Tag 4
Cetinje – Budva – Ulcinj – Skodra – Podgorica – Danilovgrad – Kotor – Molunat
Heute morgen hatte ich einen Hänger. Anstatt nach dem räumen des Zimmers gleich Frühstücken zu gehen, fuhr ich nach Budva und nicht wie geplant über die Königsstraße nach Kotor.
Ich stoppte in einer Bar aß und trank und folgte dann einfach der Küstenstraße. Plötzlich war ich in Ulcinj obwohl ich eigentlich gar nicht her wollte, bin anscheinend in Bar falsch abgebogen.
Irgendwie kamen mir Bedenken wegen Albanien und ich hatte vor am Skadar See entlang nach Norden zu fahren. Kurz nach Ulcinj wurde die Straße wieder interessanter und es kamen mir einige BMW und KTM Enduros entgegen.
Da entschloss ich doch wenigstens nach Skodra zu fahren. An der Grenzstation hatte man eine eigene Spur für Einspurige, was das Land gleich sympathisch machte.
Nach der Grenze kam etwas Afrika Feeling auf. Der Verkehr chaotisch, alles voll Fahrräder, Mopeds und Autos. Jeder blieb einfach dort stehen wo er etwas zu tun hatte, Verkehrsregeln dürften sich in einer Rechtsfahrempfehlung erschöpfen.
Allerdings lief das alles ziemlich entspannt und locker, und konnte mich schnell eingewöhnen.
Die Häuser und Garten waren sehr gepflegt, nur ab der Grundstücksgrenze türmte sich der Müll. Lustig fand ich auch die chinesischen Lastendreiräder mit Einzylinder Dieselmotor.
Die Fahrerei erforderte volle Aufmerksamkeit, abseits der Hauptstraßen gibt’s nur Schotterstraßen und auf den asphaltierten Straßen sind Löcher , so groß wie mein Vorderrad.
Aus Skodra fuhr ich wieder Richtung Podgorica. Zuerst verfuhr ich mich und als ich am richtigen Weg war, hatte ich ca. 40 Km löchrigen Asphalt und Schotter vor mir.
Die Straße wurde zu einer mehrspurigen Straße ausgebaut. Die Arbeitsweise war auch bemerkenswert chaotisch, am besten gefielen mir die vorgefertigten Teile der neuen Brücke, die schon etwas angerostet im ausgetrockneten Flussbett lagen.
Auf der montenegrinischen Seite war die Straße durchgehend asphaltiert und die Löcher nur halb so groß. Dafür war die Fahrbahn extrem kurvig nur 1 ½ Fahrspuren breit und von Sattelschleppern befahren.Entgegenkommende Autos mussten oft 100 m zurück schieben um die LKW´s vorbei zulassen. Wie das mit zwei Lastern funktioniert wäre ich neugierig.
Bis Danilovgrad wars unspektakulär, nur sah ich das ich am Vorabend an mindestens drei Hotels vorbeigefahren bin ohne sie zu sehen.
Von dort fuhr ich eine asphaltierte Single Track Road in die Berge Richtung Kotor. Überraschenderweise hatte das Navi diesen Esels weg in der Karte, die Hauptstraße nach Cetinje gestern war nämlich nicht verzeichnet.
Die Begegnungen mit dem Gegenverkehr waren „interessant“, es hatte echt nur ein Auto und ein Motorrad Platz und die meisten Kurven waren nicht einsehbar.
Ab Cevo wurde der Weg etwas breiter und als die Straße aus Cetinje einmündete wurde sie wirklich zweispurig.
Der folgende Abschnitt war echt göttlich. Kurz vorher war ein Gewitter niedergegangen und die Machia duftete betörend. Die Straße schwang sich atemberaubend durch die menschenleere Berglandschaft, der Asphalt war griffig und kein Verkehr.
Dann die Abfahrt nach Kotor, spektakulär !
Den Limski Fjord sollte man gesehen haben. Eigentlich war Kotor mein Tagesziel aber ich fand keine Unterkunft die mir zusagte und kam immer weiter Richtung Kroatien. Die Landschaft und die Ortschaften wurden immer reizloser, so dass ich nach Molunat in Kroatien fuhr.
Dort fand ich einen kleinen Campingplatz wo ich mein Zelt mit blick aufs Meer aufstellte.
Im Restaurant gönnte ich mir Muscheln „Buzara“ und lies den Tag mit einem Rotwein ausklingen.
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Therion am Mi 22 Jun, 2011 19:00, insgesamt 1-mal geändert.