Eisarsch 2019 Murmansk

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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » Mo 15 Apr, 2019 18:00

Samstag 16.02.2019 Murmansk – Kirkenes
Entspannt juckeln wir mit mehr und mehr Schee und Eis Richtung Grenze nach Norwegen, und natürlich muss mir kurz vor der Grenze mal wieder ein Radlager hinten platzen. Wie zuvor ist der Käfig auseinander, die Kugekln teils geplatzt und so taumelt das Rad. Klar, im dichten Schneetreiben natürlich – besser immerhin als im Regen denke ich mir. Also das Rad gegen einen Spikereifen getauscht, alles wird gut.

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Heute erwischt es vor allem Guido bei der Ausreise aus Russland hart: Jede, wirklich jede Tasche muss er öffnen, und das sind eine Menge. Wir fragen uns was das wohl soll, denn wir verlassen Russland ja – aber wir haben keinen Stress und nehmen uns die Zeit. Nun ja, was bleibt uns auch anderes übrig ? Die Norweger hingegen sind tiefenentspannt und fragen nur wie viele Zigaretten und Vodka wir mithaben – das war es.

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In stetig zunehmendem Schneefall, bei ebenso zunehmendem Wind, erreichen wir unser Ziel in Kirkenes: Das ‚Valhouse‘ - ein wahres Kleinod !

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Hier hat sich der samische Besitzer einen Traum verwirklicht, skuril, mystisch, ein russischer Holzbildhauer hat da ein Jahr an der Deko gearbeitet. Alles pikobello mit Kamin, den unser Feuerteufel Guido flugs anheizt. Der Eigner kam abends noch vorbei und wir haben nett geschwätzt, auch er fragt uns was wir denn im Winter auf Motorrädern im hohen Norden machen würden ? Tja, vermutlich weil wir es können ist unsere Antwort. Er warnt uns noch vor bösem Schneesturm, und der kommt auch in der Nacht. Das recht massive Holzhaus knarrt und ächzt, herrlich anzuhören im warmem Bett !

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Sonntag 17.02.2019 Kirkenes – Karasjok
Es pfeift immer noch aber erträglich, und als dann am späteren Morgen die Sperrung der E6 aufgehoben wird buddeln wir unsere Gespanne aus.

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Endlich einmal hat auch Frank eine wenn auch kleine Panne: Beim Druck auf den Starter macht die Kuh nur Muh: Es quietscht erbärmlich beim Startversuch, nix zu wollen, auch nur einen Versuch läßt die Batterie zu. Nanu, was soll das denn sein ? Frank kennt seine Schweinchen und tippt korrekt auf eingefrorene Lichtmaschine: Also alle verfügbaren Verlängerungsleitungen zusammengesteckt und die Heißluftpistole kommt erfolgreich zum Einsatz.

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Auf den herrlich verschneiten Straßen hat es nun auch schon mal tieferen Schnee, Schneepflüge sind unterwegs und Olaf meint er müsste sich mit einem anlegen und kommt nur knapp vor ihm zu stehen. Nachmittags macht er dann auch noch den ‚Rudi‘ mit Abpraller von der Bande und fliegt in den Schnee. Hach, diese jungen Wilden !

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Angekommen in Karasjok finden wir mehr Schneemobile unterwegs als Autos. Der Campground ist gut besucht aber eine Hütte ist noch frei für uns, sehr schön ! Olaf und Guido beschließen nun auch endlich auf Spikes umzurüsten, und verschieben das auf morgen.

Montag 18.02.2019 Karasjok - Gjesvaer
Morgens hat es knapp unter -20°C und Frank darf wieder mal den Polyriemen anheizen, stellt zudem fest das er Eisbildung zwischen Rahmen und BatteriePlus hat. Die Hüttenchefin kommt neugierig vorbei und macht Fotos, sowas wie uns hat sie im Winter auch noch nicht gesehen.

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Die überraschend kleine E6 die wir nehmen (müssen) ist seit gestern stark vereist, und so legen Guido, Frank und Olaf auch Spikes an. In flotter Fahrt passieren wir erst 70° Nord, dann 71° N und fahren in den Tunnel unter dem Meer zur Insel Mageroya ein, auf der das Nordkapp liegt. Der ist immerhin fast 7 km lang und führt uns 212m unter den Meeresspiegel, gruselige Vorstellung ! Man sieht kaum das es steil runter und auch wieder hoch geht, meine mickrigen 40PS merken das aber sehr wohl und ich darf sogar `runterschalten.
Es dunkelt mal wieder, das können wir, und cruisen durch die zunehmende Dämmerung. Über den Bergen drohen dunkle Wolken, im schwindenden Restlicht erreichen wir Gjesvaer und finden die gebuchte Hütte direkt am Meer. Es ist ein Pfahlbau mit steiler Treppe direkt am Wasser, die Vermieterin betreibt nebenan eine kleine Kneipe und hat sichtlich Spaß an uns.
Abends braten wir das untertags gekäufte Lachsfilet, dazu vegane Pommes mit Gemüse, und so sinken wir recht spät, aber satt, in die Falle.
Hier noch was interessantes: Plastikflaschen wachsen unter Einfluss von Kälte !

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Dienstag 19.02.3019 Gjasvaer und Nordkap

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Heute soll es zum Nordkap gehen, da sind wir aber gespannt ! Ich bringe noch zwei Räder zur Lagerreparatur zu einem Moppedschrauber – anscheinend hat es Bedarf nach einem solchen wegen der vielen Touris hier, denn der Ort ist echt winzig. Es hat angenehme -8°C und wir tuckern entspannt und ohne Gepäck leichtfüßig zum Platz wo das Koloneskjöring startet: Über den Pass zum Nordkap geht es im Winter nur mit Schneepflug voran, dahinter die anderen Fahrzeuge. Es wird dringend darauf hingewiesen nur mit Ketten oder gespikten Winterreifen zu fahren, kontrollieren tut das aber niemand. Wir sind eine Dreiviertelstunde zu früh, reihen uns schon mal hinter dem Schneepflug ein, und quatschen mit den Dosenfahrern.

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Die halten uns für Helden, wir uns auch, da kommt doch tatsächlich ein Spanier aus Spanien (!) mit seiner GS angehumpelt ! Er hatte richtig Stress mit seinen Spikereifen, dauernd Plattfuss, und schleicht mehr als das er fährt. Peinlich, schon sind wir auf Platz 2 des Heldentums…

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Die Fahrt über den Pass ist wunderschön, der Schneepflug wird nicht wirklich gebraucht, und bald sind wir am Portal zum Nordkap. Absolut frech sind die 28.50 EUR pro Nase die verlangt werden, und wir hören später von Ortsansässigen das es auch hier heftige Diskussionen darüber gibt. Das gelände gehört einem Bauern der es an eine große Touriagentur vermietet hat und es ist einhelllige Meinung das das Kap selbst der Allgemeinheit gehört, eine Abgabe daher nicht rechtens. Nun ja, finden wir auch aber nun sind wir hier und zahlen zähneknirschend.

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Wir dürfen dank des netten Parkwächters und weil wenig los ist bis vor die Kugel fahren, brettern durch den tiefen Schnee davor und machen wichtige Beweisfotos. Wir jausnen noch was in der Restauration, lassen etliche NOKs im Gift-Shop und tuckern dann mit der nächsten Kolonne wieder heimwärts. Auf der Heimfahrt zieht es sich gut zu, Schnee fällt und wir freuen uns heute abend auf Guidos Kottelets.

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Zuletzt geändert von zweiradantrieb am Mo 22 Apr, 2019 18:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » Do 18 Apr, 2019 18:05

Mittwoch 20.02.2019 Gjesvaer – Alta
Wir haben uns um 09:30 in Honningsvag mit dem Moppedschrauber verabredet, der meine Lager gewechselt und die Reifen umgezogen hat, und starten recht früh.

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Eine Nabe ist jetzt völlig hin, das Rad fährt ab hier nur noch als Ballast mit. Wir rätseln was mir die Lager so zerhaut, immer nur die ‚Inneren‘, sehr seltsam. An dem Treffpunkt, der Tankstelle, schneit es schon recht heftig, wir werfen noch einen Kaffee ein und starten in stärker werdendem Schneefall.

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Absolut herrlich, bestes Winterwetter mit um die -15°. Wir radeln durch etliche Tunnels, Serpentinen die Berge hoch und runter, Kurs Süd.
Oftmals geht die Sicht gegen Null, vor allem in den Bergen wo wir in die Wolken stoßen, ‚White Out‘ wie der Nordmann sagt. Ab und an auch noch Starkwind mit Verwehungen – verrückterweise macht dieser Tag fahrerisch am meisten Spaß ! Obwohl, die Temperatur sinkt zum Abend hin merklich, das kann noch eisig werden.

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In Alta angekommen beziehen wir eine diesmal winzige Hytte, aber das abendlich schwach erkennbare Nordlicht entschädigt für vieles.

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Donnerstag 21.02.2019 Alta – Hetta
Bei charmanten -25°C am morgen springt diesmal Olafs Kuh nicht an, wird letztlich angeschleppt, alle anderen Moppds jammern aber tuckern dann doch los. Wieder mal ist meine Lenkung eingefroren: Die Beiwagenrad-Lenkung ist eh überflüssig da das Dingeling ja einen Rückwärtsgang hat, und seit Tagen ab -10°C frieren die Seilzüge vom Lenkkopf zur Umlenkung ob der ganzen Mocke die da drauf spritzt ein und verhindern wichtige Lenkeinschläge. Bis so -15°C kann ich die Lenkung durch Einsprühen mit Frostschutz wieder gängig machen, darunter hilft nur den Motor ne Weile im Standgas laufen zu lassen bis die Wärme das wieder amgetaut hat. Ab 20° gefriert sogar das Frostschutz-Mittel !

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Es ist sonnig aber bitterkalt, geht sogar auf 28°C runter während der Fahrt, wir halten alle 40-50km und machen Aufwärmübungen. Aber eine tolle Landschaft, wunderschön anzusehen in der Sonne ! Die Grenze nach Finland ist kaum wahrzunehmen, die EU ist schon eine tolle Sache...
Bei einem Stop in Palojärvi finden wir per Zufall eine tolle Hytte und beschließen spontan zu bleiben. Lecker Essen gibt es auch, der Holzofen bollert die Kälte weg und wir lassen es uns gutgehen.

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Freitag 22.02.2019 Hetta - Gällivare
Am Morgen hat es nun -34°C, so kalt hatten wir es auch am Polarkreis 2016 nicht, kaum draussen sind alle Nasenhaare eingefroren – brrr ! Und da wir wissen das die Moppeds sicher nicht ohne viel Liebe anspringen werden gehen wir erst einmal in Ruhe frühstücken.

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So gegen mittag kommen wir nach heftigem Gebrauch der Heissluftpistole los, es ist noch richtig kalt und nach 100km lockt eine Tankstelle: Pölseralarm, Pipi machen und Kaffee nachtanken ist angesagt.
Weiter geht es im Eisregen – völlig irre das Wetter, morgens -34°C und nun Eisregen, beknackt, zudem es unsere Visiere überzieht und wir nix mehr sehen. Wir greifen zu Eiskratzer und halten alle paar Kilometer, trotz Heizvisier, nix zu wollen. Alles ist mit einem Eispanzer überzogen, wenn wir uns bewegen platzen Eiskrusten ab !
Wir sind wieder in Schweden, wieder nicht gemerkt. Der aus 2016 bekannte Campground in Gällivare, den wir zuverlässig erst im Dunkeln erreichen, ist ausgebucht. Kazunga, watt nu, Handy raus und Gurgel angeworfen: Es hat in der Nähe ein B&B dessen nette Besitzerin höchst erfreut über unvermutete Gäste ist. Wir treffen uns im Dunkeln vor dem Haus, die Gute kommt von Ihrem Heim herübergelaufen und streut erst mal Split. Wie immer werden wir verwundert gefragt wieso wir im Winter Mopped fahren müssen, tja, was soll man da Antworten ? ‚Crazy Old Men‘ ist unsere Standardantwort.

Das Haus ist eine wahre Puppenstube, unglaublich viel Dekoration an allen Orten, sogar auf dem Klo, und die Vermieterin eine sorgende Glucke die uns am liebsten Vollzeit umsorgen würde. Beim abladen hat es nur noch -8°C, kommt uns sommerlich warm vor.

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Samstag 23.02.2019 Gällivare
Frank ist ja die Tage in Gjesvaer die Treppe runtergeflogen und mit dem Rücken aufgeschlagen, seit gestern hat er nun doch recht starke Schmerzen und wir beschließen, nicht zuletzt aufgrund der Herbergsmutter die da sehr nachdrücklich wird, ein Krankenhaus aufzusuchen. Olaf fährt als Geleitschutz mit, Guido und ich gehen derweil einkaufen.

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Zurück in der Pension erreicht uns die freudige Nachricht das Frank nichts ernsthaftes hat, aber halt stark geprellte, vielleicht angebrochene Rippen und sich halt schonen und vorsichtig bewegen muss. Er bekommt Schmerzatbeletten, und so fahren wir nachmittage noch gemeinsam ins Skigebiet.

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Genau da waren wir 2016 bereits, und sitzen auf der Bank draussen und essen unsere Pölser und Burger, bestaunt von den Skifahrern.

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Heute bleiben wir, die Herberge ist nett, und abends bereitet uns Guido einmal wieder Leckereien in der Küche.

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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » Mo 22 Apr, 2019 18:53

Sonntag 24.02.2019 Gällivare – Slagnes
Es ist recht warm, die Straßen voll Mocke aber halbwegs frei, so sausen wir Richtung Süd auf der ungeliebten E45 durch Schweden. Leider sind die Pässe nach Norwegen gesperrt, so müssen wir weiter und gehen in Arvidsjaur noch schnell was einkaufen.

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Auf dem Weg passieren wir wieder mal den Parkplatz mit dem wichtigen ‚Polarzirkel‘-Schild, und natürlich stoppen wir und machen wichtige Fotos. Olaf holt seine heilige Flasche Linie-Akvavit heraus: Die ist nun das zweite mal über den Polarkreis und darf heute erst angebrochen werden.

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Langsam rollt eine Kolonne mit Fraktalen und Paisley-Muster bemalter Autos an, schaut kurz, dann parken alle um uns herum. Irre Gefährte dabei, alles Erlkönige, nicht auf Anhieb zu erkennen welche Marke die vertreten.

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Wir machen Fotos, der eine oder andere PKW wird schnell abgedeckt, aber die Jungs sind im Grunde nett und wir haben viel Spaß miteinander: Bekloppte Moppedfahrer und Jungingenieure auf Testfahrt passt schon irgendwie. Lustig wird es als die Neulinge der Gruppe Ihre Polartaufe bekommen: Sie müssen sich bis auf die Unterhose ausziehen und im Schnee baden, irgendein ekliges Zauberwasser und eingelegten Gammelfisch essen. Grinsend fahren wir schnell weiter, als auch wir aufgefordert werden da mitzuhalten.

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In der telefonisch gebuchten Unterkunft in Slagnaes erwartet uns eine Schweizerin, man glaubt es nicht, die hier den Campground bewirtschaftet. Sie hat genau noch eine Hytte frei da alles im Umkreis durch VW, Audi und Porsche gebucht ist. Die großräumige Anlage ist vollgepackt mit sicher 40 Autotransportern, alle geschlossen und blickdicht. Wie wir schon 2016 und auch heute wieder gesehen haben ist hier in der Nähe das Zentrum der Frost-Auto-Tests.

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Montag 25.02.2019 Slagnes – Hoting
Es dauert bis wir endlich loskommen, denn keiner der morgens angerufenen Hüttenwirte geht ans Telefon. Eine aber ruft zumindest zurück: Ja, er hätte Zimmer frei, aber er läge am Ende der Straße die auch ‚Vinterstengt‘ ist. Netter Kerl, er hat sich nur gerade das Geschäft verdorben. Und wieder können wir nicht rüber nach Norwegen, weiter auf der langweiligen E45 weiter nach Süden.

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Per Zufall bekommen wir in Hoting Quartier, und da die Hytte groß und günstig ist beschließen wir zwei Nächte zu bleiben. Natürlich nicht weil Frank nach einer Niesattacke recht starke Schmerzen hat, sondern weil wir Zeit haben :-)

Dienstag 26.02.2019 Hoting
Morgens fahren wir einkaufen und tanken, auf dem Rückweg versuche ich per geheiztem Kärcher vergeblich den gröbsten Dreck vom Mopped zu waschen.

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Wieder an der Hütte angekommen stelle ich entsetzt fest das das wieder innenliegende Radlager diesmal des Vorderrades seinen Geist aufgegeben hat. Nun erklärt sich auch wieso ich in den letzten Tagen keinen Druckpunkt auf der Vorderradbremse hatte: Das Rad pendelt munter um die Achse und drückt die Bremsbacken immer wieder weg. Grand Kaque de la malheur...also das in Norwegen gerichtete Ersatzrad drauf.

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Bei der Aktion lege ich mich auch noch auf dem blanken Eis lang, ganz toll, und zu allem Unglück fällt auch noch das Gespann vom weggerutschten Wagenheber. Was ein Tag !
Und ab wieder ins Dorf, wo es eine Autowerkstatt hat die mir den Lager-Aussenring herauspulen kann. Ich wechsle auch das Ersatzrad von vorn nach hinten, weil es einen Mörder-Schlag hat, der Lanker flattert mimosenhaft.

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Hier mal ein Erklärungsversuch: Die blauen Radlager stützen sich an der grünen Hülse ab. Ist diese gestaucht so ergibt das den Lagertod. Aber warum bei 5 Rädern ? Warum immer innen ?

Zurück im Haus werfe ich mich ermattet aufs Bett, führe Tagebuch und warte auf das Abendessen.

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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » Do 25 Apr, 2019 17:15

Mittwoch 27.02.2019 Hoting – Arsana
Heute geht es nach Arsana zum dortigen Skicenter, wo wir fett telefonisch 4 Einzelzimmer in einem Wandererheim gebucht haben. Auf dem Weg stoppen wir noch an einer Brücke, Kirche nebst Friedhof und machen ein paar Bilder.

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Kurz unterbrochen von einem Nieser und nachfolgendem Schmerz von Frank fahren wir so dahin, bis wir eine Tankstelle aufsuchen. Hm, keine Pölser, sowas aber auch – aber da ein paar Meter weiter entdecken wir einen Thai-Imbiss, wo wir von den 3 Damen aufs netteste und lecker verwöhnt werden.

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Pappsatt geht es weiter, das Skicenter ist echt groß und erstaunlich günstig, die Pizza am Abend gar gewaltig. Wir bummeln noch ein wenig durch das Outdoor-Outlet, nehmen noch ein Abendbier und das war es dann für heute, ab in die Zimmer und ruhen.

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Donnerstag 28.02.2019 Arsana – Röros
Heute sollen Frank und ich unsere Frauen wiederbekommen, immerhin volle 4 Wochen waren wir alleine unter Männern. Alex, Christa und Henning sind gestern mit Ulrike und Frank als Voraustrupp mit der Fähre gekommen, haben in Trysil übernachtet und sollen heute in Röros bei Hennings Garden einlaufen. Da war ich schon 3 mal, ein echtes norwegischen Elchtier der Mann !

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Nach einem umfangreichen Frühstück mit allem, auch Römmegrött, radeln wir in leichtem Schneefall und teils strammen Wind über die Nebenstrecke – endlich – Richtung Norwegen. Eingangs der Nebenstrecke ein rot blinkendes Schild mit dem Vermerk irgendein Pass sei wegen Unwetter (Schneesturm) gesperrt – die folgenden 90km wächst in mir die Erkenntnis das wohl ‚unser‘ Pass gemeint ist und sehe uns schon wieder zurückfahren. Das wäre echt örkselig, macht 180km mehr für Noppes, und ich höre schon die unflätigen Kommentare der Mannschaft. Aber eines unserer Mottos ist ja ‚Give it a try‘. Kurz vor dem Pass an einer winzigen Tankstelle zeigt mir eine nette Schwedin auf ihrem Eierfon das der Pass tatsächlich gesperrt ist, die haben sowohl in Schweden als auch Norwegen eine App für sowas. Just als sie mir den Vermerk zeigt springt er von ‚Stengt‘ auf ‚Apen‘ - tja, Glück muss man haben !

Also weiter, der Schneefall wird heftiger, bei erheblichem Seitenwind gibt es auch Verwehungen über die Strasse anhand deren uns Olaf wieder mal den ‚Rudi‘ zeigt: Stecker rechts mit Abwurf des Fahrers. Hoch geht es über den Pass, die Strasse ist eng und kurvig, wir legen uns mit einer Volvo-Tusse an die ihr Schlachtschiff wohl nicht beherrscht, der entgegenkommende Schneepflug-Fahrer hupt dazu, wir fahren unverdrossen weiter – wenig stoppt einen Eisarsch !

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Auf der anderen Seite angekommen hat es wieder eine Tankpause, und da es auch eine Burgerbar hat müssen wir mal wieder den Zucker- und Fettspiegel auf Normalniveau bringen. Diese Tankstelle kenne ich aus leidvoller Erfahrung aus 2016, habe ich doch hier mit Bernd einen weiligen Nachmittag in der geheizten Waschhalle an meinem Dingeling geschraubt wegen mangelnder Zündung.
Es schneit immer noch sehr malerisch als wir die Grenze passieren und bald darauf in Brekkebygd bei Hennings Garden sind: Seine Hütten sind leicht angeranzt aber sehr günstig, er ein echtes original, ich fahre gerne hier vorbei wenn es passt. Kaum haben wir abgeladen, Frank besteht wie ich auf einer separaten Hytte, Henning und Guido und Olaf nehmen eine dritte, da kommen auch schon unsere Frauen nebst Henning angerauscht ! Große Freude bei Frank und mir, klar, und natürlich sind wir auch stolz auf die erste Tour unserer Mädels mit eigenen Gespannen im winterlichen Norwegen.

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Wir essen noch schön zusammen, tauschen Fährgeschichten aus und gehen alsbald in unsere Hytten.

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Es schneit mal wieder, strammer Wind, und als ich gegen 21:00 noch mal ans Gespann muss sieht das einfach nur Klasse aus.

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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » Mo 29 Apr, 2019 18:09

Liebe Liebende,

das war es von der Murmansk - Tour. Am nächsten Tag sind wir dann zum Eisarsch nach Trysil, hier gibt es einen netten Bericht vom Aynchel:
viewtopic.php?f=9&t=15605&p=352265&hilit=eisarsch+2019#p352181

Jetzt ein paar Wochen später muss ich sagen es war schon Klass, wiewohl absolut keine Heldentat. Ein wenig schrauben muss man können, und es ist lang und weilig. Momentan denke ich über Moskau im Winter nach ...

Bis zum nächsten Treffen,
mit öligen Gryszen
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » Sa 04 Mai, 2019 11:49

Moin !

Wer es gerne am Stück hätte, hier ist der Bericht als PDF auf 58 Seiten / 9MB:

http://www.jialing-gespann.de/Bilder/Murmansk/Murmansk.pdf
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon Richy » So 05 Mai, 2019 09:20

zweiradantrieb hat geschrieben: Momentan denke ich über Moskau im Winter nach ...

Aber bitte nur über Nebenstraßen.
Da mein richtiges Gespann bis dahin sicher nicht fertig sein wird: Nehmt ihr auch einen Rotaxfahrer mit? :-D

Achja, ich hätte auch nix dagegen, wenn Toni und Michi wieder mitmischen... :floet:
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