TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Die Ablage für die Beiträge vergangener TT

Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon gatsch.hupfa » Mi 06 Feb, 2019 10:16

Ich liebe solche Geschichten. Danke Richy, danke Urban.
Und freu mich schon auf eine Fortsetzung vom Uwe.




Richy hat geschrieben:werde ich von einem lachenden Tom im Drift umkreist (so kommt es mir jedenfalls vor, bestimmt war das auch so :ugly: ). Egal.

Wenn überhaupt, dann hab ich aus reiner Lebensfreude gelacht.
War sicherlich kein Hauch von Schadensfreude dabei! :oops:
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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon fleisspelz » Mi 06 Feb, 2019 10:17

urban hat geschrieben:Wir sind jetzt auch in einem Gasthaus im Spessart untergekommen ...

:gnack: ... also kwasy vor meiner Haustüre. :omg:
..........................
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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon T. » Mi 06 Feb, 2019 10:32

....die wollen vielleicht die traute Zweisamkeit.... :weg:
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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon fleisspelz » Mi 06 Feb, 2019 11:09

Ich kann mir bestenfalls vorstellen, dass Urban abnehmen will... :floet:
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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon Aynchel » Mi 06 Feb, 2019 12:02

na dann will ich auch mal

Tauern Treffen 2019 – Bericht von Aynchel

Prolog
In den Tagen vorm TT ärgert mich die Winterkuh mit einem seltsamen Ausfall des rechten Zylinder. Nach mehren Tagen erfolgloser Fehlersuche geht sie wieder und ich weiß nicht warum. Das Vertrauen in die Karre schwindet immer mehr.

Mittwoch
Es schneit selbst bei uns Flachländern mal ein wenig.

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Um 9:00 rollt die Fuhre auf geschlossener Schneedecke los, die sich leider bald zu der üblichen Salzbreipampe verwandelt. Um kurz vor 11:00 bin ich pünktlich in Hössbach am Treffpunkt und auch Lotte schlägt vor der Zeit auf. Käffchen, Schwätzchen, nen Happen essen und los geht’s. Nach kurzer Wegstrecke tut`s einen Knall und die vordere Klappe des Seitenwagen fliegt auf. Ich Idiot hab vergessen sie zu verriegeln und jetzt ist das arme Alublech verbogen .

Weiter geht’s übern südlichen Spessart wo die Strecke mächtig ansteigt und der Wald zum Wintermärchen wird.

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So schraubt sich die Strecke durch Jagst- Kocher- und sonstige Täler gegen Süden. Das Wetter meint es gut mit uns und es geht flüssig voran. Irgendwo auf der Hohenloher Ebene rennt ein Reh panisch übern freien Acker und kreuzt vor mir die Strasse, möchte wissen vor was das geflüchtet ist. Wir sind gut in der Zeit und vertrödeln eine Stunde in einer Bäckerei um nicht vorzeitig beim Wolfgang bei Augsburg aufzuschlagen. Wie sich später rausstellt trampelt der längst vor Ungeduld Löcher in den Boden wo wir denn bleiben  Kurz vor 18:00 schlagen wir bei ihm auf, halten das Begrüssungstänzchen ab, stellen die Kräder unter und springen in die zivilen Klamotten, denn die Pizzeria gegenüber wartet auf uns.
Nach vorzüglichem Essen und viel Gelächter gibt’s ne Führung durch Wolfgangs Hütte, die sich als ehemalige Molkerei entpuppt. Das hat unter anderem den Vorzug eines Lastenaufzugs, mit dem man Mopeds auf die drei Stockwerke verteilen kann. So eine Laverda vor der Wohnungstür im oberen Stock hat schon was.
Mal eben bei der Emme die Nadel eins tiefer hängen.

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In der Werkstatt finden sich noch diverse DR-BIG Fehler Symptome zum besprechen und ein oder zwei Absackerbierchen zum trinken, aber die Koje ruft auch schon wieder etwas lauter.

Donnerstag
Nach gutem Frühstück rollen um 10:00 die Räder und es geht in der Dreiergruppe zügig voran. Über diverse Strassen geht’s Richtung München, dass wir auf der Autobahn umgehen wollen. Am Kreuz München Ost auf der Abbiegespur bremst ein Laster vor mit recht abrupt ab was uns alle zum zackigen Bremsen zwingt, aber der Passat Fahrer hinter uns pennt und rammt Wolfgang von hinten ins Kuh Gespann. Er kickt ihm die Fuhre unterm Arsch weg. Wolfgang will sich festhalten, verpasst ihr noch nen Gasstoss und so kommt es das ein führerloses Kuh Gespann an der Mittelleitplanke vorbeischrammt um dann scharf rechts abzubiegen und in die linke Seitenwand eines stehenden Ford Focus einzuschlagen.

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Derweil hat sich Wolfgang abgerollt und ist schon wieder auf den Beinen. Keine ernsten sichtbaren Verletzungen, nur ein leichter Schock und Aussicht auf blaue Flecken soweit das Auge reicht. Ich hole Wolfgangs Kuh von der Strasse und alle Beteiligten verkrümeln sich samt Fahrzeuge in einer Nothaltebucht. Die angerufene Polizei holt gleich noch den Rettungswagen und die Straßenmeisterei um das ganze abzusichern.

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Die Sannis nehmen Wolfgang mit um ihn zu durchleuchten, da sie Schleudertrauma befürchten. An der Kuh halten sich die Schäden in Grenzen. Den Tank hat es erwischt, und dem russische Einstiegsbügel, der den Focus so ramponiert hat, fehlt etwas Lack. Ganz schön robust der Büffel.

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Laut Schupo hätte dem Unfallverursacher bei mehr als 25km/h der Airbag aufgehen müssen was er nicht getan hat, er kann also nicht all zu schnell gewesen sein.

Nach dem die Schupos den Unfall aufgenommen haben, holen wir Wolfgangs Kuh von der Bahn und drapieren uns im nächsten Ort vor einer Bäckerei um auf unseren Pechvogel zu warten.

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Das es einen halben Tag dauert bis der Knabe vor uns ausm Taxi steigt hätte ich jetzt nicht gedacht, aber es ist halt wies ist. Er will nun nach Hause fahren was ich ihm ausreden kann, denn in seiner angeknacksten Verfassung ist es keine gute Idee alleine 200km durch die Nacht zu fahren. So machen wir uns weiter auf die geplante Strecke und vor Wasserburg findet sich ein uriges Gasthaus mit guten Betten und noch besserem Essen.
http://www.landwirtschaft-staudham.de/l ... schaft.php

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Freitag
Eigentlich haben wir damit gerechnet, dass Wolfgang mit großem Gestöhne ausm Bett rollt, doch der Knabe ist erstaunlich fitt und verkündet weiter fahren zu wollen, ein zäher Bursche.
Beim Frühstück flicken wir seine Klamotten. Merke: das Dampfsperren Tape darf dir nie ausgehen.

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Um halb Zehn wollen wir los, doch die Geländekuh schießt mit mächtigen Fehlzündungen um sich. Es stellt sich heraus, dass es eine Zündkerze angeknackst hat, aber die ist samt Kerzenstecker schnell getauscht und so rollt der Tross bald gegen Osten.

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In der Ortschaft Chiemsee fehlen meine Teamfahrer plötzlich. Müssen die Pappnasen wirklich zum Fotografieren in den Jachthafen? Doch da sind sie nicht anzutreffen und ich finde die beiden kurz hinterm Ortseingang in einer Hofeinfahrt. Wolfgangs Zündung hat versagt, weil der Accu leer ist. Er wusste die rote Lampe nicht zu deuten, da er das Krad noch nicht lange hat und die LED`s nicht beschriftet sind. Nun ja, 2V Kühe haben das gleiche Bosch Gelump wie die Guzzi`s und davon weiß ich was. Also die Lima freigelegt und den Rotor gemessen, doch der ist mit 3,6 Ohm im Soll. Kohlen sind so lala, aber noch in Ordnung. Also runter mit dem Tank und es stellen sich mir die Nackenhaare auf, denn da findet sich eine SilentHecktik Regler/Gleichrichter Einheit. Aus Guzzi Erfahrung weiß ich das da gerne Silent entsteht um dann in Hecktik auszubrechen. Doch der Cobas ist dieses mal nicht schuld, denn die auf Zug verlegte 30er Leitung hat die Flachsteckzunge am Regler verbogen und die Flachsteckhülse hat es verglüht.

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Meine Elektrokiste findet sich nicht, sie liegt im heimigen Regal, aber die örtliche Autoschrauberbude hat was wir brauchen.

Zwischenzeitlich müssen wir feststellen, dass alle 3 Benzinkocher streiken und ich muss erst mal meinen Generator wechseln damit es einen Kaffee gibt.
Die Ladekontrolle geht trotzdem nicht aus und ich vermute, dass die Reglereinheit durch den ausgeglühten Anschluss einen weg hat. Da ist mit Bordmittel nichts zu machen. Also tausche ich mit Wolfgang den Accu, damit wir endlich hier weg kommen. Weiter geht die Reise und wir kommen gut voran. Zwischendurch mal Einkaufen.

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Wolfgangs Kuh ladet mal den Accu oder auch mal wieder nicht, aber wir kommen ohne weiteren Accutausch bis nach Hohentauern. Am Keltendorf im sockendunkeln die Schneekette auf alle Kräder ziehen und aufi auf den Berg. Auf der „Campingwiese“ ist erstaunlich wenig los, was wohl mit dem Wetter zu tun hat, denn hier oben tobt ein Föhnsturm vom feinsten. Der Nieselregen macht es auch nicht besser. Beim Zeltaufbauen knackt es das Gestänge meines neuen Karpfenanglerzelt, dass ich mir angeschafft habe um aufm Feldbett schlafen zu können. Merke: Karpfenzelte sind nicht TT tauglich, ein teures Lehrgeld. Die Idee, mit dicken Schraubnägeln die Zelte zu verankern, hat sich auch als Flopp erwiesen. Das nächste mal werde ich wieder Spaxschrauben verwenden. Wie es sich später herausstellte hatte der Sturm schon so einige Zelte niedergerissen und das von zwei Holländern einfach auf nimmer wiedersehen mitgenommen, einschliesslich Schlafsäcke usw.

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Nunja, irgendwann stehen die Zelte, aus Unlust am Wetter bleibt der Kocher kalt und wir rücken zur Edelraute durch. Dort findet sich eine bereits dunkle Küche, aber mein Kniefall bringt Erbarmen mit sich und der Koch macht und noch 3 Gulaschsuppen. Mit warmem Essen im Bauch und einem Bier in der Hand steigt auch wieder die Stimmung so wird der Abend wird noch ganz nett. Überraschender Weise sitzt der Schweizer Andy in der Stube, der Freak ist doch tatsächlich mit ner 125er Solo die 5xx km rüber gekommen.

Samstag
Heute ist langes schlafen angesagt, aber irgendwann ruft uns die Treffen Geräuschkulisse ausm Nest. Das Wetter ist ganz annehmbar und der Kocher spendet Kaffee zuzüglich Rühreier zum Frühstück.
Es ist schon erstaunlich was für Kräder hier herum stehen, zB. diese Vorkriegs Norton.

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Irgendwann steht der Steinbrecher Uwe neben mir und klagt mir sein Leid mit der Pozelei.
Gestern hat sie mit Leerlaufdrehzahlen um die 3.000 Touren herum genervt und heute redet die gar nicht mehr mit ihm. Als ich mit der Kaffeetasse in der Hand neben der 4V Kuh stehe, ahne ich schon was jetzt wieder kommt  Sprit hat sie, aber keinen Funken.
Ich hohle meine Büchse der Pandora, so hab ich meinen rechten Mopedkoffer genannt. Der ist vollgestopft mit BMW Teilen und wenn der Koffer aufgeht ist immer Ärger im Anmarsch. Diodenlämpchen herbei und dem Motomissmanagement die Karten lesen sagt Fehler 1133 an, Hallgeber defekt. Bis an der rollenden Telefonzelle, genannt R1100RT, das ganze Paste Gelump runter ist braucht es Nerven Ortskenntnis und mindestens eine Stunde. Es wundert mich, dass das Rücklicht nicht auch noch ab muss um den Tank abzunehmen. Um den Stirndeckel von Block ab zu bekommen müssten eigentlich die Krümmer oder der Verkleidungsträger ab, doch hier ist Schluss mit lustig. Der Plastedeckel wird mit nicht jugendfreien Worten per Gewalt überredet, die verbaute Gurke zu verlassen. Dem alten Hallgeber kann ich noch den Stecker abknipsen, aber den Stecker des neuen Gebers bekomme ich ums verrecken nicht am Öldruckschalter vorbei. Gut wenn man eine Lotte mit Hebammenhänden dabei hat, denn die machen unmögliches möglich.

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Irgendwann ist alles soweit beieinander und der Probestart bringt einen sauber laufenden Motor mit gesundem Standgas herbei. Der Stein, der dem Uwe vom Herz fällt löst schier Lawinen aus. Noch ist nicht aller Tage Abend und es heisst des 3 D Puzzle namens RT Verkleidung zu komplettieren, doch auch das ist irgendwann geschafft.

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Während dessen macht uns Lotte gefüllte Klöße. Bei Restarbeiten und Aufräumen wird es schon wieder dunkel, während es anfängt dauerhaft zu schneien. Es wird Zeit für die erste Kontrollfahrten, die sich über den Abend ziehen. Auch mal rauf zur Hütte, wo es leckendes Fondü gibt und diverse Einheiten gegen die überaus gefährliche Unterhopfung.

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Irgendwann ruft Henning zur Kontrollfahrt auf, die ich mir wohl besser verkniffen hätte. Mittlerweile liegen gut 15cm Neuschnee und es wird doch recht heftig. Unten am Keltendorf heisst es eine Hopfeneinheit einnehmen. Beim Aufstieg haben einige Probleme und ich halte mehrfach an um zu helfen. Das nimmt mir die Kuh übel, denn mittlerweile stinkt die Kupplung doch recht deutlich. Mit dem scheiss Gefühl, dass ich den Bogen überspannt hab geht’s ins Bett.

Sonntag
Es hat über Nacht locker 10cm zugelegt und schneit fröhlich weiter. So was kennen wir bei mir zu Hause gar nicht mehr, aber deshalb kommt man ja auch hier her.

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Die heutigen 450km lassen keine Zeit für ein gemütliches Frühstück und so gibst nur einen Kaffee auf die Hand beim Zusammenpacken. Als ich die Kuh vom Zeltplatz auf den Hauptweg rücken will gibt die Kupplung auf. Ich komme nur noch mit 4 Mann Schiebehilfe auf den Weg, na ja berg ab rollt es von alleine. Unterwegs verliere ich meine Feuertrommel, aber Wolfgang sammelt sie mir ein. In Hochtauern kommen die Schneeketten runter und der Reservesprit in die Kuh, aber meine Laune ist im Keller denn ich weiß ganz genau was jetzt kommt. Die triebener Rampe lass ich die Kuh ohne Motor runter rollen. Unten im Flachstück muss ich das Kupplungsseil lang machen um überhaupt noch Vortieb zu haben, so weit hat sich die Druckplatte mittlerweile verzogen. In Trieben aufm Rasthof tank ich erst gar nicht mehr, denn für mich ist hier Schluss. Ich tausche mit Wolfgang noch mal den Accu und dann schick ich die beiden auf den Heimweg. Erst mal ein Bier sowie eine Fleischkässemmel kaufen und dann den Schandwagen rufen. Die Bürokraten beim ADAC wollen mich in eine Werkstatt bringen lassen und es dauert doch eine ganze Weile, bis ich den Herschafften klar gemacht habe das der Seitenwagen ab und das Moped zerlegt werden muss um an die Kupplung heran zu kommen, die Reparatur mit Sicherheit mehr als 2 Tage dauert und das diese Kupplung eh kein Händler auf Lager hat. Irgendwann holt mich der Besenwagen ab und die Kuh wird am ÖAMTC Stützpunkt eingelagert, von wo aus sie irgendwann per Sammeltransport heim gebracht wird. Per Taxi geht’s nach Linz zum Leihwagen aber dort stellt sich heraus, dass ich meinen Führerschein nicht dabei habe. Ohne die Pappe gibt mir das Mädel kein Auto und so bleibt nur Plan B: Heimreise per Zug. Sehr schade, ich wäre gerne zum Wolfgang zur Zwischenübernachtung gefahren. Um 22:16 geht der Nachtzug nach Frankfurt und um 9:00 Morgens bin ich zu Hause.

Mein Team hatte aufm Heimweg bei strammem Schneefall auf viel Spass. Die Emme hat irgendwann mit Fehlzündungen verweigert und sich gerade noch auf einen Rastplatz geschafft. Dort wurden die beiden von einem MX Gespannteam aufgegabelt und in die heimige Werkstatt geschleift. Eine neue Kerze und ein neuer Stecker brachten wieder Leben in die Emme.

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Bei Wasserburg ist Wolfgangs Kuh dann ohne Lima Ladung liegen geblieben, weil ihr mein Tauschaccu nimmer zur Verfügung stand. Er hat sich vom ADAC holen lassen und ist mit dem Leihwagen heim gefahren.

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Die BMW`s sind verreckt und nur Lotte`s Emme kam durch, dass gibt mir doch zu denken.

Resümee
Schönes WE mit klasse Leuten, viel erlebt, viel passiert und doch Spass gehabt.
Meine Winterkuh wird eine Sinterkupplung von Teuertech und nen kurzen 37/11er Endantrieb von der 850er bekommen, aber erst für die nächste Saison.
Im Moment fehlt mir echt der Nerv für die Wanderbaustelle.

Für den Eisarsch leit mir die Lotte die Emme – im Zeitakt voran :-D
Zuletzt geändert von Aynchel am Sa 09 Feb, 2019 23:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon KNEPTA » Mi 06 Feb, 2019 12:35

A bißerl was hätt ich noch...

Nachdem ich mit der wiedererstarkten Knepta die zweite Anreise zum TT geschafft hatte und es gar wunderbar zu schneien begann beschlossen Justus, Urban und ich zu später Stunde noch eine Kontrollfahrt anzugehen. Im dichten Schneetreiben ging es von der Hütte zum Zeltplatz und von da runter Richtung Mautschranke. Ich kam keine 100m, schon nach der ersten Kurve vorm Parkplatz mußte ich mangels Sicht anhalten. Meine Brille war völlig schneebedeckt und bevor die Augen zu gefrieren begannen stellte ich den Motor ab und suchte meine Mopedschibrille im Seitenwagen. Justus und Urban eilten voraus und waren bald nicht mehr zu sehen. Nachdem ich die Schibrille geputzt hatte wollte ich die Verfolgung aufnehmen und die Knepta wieder anwerfen. Leider weigerte sich das Werkl den Betrieb wieder aufzunehmen. Sobald ich die Zündung einschaltete schlug der Zeiger vom Drehzahlmesser wie wild aus. Dieses Phänomen, mir nicht gänzlich unbekannt, wäre normalerweise das Zeichen für strommäßige Unterversorgung der Zündung sprich Herbrennbox. Lange Fahrten mit Weihnachtsbeleuchtung, Drehlicht, Griffheizung und niedrigen Drehzahlen, gepaart mit einer zu kleinen Übersetzung im Antrieb der Lichtmaschine verwirren die Zündung beim Start mit eben diesen Verbrauchern. So schaltete ich wie immer in diesen Fällen alle Stromfresser ab um dann nur mit Zündung ein den Motor zu starten. Routine eben. Denkt man. Auch ohne eingeschaltete Zündungsstromwegnehmer das gleiche Bild. Zündung ein, der Zeiger vom Drehzahlmesser schlägt unmotiviert aus und springt wie wild herum. Immer noch zu wenig Strom dachte ich mir und versuchte das Werkl anrollen zu lassen. Nur mit dem Suchscheinwerfer an, der gegen die dichte Schneeflockenwand ankämpfte, schlichen wir durchs dichte Schneetreiben. Zündung war keine zu vernehmen. Am großen Ausweichplatz, wo in der Geschichte vom TT schon eine große Anzahl von Mopeds die Nacht verbringen durften, da sie mangels richtigen Reifen, Ketten oder Vortrieb und oder anderen technischen oder menschlichen Ausfällen den Zeltplatz nicht erreichen konnten, erkannte ich endlich die vorausgefahrenen Kollegen. Friedhelm versuchte gerade wild fräsend gegen das die Auffahrt der Guzzi zum Zeltplatz verweigernde Seitenwagenrad anzukommen. Friedhelm ? War der doch vor uns zu einer Solokontrollfahrt gestartet, ganz allein ohne uns Bescheid zu sagen. Aynchel, Lotte, Gatschhupfa und Kowinaz waren ebenfalls da. Justus war weitergefahren.
In Gedanken schon im Schweinetrog Richtung Berg chauffiert zu werden schaltete ich zuerst die gesamte Beleuchtung ein. Strom war massenhaft vorhanden, komisch. Dann begann ich erst mal unmotiviert mit der Multisuperfünf Spendersprühflasche vom Justus deren Inhalt auf diverse leicht erreichbare Zündungskomponenten zu sprühen. Das Drehen am Schloß ließ den Zeiger am Drehzahlmesser springen und den Motor beim Kicken schweigen. :omg: Also Werkzeug raus und einmal unter den Zündungsdeckel blicken. Leicht gesagt. Kurz den 14er Schlüssel abgelegt war der auf Grund des starken Schneefalls verschwunden. Dieses Spiel wiederholte sich so lang bis Aynchel plötzlich seinen Riesenschirm aus dem Boot holte und aufspannte. Urban und Tom übernahmen die Beleuchtung und Friedhelm fräsend den Sound im Hintergrund.
Unterm Deckel wo die Zündung sitzt übernahm der Nehmer keine Aufgabe und die LED blieb dunkel. Im Kopf den Verdacht, daß die Herbrennbox jetzt kaputt sei holte ich das Ersatzkastl aus dem Koffer im Seitenwagen und steckte es an. Nix. Der Schneefall wurde stärker.
Dann wurde der Drehzahlmesser entnommen und mit Wunderspray behandelt. Nix. Dann zum Entsetzen vom Aynchel der Stoppel der Verstellbohrung der Herbrennbox entfernt und diese geflutet. Nix. Schön langsam wurden die Kollegen unruhig. Weil unsere Spuren vom Herunterfahren nicht mehr sichtbar waren und es immer noch unglaublich dicht schneite. Nachdem alle exponierten Stellen der Zündung mit Wunderspray behandelt, die der Zenerdiode vorgeschaltete Sicherung überprüft und alles für intakt befunden wurde blieb nur mehr der wasserdicht verschlossenen Sicherungskasten. Unterm Deckel alles klinisch sauber und die
Sicherungen, ja ich weiß Torpedo :omg:, alle an ihrem Platz. Mit dem Finger hab ich dann kurz alle Sicherung in ihren Klemmfassungen gedreht und flopp ging die LED an der Zündung an :bash: Was soll ich sagen, one kick only und das Werkl lief.
Noch schnell Wunderspray drüberhauchen und alle Deckel zu.
Friedhelm hatte inzwischen aufgegeben und beschloß die Guzzi stehen zu lassen. Justus war von unten bis jetzt nicht mehr zurückgekommen, wir sahen ihn im geistigen Auge schon im Rover sitzen, und Tom war inzwischen zu ihm gefahren. Nachdem alles verstaut war überlegten wir kurz wie es weitergehen sollte und verwarfen den Plan Justus nach unten zu folgen weil wir nicht wußten ob wir dann überhaupt je wieder hoch kommen würden.
Ich startete die Knepta, Urban meinte noch daß es mit Kette gescheiter wäre, und ich fuhr los. Zumindest der Motor vermittelte dies, denn vorwärts haben wir uns nicht bewegt, eher nach unten, Richtung Erdmittelpunkt kwasi :omg: Zu viel, zu tiefer Schnee, ohne Ketten unmöglich, mit würde sich zeigen... So, rasch die Kette aufgelegt, auf den Koffer gekniet und losgefräst. Die Knepta kämpfte sich durch den Neuschnee und nahm tapfer Fahrt auf. 100m, 200m, zügig ging es Richtung Parkplatz. Plötzlich vernahm ich ein lautes Schlagen vom Hinterrad. Verdammt. Schneekette gerissen. Mühsam entfernte ich die um den Kardan gewickelte Spannkette und schälte die zwischen den Nokianstollen eingeklemmte Kette vom Rad. Ich legte den Retourgang ein um zu Wenden und zurück zu Friedhelms Guzzi zu fahren um dort die Kette falls möglich zu reparieren.
Beim Wenden hab ich mich dann am Straßenrand bis zur Hinterachse eingegraben und während ich an der Knepta zerrte um sie aus dem Loch zu befreien kamen Aynchel und Urban vorbei und frästen nach oben.
Irgendwann stand die Knepta wieder auf der zu befahrenden Schneefläche und auch in der richtigen Richtung, so konnten wir den Kettenreparierplatz erreichen und im immer noch dichten, jetzt schirmlosen Schneetreiben die Schneekette sanieren. Zum Glück gab mir Hubert Staudacher beim TT-Anreisebesuch ein Sackerl Reparaturglieder mit so war die Kette relativ schnell, die meiste Zeit verbrachte ich mit suchen abgelegter Kettenfragmente und Repgliedern im Neuschnee, wieder einsatzbereit. Während dieser Aktion passierten noch Henning und Uwe auf dem Weg zu Justus, sie waren von Tom alarmiert worden, die Szenerie, dann war es wieder völlig still. Ab da ging es leicht :omg: , ich hob die Knepta x-mal mit dem Wagenheber hoch der dann entweder im Schnee versankt oder nach vorn, nach hinten, nach links oder rechts wegkippte. Irgendwann stand sie dann so stabil um die Kette auflegen zu können und dabei noch ein lockeres Hinterrad zu entdecken, ein Zustand der durch Festziehen der am letzten Gewindegang hängenden Radachsenschraube zum Glück so nebenbei zu beseitigen war, aber da waren die für uns die Auffahrt vermutlich erleichternden Spuren wieder völlig zugeschneit.
Kurz überlegte ich noch auf die Richtung Justus gefahrenen Bergetruppler zu warten, um dann den üblichen Platz am Koffer einzunehmen und ohne weitere Problem hoch zum Parkplatz zu fahren. Dort hab ich dann den zu Fuß hochgegangenen Friedhelm getroffen, ihn auf den Koffer gesetzt und gemeinsam haben wir die Hütte erreicht.
Russe und Salz, dann zerfallt´s !
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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon kowinaz » Mi 06 Feb, 2019 12:51

Die sowie der Knepta sind unschlagbar und nie am Ende, gratuliere u weiter so!
Danke dem Skijöringtaxi
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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon Schlumpf-Driver » Mi 06 Feb, 2019 12:52

Zum Aynchel - Bericht kann ich nur sagen:
Ja so war's :smt023

Viel erlebt dieses WE, und Geschichten ohne Ende :floet:

Schad war halt, dass genau der, der den Andren immer hilft, zurückbleiben musste :(

Aber wie heissts so schön: Auf ein Neues :grin:

Grüßle
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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon KNEPTA » Mi 06 Feb, 2019 14:04

kowinaz hat geschrieben:Die sowie der Knepta sind unschlagbar und nie am Ende, gratuliere u weiter so!
Danke dem Skijöringtaxi


Du warst ja auch dabei bei dem Desaster :gruebel: i korrigier des :smt023
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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon Organ » Mi 06 Feb, 2019 22:20

Suuper Gschichtn!! :smt023
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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon Aynchel » Mi 06 Feb, 2019 22:53

KNEPTA hat geschrieben:...........Leicht gesagt. Kurz den 14er Schlüssel abgelegt war der auf Grund des starken Schneefalls verschwunden. Dieses Spiel wiederholte sich so lang bis Aynchel plötzlich seinen Riesenschirm aus dem Boot holte und aufspannte. Urban und Tom übernahmen die Beleuchtung und Friedhelm fräsend den Sound im Hintergrund. .......


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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon mex » Do 07 Feb, 2019 11:34

Romatik am Morgen (Bitte Ton aufdrehen...) :-D
http://wieshofer.eu/externe-medien/#fvp_tt-2019,1s
zündung-treibstoff-luft-hubraum & hirn
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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon jokeundjens » Do 07 Feb, 2019 11:37

Man kann aber (um Strom zu sparen) den Bildschirm aus schalten. :wink: :weg:
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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon Myke » Do 07 Feb, 2019 11:53

erinnert mich an die saurierlaute in jurassic-park. :smt005
let there be rock !
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Re: TT Geschichten. Wenn es wen interessiert...

Beitragvon lallemang » Do 07 Feb, 2019 13:41

:rofl:
Wherever You Go There You Are :gruebel:
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