Um es kurz zu machen. SEHR empfehlenswert.
Also heute das schwarze Alteisen gesattelt und um 0900 Uhr losgefahren. Es war hier noch neblig, die Straßen feucht und vor allem recht kühl. Jenseits des Brenners dann wurde es spürbar wärmer, die Sonne kam - und es war eine Lust, die Kurven zu fahren. Irgendwann schreit das ja auch nach einer Pause, die ich mir im Gasthof Alte Post in Atzwang gegönnt habe. Dürer war hier, Goethe auch und Mozart hat hier Mittag gegessen. Keine Angst, ich werde nun weder Maler noch Dichter noch Musikus. Aber das Haus ist prachtvoll, nicht überrestauriert und vor allem kein Schicki-Micki - einfach ehrlich
Nach zwei vorzüglichen Cappucini und dem Ablegen des wärmenden Untergewands gings weiter, wie gewöhnlich im Überetsch auf der Dosenbahn (40 km), weil das dort wirklich keinen Fahrspaß mehr macht. In Trient angekommen dann erst ein Blick auf die wahrlich beeindruckende Kirche Sant'Appolinare. Gegründet im 5. Jahrhundert, mit romanischen und gotischen Einsprengseln und offenbar einer Renaissance-Innenausstattung. Leier ließ sich dies nicht verifizieren, denn nach meiner Internet-Recherche vorab sei die Kirche offen - was sie nicht war. Muss man also nochmals hin ...
Weiter in die Tunnels (in denen ich mit meiner Handy-Kamera nicht wirklich fotografieren konnte). Dort wird in einer wirklich großartigen Art und Weise der Wahnsinn des Ersten Weltkrieges anhand von zahllosen Film-Ausschnitten mit sachdienlichen Erläuterungen (auch in deutsch) aufgearbeitet. NiXS von Heldenduselei oder ähnlichem. Wirklich gut gemacht!Platz ist auch nicht das Problem, die beiden Tunnels sind immerhin rd. 200 m lang. Dass da keine Originale gezeigt werden, ist auch nachvollziehbar. Dennoch ein gelungenes Konzept, das anzusehen sich mehr als lohnt. Auch wenn der Eingang nicht besonders einladend aussieht:
Ich bin dann wieder retour gefahren, und habe es genossen, einfach "heimzutödeln". Immer wieder kleinere Pausen, die letzte dann unter der Europabrücke, wo man das Bungee-Jumping schon eingestellt hat. Aber schön ist es schon dort ...
Eine schöne Fahrt, die ganz zum Schluss noch ein "Zittereffekt" hatte. Ich fuhr so dahin und dachte, nun müsse doch mal die Reserve angefordert werden. Wurde sie aber nicht und ich wurde ein wenig unruhig, denn die verfügbaren Tankstellen waren nun alle hinter mir. Ich musste also bis nach AUT kommen. Ich dachte schon, dass mein Benzinhahn mal wieder kaputt wäre, aber bei 286 km war es dann soweit - umschalten. Also alles in Ordnung, es war aber einfach nur die sparsame Fahrweise ... so kann das gerne bleiben. Insgesamt waren es heute 366 km und heimgekommen bin ich um 1800 Uhr.
Maybach

