Heute mal einen Versuch gemacht, die Penegal-Strecke zu fahren und dann gleich noch über Castelfondo ins Ultental.
Hat nicht geklappt. Weil just an der Grenze zwischen Südtirol und Trentino eine beeindruckende Gewitterzelle im Aufbau war und ich mir genau an der Passhöhe die ersten Tropfen einfing.
Aber von Anfang ...
Über den Brenner bei noch frischen Temperaturen, aber wundervoll klarem Wetter. Vor Klausen nach Schrambach hinauf und weiter Richtung Feldthurns, wo ich eine kleine Pause machte.

- Pause nahe Schrambach
Durch Feldthurns weiter in Richtung Ritten, aber bei Pardell nach links auf kleiner Straße abgebogen. Dort hat es einen berückend schönen Bestand an großen Esskastanien. Fast alle sind wie verdreht in der Stammstruktur und momentan in voller Blüte. Es duftet überall ...
Al Südtirol noch arm war (und das ist noch gar nicht so lange her!), da galt die Esskastanie als "Kartoffel Tirols". Wie übrigens auch im Tessin ...

- Ein nicht mehr ganz heiler Kastanien-Riese, der sicher schon einige hundert Jahre auf dem Buckel hat.

- Hier mit der XS als Größenvergleich. Und man sieht auch, dass die Neigung der Straße bemerkenswert ist. Länger hätte ich die XS dort nicht alleine stehenlassen wollen ...
Knapp oberhalb des Weilers Pardell hat man dann einen vollkommen ungewohnten Blick auf Kloster Säben oberhalb von Klausen. Es war ja ursprünglich eine Burg, die in den unsicheren Zeiten bis knapp ins 11. Jh. die Bischöfe von Brixen als Residenz nutzten. Übrigens eine Stiftung des letzten ostfränkischen Königs.
Und am Gegenhang sieht man die weiten Ackerflächen des Lajener Rieds, die ich dann nachmittags am Rückweg genommen habe.

- Kloster Säben und Blick auf das Eisacktal
Weiter ging es (ohne Besuch der Alten Post, denn die haben diese Woche zu

) und über St. Pauls, Eppan und die Ausläufer von Kaltern ging es dann Richtung Mendelpass. Die Strecke ist immer wieder ein Genuß. Aber leider war an der Passhöhe dann Schluss, denn es gewitterte kräftig in meiner gedachten Richtung - und das wollte ich mir nicht antun.
Also das Ganze kehrt und wieder hinunter - und das ergab auch die Möglichkeit, ein paar Fotos zu "schießen", was man bergauf nicht machen kann, weil man nicht in die wenigen und engen Buchten kommt.

- Blick auf das Überetsch und weiter oben Bozen vom oberen Drittel des Mendelpasses.

- Die Streckenanlage ist immer wieder spektakulär - so wie der Absturz des Monte Penegal in Richtung Etschtal ja auch.
Im Tal bin ich dann ein paar Kilometer etschaufwärts gefahren und bei Terlan wieder aufwärts Richtung Mölten abgebogen. Vollkommen einsam (im Gegensatz zum Mendel) bin ich auf die Höhen gebrummt und dann diesen südostwärts nach Jenesien gefolgt. Beim Gasthof Tomanegger habe ich die XS hinter gewaltigen Neubikes geparkt und ein vorzügliches Mittagsmahl genossen.

- Kurz hinter Flaas liegt der perfekte Aussichtspunkt: Das Gasthof Tomanegger auf über 1300 m. Kochkunst und Panorama entsprechend sich auf das Vorzüglichste ...
In Jenesien haben ich den Höhenzug, der Meran und Bozen verbindet, mit den immer wieder beeindruckenden Kehrtunnels verlassen und bin an Schloß Runkelstein vorbei das Sarntal nach Norden gefahren. Leider sind ja die engen ungesicherten Tunnels heute alle Vergangenheit, aber bald nach der Schlucht bin ich dann den Ritten hinaus geschwungen über Wangen, Oberinn und Klobenstein und habe einmal mehr die wundervolle Sicht auf den Schlern genossen.

- Schlern mit Santner- und Euringerspitze. Immer wieder erstaunlich, dass der Schlern bis heute (allerdings hauptsächlich aus touristischen Erwägungen) über den Prügelsteig als Almweide bestoßen wird.
Runter ins Eisacktal ging es über Lengmoos und Barbian - und gleich auf der anderen Talseite wieder hinauf nach Lajen und von dort auf verschwiegenen Stäßchen nach Gufidaun und weiter nach Klausen. Dort dann eine kleine Pause mit einem wirklich guten Affogato und der Tageszeitung. Der entnahm ich, dass man in Italien die Straßen für Verstöße im Straßenverkehr erneut drastisch gesteigert hat.

- Pause und Erholung für Gaumen und Kopf.
Dann ging es auf gewohnten Wegen Richtung Innsbruck. Leider gab es noch einen wirklich herben Unfall (Wohnmobil gegen Sattelzug), der einem schnell deutlich machte, dass unser Motorradvergnügen auch nicht gefahrlos ist. Man (oder zumindest ich) neigt ja gerne dazu, das zu vergessen.
Nun ja, ich bin nach 396 km zuhause eingelangt, unbeschädigt, trocken und müde.
Maybach