Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

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Re: Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

Beitragvon motorang » Sa 03 Apr, 2021 16:16

Aynchel hat geschrieben:moin auch
wenn ich mir das Foto von der Aufspannung des gegenhaltenden Dremos so betrachte
muss ich an die Ermahnung meines alten Meisters denken den Dremo ausschließlich an dem vorgesehenen Griffstück zu ziehen
sonst würde er falsch anzeigen
warum das so ist konnte er mir auch nicht sagen und ich hab bis heute keine Erklährung dafür
aber alle gescheite Dremos haben ein deutlich markiertes Griffstück
kann mir das jemand erklären ?


Kommt auf die Konstruktion des Schlüssels an, das Drehmoment ist physikalisch ortsunabhängig, und daher vorne im Kopf beim Auslösen immer gleich. Aber die Anzeige wird unterschiedlich berwerkstelligt.

Bild

Das Zeigergerät darfst Du nicht einspannen, weil es die Verbiegung einer gewissen Länge Stahlstange misst. Deswegen ist da der Griff auch gelenkig, damit immer am gleichen Punkt die Kraft eingeleitet wird. Wenn Du da ein Rohr draufsteckst oder weiter mvorne angreifst, änderst Du die Wirklänge und/oder Biegesteifigkeit des Messelements.
Tom hält es deswegen am Ende und stützt den Kopf nur gegen Kippen.

Die Konstruktion die eingespannt wurde, hat hingegen ein Drehgelenk im Kopf und einen biegesteifen Griff mit innenliegendem Mechanismus. Da ist es in Grenzen wurscht wo man angreift.
Wenn Du da eine 2m-Verlängerung draufsteckst und andrückst, brauchst Du zwar weniger Kraft - der Schlüssel knackt trotzdem bei 100 Nm, wenn Du die eingestellt hast. Die Schraube merkt den Unterschied sozusagen nicht.

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Re: Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

Beitragvon motorang » Sa 03 Apr, 2021 16:47

Um diesen Drehpunkt misst der "GS-Schlüssel" ... (No-Name-Ware, meiner ist vom Forstinger)

GS-Dremoschluessel.jpg


So lange man ihn am Griff und nicht am Kopf einspannt, sollte sich daher am Auslösewert nichts ändern.

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Re: Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

Beitragvon Aynchel » Sa 03 Apr, 2021 16:50

hallo Andreas
das war auch meine Meinung, aber angeblich stimmt das nicht
begründen konnte mir das aber noch niemand
Aynchel aus Meddersheim


ich könnte die BIG auch mit 5,5l daher fahren, aber das wäre Spritverschwendung ;-)
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Re: Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

Beitragvon motorang » Sa 03 Apr, 2021 16:52

Wenn mir jemand sagt dass das nicht stimmt, muss er es mir auch begründen können, sonst ignorier ich das ...
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Re: Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

Beitragvon motorang » Sa 03 Apr, 2021 17:10

Ergänzend sei angemerkt, dass ja durch genau diese Kalibrierungsaktion genau das bestätigt wurde - dass es nichts ausmacht.

Alle Drehmomentschlüssel haben bei 100 Nm geknackt wenn 100 Nm eingestellt waren (innerhalb der Einstellgenauigkeit).
Die wurden also gegeneinander geprüft. Müssten ja dann off gewesen sein wenns was ausmachen würde wie man die einspannt.

Außer der GS vom Tom, der wiederum konsistent bei 100 Nm auslöste wenn man ihn auf 138 eingestellt hat. Aber auch wenn man ihn nicht eingespannt hat.
Ich hab auch so einen GS, der löst überhaupt nicht mehr aus.
Ein Glump halt.

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Re: Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

Beitragvon Straßenschrauber » Sa 03 Apr, 2021 17:46

Beim Zusammenbau des XT600-Motors hab ich mit zusammengestecktem 1/2" T-Stück 25 cm und 10er Nuß auf 1/2" 25 cm Verlängerung einen halben Meter Hebel gehabt und Verschraubungen (Primärantrieb, Ausgleichswelle, Kupplung) mit der Kofferwaage angezogen.
Auch Schwinge und Radmuttern.
Komfortabel ist das nicht.

Angeregt durch Euren Test, und weil sowieso immer mal wieder ein größerer Drehmomentschlüssel gebraucht wird, hab ich mir jetzt für 20.- einen 1/2" 40-200 Nm Schlüssel vom Vertrieb (Hersteller?) meines guten Elektro-Schlagschraubers bestellt.
Angeblich ist er zertifiziert nach EN ISO 6789-1:2017 (handbetätigte Drehmoment-Schraubwerkzeuge), sie trauen sich, 3 Jahre Garantie zu geben, und maximaler Fehler soll 4% vom Skalenendwert sein.
Das sind immerhin 8 Nm, die hoffentlich nur beim Skalenendwert von 200 Nm abweichen und nicht im gesamten Bereich.

Wenn er nach den Feiertagen da ist, werd ich mit der Kofferwaage prüfen, wie genau er ist.
Bei meinem über 100 € :omg: HAZET 5-60 Nm 3/8" war ein Meßprotokoll dabei. Ich prüf ihn ab und an mal, er ist immer noch sehr genau.
Für einige Verschraubungen brauch ich aber bis zu 120 Nm.
Zuletzt geändert von Straßenschrauber am So 04 Apr, 2021 17:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

Beitragvon hiha » So 04 Apr, 2021 07:01

Beim Kalibrierschlüssel mit Zeiger wie in obigem Foto ist meist auch der Griff locker um einen Querstift gelagert. Man kann dadurch keine zusätzlichen Biegekräfte einbringen. Zum berechnen eines Korrekturfaktors für z.B. Gabelvorsätze braucht man so eine Basislänge, wenn ich das korrekt verstanden hab.
Gruß
Hans
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Re: Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

Beitragvon Straßenschrauber » So 04 Apr, 2021 13:07

Aus dem Beipackzettel zu meinem neuen Billig-Drehmomentschlüssel:
Damit Sie möglichst lange Freude an einem Drehmomentschlüssel haben ist es wichtig, dass Sie die Drehmomenteinstellung nach der Nutzung wieder auf 0 Nm zurückstellen. Dadurch wird die Feder im Inneren entlasten und der Schlüssel bleibt länger genau. Außerdem empfiehlt es sich, ein solches Präzisionswerkzeug nicht in einer unbeheizten Garage aufzubewahren, wo er starken Temperaturschwankungen(Winter/Sommer) ausgesetzt ist.
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Re: Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

Beitragvon motorang » So 04 Apr, 2021 15:02

Das ist wahrscheinlich bei einem Billigteil wichtiger als bei was hochwertigem. Der GS-Schlüssel vom Tom und mir ist wahrscheinlich inwendig infolge Präsisionsmaterialien (Karbonstahl) verrostet. Nur eine Annahme :D

Seit 15 Jahren wohnen beide in der selben Garage in derselben Schublade, dem Proxxon wars bisher wurscht

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Re: Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

Beitragvon Straßenschrauber » So 04 Apr, 2021 15:09

motorang hat geschrieben:Präsisionsmaterialien (Karbonstahl)
:ugly:
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Re: Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

Beitragvon Straßenschrauber » Do 08 Apr, 2021 14:52

Der größere Drehmomentschlüssel 40-200 Nm ist gerade angekommen.
Dabei: Ein Meßprotokoll.
Alle Werte besser 4%, teils 2%.
Für 19,97.- frei Haus :smt023

Zum Vergleich hab ich ihn über eine 17er Langmutter mit dem kleinen Drehmomentschlüssel 5-60 Nm zusammengespannt.
Bei 50 Nm lösen beide gleichzeitig aus :smt023
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Re: Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

Beitragvon gatsch.hupfa » Do 08 Apr, 2021 15:17

Straßenschrauber hat geschrieben:
... hab ich mir jetzt für 20.- einen 1/2" 40-200 Nm Schlüssel vom Vertrieb (Hersteller?) meines ...



Bleibt das dein Geheimnis?
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Re: Drehmomentschlüsselkalibrierungsfahrt

Beitragvon Straßenschrauber » Do 08 Apr, 2021 15:20

Schlagschrauber ist der Hesselink PIW-1000.
Bei Markteinführung hab ich den günschdiggst bekommen.
Hat schon viele Probleme gelöst und tut auch an Abziehern.

Der Drehmomentschlüssel nennt sich DS-200.
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