von Therion » So 05 Jul, 2026 23:02
Beim Motorrad Magazin Action Camp konnte ich die Kove 450, Kove 800 X und Kove 800 Rally auf dem Wachauring probefahren.
Als Erstes fuhr ich die Kove 800 Rally. Erster Eindruck: Optisch macht die Rally mit der goldenen Lackierung, den integrierten Sturzbügeln und Verarbeitung schon was her, nur die Lenkerarmaturen sehen nach Ali Express Sonderangebot aus. Der Motor läuft rauh und mit doch lauten mechanischen Geräuschen. Wie schon vom Herbert erwähnt unter 2000U/min hackt der Motor ziemlich, beim Lastwechsel ruckt sie stark, wirklich unangenehm. Oben raus wird der Motor munterer , subjektiv sicher stärker als die T7 , aber bei weitem nicht so angenehm zu fahren.
Reifen sind gröbere TSR (?) aufgezogen. Die hoppeln auf der leicht feuchten Rennstrecke fröhlich dahin und überzeugen nicht wirklich. Beim einlenken kommt irgendwie kein Feedback, man braucht auch relativ viel Kraft. Da ich keine Kove kaufen mag, lass ich es nach ein-zwei kleinen Rutschern mit dem flotten fahren sein.
Der Schwerpunkt ist deutlich tiefer als bei der T7, die angeblich 20Kg weniger beim Fahren auf Asphalt nicht zu merken.
Offroad kann sie die Vorteile des geringeren Gewichts und der größeren Federwege wahrscheinlich ausspielen, auf befestigten Wegen und im Alltag ist die Kove 800 Rally keine brauchbare Alternative zur T7.
Als nächste mußte die Standart Kove 800 herhalten. Mit einer einfacheren weißen Lackierung , verkleidetem Heck und mehr auf Alltag ausgerichteter Austattung , wie einem massiven Gepäckträger, sieht sie bei weitem nicht so sexy wie die Rally aus.
Der Motor der Testmachine läuft witzigerweise um einiges weicher und leiser als bei der Rally. Ich habe den Sport Modus ausgewählt um die beiden Modelle besser Vergleichen zu können, trotzdem zieht das Aggregat von unten sauber durch, die furchtbaren Lastwechsel der Rally fehlen gänzlich.
Die Sitzposition ist durch den kürzeren Federweg um einiges niedriger, die montierten Pirelli Scorpion ST geben einem mehr Vertrauen als die Stoppler auf der Rally. In der zweiten Kurve schleift der Stiefel schon über den Asphalt.
Bremsen, Fahrwerk , Motor alles funktioniert wie man es sich wünscht. Ich kann bei dem Moped keine wirklichen Kritikpunkte finden.
Zum Schluß setzte ich mich noch auf die Kove 450.
Optisch sieht das Testmotorrad um einiges weniger wertig als die 800er aus. Die Plastics haben mehr Spaltmasse, die Graphics sind nicht mittig plaziert, etc.
Natürlich wurde die 450er für einen ganz anderen Zweck gebaut, aber ich habe den Eindruck das alles etwas lieblos zusammengesteckt ist. Am meisten stört mich die Schalthebel Position. Mit meinem Stiefel komme ich nur mit viel Mühe unter den Hebel um die Gänge wechseln zu können. Die Mädels am Stand können mir leider nicht mit Werkzeug aushelfen und so probiere ich es halt so.
Das Motorad liegt sehr stabil auf der Straße, trotz des geringen Gewichtes komm ich nur mit Mühe in die Kurven. Sitzposition , Fahrwerkhöhe etc. ist halt eher nicht für die Rundstrecke gemacht. In der zweiten Runde finde ich langsam die richtige Art mit dem Motorrad umzugehen und es könnte anfangen Spaß zu machen, wenn ich nicht dauern den falschen Gang erwischen würde. Der Motor muß für brauchbaren Vortrieb ordentlich gedreht werden, mit dem nicht richtig eingestelltem Schalthebel macht das alles aber keinen Sinn und ich breche die Testfahrt ab.
Die Kove wurden vom Importeur der KSR Group zur Verfügung gestellt, die Firma bringt seit Jahren die Brixton Motorräder in den Verkehr und war 2023 insolvent. Besonders leidenschaftliche Techniker dürften dort nicht arbeiten, denn an der Rally lockerte sich in der zweiten Kurve ein Rückspiegel, an der Standart Kove war die Kettte rostig und niemand mit einem Motorradstiefel dürfte sich die 450er genau angesehen haben bevor sie sie zu der Veranstaltung gekarrt haben.
Never fast, always last.