Maybachs Ausfahrten 2020

Für Termine, Routen, Reiseberichte, Urlaubspläne ...

Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon Maybach » So 15 Mär, 2020 16:39

So, die XS hat die ersten 300 km dieses Jahr runter. Heute war es besonders schön: Null Verkehr, Traumwetter und angenehm temperiert.
Und das Werk'l läuft wie ein Glöckerl ...

Maybach
Dateianhänge
20200315_135518.jpg
Blick von Mieming in die Sellrainer Berge
20200315_144954_resized.jpg
XS vor der Nordkette (Totale)
20200315_145020_resized.jpg
XS vor Nordkette
Benutzeravatar
Maybach
bekennender Funkeleisentreiber
 
Beiträge: 8007
Registriert: Mi 12 Sep, 2007 12:27
Wohnort: Innsbruck

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon Myke » So 15 Mär, 2020 17:12

alles funkelt. die berge und die xs. :smt023
let there be rock !
Benutzeravatar
Myke
Vielschreiber
 
Beiträge: 5692
Registriert: Fr 26 Feb, 2016 06:26
Wohnort: Straßengel, nördl. v. Graz

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon Maybach » So 03 Mai, 2020 19:53

nachdem wir jetzt ja wieder offiziell dürfen, bin ich heute mal mit der Honda rumgekurvt Vorweg: Ein flottes Teil, liegt wie ein Brett und ich komme in Kurven nicht bis an den Profilrand.
Allerdings ist es mir immer noch ungewohnt, dass man damit mindestens bei 6500 Umin bleiben muss, damit das wirklich voran geht. Und: ab 1800 m Seehöhe merkt man dem 500er Motor deutliche Schwächen an. Da geht ihm im wahrsten Sinne des Wortes die Luft aus.
Dennoch, es war heute eine schöne Tour.
Los wie üblich Inntal westwärts, dann ins Pitztal

20200503_151742_resized.jpg
Bei Wenns im Pitztal - Blick auf den Tschirgant


und rauf Richtung Pillerhöhe. Dort war richtig Platz, keine "Biker" aus Deutschland (was auch dazu führte, dass man die Strecke geschmeidig schnell fahren konnte). Kleines Pfeifenpäuschen mit wundervoller Fersicht in die Lechtaler.

20200503_153958_resized.jpg
Am Gachen Blick - Aussicht auf Riffelspitze und Passeierspitze


Dann die Kaunertaler Höhenstraße in das gleichnamige Tal. Bei Prutz dann Richtung Landeck auf der Landstraße (gähnend leer, wundervoll!) und bis Haiming dem Inn folgend nach Osten. Dort dann über das Ochensgarten-Sattele ins Kühtai. Dort im letzten Schnee erneut eine kleine Pause.

20200503_170310_resized.jpg
Immer noch Schnee auf 2020 m üNN - aber deutlich weniger als sonst!


dann runter über St. Siegmund und Gries im Sellrain und weiter bis Kematen.

20200503_171147_resized.jpg
Blick von St. Siegmund in die Stubaier Alpen - schöne Skitiourengegend


20200503_171204_resized.jpg
Oberhalb St. Siegmund/Sellrain


Dort wird gerne geblitzt. Erlaubt waren 70 km/h, ich war mit 90 km/h unterwegs und wurde von einem Sprinter mit deutlichem Geschwindigkeitsüberhang überholt. Da spürte man wieder den Hauch der suizidalen Selbstüberschätzung ...

Hach, das Leben kann so schön sein.

Maybach (der es heute richtig genossen hat. Aber jetzt wieder XS ...)
Benutzeravatar
Maybach
bekennender Funkeleisentreiber
 
Beiträge: 8007
Registriert: Mi 12 Sep, 2007 12:27
Wohnort: Innsbruck

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon heiligekuh79 » Mo 04 Mai, 2020 05:55

wolfgang,

du wohnst in einer wunderschönen gegend und weist, es zu genießen :grin:
aber war die kleine honda nicht eigentlich für deine frau.... :floet:
viel freude, euch beiden!

gruß

regina
heiligekuh79
Vielschreiber
 
Beiträge: 3284
Registriert: So 06 Mai, 2012 19:51

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon T. » Mo 04 Mai, 2020 08:09

Eins der wenigen Vorteile von Corona....manchmal freie Straßen.
Regina@.....Probefahrten müssen vom Werkstattchef gemacht werden.... ;-)
T.Bild
T.
Vielschreiber
 
Beiträge: 7666
Registriert: So 06 Mai, 2007 22:48
Wohnort: Im Kloster Höningen

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon Maybach » Fr 12 Jun, 2020 17:02

Langsam füllen sich die Straßen wieder - und ich hasse diese Klappenauspuffanlagen! Vollkommen sinnloses Rumlärmen ...

Heute habe ich mich dennoch aufgemacht, war zunächst bei einem Freund in Vomp und bin dann Inntalaufwärts bis in Pitztal. Von dort gings weiter über das Filzmoos (ein wunderschöner, beschaulicher Ort, an dem meine Landsleute immer vorbeifahren :-D ) wo es eine kleine Pause gab. Am plätschernden Bach in der Sonne sitzen - nur schön!
Weiter über den Gachen Blick mit seiner formidablen Aussicht und wieder "runtergetaucht" ins Obere Gericht.

20200612_130941_resized.jpg
XS am Gachen Blick mit Aussicht auf die Kaunertaler Alpen


Spontanes Ziel war das Samnaun, denn mir war der Tabak ausgegangen. Und die Straße nach Spiss ist auch immer wieder eine Fahrt wert, auch wenn es dort spürbar kühler war als im Inntal. Also eingekauft und getankt und dann die Graubndener Seite wieder runter ins Inntal - auch das (trotz der um sich greifenden Straßenausbauten) ein Genuß zum Fahren.
Dann ging es unspektakulär (aber soweit möglich nicht auf der Bundesstraße) wieder Richung Landeck- Bei Prutz dann wieder ein kleiner Schwenker auf die alte Landstraße, wo mal 1809 ein Gefecht mit den Bayern stattgefunden hatte.

20200612_144154_resized.jpg
Geschichtsklitterung oder wie verbiege ich eine Wahrnehmung historischer Tatsachen


Das Denkmal ist so ziehmlich das einzige an der Überlieferung, was einigermaßen - zumindest örtlich - stimmt.
Es wurde 1909 aufgerichtet - man sieht das an der Uniform des dargestellten Soldaten eben der ausgehenden Kaiserzeit. Die "Schützenkompanien" in der napoleonischen Zeit warn überhaupt nicht einheitlich gekleidet, waren taktisch meist unfähig, konnten aber aufgrund der breit ausgeübten Wilderei gut mit ihren gezogenen Waffen schießen. Um den historischen Exkurs abzuschließen: Die Tiroler haben dieses Gefecht (sie sprechen bis heute von einer "Schlacht") nicht gewonnen, weil sie so gut waren, sondern weil die Führeung der bayersichen Truppen so überaus grottenschlecht war. Und das sage ich nicht aus Überheblichkeit, sondern weil ich da vor Jahren mal wa drüber geschrieben habe - und erstmalig die bayerischen Gefechtsberichte mit eingebunden habe. Die existieren nämlich noch, nur wollte man sich da in Tirol nicht so rcht damit befassen.
Das Denkmal ist ein lauschiges Plätzchen, geeignet für eine Pause mit Pfeife (Samnaun sei Dank!) und dem Schweifenlassen der Gedanken.

20200612_144138_resized.jpg
Pause am Denkmal für die Pontlatzer "Schlacht"


Dann ging es über das Gurgltal und den Mieminger Sattel weiter nach Osten und nach 303 km schob ich die XS wieder in die Garage.

Bis auf den eingangs bemerkten Sachverhalt:: Nur schön!

Maybach
Benutzeravatar
Maybach
bekennender Funkeleisentreiber
 
Beiträge: 8007
Registriert: Mi 12 Sep, 2007 12:27
Wohnort: Innsbruck

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon lallemang » Fr 12 Jun, 2020 19:50

Schön :smt023 :D
Wherever You Go There You Are :gruebel:
Benutzeravatar
lallemang
Moderator
 
Beiträge: 16014
Registriert: Mo 10 Apr, 2006 01:18
Wohnort: im Osten des Südwesten

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon Bernhard S. » Fr 12 Jun, 2020 20:15

Maybach hat geschrieben:Inntalaufwärts bis in Pitztal.

Hast Du nachgeschaut, ob mein Neffe schon eingezogen ist? :smt005
Hat in Wenns unterhalb der Kirche neu gebaut... :-D

Marinus hat heute die Luise-Honda nach Südtirol getrieben: über Brenner und Penser Joch und weil der Jaufen werktags gesperrt ist, über den Ritten nach Waidbruck und über den Brenner wieder heim. 475km.
Wäre auch gern mitgefahren, langsam nervts... :smt013
Bernhard S.
Vielschreiber
 
Beiträge: 3452
Registriert: Mo 12 Mai, 2008 08:49
Wohnort: Chiemgau

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon Maybach » Sa 20 Jun, 2020 09:05

So, nun hatte ich erstmals die Gelegenheit, die CB über eine längere Strecke zu fahren.
Über Mieminger Sattel und Fernpass ging es ins Allgäu (dort 12 °C und Sauwetter :( ), dort dann die Queralpenstraße entlang und durch das Rohrach hinunter nach Lindau. Dort in der Nähe dann Besuch bei der Tochter (260km). Am folgenden Morgen weiter den Bodensee entlang bis Stockach (14^C und Sauwetter), dann nach Norden Richtung Tuttlingen und weiter nach Freudenstadt. Schließlich dann ins Murgtal und raus ins Rheintal. Hier wurde es dann wenigstens trocken und wärmer. In der Gegend von Speyer dann angekommen (256 km), um den Zweck des Besuchs (Beerdigung der Schwiegermutter) angemessen zu erledigen.
Gestern dann in einem Rutsch heim, bis Freudenstadt die gleiche Strecke. Dann über Balingen, Saulgau und Leutkirch wieder ins Allgäu und ab Reutte wieder auf bekannten Pfaden. Zwischen Freudenstadt und Reutte Regen und ca. 14 °C. Zuhause angekommen waren das an einem Tag 506 km, davon 40 km Autobahn.
Insgesamt wurde es gut 1000 km. Ölverbrauch: nicht messbar. Benzinverbrauch: 4,2 l/100 km. Fazit: ein gutes Gebrauchsmotorrad, das liegt wie ein Brett (jetzt vor allem mit den neuen KONIS). Nur die schlechte Nachlackierung auf dem Front-Kotflügel fällt nun in größeren Fetzen ab. Das muss wohl im Winter mal neu gemacht werden.

Lästig war nur das immer stärker werdende Auspuffknallen. Irgendwo zog die CB also Nebenluft im Auspufftrakt. In Freudenstadt hab ich mal das Bordwerkzeug (anderswo würde man das, was da aus der Plastikhülle klimpert, wohl eher "Stanzabfall" nennen!) hervorgekramt, um die Befestigungen von Krümmer und Topf zu prüfen, denn ich hatte ja die ganze Auspuffanlage abgebaut gehabt. War alles ok. Was nicht OK war, das war die Tatsache, dass sich alle Klemmschellen am Ansaugstutzen in lockerem Zustand präsentierten - festgezogen und gut war es. Die hatte ich - mein Fehler! - bislang nie überprüft... :oops:

Maybach
Dateianhänge
20200616_121115_resized.jpg
Motorradfahrers Traumwetter im Allgäu
20200616_121237_resized.jpg
needs some polish ...
Benutzeravatar
Maybach
bekennender Funkeleisentreiber
 
Beiträge: 8007
Registriert: Mi 12 Sep, 2007 12:27
Wohnort: Innsbruck

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon Maybach » So 12 Jul, 2020 20:55

Es war XS-Treffen im Kastlhof an der Altmühl. 34 Leute sind aus ganz Deutschland gekommen - und einer aus Österreich.

20200711_101850_resized.jpg
Einige der XSsen vor Ort
20200711_101850_resized.jpg (98.46 KiB) 1746-mal betrachtet


776 km, 4,8 l Sprit auf 100 km und ein verschmorter Stecker (der subtil zuhause instandgesetzt wurde) sind die schnöden Daten dieser wunderschönen Fahrt.

Über Garmisch ins Allgäu,

20200710_120659_resized.jpg
Pause im Allgäu - die Entspanntheti des Privatiers
20200710_120659_resized.jpg (169.79 KiB) 1746-mal betrachtet


Augsburg über das Allgäu westlich umfahrend ging es nach Manching in wohlvertraute Gefilde und dann über die Buckel an die Altmühl. Am Samstag dann ein Besuch bei lange vermissten Freunden in der Hallertau und heute über Oberwittelsbach (Ort meines ersten Grabungspraktikums 1980)

20200712_112522_resized.jpg
Gedenkstein in Oberwittelsbach: Man wird nachdenklich, wenn die eigene Tätigkeit schon auf Gedenksteinen auftaucht, auch, wenn diese schon recht gut gealtert wirken ...
20200712_112522_resized.jpg (158.44 KiB) 1746-mal betrachtet


und Landsberg zwischen Starnberger und Ammersee zurück.

20200712_124549_resized.jpg
Das schöne Rathaus in Landsberg/L. von Dominikus Zimmermann
20200712_124549_resized.jpg (119.11 KiB) 1746-mal betrachtet


Der krönende Abschluss: Ein gesperrter Zirlerberg, was dazu führte, dass alle Klein- und Kleinststraßen überflutet wurden mit kurvenunwilligen Autos aus dem Norden, die die XS kaltlächelnd alle rechts liegengelassen hat.
Und zur Freude eines umgekippten R100-Fahrers, der sich dabei ein Loch in den Ventildeckel gestoßen hat, haben wir das AIA-mäßig auch gleich wieder mit Kaltmetall und Bremsenreiniger gefixt. Ich hoffe, der Gute kommt damit dicht in die Nähe von Hamburg. Was heißt, ich hoffe? Ich gehe fest davon aus ... :-D

340.000 km voll gemacht, btw ...

Maybach
Benutzeravatar
Maybach
bekennender Funkeleisentreiber
 
Beiträge: 8007
Registriert: Mi 12 Sep, 2007 12:27
Wohnort: Innsbruck

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon lallemang » So 12 Jul, 2020 22:11

:tach:
Wherever You Go There You Are :gruebel:
Benutzeravatar
lallemang
Moderator
 
Beiträge: 16014
Registriert: Mo 10 Apr, 2006 01:18
Wohnort: im Osten des Südwesten

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon Maybach » Di 25 Aug, 2020 21:49

Deutschlandtour 2020 war dieses Jahr angesagt, aus nachvollziehbaren Gründen. Und so habe ich in 12 Tagen eine Reihe lieber Freunde aufgesucht und stets beste Gastfreundschaft genossen. Die ursprünglich für dieses Jahr geplante ausgedehnte Italientour wird folgen, sobald das die Bedingungen wieder zulassen.

Los ging es am 13. August auf schon sattsam bekannten und leicht verregneten Wegen an den Bodensee (daher auch keine Fotos) , wo ich bei meinem "Töchterlein" (wird jetzt 40 und hat mir beiläufig mitgeteilt, dass sie heiraten wird) eingefallen bin. Gut verpflegt bin ich müde in Meckenbeuren ins Bett gesunken.
Am nächsten Morgen ging es bei Nieselregen und schattigen Temperaturen am Bodensee weiter westlich,

20200814_095811_resized.jpg
Bodensee im Regen bei Birnau


um über Stockach und Tuttlingen schließlich Rottweil zu erreichen. Die Hauptstadt der Schwäbischen Fasnacht ist auch lange Zeit die Hauptstadt der süddeutschen Munitionsherstellung gewesen und da brauchte man Energie, die in Form eines von Paul Bonatz gebauten Baus gewonnen wurde. Übrigens bis 1976. Heute ist es eine angesagte Veranstaltung-Location. "Geil" nennt man das wohl heute ... Ich finde es einfach eine klassische funktionale Architektur.

20200814_123340_resized.jpg
Kraftwerk Rottweil und XS - zwei technische Gustostückerl


Weiter ging es durch das Neckartal nach Oberndorf an selbigem, wo das Mausermuseum ebenso schöne Bestände wie eine vollkommen abgängige Vermittlung hat. Man sollte NIE Ingenieure Museen machen lassen! Irgendwo bin ich dann ins Nagold-Tal gewechselt, um bei Thoeny und Achim oberhalb davon zu landen. Das war aber ein gelungener Abend ! Habt Dank dafür!

20200814_182345_resized.jpg
Schön wars im Elchsloch!


Am nächsten Morgen ging des dann noch leicht im Nebel das Nagoldtal nach "Pforze" und weiter ins Rheintal. In Germersheim habe ich meine dort die elterlichen Häuser betreuende Frau zum Frühstück ausgeführt. Mittlerweile wars schon schön warm geworden, so dass ich nach Neustadt/Weinstraße weiterfuhr, um in der Eisdiele unseres Freundes Sergio Fontanella das von ihm noch handgefertigte Eis probieren durfte. Es ist das beste Eis, das ich kenne! Unbedingte Empfehlung! Man findet die Eisbude etwas schwierig in der Rosslaufstraße 3 in Neustadt.
Alles hat ja bekanntlich mal sein Ende, und so musste ich mich dann auch von den süßen Verführungen losreißen. Weiter ging es durch den Pfälzer Wald und nördlich von Kaiserslautern bin ich dann in den Soonwald eingedrungen. Wenig Verkehr, schöne Straßen - das Reifenprofil der XS wurde bis zum Rand genutzt.
Oben im Hunsrück dann der Besuch bei einem Cousin. Ausgedehnte Gespräche, großrtige Grillage - wir ließen es uns gutgehen. Christoph (so heißt er) hat ein ausgefallenes Hobby: Er sammelt heruntergekommene Fachwerkhäuser und restauriert sie fachkundig. Das letzte war ein Zufallsfund, als er eine ehemalige Gaststätte auf dem Nachbarsgrund erwarb, deren Fläche eigentlich sein Schwimmteich werden sollte. Beim Abriss stellte sich dann heraus, dass in dem Haus der 1960er Jahre innen noch ein gut erhaltenes Fachwerkhaus verborgen war. Nun wohnt seine Tochter dort. Wohnen in einem datierbaren Gebäude aus 1722 - das hat was!

20200816_073441_resized.jpg
das "versteckte" Fachwerkhaus. Natürlich fehlt der Stallanbau ...


Am folgenden Morgen dann ging es weiter ins Moseltal und über Monreal Richtung Nürburgring. Irgendjemand muss den holländischen Motorradfahrern mal sagen, dass Rennen nur auf der Rennstrecke gefahren werden sollten. Vor allem, wenn sie mit ihren 120 plus PS-Bolzen bei jeder Kurve wieder in Griffweite der alten XS waren.
Ich habe mich dann nach Monschau verrollt, das touristisch vollkommen überlaufen war und architektonische Scheußlichkeiten aufwies,

20200816_140645_resized.jpg
Architekursünden in Monschau


so dass ich dann über Malmèdy und Eupen in das Hohe Venn fuhr. Dort, kurz vor meinem Ziel in Roetgen hat mich dann wieder ein Schauer "erwischt", den ich aber pfeiferauchenderweise unter einer alten Buche abgewettert habe.

20200816_151041_resized.jpg
Im Hohen Venn in Belgien


Nach kurzer Nacht machte ich mich am Folgetag auf Richtung Bottrop, zu einem lieben Freund aus olivgrünen Zeiten. Zum ersten Mal sah ich den erschreckend-beeindruckenbden Braunkohleabbau und wurstelte mich irgendwie durch dieses vollständig bebaute Gebiet westlich des Rheins über Jülich (von der Festung ist fast niXS mehr erhalten) und weiter nach Wesel. Auch dort wieder eine Festung resp. der Rest derselben.

20200817_142530_resized.jpg
Zugang zur Zitadelle der Festung Wesel. Mehr ist eh nicht erhalten ...


Von dort aus dann gings nach Bottrop, wo wieder lange Gespräche die Nacht abkürzten.
Am Folgetag war eine längere Etappe geplant: Es sollte bis nach Oldenburg gehen. Nordwärts über Borken und Bad Bentheim ging es nach Nordhorn, wo ein erstaulich guter Espresso ein erstaunlich gute Eis ergänzte,

20200818_111607_resized.jpg
Espresso und Eis in Nordhorn


um dann durch das Emsland Sögel mit dem Schloss Clemenswerth zu erreichen.

20200818_125100_resized.jpg
Zwei Klassiker: Schloss Clemenswerth und XS 650


Es sollte seinerzeit durch einen Tiroler Maler (Johann Evangelist Holzer) ausgemalt werden, der jedoch kurz nach der Ankunft in diesem flachen Land an Typhus verstarb. Bei bestem Wetter dort in diser wirklich einzigartigen Anlage zu sitzen, etwas zu essen und die Gedanken schweifen zu lassen - a Traum, wie in hierseits gut bekannter Steirer zu sagen pflegt.
Und schließlich gings entlang des Küstenkanals kurvenfrei und unter Mitnahme beeindruckender Erhebungen von ca. 1 Meter bis nach Oldenburg, wo ich einmal mehr gastlich aufgenommen wurde von lieben Freunden. Bis dahin waren es ziehmlich genau 1400 km, keine Pannen und 0,3 l Ölverbrauch. Benzin brauchte ich auch, so um die 4,6 l/100/km.

to be continued.
Benutzeravatar
Maybach
bekennender Funkeleisentreiber
 
Beiträge: 8007
Registriert: Mi 12 Sep, 2007 12:27
Wohnort: Innsbruck

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon Roll » Di 25 Aug, 2020 22:40

Maybach hat geschrieben:to be continued.


Au ja!

Das Kraftwerk in Rottweil macht auch innen Spaß, verwinkelt und doch riesig zugleich. Und eine laue Sommernacht oben im Hof... :wink:
Bei Fragen fragen, bei Rügen rügen.

Matthäus 6,19-34

http://www.rollmannact.de/
Benutzeravatar
Roll
Vielschreiber
 
Beiträge: 6901
Registriert: So 20 Jan, 2008 00:29
Wohnort: Wo im Neckar Wale heimisch sind

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon Maybach » Di 25 Aug, 2020 22:46

Fortsetzung

In Oldenburg waren zwei Tage Pause eingeplant. Eigentlich sollte dies auch zu Gesprächen an "meiner" Uni genutzt werden, aber Professoren haben scheints einen elastischen Anstz zu Pünktlichkeit, der sich nicht mit meinem deckt. Mögen diese "Gefäße der Sünde" dafür in der Hölle schmoren! Kurz entschlossen wurde die Zeit nun zu einem Ausflug nach Holland genutzt, wo ich mir schon lange die Festung Bourtange ansehen wollte. Natürlich hätte man das auch mit einer XS machen können, aber die Verfügbarkeit zahlreicher schöner Oldtimer ließ mich schwach werden und ich wählte mir einen Opel Admiral Bj 1938 aus. Immerhin doch auch sechs Zylinder, 3,5 l Hubraum und zornige 90 PS. Drei Gänge (den dritten legt man ab 20 km/h ein und bleibt darin bis 135 km/h!) brachten uns zügig nach Westen, nur die offenbar für Fiat Panda ausgelegten Parkplätze waren ein wenig diffizil. Wir belegten dann halt zwei davon ...

20200820_181505_resized.jpg
Opel Admiral Bj 1938. Die Rautierung an der Seite stammt aus einem Filmauftritt als Taxi. Aber Admirale waren nie Taxi ...


Die Festung selbst ist wirklich sehenswert und auch die Tatsache, dass sei eigentlich geschleift war seit 1851, zeigt, wie pragmatisch man in Holland vorgeht: Dort hat man für die arme Gegend beschlossen, ein touristisches Highlight zu gründen, hat drei Weiler abgesiedelt und die Festung einfach nach den vorhandenen Originalplänen wieder aufgebaut. Ich habe erfolglos versucht, mir das für Deutschland oder Österreich vorzustellen. Vor meinem geistigen Auge erschienen dann von Oberstudienräten angeführte Bürgerinitiativen, BUND und vieles mehr. Dort hat man nun 250.000 Besucher im Jahr und lauter Leute, die recht glücklich zu sein scheinen mit der Entscheidung.

20200820_145901_resized.jpg
Festung Bourtange Stand 1742


20200820_132121_resized.jpg
Festungstor


20200820_133047_resized.jpg
Wallanlage mit "Sekreten" - so nannte man die Plumpsklos seinerzeit.




Wie dem auch sei: Die Reise musste weitergehen. Die nächste kurze Etappe führte mich nach Herford zu einer CB500-Fahrerin mit ihrer Familie, die ich nur aus dem Internet kannte. Von Oldenburg ostwärts ging es durch erschreckend flache Moorgebiete, bis ich schließlich nach Süden einschwenkte und in der Ferne erste Andeutungen von Dreidimensionalität entdecken konnte.Dort gab es auch wieder wo etwas wie Kurven, nachdem in den Moorgebieten vor allem Straßensperrungen ohne jegliche Umleitungssausschilderungen die für mich unergründliche Regel waren. Von Magda und ihrem Mann Sven gastlich aufgenommen wurde mir sogleich eine kleine Rundfahrt in einem perfekt erhaltenen VW Iltis zuteil. Irgenwdwie erinnerte mich das an frühere Zeiten ... Am frühen Morgen schaute ich mir dann die Honda CB500 noch an, stellte zuerst mal das Kupplungsspiel so ein, dass sich die Gänge wieder schalten ließen und riet der frischgebackenen Motorradfahrerin zum Einlegen des ersten Ganges beim Abstellen auf dem Seitenständer, denn sie hatte bereits einen Handbremshebel eingebüßt, weil das Ding so schnell umfiele. Das hat auch seinen Grund: Sie ist tiefer gelegt. Das sollte rückgängig gemacht werden, denn durch das Durchstecken der Gabel um 2 cm knallen nun die Schoner für die Standrohre ungehindert auf die Hupe. Und die verwendeten Hagon-Federbeine sind auch nicht wirklich gut. Den abgebrochenen Bremshebel habe ich natürlich mitgenommen und zwischenzeitlich sauber verstiftet, mit Kaltmetall verklebt und überlackiert.
Nach einem morgendlichen Rundgang durch die Altstadt von Herford

20200822_104609_resized.jpg
Münster zu Herford mit ältestem Fachwerkbau daselbst


mit bestem Espresso bin ich dann los Richtung "Lindi". Frohgemut bin ich durch das erfreulicherweise immer wieder hügelige Geläuf gefahren und habe dabei auch noch schöne, mir unbekannte Trouvaillen genossen.
So etwa die Abtei Marienmünster

20200822_120306_resized.jpg
Abtei Marienmünster


20200822_115933_resized.jpg
Abtei Marienmünster: Zugemauerte Tür


20200822_115813_resized.jpg
Abtei Marienmünster: Tor zu den Wirtschaftsgebäuden


oder Corvey, wo noch immer das Westwerk der romanischen Klosterkirche steht. An nur wenigen Bauwerken kann man so schön sehen, wie in der "karolingischen Renaissance" erstmals nach 400 Jahren wieder die Besinnung auf die römische Antike vonstatten ging: Der Aufbau der Fassade folgt demjenigen der römischen Stadttore wie etwa der Porta Nigra in Trier, nur dass man zu Ehren Gottes das Ganze natürlich deutlich in den Himmel wachsen ließ.

20200822_123912_resized.jpg
Romanisches Westwerk des ehemaligen Klosters Corvey


Dergestalt geistig erquickt ging es dann die letzten Kilometer an die hessische Grenze, wo ich von Dirk und Elke mit offenen Armen empfangen wurde.

20200823_082923_resized.jpg
XS bei Elke und Dirk


Ein schöner, nahrhafter Abend mit guten Gesprächen, auch wenn unser Freund noch immer an den Folgen seines Sölk-Abenteuers leidet.Aber das wird: Mit Sicherheit hat er dann einige Titanschrauben, die auf artgerechte Verwendung in der SR warten ...

to be continued
Benutzeravatar
Maybach
bekennender Funkeleisentreiber
 
Beiträge: 8007
Registriert: Mi 12 Sep, 2007 12:27
Wohnort: Innsbruck

Re: Maybachs Ausfahrten 2020

Beitragvon Arne » Mi 26 Aug, 2020 07:09

eine schöne Tour und lesenswerter Bericht :smt023
may the bridges i burn light the way
Benutzeravatar
Arne
Vielschreiber
 
Beiträge: 4920
Registriert: Di 22 Sep, 2009 14:38
Wohnort: 64686 Lautertal

Nächste

Zurück zu Ausfahrt und Reise

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste