TT600 Vergasermysterium

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TT600 Vergasermysterium

Beitragvon zulli » So 08 Mär, 2026 09:25

Hallo an Alle!
Ich habe eine Frage zur Yamaha TT 600 Belgrada 4 GV Baujahr 1997.
Wir haben das Ding als Familienmotorrad gekauft und schrauben nunmehr seit fast drei Jahren an dem Vergaser herum vielleicht fällt euch zu diesem Mysterium noch etwas ein? Oder ist das primär Vergasergehäuse nicht zu retten?

Als Fehler habe ich folgendes anzubieten: Sobald der Motor Betriebstemperatur erreicht hat, neigt das Motorrad bei starken Bremsmanöver und Einfedern der Gabel zum absterben.
Wenn der Motor gewollt oder ungewollt ausgeht ist es bei Betriebstemperatur unmöglich wieder zu starten. Am besten hat man dann viel Zeit und lässt den Motor abkühlen, danach springt sie sofort wieder an, dauert so eine halbe Stunde bis das Teil wieder soweit abgekühlt ist.

Folgende Schraubereien wurden schon mehrfach durchgeführt: Vergaser mit Vergaserreiniger reinigen, Kanäle und Düsen mit Nylonfaden 0,5 mm auf Durchgängigkeit prüfen, Ultraschallbad, Schwimmerstand einstellen, Luftfilter reinigen und ölen, Ansaugstutzen Prüfung, Falschluftprüfung mit Bremsreiniger etc. Auch die Zündung wurde geprüft und als Fehlerquelle ausgeschlossen.

Als weiterer Test wurde der Vergaser einer XT 600 Z Ténéré eingebaut und der TT 600 Vergaser in die Ténéré. Ergebnis die TT läuft einwandfrei und die Ténéré hat die oben beschriebenen Fehler.

Im Frühjahr 2025 haben die Vergaser einen Aufenthalt in Deutschland geschenkt bekommen und wurde dort serviciert und entsprechend der Yamaha Vorgaben teilweise neu bedüst bzw mit neue Düsennadeln und Nadeldüsen versehen, Membrane wurden kontrolliert Aircut Ventil wurde kontrolliert Schrauben und Dichtungen erneuert. Als das gute Stück wieder zurück war wurde eingebaut und siehe da die Fehler waren nach wie vor vorhanden ein Telefonat mit dem Werkstattbetreiber in Deutschland ließ leider nichts Gutes erahnen so dass wir uns wieder selbst auf die Ursachenforschung begaben

Ein guter Freund stellte uns für Testzwecke einen Vergaser einer XT 600 3AJ zu Verfügung und siehe da kein Absterben mehr bei starken Bremsmanövern und springt bei jeder Temperatur sauber an.... leider ist der Vergaser käuflich nicht erwerbbar.

Um die Fehlerquelle weiter einzuschränken wurde der primär Vergaser der XT 600 mit dem sekundären der TT verbunden und getestet keine Fehler. Um die Versuchsreihe abzuschließen
auch den primären der TT mit dem sekundären der XT und die Fehler waren wieder da.

Nach kurzer willhaben-Recherche wurde ein Vergaser in Niederösterreich angekauft, mit der originalen Bedüsung aus dem servicierten Vergaser versehen, vorher gereinigt, Schwimmerstand kontrolliert etc. Aber leider, die Fehler waren wieder da.

Vielleicht fällt Euch ja noch ein Tipp für mich ein.


Besten Dank für die Beteiligung von etlichen AIA's bei der Ursachenerforschung und bei dem Versuch die Fehler zu beheben. Vielleicht klappt es ja 2026 :D .

Liebe Grüße Zulli
zulli
 
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Re: TT600 Vergasermysterium

Beitragvon Maybach » So 08 Mär, 2026 09:36

Servus aus Tirol, Zulli, ich habe Gott sei Dank eine TTE von 1998, deren Vergaser gut laufen.
Nach allem was Du schilderst, würde ich den Mitforisten Färt kontaktieren, der den Red Baron Vergaserservice betreibt. Der ist erreichbar unter https://www.vergaserservice-redbaron.de und sollte helfen können.

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Re: TT600 Vergasermysterium

Beitragvon Herbert H » So 08 Mär, 2026 10:47

Bei einer XT600 BJ 1987 wurde der Vergaser damals wegen absterben in Garantie mehrfach zerlegt, dann erneut. Es war der Seiten Ständer Schalter!!!
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Re: TT600 Vergasermysterium

Beitragvon Straßenschrauber » So 08 Mär, 2026 11:25

Hmm.
Zum Warmstarten hilft es, einige Male "leer" zu kicken. Das geht aber nur, wenn der Dekompressionsmechanismus auf manuell umgebaut wird.
Dann bei betätigter Dekompression und aufgezogenem Gasgriff 5, 6 mal kicken.
Zündung dabei aus, spielt aber eigentlich keine Rolle, mit offenem Auslassventil springt der Motor nicht an.

EIne Iridium-Zündkerze steckt Gemischprobleme leichter weg.
Außerdem hält die ewig, eine Investition, die sich lohnt.

Der Fehler hängt mit montiertem Primärvergaser der TT zusammen.
Was ist da anders als beim Ténéré-Vergaser?
Da fällt mir zunächst der Benzinanschluß ein.
Ich würde den Zulauf ab Benzinhahn mal prüfen.

Bei cmsnl.com gibt es Explosionszeichnungen.
Da würde ich sehr genau schauen, ob bei dem verdächtigen Vergaser alles genau so ist, wie vorgesehen.

Sonst fällt mir nichts ein.
Ja, wie Herbert schreibt, der Seitenständerschalter macht oft Ärger.
Den könnte man testweise mal überbrücken.
Aber Vorsicht, es muß sichergestellt sein, daß das Motorrad nicht mit ausgeklapptem Seitenständer losfahren kann, deswegen gibt es den Schalter ja.
Umbau auf selbsteinklappenden Schalter mit Doppelfeder und Halteblech ist eine Option.

Im XT600-Forum gibt es Barnimtenere, der Vergaser in Zahlung nimmt und gut überholte anbietet.
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Re: TT600 Vergasermysterium

Beitragvon mike58 » So 08 Mär, 2026 12:06

Nach euren vorbildchen,
Herangehnsweise, müßte es eigentlich der Sekundärvergaser.
Ich habe meine SRX geliebt und war eine Zigge beimstarten mittelds Kuckstarter.
Den Stecker zum Seitenständer hab ich schnelleleminiert, die Benzinhähne die SRX hatte zwei einen Abdperrhahn und einen Unterdruckgesteuerten der den Benzinhahn ohne Unterdruck deitens des Ansaugkanals nicht öffnete, Tipp dieses unschuldige Schläuchlein zum Ansaugstutzen auch schön gefällt miraustauschen.Meine Membrane war ausder Generation die Spritempfindlich war und unter demBenzindampf durchhängte.
Ansonsten liebe ich Dynojet-Sets, der Luftfilterkasten der SRX, Tenere, TT, Belgarda ist immer zu klein. An Eugens Marokkosandkrabbeltier mußten wir lange auf der Rolle bastelen bis wir ein befriedigendes Ergebnis erzieltenund sie hat es gedankt mit sehr niedrigen Oltemperaturen.
Desweiteren immer das Ventilspiel kontrollieren wenn man an den Vergasern rumspielt.
Eure Herangehensweise und Konsequenz isr schön zu sehen, weiterhin Jugend forscht.
Der Originalvergaser reicht allemalund ist in den Grixx zu bekommen.
FALLS Abstimmung auf der Rolle gewünscht, einfach anrufen.
servus
Mike
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Re: TT600 Vergasermysterium

Beitragvon Lindi » So 08 Mär, 2026 12:16

Servus Zulli :tach:

Ich finde deine bisherige Versuchsreihe sehr schlüssig und käme auf Anhieb nicht auf die Idee, die Ursache woanders als beim Vergaser zu suchen. Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, liegt der Hund in der Bedüsung des TT-Primärvergasers begraben. Das wiederum klingt äußerst öminös :gruebel:
Bliebe noch, ein neues Düsenset in identischer TT-Kalibrierung zu besorgen (falls es das noch gibt) und damit zu testen.
Oder den Färt (Gerhard) zu kontaktieren.
Beste Grüße

Dirk
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Re: TT600 Vergasermysterium

Beitragvon Straßenschrauber » So 08 Mär, 2026 12:18

Zur Fehlersuche würde ich alles auf Werkseinstellung setzen:
xt600.de -> XT-Werkstatt -> Wartungsdaten
Der Schwimmerstand ist extrem wichtig (wirklich)!
Miß den in Vergaserlage wie eingebaut, mit der Schlauchmethode (transparenter Schlauch auf den Schwimmerkammerablauf, Ablaufschraube auf, auf Höhe der Hauptdüse an die Trennfuge halten).
Hast Du das Bucheli? Dort wird auch das erklärt.
Hier bebildert.

Das ist ja immer ziemlich aufwendig, den Vergaser aus- und einzubauen.
Da würd ich gleich alles überholen.
Verschleißteile beim Primärvergaser sind Schwimmernadelventil (2 Teile, mit O-Ring), O-Ring Leerlaufgemischschraube, Nadeldüse mit Düsennadel, Membran AirCut, AirCutventil, Verbindungsschlauch zum AirCut-Ventil, Dichtung Chokekolben.
Irgendwann auch die Dichtungen an den Wellen.
Unter dem Schwimmernadelventil sitzt ein Sieb, das gerne mal zuwächst.

Das AirCut-Ventil unter der Mambran sitzt sehr fest und geht wahrscheinlich beim Entfernen endgültig kaputt. Ersatz bereithalten!
Hinter dem AirCut-Ventil sitzt oft hartnäckiger Dreck, an den man sonst nicht rankommt. Ultraschall hilft da nicht.
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Re: TT600 Vergasermysterium

Beitragvon hiha » Mo 09 Mär, 2026 07:14

Ich hab das Gefühl, dass der Färt bereits die benannte Werkstatt war, in der sich der Vergaser zwecks Komplettüberholung befand.
und @mike es scheint der PRIMÄRvergaser zu sein der die Probleme macht. Der Beschreibung nach würde ich auch erstmal mit dem Schwimmerniveau spielen und das tatsächliche Niveau mit dem der Leihvergaser vergleichen. Wenn sie warm nicht anspringt ist auch das ein Hinweis darauf dass sie zu fett ist.

Gruß
Hans
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Re: TT600 Vergasermysterium

Beitragvon Puki » Mo 09 Mär, 2026 08:36

Nachdem ich bei manchen Schritten beteiligt war, auch noch mein Senf dazu:

Die angesprochene Werkstatt ist nicht der Färthard, aber ein anerkannter XT Spezialist.
Hat sämtliche Bedüsung auf Original Spezifikation gesetzt (soweit bekannt), aber leider ohne Erfolg. Deshalb dann die Vermutung, dass das Vergasergehäuse selbst (Primär) einen Fehler hat.
(zB Haarriss oder ähnliches)
Deshalb ein anderes Gehäuse mit den neuwertigen Innereien bestückt, leider ist der Fehler gleich geblieben.

Schwimmerstand, AirCut usw. wurden von mir beim ersten Vergaser gemacht, war soweit unauffällig.
(Das Aircut Ventil kann man übrigens nach dem Lösen der Halteschraube sehr einfach mit einem Seitenschneider entfernen (aushebeln), ohne das es kaputt wird.)

Wir werden das "neue" Gehäuse noch einmal bearbeiten, alle Düsen checken usw.

Nachdem der Fehler mit dem Vergaser in zwei unterschiedliche Motorräder mitgewandert ist, gehen wir davon aus, dass der Fehler nicht in der Peripherie liegt....


Gruß, Simon
"Nach dem Schrauben ist vor dem Schrauben"
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Re: TT600 Vergasermystden Schieber prüergaser ereim Sekundär

Beitragvon mike58 » Mo 09 Mär, 2026 12:35

Bihtte Tankentlüftung prüfen, :Bezinhahn Schläuche , Knick, Sekundärvergaser überprüfen ob der Schieber unter Unterdruck hochzieht,dessen Membranschieber ob Bohrung zum Dom offen ist kleiner Bohtrer Dämpfungsfededer zu starck.
Dranbleiben , Registereinstellung,Gestänge wann macht die Drosselklaüüe auf und stur weiter winken.
servus
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Re: TT600 Vergasermysterium

Beitragvon KNEPTA » Mo 09 Mär, 2026 21:37

Ich hatte den gleichen Sch... bei der Suzuki SP 370 mit dem Mikuni mit Leerlaufluft und Leerlaufspritschraube. Warm unankickbar, unnachvollziehbares Ausploppen, Ruckelei usw. Und die Kickerei erst :omg:
Ich hab alles probiert und einige Besucher am Sölk auch, nix. Ich hab ihn zum topham geschickt und lt. dem Spezialisten dort war alles am End, völlig ausgelutscht. Am schlimmsten Düsenstock und Düsennadel, und die Einstellnadelschrauberl. Getauscht wurde alles.
War nicht billig aber ich hab mein Moped nicht wiedererkannt.

Und was mir noch eingefallen ist, das hatte ich beim ersten micarb Vergaser der Enfield, ein Mikuni Nachbau, ein Haarriß in der Düsenstockaufnahme. Beim Anbremsen an der Ampel hat der Motor oft Aussetzer bis zum Absterben gehabt. Aber nur wenn er warm war. Vermutlich weil der Sprit hochgeschwabbt ist und durch den aufgegangenen Riss angesaugt wurde. War auch kaum zum Wiederanwerfen. Erst nach einer gewissen Zeit ließ er sich wieder starten. Eine Leerlaufeinstellung war hier auch nicht möglich. Da hab ich lang gesucht...
Bei der Knepta bei einem K65er hatte ich ein ähnliches Problem. Da hat der Düsenstock zum Vergasergehäuse nicht gscheit abgedichtet. Beim Anbremsen ging die Drehzahl komplett in den Keller weil der Zylinder wegen Überfettung die Arbeit eingestellt hat.

So, mein Senf is jetzt auch dabei...
Russe und Salz, dann zerfallt´s !
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Re: TT600 Vergasermysterium

Beitragvon mike58 » Mo 09 Mär, 2026 22:35

Laut Beschreubung,
wurde das alles neu.
COULORTUNE
, hat mir immer gut geholfen und tut es immer noch. Eine Glaskerze, die das Flammbild anzeigt,extrem gut, gerade bei der Grundeinstellung im Leerlauf.'Orange-fett, Bunsenblau mit leichten orangen Sprenkel, ist leicht fett,das Ohr hört mit,sprich Drehzahl geht nach oben. Grüne Sprenkel ist Öl.
Ein paar Spritzer Bremsenreiniger als Starthilfe und wenn der Motor mal läuft kann man feineinstellen.
servus
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Re: TT600 Vergasermysterium

Beitragvon KNEPTA » Di 10 Mär, 2026 06:54

LT Beschreibung 8)
Aber is des ganz sicher so...? :gruebel:
Russe und Salz, dann zerfallt´s !
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Re: TT600 Vergasermysterium

Beitragvon bastardo » Di 10 Mär, 2026 08:43

Wir könne das gerne gleich wieder verwerfen, aber etwas schwirrt mir aus eigener Erfahrung trotzdem im Kopf rum, man kann ja schliesslich Flöhe UND Läuse gleichzeitig haben...

Bei der SR hatte ich ebenfalls beim Anbremsen das Pänomen das sie abstarb und dann auch nicht mehr zu starten war bis sie kalt war. Da war es zum einen der Draht im Lampentopf für den Killschalter, der isolationslos im Lampentopf umher ging und beim Bremsen den Kontakt schloss. Ausserem war an der Lichtmaschine ein Draht einer Zuleitung dort hin dergestalt faul, das der Wiederstand mit zunehmen der Motortemperatur immer weiter zunahm. Sprang daher erst wieder an als sie kalt war...

Würde ein Kupferwurm evtl unterstützend zur Vergaserproblematik seinen Teil dazu tun können?
Christian

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Re: TT600 Vergasermysterium

Beitragvon Herbert H » Di 10 Mär, 2026 09:29

Wenn der Motor abstirbt und sie sich nicht starten lässt,solltest du mit einer mitgenommen Kerze den Funktionen prüfen. Wenn Funke vorhanden, Kerze heraus schrauben und Zustand prüfen.
Herbert H
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