltenen 50er-Jahre-Rollers. Unrestauriert, weil es keine Ersatzteile gibt. Dennoch ein tolles Relikt. Und da hat's noch weitere Exponate im Fundzustand ("Moorleiche"). Klar sind mir fahrbare Exponate grundsätzlich die liebsten - Motto "Wenn ich die Kiste gerade nicht fahre, stelle ich sie eben in die Ausstellung".
Max' Gedanken zum Thema finde ich übrigens wirklich klasse, sehr umfassend, kwasi. :smt023
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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon altf4 » Mi 27 Jan, 2021 18:06

hi -

Unrestauriert, weil es keine Ersatzteile gibt


an diesem punkt faengt der sammy miller an: zuerst muss man mal originalzeichnungen finden, oder auch teile, die als blaupause fuer eine nachfertigung taugen. dann kommen die alten giesser/dreher/metaller/feinmechaniker/restaurierer zum zug.
oft bauen die dann aber die betroffenen teile nicht 1:1 nach, sondern verbessern sie nebenher auch noch. jedenfalls in der englischen schule.

in sammy's museum beispielsweise spuert man diesen 'spirit'.
ich hatte mich damals mit dem kollegen unterhalten, der sich einer megola annahm: diese sey eine wirklich schlechte restaurierung, meinte er, so jedenfalls wuerde die kiste nie laufen - sehr oberflaechlich und nur fuers auge. ihm ging das nicht weit genug in die tiefe.

die sache mit der transformation kommt von einem essay, den ich vor ueber zwanzig jahren gelesen hab, da ging es im speziellen ums archiv, im weiteren aber um sammlungen, erbe, kunst und besitz. und vor allem: ums hergeben, verlieren, loeschen, entsorgen. zwei seiten einer medaille quasi. den namen des autors hab ich aber mittlerweile vergessen. :rofl:

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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon Schlumpf-Driver » Mi 27 Jan, 2021 18:34

Also wenn ich die Bilder so sehe, macht mich das schon a bisserl traurig :(
Waren vor 3 Jahren drin und haben´s trotz dem etwas happigen Eintrittspreis nicht bereut.
Vor 2 Jahren "nur" im Restaurant, und letztes Jahr ging ja gar nichts :roll:
War schon klasse :smt023
Ich bin heut froh, das Museum gesehen zu haben.

Aber wie auch meine Vorschreiber oben erwähnt haben, alles hat seine Zeit :!:
Dinge kommen und gehen, so ist der Lauf der Zeit.
Es werden sich bestimmt aber auch wieder Exponate für das Neue Museum finden, bin ich mir sicher.

Grüßle
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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon krsztof » Do 04 Feb, 2021 15:48

Maybach hat geschrieben:Da kommt noch eine versicherungsrechtliche Perversion hinzu: Wenn die Versicherungen zahlen, übernehmen sie automaticsh auch das Eigentum an den versicherten Resten.
Ich brauche euch glaube ich nicht sagen, was die Versicherungen mit den Resten machen ...

Im übrigen höre ich über meine Kanäle, dass geplant ist, das Museum neu aufzubauen. Ich habe schon den Vorschlag gemacht, dass man
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3. und das man vielleicht das gnaze auch als ein "work in Progress" gestalten könnte, son in der Art einer "gläsernen Restaurierungswerkstatt.

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Punkt 1. und 2. find ich super ... da spricht der Profi! Punkt 3. wär dann schon zu viel AiA.... ewig schad um die Mopeds aber wenns eh keiner fährt ....
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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon Richy » Sa 06 Feb, 2021 20:02

Bin gerade drüber gestolpert:
Ein Interview von den beiden Besitzern und auch ein paar Bilder aus dem Inneren nach dem Brand:
https://www.youtube.com/watch?v=kluYyEN_Aos
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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon Meister Z » So 07 Feb, 2021 02:40

hiha hat geschrieben:Ich weiß von einer Chater-Lea und einer Rudge, die beide in jeweils 3jähriger pedantischer Kleinstarbeit von null weg aufgebaut wurden. Beides rennfähige Rennmotorräder, absolute Einzelstücke. Hans


Chater-Lea.jpg

Rudge.jpg
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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon Richy » So 07 Feb, 2021 09:19

Interessante Zugführung der Vorderradbremsen bei beiden Maschinen...
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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon Myke » So 07 Feb, 2021 09:23

:smt022
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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon Dreckbratze » So 07 Feb, 2021 10:19

möglicherweise eine Art Integralbremse, bei der ein Bowdenzug zur Fussbremse führt?
die optimale kurvenlinie ist aussen-innen-aussen und nicht oben-unten-platt...
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Re: Brand in Motorradmuseum in Tirol

Beitragvon altf4 » So 07 Feb, 2021 10:49

das waren schon sehr wertige raeder!

so eine vierventilrudge war anno dazumal bei der TT kaum einzuholen.

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