Eisarsch 2019 Murmansk

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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon Aynchel » Di 19 Feb, 2019 21:15

lallemang hat geschrieben:Breitwand kommt da klasse :D :smt023


so viel Glück für einen klaren Tag mit Rundumsicht muss man auch erst mal haben :smt023
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ich könnte die BIG auch mit 5,5l daher fahren, aber das wäre Spritverschwendung ;-)
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon Straßenschrauber » Di 19 Feb, 2019 23:37

Auf dem Tracker sind sie noch in Litauen.
Edit: Die haben den Tracker geweschselt, jetzt hier.
~-o|-
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » Di 12 Mär, 2019 19:44

Bild

Geschafft - im wahrsten Sinne des Wortes:

1 Liter Öl
7453 km
478,43 Liter Sprit
6,42 L/100
5 (!) Radlager
1 Plattfuß
2 Reifen blank

... more to follow...
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon Totti » Di 12 Mär, 2019 22:15

:shock: :shock: aaaaalter :shock: :shock: :shock: :shock: :smt023 Respekt
ich bräuchte wahrscheinlich erst mal zwei Wochen erholungs urlaub :omg:
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon Uwe Steinbrecher » Di 12 Mär, 2019 23:10

Coole Nummer! :smt023
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » Sa 16 Mär, 2019 11:03

Hier gibt es was auf die Augen:

http://www.jialing-gespann.de/Bilder/Murmansk/MurmanskTrailer.mp4

13MB HD Video
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon Uwe Steinbrecher » Sa 16 Mär, 2019 14:30

Der Trailer ist Klasse!!!!!!! :smt023
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon fleisspelz » Sa 16 Mär, 2019 15:28

Sehr hübscher Trailer! Vielleicht kann man den fehlerhaften Singular in der Einführung noch beheben:
4 CRAZY OLD MEN :smt023
..........................
... a wise man once said nothing.
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » Sa 16 Mär, 2019 19:45

In Etappen stelle ich den Reisebericht hier ein, viel Spaß dabei !

Nord !

Mehr als 2 Jahre laufen die Überlegungen schon, dieses Jahr soll es sein. Seit Spätsommer stehen die drei Mitstreiter Frank, Guido und Olaf fest, die Jialing hat einen neuen Motor, die weltbeste Christa von allen gibt mir frei – wenn nur der blöde Bandscheibenvorfall nicht wäre ! Im Juli 2018 hatte es mich auf die Matte gehauen, das ganz große Kino mit OP , wochenlangem Liegen bei undankbaren 30°C plus im langen Sommer, gefolgt von 3 Wochen Reha bei „The Walking Dead“.
Im Winter geht es schon besser, die Messe im Januar ist erträglich, erste Probefahrten laufen zufriedenstellend (ohne Schlatwippe geht nix, ich kann sonst nicht hochschalten) und so wird am Plan festgehalten – Start 2. Februar 2019 in Kiel.

Donnerstag 31.01. ist alles gepackt, spät komme ich erst bei einbrechender Dunkelheit los, will so 200km fahren und dann irgendwo übernachten. Schon nach wenigen hundert Metern stelle ich ein beängstigendes Knacken aus dem Vorbau beim Bremsen fest, erste Sichtproben ergeben keinen Befund. Kazunga, hilft nicht, umdrehen und im heftigen Berufsverkehr über Stadtstrassen zurück in die Werkstatt. Dort laden Christa und Uwe mit Britta gerade ihre Gespanne auf, die wollen in der Nacht zum Tauerntreffen.

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Mal gut das Uwe da ist, hilfsbereit wie immer zerlegen wir die Verkleidungen und stellen schnell fest das das Lenkkopflager Spiel hat. Bei über 7.000km vor der Brust geht das nicht, also in Rekordzeit alles zerlegt, das Lager noch für tauglich befunden, neu eingestellt – und es ist so spät das ich ins Bett gehe und morgen dann nach Kiel aufbrechen werde.

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Freitag 01.02. Duisburg-Kiel
Morgens früh auf und los ! Pustekuchen, ich teste noch mal alles und stelle fest die Heizgriffe gehen nicht (loses Kabel), und das Gespann läßt sich unnatürlich schwer schieben. Ganz Klasse, ein Bremssattel am Beiwagen hängt, schwimmt nicht mehr. Also alles auseinander, einfetten, wieder zusammenbauen.

Endlich gegen 15:00 auf die Bahn, 450km nach Kiel liegen an. Die ersten Kilometer sehr zögerlich und mit vielen Pausen geht es nach Norden, und erst gegen 23:00 stehe ich bei Kuchenbeckers in Trappenkamp. Wie immer sehr nett begrüßt sind auch Guido und Olaf schon dort, wir nächtigen im kuscheligen Dreierzimmer und sägen die Betondecke durch.

Samstag 02.02. geht es nun los, erste Etappe Swinemünde. Es läuft trotz Ekelwetter mit Schneeregen gut, Rückenschonend mache ich so jede Stunde einen Stopp, das passt. Das gebuchte Hotel ist erstklassig, das Essen im Restaurant ebenso, der Preis niedrig und so sitzen wir bald in der Lounge und stoßen stilgerecht mit Vodka auf die Reise an. An diesem Abend wird von Frank das Motto der Reise pustuliert: „7:00 Früchstück, 8:00 losfahren“.

Sonntag 03.02. Swinemünde-Danzig
Tatsächlich sind wir schon um 7:00 beim opulenten Frühstück, rollen aber erst gegen 9:00 auf den eher schlechten Strassen gen Danzig. Es wird viel gebaut, das werden wir in den nächsten Wochen im gesamten Osten feststellen. Wir pendeln uns als Gruppe bei 90km/h ein, machen jede Stunde ein Päuschen wegen mir altem Mann, tanken jede zweite Stunde und ab heute gibt es ab dann auch immer eine Wurst.

An einem Riesen-Neuen-Autobahnkreuz, ich bin vorn, ist plötzlich keiner mehr hinter mir. Kacke, wo bleiben die bloß ? Als nach einer Zigarettenpause keiner kommt drehe ich an der Ausfahrt und sehe die Bande am Straßenrand an der Auffahrt stehen. Olaf hat es das Radlager hinten zerrissen, auch die Nabe selbst ist beschädigt.

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Es ist wenig Verkehr, wir riggen Warntafel und ziehen Westen an, Olaf wechselt das Rad gegen das Reserverad und nach einer bummeligen Stunde sind wir wieder unterwegs. Das zweite Motto der Reise wird geboren: „Aufgeben ist keine Option“, und so werden wir auch die kommenden Probleme alle lösen können.

Nachmittags Startprobleme bei Olafs BMW, kann ja mal sein. Im Dunstkreis von Danzig geht es nur noch langsam voran, es wird dunkel, riecht intensiv nach Kohlefeuerung in den Häusern und wir hangeln uns von Ampel zu Ampel, das zieht sich wie Kaugummi. Nach einem Navi-Diskussionsstopp (welche Uschi sagt den richtigen Kurs an und welche spinnt ?) springt Olafs 2V nicht mehr an, der Anlasser macht nur öcke-öcke. Beherzt angeschoben brennt die Ladekontrollleuchte, oha, wie lange nur schon ? Egal, weiter auf Batterie und ohne Licht im Dunkeln durch Danzig bei brausendem Verkehr – ein Riesenspaß ! Olaf in der Mitte erreichen wir das wieder hervorragende Hotel, ab in die Tiefgarage, ab in die Zimmer und zum Abschluß noch in eine eher ranzige Pizzeria in der Nähe. Klar, morgen heißt es erst einmal Schauschrauben – warum lädt das Mistding nicht ?

Montag 04.02. Danzig
Nach dem Frühstück versammeln wir uns in der Tiefgarage und Guido beginnt seine segensreiche Tätigkeit als persönlicher Betreuer von Olafs Mopped. Bald steht fest: Der Rotor hat Schluss, stinkt auch elektrisch, aber leider kein Ersatz dabei.

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OK, wir telefonieren Händler im Umkreis durch, die örtliche BMW – Niederlassung hat zwar die neuesten Moppeds aber keinen Rotor für eine 40 Jahre alte 2V. Die von mir aufgesuchte Ankerwickelei entpuppt sich als Hinterhofwerkstatt. Aynchel aus der Eisarsch-Gruppe sendet einen Rotor und weitere Teile an unsere übernächste Zieladresse Kleipeda per Express, sollte morgen oder übermorgen dort sein – das Paket kommt aber nie dort an. Wir haben beschlossen das Olaf auf Batterie bis dahin weiterfährt, und gehen in die Altstadt zum bummeln und Kultur besichtigen.

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Wir essen speisen gerade fürstlich in einem Restaurant auf der Einkaufsmeile als uns Bernd mit einer höchst willkommenen Nachricht erreicht: Ein Moppedkumpel von ihm wohnt in der Nähe von Danzig, hat selber 2V-BMWs und tatsächlich einen Rotor für uns ! Unfassbar, die 3 fahren nachmittags dort hin während ich meine Knochen pflege. Am frühen Abend kommt die Bande freudestrahlend mit funktionierender Lima zurück – Glück muss man haben. So bummeln wir noch was durch die Stadt und planen den nächsten Tag der uns nach Russland (Kaliningrad) bringen soll.
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » So 17 Mär, 2019 13:20

Dienstag 05.02. Danzig-Kaliningrad
Früh geht es los, aus Danzig raus und ab Elblag dann auch recht flott, kaum Verkehr und wir lassen es laufen. Verdächtig wenig Fahrzeuge unterwegs zur russischen Grenze, wir sind bereits gegen mittag dort und sind sofort ‚fällig‘: Höchst korrekt, höflich, aber bestimmt und gründlich sind die Kontrollen. Erst zur Vorkontrolle ob man auch ein Visa hat, dort gibt es eine Pappkarte die bis zum Schluß vorzuzeigen ist. Dann zum Zoll, der je nach Gusto genau oder sehr genau kontrolliert was man so in seinen Taschen, Tankrucksack und vor allem im Beiwagen mit sich führt. Unschön für uns alldieweil wir sehr viel Kram mit uns führen. Dann zum Papierkram mit Zollerklärung zweifach manuell auszufüllen, ohne Kohlepapier im eiskalten Wind. Paßkontrolle mit Kopieren der Seiten. Fahrzeugpapiere per Computer checken: Ich hatte noch Führerschein und Fahrzeugpapiere in internationaler Form beschafft – die interessieren aber niemand obwohl in russisch, die wollen nur die originalen deutschen Papiere. Auch interessiert sich niemand für die grüne Versicherungskarte oder die Abwesenheit derselben - nanu ? Auch gut, und weiter geht es zur letzten Schranke wo das Pappkärtchen abgegeben wird und wir sind nach bummeligen 2 Stunden drin im Riesenreich !

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Direkt hinter der Grenze eine große moderne Tankstelle mit eher unwilligen Damen, aber egal, der Sprit kostet hier nur rund 60 Cent für 95er und auch alle anderen Preise sind unfassbar niedrig. Ein Trucker warnt uns noch das die Straßen ab hier völlig vereist sind und rät zur Montage von Spikes, das ignorieren wir aber tapfer und rollen nach einem Kaffee los.

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Die Orte auf dem platten Land sind in einem noch schlechteren Zustand als in Polen schon beobachtet, auch hier scheinbar eine große Landflucht, die Straßen auch nicht dolle aber noch gut fahrbar. Flott sind wir in Kaliningrad, ein irrer Verkehr vor allem wenn man sich überlegt das K‘grad ja nur eine vergleichsweise winzige Enklave darstellt ! Die Russen sind recht flott unterwegs, gerüpelt wird aber wenig (nicht mehr als bei uns). Ab hier laufend taubmachende Beifallsbekundungen per Horn der Trucker die und mit ‚Daumen hoch‘ grüßen, die Dosenfahrer zücken ihr Handy und machen Bilder.

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Im einsetzenden Schneefall erreichen wir das Hotel „Moskwa“ mitten in der City, ein Bau der aussieht wie eine Behörde und es auch war: Ehedem 1935 von der Nordstern-Versicherung gebaut wurde es nach dem Krieg von den Russen genutzt, seit 2006 ist es ein Hotel. Wir entern die marmorgeflieste Eingangshalle, checken ein und parken die Gespanne im Innenhof – wie im ganzen Osten üblich gibt es bewachte Parkplätze. Ich denke mitlerweile nicht wegen Diebstahlgefahr, eher das man fussläufige Parkplätze für die Gäste bereithalten will.

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Die Zimmer sind neben der stets präsenten Security der Hammer: 70er-Jahre-Style mit Blümchentapete, neu aber halt Old-School. Rote Zierstreifen im Bad, oha, das ist schon heftig.

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Abends gehen wir noch kurz vor die Tür und suchen was zu futtern, landen letztlich in einem Burgerladen wo wir mit einer weiteren russischen Spezialität bekannt gemacht werden: Man bekommt zum Essen schwarze Latexhandschuhe damit die Finger sauber bleiben !

Mittwoch 06.02. Kaliningrad – Kleipeda
Heute wird es lustig: Wir wollen über die kurische Nehrung nach Litauen einreisen. Keiner kann uns sagen ob das auch möglich ist, also auf und ‚give it a try‘ - unser drittes Motto der Reise ! Zuvor unser seltsamsten Frühstück der ganzen Reise: Nicht wie üblich als Buffet, sondern man muss jedes Stück, wirklich jede Kleinigkeit extra bestellen und bekommt die, ebenfalls einzeln auf Teller- und Schüsselchen, vom hyperaktiv herumsausenden Kellner an den Tisch gebracht. So stapeln sich schnell gefühlt hundert Behältnisse auf unserem Tisch…

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Schon gegen 08.00 sind wir auf dem Hof, rödeln auf und starten die Moppeds. Ohne großen Halt geht es auf die Nehrung, leider ist das Meer oder die gewaltigen Dünen durch die dichte Bewaldung kaum zu sehen, sehr wohl aber das Wärterhäuschen nebst Schranke und die Aufforderung Eintritt in den Nationalpark zu zahlen. Wir rumpeln über die vereiste und durchlöcherte Straße, sehen nichts ausser Bäumen und erreichen die tatsächlich besetzte Grenze – und wieder einmal wird durchaus freundlich, aber gründlich und bestimmt, penibel von den Russen kontrolliert. Die Littauer interessieren sich eher für unsere Ausweise und den Grund wie man auf die Idee kommt im Winter nach Murmansk zu wollen – nun, wir wissen es doch auch nicht ! Dürfen aber auch hier wieder eine Gebühr für das Betreten des Nationalparks zahlen. Nun ja.

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Wir schauen kurz hinter der Grenze in Nidda vorbei, da war ich schon mit dem Boot, machen am Leuchtturm ein Suppenpäuschen und sind allgemein gut gestimmt. Ein kurzer Ausflug zu den Dünen muss sein, aber da alles verschneit ist und die Nehrung zugefroren sieht man nicht wirklich viel – dennoch schön, klar.

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Weiter durch den dichten Fichtenwald bis zum Ende der Nehrung und mit der Fähre rüber nach Kleipeda. Durch die Stadt sehen wir viele Neubauten, Kleipeda boomt anscheinend,auch die Straßen sind einwandfrei. Flott im Hotel eingecheckt, dann zieht es uns zur Atzung in die City – die es so nicht gibt, eher eine elend lange große Straße mit Geschäften und Läden die weit auseinanderliegen. Wir finden aber eine Sports-Bar wo man sich liebevoll um hungrige Gespannfahrer kümmert, suchen noch eine Brauerei um die Ecke auf wo es interessantes Bier gibt und wanken satt zurück zum Hotel.

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Sehr ärgerlich das die Sendung von Aynchel mit den Teilen für Olaf anscheinend im Orkus verschwunden ist – im Tracking steht immer noch der Absendeort.
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » Mo 18 Mär, 2019 18:54

Donnerstag 07.02. Kleipeda – Riga
Früh sind wir wieder unterwegs, raus aus der Stadt und eine halbwegs gute Straße läßt unser Tempo auf 90km/h ansteiegn – da spüre ich das bekannte üble Aufschaukeln und richtig, Plattfuß hinten.

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Aber wozu hat man 3 Ersatzzräder mit, flugs den vorbereiteten gespikten Hinterreifen drauf und weiter geht es. Beim Wechsel zerre ich mir leider übelst zwei Zehen, das soll noch für viel Tage für Spaß sorgen. Auf dem Weg zur nächsten Reifenwerkstatt, das Internet ist unser Freund, werden wir von der Border Control gestoppt: Die wollen aber nur schauen was da für Bekloppte im Winter mit gar eigentümlichen Gefährten unterwegs sind !
Der Reifenmann ist supernett und sehr penibel, macht alles sauber, einen neuen Schlauch habe ich dabei, die Räder werden wieder gewechselt und so sind wir bald wieder auf Spur. Im Folgenden macht Olafs BMW neue Zicken: Sie läuft nur noch auf einem Pott. Ganz großes Schauschrauben am Rand der Landstraße, mal wieder kommen wir erst im Dunkeln an. Die anvisierte BMW-Vertetung hat leider keine Zündspule für Olaf, also ab ins Hotel zum hirnen.

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Der Weg dorthin ist stark befahren und der Zielort hat was von Lost Places – die Rezeptionistinnen sind aber sehr nett und die Zimmer einwandfrei. Wir nehmen noch was an Junk-Food im Keller zu uns, dann muss ich aber flott ins Bett Fußpflege machen.

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Freitag 08.02. Riga – Pskov
Olaf & Guido fahren morgens zur hiesigen Honda-Vertretung, dann weiter zu einer Werkstatt die sich viel Mühe gibt und einen Kontakt herstellt wo um 13:00 Uhr eine passende Honda-Zündspule verfügbar sein soll. Derweil ruft das Mädel am Empfang für mich 8 Werkstätten in der Umgebung an, einer hat tatsächlich eine Zündspule aber erst gegen 14:00 Uhr. Frank & ich trödeln also was herum und fahren durch die marode Vorstadt zu einem Supermarkt einkaufen, dann weiter in die tiefste Bronx mit Industrieruinen wo in einer hintersten Ecke ein Motorradschrauber seine Werkstatt hat. Dort lernen wir nette Letten und Russen kennen, alles Moppedfahrer, bekommen eine Handynummer eines der „Murmansk-Wolfes“ der alle Probleme dort oben für uns lösen kann (!) und tauschen 50 EUR gegen eine Zündspule.
Auf geht es zum Treffpunkt mit Guido & Olaf, ein Subway mit Tankstelle, und nach der obligaten Wurst weiter Richtung russische Grenze – mal wieder. Es wird langsam dunkel, die Nebenstraßen sind gut verschneit und schon wieder knurpselt es bei mir hinten. Ab in den Wald und leuchten: Radlager innen hinten hat Existenzsversagen und sich aufgelöst, nur noch Trümmer in der Nabe. Also wieder das gespikte Ersatzrad aufgezogen, ächz und stöhn…
Die Grenze ist bald erreicht, diesmal nehmen sie es aber sehr genau, und das im Schneetreiben, saukalt und nur eine Spur offen. Russen haben offenbar Sonderbehandlungsrechte und eine eigene zweite Spur bei Bedarf, alle anderen, auch wir armen Moppedfahrer dürfen in der Schlange warten. 3 Stunden dauert der Spaß bis wir endlich durch sind, 2 Stunden Zeitverschiebung hat es zwischen Lettland und Russland, und so sind wir erst gegen 02:00 Uhr in Pskov, unserem Zielort. Unfassbar grottig führt uns die Uschi durch Industriebrachen und vergammelte Häuser, Schlaglöcher in Männergröße, hier ist doch niemals unser Hotel ? Doch, innen wie häufig einwandfrei und mit bewachtem Parkplatz gar nicht so schlecht. Sogar zu essen bekommen wir noch und sinken dann gegen 03:00 ermattet in die Betten.

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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » Mo 01 Apr, 2019 17:50

Samstag 09.02.19 Pskov – St. Petersburg
Ich habe den Wecker um 07:00 gehört, wache aber dennoch erstaunt erst um 08:00 Uhr auf. Höre von Guido in der Raucherecke das die beiden Kollegen sich auch noch mal hingelegt haben, wir sind halt alle platt vom gestrigen Tag. So gegen 10:00 sind wir startbereit, leider zeigt Olafs BMW mal wieder Zündungsprobleme: Frank verdreht nur die Augen, Guido wirft die Jacke ab und hilft Olaf beim Schauschrauben derweil ich sinnierend mein kaputtes Radlager begutachte.

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Spule, Stecker und Kabel werden flugs getauscht, und schon zwei bummelige Stunden später sind wir wieder auf Achse. Es läuft auf den recht guten Straßen, nur mein dingeling schwimmt und schwankt wie ein altes Kamel. Wir diagnostizieren starken Ölverlust an den Gabelholmen und merken das für später vor. Zufällig (!) kommen wir an einem großen Moppedzubehörverleih in der City von St. Peter vorbei, wo ich die kostbare Flüssigkeit erstehen kann.Deren Mitarbeiter sind derart geschockt das jemand Gabelöl braucht, mitten im winter, das sie den Laden schließen und mit Handy bewaffnet auf den Vorplatz kommen um uns gebührend zu fotografieren. Überhaupt, dauernd werden wir begeistert angehupt und aus dem Auto heraus fotografiert, schon irre.


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Im düstern suchen und finden wir unsere ausgesuchte Herberge, die sich als großzügige Reitanlage mit angeschlossenen Fremdenzimmern in höchster Güte entpuppt. Die Zufahrt ist malerisch aber mit pappigem hohem Schnee nur mit Anlauf und Vollgas zu bewältigen.

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Deren Verwalter sind bass erstaunt über unsere Pferde, aber sehr freundlich und hilfsbereit. Sie machen extra für uns noch die Küche auf, wo wir schön verwöhnt werden und fallen so gegen Zehn ermattet in die Prachtbetten der Prachtzimmer.

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Sonntag 10.02.19 St. Petersburg – Petrosavodsk
Morgens quälen wir uns vom Pferdehotel die Auffahrt hoch und machen im folgenden Meilen, wollen etwas Strecke gutmachen. Je weiter wir kommen desto heftiger wird der einsetzende Schneefall, die Geschwindigkeit sinkt auch weil ich noch Sommerreifen fahre, und bei einer mittäglichen Rauchpause ein entsetzter Aufschrei von Guido: Die Verbindung von seinem Hilfsrahmen zum Motorrad ist gebrochen ! Gibt es doch gar nicht, das Ding hat doch erst 90.000km und war unter anderem artgerecht im Iran bewegt worden :-)

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Mmhm, da war doch gerade ein Schild mit einer Zange drauf, ein Hinweis auf eine rund 50km entfernte Werkstatt vielleicht ? Also auf und bei reichlich Schnee von oben geht es verhalten weiter. Drei Punkte müssen bis zur Werkstatt halten, tun sie auch. Wir finden eine große neue Tankstelle aber keine Werkstatt, in der Nähe in der Anmutung ein Schrottplatz mit ein paar kleinen Containern – was sich als die versprochene Werkstatt entpuppt. In den Containern Werkzeug jeglicher Coleur, auch ein Stäbchen-Schweißgerät findet sich, allein schweißen mögen die hilfsbereiten Russen nicht.

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Wir ziehen unseren Trumpf, natürlich kann Schlosser Frank schweißen und auf geht es: Das Gespann aufgebockt, offene Kabelenden in die Steckdose gefriemelt, ein paar olle Eisenstücke gesucht und schon ist nach einer runden Stunde der Hilfsrahmen stabiler geflickt als er jemals war.

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http://www.jialing-gespann.de/Bilder/Murmansk/Schweissen_1.mp4

http://www.jialing-gespann.de/Bilder/Murmansk/Schweissen_2.mp4

Schneien tut es auch nicht mehr und nach etwas Sucherei finden wir das gebuchte ****-Hotel, einfach Klasse. Das Essen dort ist es weniger, aber nach hinreichend Vodka und Bier ist mir das auch egal und ab geht es in die Falle.

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Montag 11.02.2019 Petrosavodsk – Pushnoy
Morgens ist Pflege angesagt, und so nivelliere ich das Gabelöl, montiere vorn ein Winterrad mit Spikes, die Nebelschlußleuchte bekommt eine neue Lampe, insgesamt 3 verlorene Schrauben werden ersetzt – und wie sich zeigen wird gibt es heute – endlich – mal keine weitere Schauschrauberei.

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Wir spulen recht flott unsere Kilometer ab und erreichen bei einbrechender Dunkelheit ein recht ranziges, zudem teures Motel mit knurriger unwilliger Rezeptionistin. Mangels Atzung wackeln wir begleitet von Hundegebell und reichlich wilden herumstreunenden aber ruhigen Hunden in eine skurile Imbißbude an der Hauptstraße.

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Seit St. Petersburg fahren wir durch endlose Wälder, nicht wirklich spannend, das aber sind die Brückenbaustellen die wir passieren: Sehr, sehr primitiv, alles offen, kaum gesichert und die Jungs dort arbeiten bei laufendem Verkehr.

Bei dieser Gelegenheit: Die Richtgeschwindigkeiten werden grundsätzlich um 19km/h überschritten, bis dahin kostet es noch nichts. Dennoch ist der Verkehr durchaus human, es wird nicht gedrängelt oder sinnfrei gerast. Man nimmt Rücksicht auf uns und sogar auf Fussgänger in den Städten, das hat uns schon positiv überrascht. Man hört ja so viel, und wieder mal zeigt sich alles Gerede. Wir fühlen uns in keiner Sitation ausgegrenzt oder gar bedroht, im Gegenteil: Die Bevölkerung ist interessiert und freundlich, schon mal was neugierig. Oft wird nach einem Foto gefragt, nicht nur Männer möchten ein Bild von sich auf einer der dicken BMWs, klar, ne alte BMW oder mein Chinese reizen da weniger :? Auch auffällig: Es wird kaum geraucht, jedenfalls nicht auf der Straße, und nirgendwo liegen Zigarettenkippen oder Dreck auf der Straße. Auch wir sind schon mal angeranzt worden weil gedankenlos die Kippe auf der Straße landete - Recht haben sie und ab dem ersten Tag sammeln auch wir brav Müll und Rauchwarenreste.
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » Mi 03 Apr, 2019 18:00

Dienstag 12.02.19 Pushnoy – Kandalaksha

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Recht früh sind wir um 07:30 bereits unterwegs, nichts hält uns hier. Ohne Frühstück lechzen wir nach der nächsten Tankstelle die zuverlässig Hot Dogs und Kaffee anbietet. Seit gestern auffällig viele frei streunende Hunde, aber alle sehr ruhig und selbst mir Hundephobiker nicht unangenehm. Ganz anders die angeleinten vor den Häusern: Kaum kommt man in die Nähe machen sie einen Heidenlärm. Die Straße spurt ganz gut, und flott radeln wir dahin, unterbrochen von kurzen Pausen wo wir ebenso zuverlässig nach Handybildern gefragt werden. Auf einem Rastplatz steht ein festgefahrener LKW, dessen Fahrer uns nach Voda fragt: Wasser, nicht Vodka.

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Kurz halten wir am Polarkreis für wichtige Fotos, und bereits am späten mittag erreichen wir Kandalaksha und finden den vom Präzisionsschweizer Stephan empfohlenen Yachtclub, der eine Suite und zwei kleine Zimmer offeriert. Ab hier kann man über das Weiße Meer die arktischen Gewässer erreichen, Kandalaksha ist aber eher ein kleiner alter Fischerhafen, den großen Seehafen hat Murmansk.

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Der Yachtclub ist mondän eingerichtet, eine Vielzahl an Personal kümmert sich sorgsam um unser Wohlbefinden, sehr angenehm. Umgehend beschließen wir hier zwei Tage zu bleiben, essen gut, viel und preiswert (für europäische Verhältnisse) und lassen es uns einfach gutgehen.

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Mittwoch 13.02.19 Kandalaksha
Endlich mal wieder eine ruhige Nacht mit langem Schlaf, schön wenn man mal nicht direkt wieder los muss. Leider gibt es kein Frühstück hier, wir behelfen uns mit Notwurst und Knäcke und kochen Kaffee. Auch hier wie überall im fernen Osten stehen in den Hotelzimmern Wasserkocher bereit: Man hat halt gerne morgens nach dem aufwachen gerne einen Kaffee oder Tee – wir auch !

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Während der obligaten Kontrolle von Öl, Elektrik und Kette kommt die Belegschaft, der Clubchef fährt Guido, Olaf und mich in die Stadt zum Bankomat. Sehr nett ! Wir wackeln nach dem Tanken von Rubelchen noch durch das Dorf, erstehen in Apotheke und Supermarkt diverse Suppositorien, fotografieren den Panzer auf dem Marktplatz und fahren mit dem Minibus für wenige Rubel zum Hafen zurück.

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Nach dem Lunch, bestehend aus Soljanka, Saft, Hühnchen auf Ebli zu schmalen 390 RUB (rund 5 EUR) eingenommen im Yachtclub wartet schon das Mittagsnickerchen.

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Ob des Sonnenscheins starten nachmittags Guido, Frank und ich zu einer kleinen Ausfahrt, der nahe Berg will erklommen werden. Wider besseren Wissens strapaziere ich meine Kupplung im Tiefschnee derart das sie durchrutscht. Während ich laut über meine Blödheit lamentiere und jammernd die Kuppplung nachstelle wird Frank von einem neugierigen Dorfanwohner entführt und muss sich, trotz Sprachbarriere, dessen Datsche und Ziegelstein- sowie Bahnschwellensammlung anschauen. Irre, wir haben uns schon ein wenig Sorgen gemacht da wir mit Gebrüll den Dorfweg langgebrackert sind – und werden freundlichst empfangen !

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Auf dem Rückweg den Berg runter, da stört der Tiefschnee weniger, passieren wir ein ausgebranntes Autowrack, kann noch nicht lange her sein. Gemütlich lungern wir noch in der Lounge des Yachtclubs bis es endlich wieder Zeit für das Abendessen wird – ja, so klein können die Ansprüche werden, Hauptsache satt !

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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon Richy » Mi 10 Apr, 2019 17:36

:popcorn: :popcorn:

Weiter, weiter!
Wo bleibt der Rest?

Ich könnt mich übrigens in den (Eis-)Arsch beißen, dass ich es nicht irgendwie geschafft habe, da mitzufahren. :omg:
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Re: Eisarsch 2019 Murmansk

Beitragvon zweiradantrieb » Mi 10 Apr, 2019 17:54

Jo, wird schon:

Donnerstag 14.02.2019 Kandalaksha - Murmansk
Früh am Morgen erst einmal mit TassKaff runter und die Temperatur gescheckt: -21°C, na also, geht doch, der Winter kommt nun auch zu uns. Die ersten zwei Wochen waren ja eher mild so knapp unter Null. An einer Tankstelle auf dem Weg machen wir Bekanntschaft mit einer hochintelligenten netten jungen Frau: Die steht trotz abgeschlossenem Studium an der Theke, hier im platten Land gibt es keine Jobs für sie – nun, das kenne wir im fernen Westen auch.

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Murmansk ist im Vergleich zum Umland eine andere, neue Welt: Es wird gebaut wie verrückt, dichter Verkehr, sehr modern, die obligaten großen Wohnblocks sauber und ordentlich. Das Hotel „Azimuth“ ist einwandfrei wenn auch für russische Verhältnisse exorbitant teuer. Auffällig viele Chinesen hier: Man sagt uns die kämen wegen der Aurora Borealis hierher, volgo das Nordlicht bestaunen.

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Abends im Restaurant ist Bespaßung angesagt, weniger zu unserer Belustigung: Eine laute und überlustige Animateurin macht irgendwelche Ratespiele mit den auffällig vielen Paaren, die dann auch Preise erhalten. Nach einiger Grübelei kommen wir auf den Trichter: Es ist Valentinstag und der solvente Jungrusse führt seine Liebste aus !

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Das halten wir nicht lange aus und sind nach einem Absack-Vodka dann auch schnell in den Zimmern verschwunden.

Freitag 15.02.2019 Murmansk
Wir wackeln vormittags zum großen modernen Einkaufszentrum alldieweil ja auch noch Mitbringsel erstanden werden müssen, nehmen auf dem Weg auch die Ladengeschäfte im Einflugbereich mit. Es hat alles was der moderne Konsument so braucht oder aber eben nicht benötigt, so finden auch wir bald passende Präsente für die Lieben daheim.

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In dem hypermodernen Einkaufszentrum, könnte auch so in Düsseldorf stehen, wage ich es eine Sitzbank zur Rekonvaleszierung meines Rückens an eine Säule zu schieben und lehne mich an ebendiese. Oha, Sofort kommen wichtige Securitys angerannt und blöken mich an – ich verstehe kein Wort aber verstehe schon das so etwas nun gar nicht geht. Umgehend wird die Bank wieder 20cm nach links geschoben und ich muss aufstehen. Seltsam, bis dato waren alle nett und hilfsbereit, der Oberboss der Security aber nun so gar nicht. Mag natürlich auch an unserem durch tausende Kilometer vollgematschten A4-Outfit liegen :-)

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Nachmittags wollen wir in Kultur machen und winken ein Taxi herbei. Ohauerha, ein gut abgehangener Lada in den wir 4 nur mit Gewalt hineinpassen. Der hat doch tatsächlich über 350 Kilokilometer auf der Uhr – und so röchelt und riecht der auch. Der Fahrer versteht kein Wort ist aber supernett, bringt uns zum angedachten War Technic Museum – das ist aber geschlossen. Guido findet auf seinem Smartphone ein weiteres Musem der Marine, da laufen wir hin, und auch das ist geschlossen. Ebenso das dritte Museum an der Hauptstraße – nanu ? Wir vermuten die haben nur am Wochenende auf, wäre nur nett wenn das auch auf den Webseiten stehen würde !

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Nach getanem Stadtrundgang fahren wir wieder hoch ins Restaurant, hungrig wird man von der Lauferei. Kaum haben wir gegessen laufen Onkel Hannes und sein Kumpel ein: Wie verabredet, nur ein paar Stunden später wegen durchgeblasener Kopfdichtung. Die machen am Tag um die 800km, kamen über Schweden und Finland hoch, haben aber auch nur 2 Wochen Zeit für die Reise. Unser Frank ist ganz neidisch auf deren Etmale, wir sitzen noch lange zusammen und leeren das eine oder andere Bier. Mich schickt mein Fuß aber zeitig gegen 23:00 ins Bett, nett die Jungs getroffen zu haben.
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