Das der rechte Fuß langsam am Bremspedal festfriert, weil die Löcher in den Socken und im Cowboystiefel, ungünstig im Fahrtwind stehen, brauch ich wohl den Winterfahrern unter euch nicht zu erklären... für die Unwissenden und Saisonkennzeichen-Fahrer unter uns: das hat nix mit dem Obstler, denn mehr mit Schweißfüssen zu tun. Ihr kennt doch die Nummer mit der festgefrorenen Zunge am Laternenpfahl?
So eine Wintertour mit den Kumpels ist ja wirlich ne feine Sache. Vor allem, wenn es endlich von der Autobahn runter geht…nach der Devise: immer dem Roadcaptain nach… eindeutig zu erkennen an seiner Lammfellkutte mit HOG-Roadcaptain-Patch und dem dampfenden Hintern.
Da kommen wir direkt zu Tip Nr. 2: Es gibt Ausnahmen, wann dem Roadcaptain nicht zu folgen ist! Nämlich dann, wenn sich in der Autobahnausfahrt Eis gebildet hat und der Captain an seinen Ratschlag selber glaubt: weiß ist nicht gleich Eis oder Schnee… neee, dat is meistens Salz…
Na gut, Mr. Superschlau im Lammfelldress fuhr also schön gerade aus und verschwand im Unterholz – nicht ohne vorher die blaue Tafel niederzubügeln. Was ja auch kein Kunststück ist… 350kg Motorrad und 180kg Fahrergewicht hauen nach newtonschen Gesetz alles um. Leider sind die auch ziemlich standhaft, wenn man mit ner V-Rod und deutlich geringerem Gewicht hinterher folgt. Das hat dann der mir nachfolgende Fred mit der Anellise erledigt. Ich komme zu folgendem Ergebnis: 350kg Motorrad mit 180kg Hellmut, zzgl. darin geparkter 280kg V-Rod und auf dem Hellmut liegendem 80kg Bruchpilot, sind nix gegen 350kg Motorrad und 188kg Fred und 125kg Annelise.
Nachdem ich mich aus dem Knäul befreit hatte, war mein erster Gedanke: erste Hilfe!!! An den Hellmut hab ich mich nicht ran getraut, von wegen elektrischem Schlag und so. Der war ja Heizdrahtmäßig total verkabelt. Überall guckten da Kabel raus und waren mit seiner E-Glide verstöpselt… Handschuhe, Stiefel, Thermoanzug, Helm… Hellmut sah aus, wie ein Astronaut beim Ausseneinsatz vom Spacelab. Der Fred sah aus, wie sein russischer Kollege von der MIR… die Annelise war zwar kabellos, aber leider auch nicht gerade so der Feger, den man unbedingt erretten und für die Nachwelt erhalten muss.
Also bin ich mal Richtung Strasse gerobbt und hab mal geguckt, wer da noch alles dem Cheffe folgt. Ich mach es kurz: Bis auf meinen besten Kumpel Hartmut haben alle die Tour dort im Strassengraben beendet.
An dieser Stelle möchte ich mich mal beim ADAC bedanken. Die haben alle Mopeds bergen können. Bedanken muss ich mich natürlich auch an die Chirurgie im Unfallkrankenhaus – toller Gips !!! Und an die Krankenschwestern für die tollen Sprüche auf meinem Gips… von wegen: don´t drink and fly
OllY