Los ging es über den Fernpass und die Queralpenstraße an den Bodensee, dann weiter über Rottweil un dden Schwarzwald nach Rastatt. In Germersheim habe ich dann die Schwiegereltern "überfallen". Am nächsten Tag ein paar museumsspezifische Termine in Karlsruhe, Bruchsal und Staufen. Neben dem eindrücklichen Wasserstand des Rheins hatte ich aber noch Zeit udn so bin ich über Landau nach Annweiler und zum Johanniskreuz. Es ist schon traurig, dass diese wunderschönen Straßen so runterblockiert sind auf 70 km/h. Allerdings: wenn ich mir die beiden Goldwing-Fahrer, die da vor mir waren ansehe, dann waren auch diese Geschwindigkeiten schon zu viel für deren Fähigkeiten. Ich habe dann am Rand Pause gemacht, um wenigstens einigermaßen genüsslich dort herumzufahren. Zurück gings über Hochspeyer und Neustadt an der Weinstraße. Dort gibt es in der Roßlaufstraße 3 das beste Eis, das ich bisher in meinem Leben gegessen habe: hinter einer Industriebrache liegt das Eiscafé "Gelateria Fontanella" - das Zeug, was dort verkauft wird, ist definitiv suchtgefährdend! (http://www.eis-fontanella.de/).
Am nächsten Tag dann nochmals über das Johanniskreuz, aber im Gegensatz zum bisherigen Traumwetter Dauerpiss! Vorteil: niemand, der hinderlich wäre, auch kein Vertreter der Rennleitung, so dass man recht behende hinaufschwingen konnte. Dann immer weiter grobe Richtung Nordwesten bis nach Bernkastel an der Mosel und über Blankenheim und Schleiden in den Hürtgenwald. Im Ahrtal kurz - oh Erstaunen! - trocken. Bis nach Roetgen zu einem lieben Freund bin ich noch weiter, wo ich in der Garage meine triefnassen Klamotten aufhängen konnte - und aufpassen musste, dass ich die wunderschöne Morini 3 1/2 nicht auch noch eingesaut habe.
Hier in Vogelsang:
Am kommenden Morgen fuhren wir dann zu zweit nach Vogelsang. Die Anlage aus brauner Zeit liegt beeindruckend und ist schon eine Betrachtung wert. Die Zeit des Abschieds war gekommen, ich gebe Gas, der Motor dreht hoch - aber ich komme nicht vom Fleck. Ahnungen an kaputte Getriebe werden wach - aber da kommt schon Mirko angelaufen und bringt meine Kette! Die RK-Kette war einfach durchgebrochen und glücklicherweise vollkommen geräuschlos nach hinten abgelaufen!
Schwein gehabt, denn wie an den Bruchstellen zu sehen, war die eine Lasche wohl schon länger durch. Ich will mir leiber nicht vorstellen, wie das ausgesehen hätte, wäre der Bruch bei höherer Geschwindigkeit geschehen.
ADAC angerufen, Schandkarren kommt - mit einem 80jährigen Fahrer, der auf meine schüchterenen Fragen hinsichtlich der sog. Schlacht im Hürtgenwald nun zu einer eineinhalbstündigen Besichtigungsreise mit mir aufbricht und mir seine Erlebnisse schildert. Schließlich liefert Herr Jansen mich in Aachen beim Yamaha-Händler ab, wo ich ob der Bitte nach einer Kette mit Clipschloss für Verwirrung sorge. Ein Büblein hinter dem Tresen will es gar nicht glauben,. dass man sowas noch brauchen könnte. Er war 10 Jahre jünger als meine XS ...
Nun gut, Sie haben mir dann ein Nietschloss draufgefriemelt und ich bin weiter. Denn noch waren - es ist zwischenzeitlich 1600 Uhr - 200 km bis in den Hunsrück zu bewältigen. Auch hier wieder mit meinem steten Begleiter, dem Regen. Gerne werde ich gegen 1900 Uhr aufgenommen, die Nacht wird kurz, der Wein ist gut und am nächsten Tag fahre ich dann über das Mittelrheintal nach Nierstein, setze mit der Fähre über Vater Rhein und fahre über Bensheim nach Heidelberg, um von dort bis Heilbronn dem Neckar zu folgen. Das Wetter ist gut, es ist eine Freude zu fahren und über Weinsberg geht es via Gaildorf und das schöne Kochertal nach Aalen. Dort fängt es - welch Wunder - wieder zu regnen an, ich lenke auf die BAB 7, die ich beim Aufhören des Regens zu verlassen gedenke. Es regnet weiter und so fahre ich die "7" bis nach Reutte, wo es dann dunkel wird. So eine einsame H4-Funzel ist auch nicht die wahre Erleuchtung, aber irgendwie gelange ich - zunehmend nasser und frierend - über Fernpass und Mieminger Sattel um 2300 Uhr nach Hause. Ein Glas Wein nach knapp 700 km ist wohlverdient. Und die XS hat wieder 2100 km mehr auf der Uhr.
Schön war's und es schreit nach Wiederholung!
Maybach




