2100 km Westdeutschland

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2100 km Westdeutschland

Beitragvon Maybach » Mi 12 Jun, 2013 09:54

Eine kleine Spritztour habe ich mir für einen spontanen Ausflug (sollte man eigentlich viel öfter machen!) gegönnt.
Los ging es über den Fernpass und die Queralpenstraße an den Bodensee, dann weiter über Rottweil un dden Schwarzwald nach Rastatt. In Germersheim habe ich dann die Schwiegereltern "überfallen". Am nächsten Tag ein paar museumsspezifische Termine in Karlsruhe, Bruchsal und Staufen. Neben dem eindrücklichen Wasserstand des Rheins hatte ich aber noch Zeit udn so bin ich über Landau nach Annweiler und zum Johanniskreuz. Es ist schon traurig, dass diese wunderschönen Straßen so runterblockiert sind auf 70 km/h. Allerdings: wenn ich mir die beiden Goldwing-Fahrer, die da vor mir waren ansehe, dann waren auch diese Geschwindigkeiten schon zu viel für deren Fähigkeiten. Ich habe dann am Rand Pause gemacht, um wenigstens einigermaßen genüsslich dort herumzufahren. Zurück gings über Hochspeyer und Neustadt an der Weinstraße. Dort gibt es in der Roßlaufstraße 3 das beste Eis, das ich bisher in meinem Leben gegessen habe: hinter einer Industriebrache liegt das Eiscafé "Gelateria Fontanella" - das Zeug, was dort verkauft wird, ist definitiv suchtgefährdend! (http://www.eis-fontanella.de/).

Am nächsten Tag dann nochmals über das Johanniskreuz, aber im Gegensatz zum bisherigen Traumwetter Dauerpiss! Vorteil: niemand, der hinderlich wäre, auch kein Vertreter der Rennleitung, so dass man recht behende hinaufschwingen konnte. Dann immer weiter grobe Richtung Nordwesten bis nach Bernkastel an der Mosel und über Blankenheim und Schleiden in den Hürtgenwald. Im Ahrtal kurz - oh Erstaunen! - trocken. Bis nach Roetgen zu einem lieben Freund bin ich noch weiter, wo ich in der Garage meine triefnassen Klamotten aufhängen konnte - und aufpassen musste, dass ich die wunderschöne Morini 3 1/2 nicht auch noch eingesaut habe.
Hier in Vogelsang:
Bild
Am kommenden Morgen fuhren wir dann zu zweit nach Vogelsang. Die Anlage aus brauner Zeit liegt beeindruckend und ist schon eine Betrachtung wert. Die Zeit des Abschieds war gekommen, ich gebe Gas, der Motor dreht hoch - aber ich komme nicht vom Fleck. Ahnungen an kaputte Getriebe werden wach - aber da kommt schon Mirko angelaufen und bringt meine Kette! Die RK-Kette war einfach durchgebrochen und glücklicherweise vollkommen geräuschlos nach hinten abgelaufen!
Bild

Schwein gehabt, denn wie an den Bruchstellen zu sehen, war die eine Lasche wohl schon länger durch. Ich will mir leiber nicht vorstellen, wie das ausgesehen hätte, wäre der Bruch bei höherer Geschwindigkeit geschehen.
ADAC angerufen, Schandkarren kommt - mit einem 80jährigen Fahrer, der auf meine schüchterenen Fragen hinsichtlich der sog. Schlacht im Hürtgenwald nun zu einer eineinhalbstündigen Besichtigungsreise mit mir aufbricht und mir seine Erlebnisse schildert. Schließlich liefert Herr Jansen mich in Aachen beim Yamaha-Händler ab, wo ich ob der Bitte nach einer Kette mit Clipschloss für Verwirrung sorge. Ein Büblein hinter dem Tresen will es gar nicht glauben,. dass man sowas noch brauchen könnte. Er war 10 Jahre jünger als meine XS ...
Nun gut, Sie haben mir dann ein Nietschloss draufgefriemelt und ich bin weiter. Denn noch waren - es ist zwischenzeitlich 1600 Uhr - 200 km bis in den Hunsrück zu bewältigen. Auch hier wieder mit meinem steten Begleiter, dem Regen. Gerne werde ich gegen 1900 Uhr aufgenommen, die Nacht wird kurz, der Wein ist gut und am nächsten Tag fahre ich dann über das Mittelrheintal nach Nierstein, setze mit der Fähre über Vater Rhein und fahre über Bensheim nach Heidelberg, um von dort bis Heilbronn dem Neckar zu folgen. Das Wetter ist gut, es ist eine Freude zu fahren und über Weinsberg geht es via Gaildorf und das schöne Kochertal nach Aalen. Dort fängt es - welch Wunder - wieder zu regnen an, ich lenke auf die BAB 7, die ich beim Aufhören des Regens zu verlassen gedenke. Es regnet weiter und so fahre ich die "7" bis nach Reutte, wo es dann dunkel wird. So eine einsame H4-Funzel ist auch nicht die wahre Erleuchtung, aber irgendwie gelange ich - zunehmend nasser und frierend - über Fernpass und Mieminger Sattel um 2300 Uhr nach Hause. Ein Glas Wein nach knapp 700 km ist wohlverdient. Und die XS hat wieder 2100 km mehr auf der Uhr.

Schön war's und es schreit nach Wiederholung!

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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon Julia » Mi 12 Jun, 2013 10:35

Mensch Wolfgang, gerade mal 12 km an uns vorbeigefahren... :( . Klingt aber trotz Regen nach einer schönen Tour! Vielen Dank für den kurzweiligen Bericht! :-D
Viele Grüße
Julia
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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon motorang » Mi 12 Jun, 2013 10:39

So einen Kettenbruch kenn ich nur vom Hörensagen. Da war einem XT600-Fahrer infolge zu lascher Kettenspannung oder schief eingebautem Hinterrad die Kette abgehupft und hatte sich verklemmt. Er hat sie dann wieder aufgelegt, alles richtig eingestellt, und ist so weitergefahren. Wenig später ...

Die RK SO-Ketten fahr ich seit Jahr und Tag ohne Probleme (Kedo hat die als Standard im Programm).
Kann das ein Schaden vom Vorbesitzer sein oder war die Kette neu und von Dir montiert?

Gryße!
Andreas, der motorang
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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon keulemaster » Mi 12 Jun, 2013 10:47

Sauber Herr Maybach! Wird Zeit das wir wieder gemeinsam was Unternehmen! :P
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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon T. » Mi 12 Jun, 2013 10:57

Ebenso nur ein paar Km nach Bechtheim oder Frankenthal oder Pfungstadt. :(

Aber Handlungs-Reisende soll man nicht aufhalten , wenn sie so schön schreiben.
Und danke für den Eisdielen-Tip, werde ich mal bei passender Gelegenheit besüchtigen...
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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon Thoeny » Mi 12 Jun, 2013 11:08

Das Elchsloch wäre auch quasi auf dem Weg gewesen ...
Es gibt etwas Gutes in dieser Welt, Herr Frodo, und dafür lohnt es sich zu kämpfen.
(Samweis Gamdschie)
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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon roger » Mi 12 Jun, 2013 11:11

Hätte Maybach uns alle besucht, wäre er heute noch nicht zuhause :grin:
Hurra!
Ach nee, doch nich...
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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon T. » Mi 12 Jun, 2013 12:39

Mach das was aus? :-D
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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon Maybach » Mi 12 Jun, 2013 13:21

Kette war von mir montiert und noch keine 40.000km alt. Und nicht poliert ...
Maybach

P.S. ja, wenn ich alle besucht hätte, dann könnte ich jetzt nicht in Bozen in der Sonne sitzen...p
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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon T. » Mi 12 Jun, 2013 13:57

DAS ist ein sehr guter Einwand...

...Viel Spass in der Sonne und vergiß nicht die Sonnencreme :smt004
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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon Fränky » Mi 12 Jun, 2013 18:14

Julia hat geschrieben:Mensch Wolfgang, gerade mal 12 km an uns vorbeigefahren... :( . Klingt aber trotz Regen nach einer schönen Tour! Vielen Dank für den kurzweiligen Bericht! :-D


von uns nur 3 km im Kochertal!!!!! :( :(
Ciao
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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon Maybach » Do 13 Jun, 2013 21:47

Ich muss nach Durchsicht meiner Unterlagen etwas korrigieren: es war keine RK-Kette, sondern eine Enuma X-Ring-Kette!

Gruß

Maybach
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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon altf4 » Fr 14 Jun, 2013 00:23

kewle reise - und so naheliegend o)

g max ~:)
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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon Roll » Mi 26 Jun, 2013 14:50

roger hat geschrieben:Hätte Maybach uns alle besucht, wäre er heute noch nicht zuhause :grin:


Ohja, da war(en) viel(e) auf dem Weg. Aber Reisende soll man nicht aufhalten.

Maybach hat geschrieben:wo ich ob der Bitte nach einer Kette mit Clipschloss für Verwirrung sorge

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Re: 2100 km Westdeutschland

Beitragvon hiha » Fr 12 Jul, 2013 05:26

Die Bruchstelle sieht für mich nach Wasserstoffversprödung durch Rost aus. Die rechte Lasche ist schon recht lange mehr oder weniger komplett durchgebrochen gewesen, drum ist die Bruchstelle patiniert/rostig. Die linke Lasche konnte das allein nicht lange allein abfangen und ist dann auch gerissen. Grundsätzlich kann das bei jeder Kette auftreten, unabhängig vom Hersteller.
Abhilfe beim Moped: Leichtere Kette, häufiger wechseln :-)

Insgesamt erinnert mich das an die bekanntermaßen gehäuft aufgetretenen Steuerkettenrisse an den VW TFSI-Motoren. Primäre Ursache dafür war das vom Gesetzgeber vorgeschriebene lange Ölwechselintervall in Verbindung mit Kurzstreckenfahrten, und dadurch korrosives Kondensat im Motoröl. Immerhin hat VW in Verbindung mit den zwei Zulieferern (Jwis war einer davon) wissenschaftliche Ursachenforschung betrieben. Das Papier hatte ich mal in Fingern, war hochinteressant.

Gruß
Hans
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